Ausbildung fertig - und dann?.....Arbeitsamt hat spassige Ideen!

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von krokolady 29.04.10 - 14:09 Uhr

Meine Schwiegertochter in Spe hat nun im Sommer ausgelernt......Verwaltungsfachangestellte, derzeit hier bei der Gemeinde beschäftigt.

Hat auch schon etliche Bewerbungen geschrieben.......alles absagen.
Also Termin beim Arbeitsamt.......logisch.

Und was sagt der vom Amt zu ihr?
"Naja, dann machen sie halt noch ne Ausbildung direkt hinterher........sie könnten direkt starten als Altenpflegerin" #klatsch

Das Mädel ist grad 19 geworden, und hat sich ja nicht ohne Grund für diesen einen Beruf entschieden!
Und nu wird ihr gesagt sie soll sofort noch ne Ausbildung machen.....grad in nem Job den sie absolut nicht machen würde!

Hat sie ihrem Bearbeiter dann auch gesagt.....das sie eigentlich ihre ausbildung gemacht hat um auch in dieser richtung weiterhin zu arbeiten.
Da meinte der nur sowas gibts nicht......drückte ihr nen paar Adressen von Zeitarbeitsfirmen in die Hand und meinte da kann sie es versuchen........da würde sie bestimmt als Kassierin unterkommen.

Er hat nichtmal im PC geschaut nach Stellenangeboten oder so!

Ihr ist ja schon klar das sie, wenn sie in ihrem Beruf nichts findet, erst mal irgendwas anderes annehmen muss wenn sie Kohle haben möchte.
Aber um sich bei ner Zeitarbeitsfirma zu bewerben muss sie nicht extra zum Arbeitsamt laufen.....sie hatte sich da eigentlich Hilfe und Vorschläge erhofft.

Hab ja nu seit Jahren nichts zu tun gehabt mit irgendwelchen Ämtern.......kann jetzt aber gut verstehen warum so viele über die Arge schimpfen!

Beitrag von dolby11 29.04.10 - 14:14 Uhr

Ärger dich nicht #liebdrueck

Ich suche auch händeringend nach Arbeit.

Die Stellen, bei denen ich mich beworben habe, habe ich auch alle selber rausgesucht.

Von meinem Fallmanager (beziehe ALG II) kam nur: "Sie haben ja eine gewisse Verantwortung ihren Kindern gegenüber" Sprich, ich kann doch auch weiter von Hartz4 leben, muß doch nicht arbeiten...

Habe keine Ausbildung, würde gerne eine Umschulung machen, bekomme die aber nicht aufgrund der Tatsache, DAS ich keine Ausbildung habe!!

Das ist alles sooooo ätzend :-[

LG Anika

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 14:24 Uhr

ich kenne das von früher halt anders.....da waren die Mitarbeiter noch bemüht einem weiter zu helfen.
Wie gesagt......hatte ewig nix mit denen zu schaffen.

Beitrag von king.with.deckchair 29.04.10 - 15:07 Uhr

Himmel nochmal! Er hat sich doch bemüht! Er hat ihr einen Alternativ-Vorschlag gemacht! Er hat sie beraten, sich ggf. umzuorentieren!

Denkst du, arbeitslose unerfahrene VfA werden gesucht wie sonst was?!

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 15:49 Uhr

Nee, aber es so hinzustellen als wenn ihre Ausbildung fürn Arsch gewesen wäre ist ja auch nicht grad die richtige Art.

Grad so junge Leute, die man grad erst richtig ins Arbeitsleben reinkommen, fühlen sich ja total "blöde" wenn man ihnen direkt sagt sie soll entweder noch ne Ausbildung machen, oder halt als Kassiererin arbeiten.

Sie hat allen Ernstes an sich selbst gezweifelt......und das wo sie bombige Noten hat, und ne Zwischenprüfung mit 1er abgelegt hat.

Beitrag von windsbraut69 29.04.10 - 16:12 Uhr

Ja, was hätte er denn tun sollen?
Ihr Fake-Adressen für Bewerbungen geben?

Sie muß doch selbst wissen, wie die Jobsituation in ihem Beruf aussieht...

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 16:15 Uhr

na er hätte zum Beispiel sagen können das es in ihrem Beruf nicht viel in der Gegend gibt, und das sie vielleicht in ähnlichen Richtungen sich bewerben soll, wo ihr Grundwissen halt auch für geeignet ist.

