wie ist das mit dem sorgerecht?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von crazycarry 29.04.10 - 21:23 Uhr

hallo zusammen

ich möchte mal für meinen bekannten was fragen

und zwar gehts drum er hat mit seiner freundin ein töchterchen, hat aber kein sorgerecht das hat nur sie.

Jetzt wollen die beiden irgendwann heiraten, bekommt er automatisch das sorgerecht weil er in der geburtsurkunde als vater drin steht oder muss sie da trotzdem einwilligen?

und wie wär des wenn ihr was passiert solange sie nicht verheiratet sind und er auch kein sorgerecht hat, darf die kleine bei ihm bleiben, oder kommt die kleine dann vielleicht zu ihren eltern weil sie da notariell was geschrieben hat, das im falle des falles die kleine zu ihren eltern kommt?

vielleicht wisst ihr ja da drüber bescheid.

vielen dank schon mal
lg Nicole

Beitrag von kruemlschen 30.04.10 - 08:36 Uhr

Guten Morgen,

sobald die Eltern heiraten, sind sie automatisch beide sorgeberechtigt.

Falls die Mutter stirbt wird das Familiengericht darüber entscheiden wo die Tochter bleiben soll, dies ist immer eine Einzelfallentscheidung.
Es werden hierbei zwar die Wünsche der Mutter im Testament berücksichtigt, allerdings ist die Begründung warum die KM den Verbleib ihres Kindes bei den eigenen Eltern gegenüber dem leiblichen Vater bevorzugt, bzw. warum sie den KV für erziehungsunfähig hält, wichtig.
Es werden vom Gericht immer alle Möglichkeiten geprüft und am Ende zum Wohle des Kindes entschieden, wobei der leibliche Elternteil vorrang hat, es sei denn es spricht eben etwas schwerwiegendes dagegen.

Gruß Krüml

Beitrag von karna.dalilah 30.04.10 - 10:25 Uhr

wenn die Mutter per Testament ihre Eltern als Vormund einsetzt, wird in der Regel dem so entsprochen (sofern das Kindeswohl bei ihnen nicht gefährdet ist)
Man geht davon aus, dass die Mutter gewichtige Gründe für ihre Entscheidung hat.
Dem leiblichen Elternteil KANN Vorrang gegeben werden, wenn es eine intensive Bindung zwischen ET und Kind existiert, sie oft und regelmäßig Umgang haben.
Wäre ja auch schlimm, wennein Kind nach dem Verlust der Mutter zu einem Vater muß den es kaum kennt... anstatt in vertrautem Umfeld der Großeltern oder anderen Verwanten aufzuwachsen.

Beitrag von kruemlschen 30.04.10 - 11:07 Uhr

also ich weiß ja nicht ob Du mehr weißt als ich, aber ich gehe davon aus, dass die Familie zusammen wohnt wenn es heiratspläne gibt. Ergo kann man davon aus gehen dass das Kind seinen Lebensmittelpunkt bei Mutter UND Vater hat und somit der Vater die direkte Bezugsperson nach der Mutter ist und nicht die Großeltern.
Darum wird das Gericht eingehend alle Möglichkeiten prüfen und zum Kindeswohl entscheiden.

Im Übrigen kann die Mutter per Testament lediglich einen VORSCHLAG bzgl. des Vormunds machen, lediglich ein Gericht kann jemanden als Vormund einsetzen.
Und das Gericht geht keinesfalls davon aus "dass die Mutter gewichtige Gründe für ihre Entscheidung hat" die muss sie schon im Testament begründen damit das Gericht zu Gunsten ihres Vorschlages entscheiden kann.

Gruß Krüml