Erziehung so unterschiedlich silopo

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von petra1982 29.04.10 - 14:44 Uhr

Hallo,

ich stöbere hier öfters mal rum, und immer wieder fällt mir auf das viele Eltern sich nicht durchsetzen können/wollen. Strafen ankündigen und nicht durchhalten, oder für respektloses Verhalten auch noch eine Belohnung parat haben.

Ich habe Erzieherin gelernt, setze mich ohne Absprachen bei meinen Stiefkindern durch, Strafen werden durchgezogen und sie fruchten auch. Wieso ist dies für viele so schwer?

lg

Beitrag von juniorette 29.04.10 - 15:01 Uhr

Hallo,

ganz einfach:
weil du bei Urbia gesteinigt wirst, wenn du nicht Anhängerin der Kuschelpädagogik bist :-)

Viele sind/werden sich einfach unsicher, wenn sie dauernd nur lesen
- mein Kind brauchte nie eine Auszeit, und ist trotzdem wohlgeraten
- ich bin gegen Strafen, es gibt nur logische Konsequenzen, die dann auch stundenlang erklärt werden
- mein Kind hat dieselben Rechte wie ich als Erwachsener
- wenn mein Kind sich ungezogen benimmt, sage ich ihm, dass ich gaaaaaaaaanz doll traurig bin, das reicht ja #augen

Usw.

Wie andere Leute ihre Kinder erziehen, wäre mir ja egal, wenn ich nicht unter dem Ergebnis leiden müsste. Schließlich lässt es sich nicht vermeiden, dass ich mit anderen Kindern in Kontakt komme.

"Strafen werden durchgezogen und sie fruchten auch. "

Pssssst, hier bei Urbia darfst du das Wort "Strafe" nicht mal aussprechen #augen

LG,
J.

Beitrag von petra1982 29.04.10 - 15:10 Uhr

Ich erkläre meinen Stiefkindern auch viel, nur in gewissen Situationen haben sie einfach zu hören, letztens meinte ich zur kleineren, lauft an der seite und seid vorsichtig da Autos hier fahren, sie hört nicht wurde schier vom Spiegel eines Autos mitgenommen, ich bin erschrocken und wurde ein wenig lauter, ist sicher jedem schonmal im schreck passiert, habs ihr auch erklärt wieso ich so reagiert habe...Madam meinte dann bocken zu müssen und hörte nicht, mein Mann diskutiert mit Ihr rum#bla und ich meinte sie hat zu hören das sie zu uns kommen soll an der strasse, und hab sie geschnappt.

Kinder müssen doch erst lernen was Recht, Respekt usw. bedeutet.....Und wenn man das drauf hat kann man von Gleichsein reden.....

Ich schrei es wenn es sein muss, ich bestrafe die Kinder meines Mannes wenn ich es für richtig halte, dafür spucken die mich nicht an, haben sie noch nie, oder sagen ausdrücke......Das sie im Zorn andeutet mich hauen zu wollen ok, aber wenn sie dies tun folgt die Strafe (kein Hauen kein Klaps ;-) )

Beitrag von juniorette 29.04.10 - 15:22 Uhr

Oh, ich erkläre meinem Sohn auch viel, aber nicht an Tagen, an denen es ihm nur um Provokation geht.

Ja, ich weiß, dass das Austesten von Grenzen dazu gehört, aber ich sehe nicht ein, meinem Sohn in solchen Situationen 10x dieselbe Erklärung zu liefern, warum er jetzt etwas nicht darf etc.

"Kinder müssen doch erst lernen was Recht, Respekt usw. bedeutet.....Und wenn man das drauf hat kann man von Gleichsein reden..... "

Das ist klar.

Ich persönlich denke, dass, wenn Kinder Respekt vor anderen Menschen und deren Bedürfnissen und deren Eigentum gelernt haben, schon das meiste an Erziehungsarbeit geleistet wurde.

Die meisten "Ungezogenheiten" von Kindern beruhen doch darauf, dass entweder ein anderer Mensch und seine Bedürfnisse oder fremdes Eigentum nicht respektiert wird.

Beitrag von connie36 29.04.10 - 18:28 Uhr

du hast soooooo recht, finde es mutig, das sich noch eine mutter traut zu sagen, das gewisse dinge konsequenzen erfordern, und ich meine hier nicht das in-grund-und-boden-diskutieren- wie-mit-erwachsenen, das hier so viele propagieren.
ich habe meinen kindern im alter von 2-3 jahren, ca 3-4 mal einen einzigen klapps auf die hand gegeben. wurde hier gesteinigt, als schlägermutti bezeichnet, als kandidatin für die supernanny und als dumm und ignorant bezeichnet.
ich habe ein sehr herzliches verhältnis zu meinen beiden töchtern, die sind mittlerweile 8 und9 und haben seit dem, wie geschrieben, 3. lebensjahr keine mehr auf die finger bekommen. wie bei dir, aknn ich mit meinen kindern überall hingehen ohne unangenehm aufzufallen. sie kratzen hauen uns spucken nicht, nehmen beide keine schimpfwörter in den mund, ausser wenn sie fluchen und mal scheisse sagen, aber das sage ich auch, daher verbiete ich es nicht, da sie das auch nur im priv. umfeld sagen.
ich bin persönl. auch der meinung, das die kuschelmutterfraktion in ein paar jahren hier fragen reinstellt wie " mein sohn hört nicht mehr" oder " tochter interessiert sich nicht für verbote die wir miteinander ausgemacht haben" und ähnlich motivierende threads. da kann ich mich zurücklehnen und denken, kuschelt doch einfach mit ihnen,soll helfen!:-p
lg conny