Aber ihr einreden das sie direkt ab August ne weitere Ausbildung machen soll find ich schon recht suspekt.

Beitrag von king.with.deckchair 29.04.10 - 20:48 Uhr

"Aber ihr einreden das sie direkt ab August ne weitere Ausbildung machen soll find ich schon recht suspekt."

Unfug. Immerhin hat er ihr einen Bereich vorgelschlagen, in dem jetzt und in Zukunft qualifizierte! Fach!kräfte händerringend gesucht werden. Und ich bin immer noch der Meinung, dass du nur zu gerne auf der aufgebauschten Story eines Teenagers wellenreitest und dich selbst auch ein gutes Stück reinsteigerst.

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 20:58 Uhr

Das hat wohl kaum was mit "Wellenreiten" zu tun.
Ich mache mir halt auch ein paar Gedanken um sie. Sie ist fast wie eine Tochter für mich und geht seit 3 Jahren bei mir ein- und aus!

Und wenn sie hätte ich die Pflege gehen wollte hätte sie das vor 3 Jahren bereits getan.
Warum soll sie dann erst 3 Jahre ne gute Ausbildung machen, und dann direkt danach nen Job erlernen den sie nie machen würde?

Beitrag von windsbraut69 30.04.10 - 09:23 Uhr

Der gesamte kaufmännische Bereich ist überlaufen - hätte der Sachbearbeiter ihr etwas anderes gesagt und ihr hättet spitz bekommen, dass er Quatsch erzählt, würdest Du auch meckern.

Warum hat sie denn überhaupt dort gelernt, wo bekannt ist, dass kaum übernommen wird und es anderweitig kaum Bedarf gibt?

Sinnvoller ist es auf jeden Fall, einen Beruf zu lernen, der einem nicht 100% zusagt, aber Perspektiven bietet.

Beitrag von krokolady 30.04.10 - 09:32 Uhr

sie war damals froh überhaupt was gefunden zu haben was irgendwie Richtung Bürötätigkeit geht.

Ausbildungsstellen sind bei uns in der Gegend eher mau.

Jetzt wo sie Führerschein und Auto hat ist sie ja auch so weit flexibel das sie nen Radius von so 100 km in Kauf nehmen würde für nen gescheiten Job.

Das die Gemeinde hier nie übernimmt kann man nicht sagen.......kommt halt darauf an wie es aussieht wegen den Stellen.
Wenn die wissen das z.B. wer in ein paar Monaten in Rente geht oder kündigt behalten die auch die Azubis.
Nur konnte man das vor 3 Jahren nicht wissen.........das war ihr auch klar........aber lieber solche Stelle mit ungewisser Zukunft wie gar keine denk ich da mal.

Bin nur froh das mein Sohn auf jeden Fall übernommen wird.....der ist Anfang 2011 fertig - Ausbildung geht 3,5 Jahre - und hat ne Branche erwischt die boomt.

Beitrag von king.with.deckchair 29.04.10 - 15:02 Uhr

"Er hat nichtmal im PC geschaut nach Stellenangeboten oder so!"

Vielleicht, weil er WEIß, wieviele Kommunal-VfA derzeit gesucht werden?! (Nämlich in bestimmten Landstrichen so gut wie keine!)

Ich bin ausgebildete VfA und ohne meine inzwischen erworbenen weiteren Fähigkeiten hätte ich null Chance gehabt, bei einer Verwaltung eine neue Stelle zu ergattern.

Sie kann sich durchaus bei ZA-Firmen bewerben (war auch mein Wiedereinstieg, als ich als VfA arbeitslos wurde). Warum wurde sie übrigens nicht übernommen?

"Hab ja nu seit Jahren nichts zu tun gehabt mit irgendwelchen Ämtern.......kann jetzt aber gut verstehen warum so viele über die Arge schimpfen!"

Erstens war sie nicht bei der Arge, sondern beim "Arbeitsamt", ich nehme also an, bei der Agentur für Arbeit. Zweitens solltest du bedenken, dass insbesondere junge Leute in diesem Alter ein vielleicht eigentlich vernünftiges Gespräch dergestalt aufbauschen und sich gerne mal nur irgendwelches aus dem Zusammenhang gerissenes Zeugs herauspicken.

Sie kann ganz wunderbar über eine ZA-Firma im Bürobereich einsteigen. Schließlich hat sie ja auch Rechnungswesen z.B. in der Ausbildung gelernt, nichtg wahr?!