Beitrag von tschika1973 03.05.10 - 12:31 Uhr

"ich bin persönl. auch der meinung, das die kuschelmutterfraktion in ein paar jahren hier fragen reinstellt wie " mein sohn hört nicht mehr" oder " tochter interessiert sich nicht für verbote die wir miteinander ausgemacht haben" und ähnlich motivierende threads. da kann ich mich zurücklehnen und denken, kuschelt doch einfach mit ihnen,soll helfen!"

bisher kann ich damit noch nicht dienen ;-)

Aber ich hab ja noch 2 Kandidaten, vielleicht wirds noch :D

Beitrag von deoris 29.04.10 - 20:11 Uhr

Dafür gibt es nur #pro!!!!!!

Beitrag von hellmi 02.05.10 - 11:19 Uhr

Hi

Das kann ich nur so unterschreiben. #pro

Bei uns gibt es klare Regeln und Grenzen. Klar werden diese auch mal etwas gedehnt aber das Grundgerüst steht. Wenn ich was androhe, zieh ich es auch durch. Ansonsten würd ich ja meine Glaubwürdigkeit dem Kind gegenüber verlieren.

Lg Kerstin

Beitrag von frauke131 29.04.10 - 15:08 Uhr

Ich finde, dass Erziehung heute etwas anderes bedeutet, als zu meiner Kindheit. Und ich kann damit ebenso wenig etwas anfangen, wie Du! Es ist gut, dass man die Kinderpsyche erforscht und mehr und mehr weiß, wie sich Kinder entwickeln. Trotzdem finde ich, dass viele Kinder schlechter erzogen sind, als früher.

Ich kann wissen, warum mein Kind etwas tut, es heißt aber nicht, dass ich es akzeptieren muss. Genauso bin ich der Meinung, dass Kind und Eltern nicht gleichgesetzt werden sollten. Ich bin der Boss und die wichtigen sachen entscheide ich.

Erziehung bedeutet für mich, aus den Kindern sozialverträgliche Wesen zu machen. Von vielen scheint das missverstanden zu werden. Es wird diskutiert, verhandelt, verständnis gezeigt- aber erzogen nicht!

Beitrag von petra1982 29.04.10 - 15:12 Uhr

Ja seh ich wie du, früher wurden wir in die Schranken gewiesen wenn Erwachsene sich unterhalten haben, heute kann ich kaum ein Gespräch zuende führen wenn manche Ihre Kinder dabei haben. Die Kinder meines Mannes reden auch manchmal rein, ich ignorier dies oder sage sie sollen endlich still sein und eben warten.....

Beitrag von juniorette 29.04.10 - 15:17 Uhr

"Ich kann wissen, warum mein Kind etwas tut, es heißt aber nicht, dass ich es akzeptieren muss. "

Genau das ist der entscheidende Satz, finde ich.

Ich halte es auch für gut, dass man heute mehr darüber weiß, was in Kindern vorgeht und warum sie bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen.

Trotzdem sage ich nicht verständnisvoll zu meinem Sohn

"Ach mein Kleiner, ich versteh dich schon, du bist halt mitten in der Trotzphase!" #rofl

Beitrag von petra1982 29.04.10 - 15:19 Uhr

Oh die Trotzphase die ist bei meinem Mann seiner hoffentlich bald rum sonst dreh ich durch, wie schafft man das 7 Tage die woche rund um die Uhr? Mir reichen zwei Tage zur zeit um die decke hochzugehen :-)

Beitrag von juniorette 29.04.10 - 15:24 Uhr

Oh, mein Sohn ist mit ziemlich genau 3 Jahren in die Trotzphase gekommen - vor 10 Monaten #schwitz

Beitrag von petra1982 29.04.10 - 15:27 Uhr

die kleine mit 3,5 und wird nun 5 :-(

Beitrag von juniorette 29.04.10 - 15:36 Uhr

Oh, dann steht mir ja noch was bevor #schock

Beitrag von petra1982 29.04.10 - 15:41 Uhr

Ja wenn dein sohn wie die Kleine meines Mannes ist viel spass...die meint grad wenn ich was verbiete zu jemand anderem gehen zu müssen...waren samstag grillen und sie hat einen Strauss gemacht der in einem dreckigen eimer ins wasser gestellt wurde, ich wollte bzw wir wollten noch ein eis auf dem heimweg essen, sie wollte den eimer unbedingt mitnehmen ich erklärt etc und meine Mutti hat ihr es dann erlaubt hinterm rücken. Ich habe zu der kleinen gesagt, du hebst ihn alleine und für die zukunft wenn ich nein sage heisst es nein. Wir drei konnten unser eis essen und sie eben nacher trinken mit viel heulen weil sie ja den eimer heben musste ;-) Gemein? Egal wer nicht hören kann muss fühlen und dies geht anders als mit schläge ;-) <Gehauen hab ich kein Kind

Beitrag von juniorette 29.04.10 - 15:50 Uhr

Ich sage es mal so:
sowohl der Kinderarzt bei der U7a als auch die Erzieherinnen im Kindergarten haben innerhalb einer Woche unabhängig voneinander gesagt, dass mein Sohn "SEHR willenstark" ist (der Kinderarzt hat es auch im U-Heft vermerkt) #schwitz

Entsprechend spreche ich wie du spürbare Konsequenzen aus, weil es halt nicht anders geht.

Eltern mit Kindern, die man leichter lenken kann, werden unsere Konsequenzen vermutlich für grausam halten #augen

Beitrag von lisasimpson 29.04.10 - 19:39 Uhr

ihh - du sprichst hier von einem 5 jährigen mädchen im Loyalitätskonflikt, der du mal richtig gezeigt hast, "wo der hammer hängt"

manchmal kann ich gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte

lisasimpson

Beitrag von petra1982 30.04.10 - 06:11 Uhr

Ich rede von einem Mädchen das weiss wie sie ihren willen durchbekommen will...wo soll da bitte der loyalitätskonflikt sein?

Beitrag von lisasimpson 30.04.10 - 09:04 Uhr

Wo ich von einem loyalitätskonflikt spreche bei einem Scheidungskind?
wo ich von einem loyalitätskonflikt spreche, da wo mir jemand sagt : "ich erklärt etc und meine Mutti hat ihr es dann erlaubt hinterm rücken."
oder das hier "setze mich ohne Absprachen bei meinen Stiefkindern durch"

das sollte eine erzieherin aber reflektieren können!!!

da geht es um macht, da geht es um hartherzigkeit - das hat NICHTS mit erziehung zu tun!


Auf welche theorien stützt du dich, wenn du sagst, du bist Erzieherin und handelst so?


lisasimpson

Beitrag von petra1982 30.04.10 - 09:34 Uhr

Da geht es doch nicht um ein Scheidungskind, das seh ich auch bei Kindern deren Eltern zusammen sind, das mama es verbietet und das Kind dann eben zum Papa geht lol

Ja ich frag meinen Mann nicht ob ich das erlauben darf oder schimpfen darf wenn die Kleinen Dinge von mir kaputt machen ;-) Ich bin nicht hartherzig sonst würden die zwei mich nicht mögen, wir haben eben andere Regeln wie wenn Eltern ihre Kinder im alltag haben ;-)

Beitrag von lisasimpson 30.04.10 - 09:40 Uhr

oh gott- die jahrelange erfahrung mit mißhandelten Kindern sagt mir, daß gerade diese Kinder sich sehr loyal ihren Eltern gegenüber verhalten-
ein Argument, daß die kinder sich nicht offen auflehen, kan nsowohl was mit ihrem alter, mit iherer erziehung, mit ihren alternativen als auch damit zu tun haben, daß sie machtspielchen mitmachen müssen,weil sie ansonsten das familiengefüge ins wanken.

lisasimpson

Beitrag von petra1982 30.04.10 - 09:46 Uhr

Du kannst aber nicht alle über einen Kamm scheren ;-) Und Mutti fragen, da ging es um meine Mutter nicht um die Mutter der Kinder ;-) Was die denen erlaubt ist ihr ding und da misch ich mich nicht ein ;-) Und scheidungskinder mit mishandelnden Kindern zu vergleichen naja sind zwei paar schuhe

Beitrag von lisasimpson 30.04.10 - 09:54 Uhr

"Und scheidungskinder mit mishandelnden Kindern zu vergleichen naja sind zwei paar schuhe"
wo habe ich das gemacht?

dein argument war. daß die kinder dir sagen/ zeigen, daß sie dir gegenübver loyal sind.
ich habe gesagt, daß dies kein indiz dafür ist, daß sie nicht den machtmißbrauch spüren bei einer situation wie du sie mit den blumen beschreibst.


Das thema scheidungskinder habe ich aufgegriffen, weil du offenbar nicht versthest, was ein loyalitätskonflikt ist..

lisasimpson

Beitrag von ansahe 29.04.10 - 20:11 Uhr

das nenne ich keine Erziehung, dass ist einfach nur ein Machtspiel zwischen zwei Personen.
Nur das die eine Person ein erwachsener Mensch ist und die andere ein Kind.

Ich finde das erbärmlich!

Anja