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 15:46 Uhr

Die Gemeinde hier übernimmt die Azubis fast nie......ist halt nicht wirklich groß, und ne freie Stelle ist da total selten.
Sie wusste das auch, und schreibt darum schon seit einiger Zeit Bewerbungen.

Mit der Zeitarbeitsfirma hat sie auch nicht die Probleme........nur damit das der Typ sagte das sie da bei den meisten Firmen sicher nen Kassiererjob findet.
Sie ist sich auch nicht zu schade für solch Jobs oder so.......zur Überbrückung macht sie sowas auch.....logisch.
Sie fühlte sich halt nur total mies weil der Typ ihr keinerlei Hoffnung gemacht hat........es hörte sich für sie wohl eher so an als wenn sie ihre 3 Jahre Ausbildung vergessen soll, weil sie eh nix Gescheites findet.

Beitrag von salem511 29.04.10 - 19:53 Uhr

Wieso empfehlen die eigentlich immer Altenpflegerin?#kratz
Hab ich schon so oft gehört...

Einer Bekannten wurde das auch vorgeschlagen. Sie ist 43 und hat nen Bandscheibenvorfall.....

Ob das mit dem demografischen Wandel zusammenhängt?;-)

LG
Salem

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 20:04 Uhr

Hat wohl damit zu tun das kaum noch wer den Job machen will.

Es ist ne miese Bezahlung und trotzdem teils ne Knochenarbeit.
Von den Rückenproblemen die dadurch auftreten mal ganz zu schweigen.
Hab das ja auch ne zeitlang gemacht.....einerseits machts unheimlich viel Spass - andererseit ist die pysische und psychische Belastung recht hoch.

Beitrag von salem511 29.04.10 - 20:16 Uhr

Ich gebe zu: ich könnte das nicht. Das ist auch so'n Job, für den man geschaffen sein muss.

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 20:20 Uhr

jo, in die Pflege zu gehen ist ne echte Berufung....ist genauso wie das Arbeiten mit behinderten Kindern bzw. Menschen.

Beitrag von schubidu-50 29.04.10 - 22:20 Uhr

Weil Altenpflege (zumindestens hier in der Gegend) Händeringend gesucht werden. Hier schulen die auch ALtenpfleger ohne Ende um.
Sämtliche Bildungsträger bilden Altenpfleger aus oder schulen sie um.

LG Susi

Beitrag von kitty1979 29.04.10 - 20:55 Uhr

Hallo!

Mein Mann hatte damals nach der Ausbildung nen Zeitvertrag bekommen, und da muss man sich ja auch 3 Monate vor Ablauf beim Arbeitsamt melden. Er hatte zu dem Zeitpunkt grad ein halbes Jahr ausgelernt. Als er bei seiner Sachbearbeiterin saß, fragte die ihn, ob er schon einmal über eine Umschulung nachgedacht hätte #kratz

Er hatte schon die mündliche Zusage über die Verlängerung des Zeitvertrages, aber eben noch nichts schriftliches in den Händen, deshalb musste er sich beim Arbeitsamt melden.

Da haben wir auch nur mit dem Kopf geschüttelt.

Lg Nicole

Beitrag von krokolady 29.04.10 - 21:01 Uhr

Es ist ja ok den Leuten eine Umschulung bzw. neue Ausbildung anzubieten wenn sie in ihrem erlernten Beruf keine Chance mehr haben Fuß zu fassen.

Mittlerweile ist das Mädel schon am grübeln ob sie noch nen Studium oder so machen sollte, um sich besser Fortbilden zu können.

Beitrag von manavgat 30.04.10 - 12:33 Uhr

Grundsätzlich kann sich das Mädel auf jeden Bürojob bewerben, einschließlich Zeitarbeitsfirmen.

Altenpflege ist nicht für jedermann geeigenet und sie kann hier ganz klar sagen, dass sie das nicht machen kann! Es besteht auch kein Grund, da sie einen Beruf gelernt hat.

Ich persönlich könnte niemanden pflegen, ich habe keine 2 Minuten Geduld.

Das junge Leute direkt nach der Ausbildung arbeitslos sind oder erst Kettenzeitverträge bekommen, um dann ebenfalls arbeitslos zu sein, wird von der Politik oft verschleiert. Die klopfen sich lieber auf die Schulter, dass jeder einen Ausbildungsplatz bekommt. Eine Untersuchung, wer nach 5 Jahren noch in diesem Beruf arbeitet, fördert zutage, dass es gerade mal ein Drittel ist!

Gruß

manavgat