gutes Buch über Trauer und Tod für Kinder

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von criseldis2006 30.04.10 - 07:40 Uhr

Hallo,

ich suche ein gutes Buch mit dessen Hilfe ich meiner Tochter den Tod erklären kann und Trauerbewältigung.

Bin für jeden Tipp dankbar.

LG Heike

Beitrag von brixi2003 30.04.10 - 08:19 Uhr

Hallo Heike,

ich kann dir das "NIE mehr Oma Lina Tag" empfehlen.Wir sind damit gut klar gekommen...bekommst du bei Amazon oder jedem guten Buchladen.

LG Nadine mit Annkathrin(19.03.069+Alexander(06.08.08)

Beitrag von criseldis2006 30.04.10 - 09:35 Uhr

Danke für den Tipp, werde ich mir mal anschauen.

Beitrag von kikou 30.04.10 - 09:16 Uhr

Hallo Heike,

Deine Kinder sind ja noch klein, als meine Kinder etwas älter waren (4 und 2 Jahre) fand ich Leb wohl, lieber Dachs http://www.amazon.de/wohl-lieber-Dachs-Susan-Varley/dp/3219102832/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1272611680&sr=1-1
ganz toll und einfühlsam geschrieben.
Gruss,
Kikou

Beitrag von criseldis2006 30.04.10 - 09:37 Uhr

Hallo,

es ist für meine ältere Tochter gedacht. Sie wird im August 4 Jahre alt.

Letzte Woche ist mein Onkel an Krebs gestorben. Er war für mich wie ein Vater (den ich nie hatte) und für meine beiden Mäuse ist er wie ein Opa gewesen.

Er hat meiner Tochter versprochen im Sommer mit ihr Fussball zu spielen und zu grillen. Das fragt sie mich jetzt jeden Tag, ob der Manfred denn kein Fussball mehr mit ihr spielt.

Deshalb möchte ich anhand eines guten Buches ihr erklären, wie das ist, wenn man tot ist.

LG Heike

Beitrag von curlysue2 30.04.10 - 10:22 Uhr

Hallo Heike,

ersteinmal mein Beileid.

Ich würde auch "nie mehr Oma Lina Tag" empfehlen und als Ergänzung dazu "Opa ich kann Hummeln zähmen"

Bei Oma Lina wird erzählt wie die Oma ins KH kommt, dort stirbt und der Weg bis zur Beerdigung. Bei den Hummeln wird die Zeit danach aufgegriffen, wie der Enkel es schafft seinen eigenen WEg zu finden sich an Opa zu erinnern, da er mit den Erklärungen der Erwachsenen nichts anfangen mag.

"Leb wohl lieber Dachs" hatten wir auch, ein sehr schönes Buch, dass schon anfängt bevor der Dachs stirbt. Als es soweit ist geht er durch einen Tunnel und als die Tiere davon erfahren,d ass ihr Freund verstorben ist setzen sie sich zusammen und bewältigen ihre Trauer indem sie sich die schönen Erinnerungen mit dem Dachs ins Gedächtnis rufen und gegenseitig erzählen.

Für Dich kann ich das Buch "Wie Kinder trauern" empfehlen. Es erklärt sehr schön die kindliche Trauer und hiflt ein wenig Knder in ihrer Trauer zu begleiten.

Ganz wichtig ist, dass Du offen mit der Trauer - auch mit Deienr eigenen - umgehst. Erklärst, dass es normal ist, wenn man traurig oder sogar wütend ist und auch wenn Deine Tochter bis jetzt noch ncihts davon spürt. Bei vielen kommt es erst später und gerade Kinder trauern ganz anders als Erwachsene. Es kann auch sein, dass sie erst oder wieder in einem halben oder sogar in einem Jahr sich intensiver mit diesem Thema auseinander setzen möchte.

Wenn Du das Gefühl hast, Du kommst alleine nicht wieter oder bist zu nah dran um Deine Tochter "stark genug" zu begleiten kannst Du Dir professionelle Trauerbegleitung über den Bestatter, das Hospiz oder Domino (die sind auf Kinder spezialisiert) besorgen. Bei uns hat das Hospiz offene Trauergruppen in die man ohne Anmeldung kommen kann.

Wir haben in den letzten 4 Jahren 1 Tante von mir, meinen Opa, genau an Linus 3.gEb. meinen Schwiegervater und im letzten Jahr meine Mutter - für uns unerwartet - verloren und uns daher sehr intensiv mit diesem Thema auseinander setzen müssen. Die nächste Beerdigung steht auch schon im Raum, da die Mutter meiner besten Freundin im Endstadium Krebs angekommen ist. Wie ich das unserem Sohn beibringe, weiß ich noch nicht ganz.
Auf alle Fälle haben uns die beiden im ersten Absatz genannten Bücher sehr geholfen. Den Dachs wollte er leider nicht weiter lesen, da direkt der erste Satz hieß: Der Dachs hat keine Angst vor dem Tod. Wenn Du Dich für diese Buch entscheidest, lass zur Vorsicht ersteinmal diesen Satz weg. Der Rest ist nämlich sehr schön geschrieben.

Vielleicht könnt Ihr Euch auch die Bücher ersteinmal in der Bücherei anschauen, so könnt ihr am Besten herausfinden was für Euch eher geeignet ist.

LG und viel Kraft dür die vor Euch liegende Zeit

curly

Beitrag von criseldis2006 30.04.10 - 11:20 Uhr

Hallo,

vielen Dank für deine liebe Antwort.

Es ist sehr schwer die Fragen meiner Tochter zu beantworten.

Sie weiß, dass Manfred sehr krank war - trotzdem kam es für uns total unerwartet.

Als ich aus dem KH kam, fragte sie, wie es Manfred geht.
Ich sagte: Mein Schatz, der Manfred ist jetzt im Himmel bei der Mama von Vanessa (meine Nichte).
Laura: Aber Mama, wie ist er denn da hin gekommen.
Ich: Es kam ein schöner Regenbogen auf dem eine Leiter war, dort ist er raufgegangen.
Laura: Aber Mama, dann kann er auch wieder runterkommen.
Ich: Nein Laura, dass geht nicht, denn wenn man oben ist, ist die Leiter weg.

Sie schaute aus dem Fenster und sagte: Mama, aber ich seh den Manfred gar nicht im Himmel.
Ich: Nein, mein Schatz, wir können ihn nicht sehen, aber er sieht uns und passt ganz gut auf uns auf, dass uns nichts passiert.

Danach fragte sie dann nicht weiter.

Aber gestern abend z. B. fragte sie: Mama, wann fahren wir wieder zu Manfred und Erika, ich will mit Manfred Fussball spielen, es ist doch schon Sommer.

Ich habe ihr dann gesagt, dass wir am Sonntag zu Erika fahren, Manfred aber nicht da ist, weil er im Himmel ist.

Das war dann auch fürs erste ok für sie.

Ich möchte ihr nun gerne anhand eines Buches den Tod erklären und das man auch traurig sein darf und auch weinen darf, wenn man möchte.

Ich werde mir mal die Bücher anschauen und dann entscheiden, welches für uns in Frage kommt.

LG Heike

Beitrag von curlysue2 30.04.10 - 14:46 Uhr

Hallo Heike,

ich finde es ganz toll wie Du das Deiner Tochter erklärst. Vor allem dass Du auch nur soweit beantwortest, wie sie Fragen stellt. Wenn sie mehr wissen will, wird sie wieder fragen. Dass sie nicht nachhakte ist ein Zeichen, dass ihr diese Antwort ersteinmal genügt (für den Moment). Und es wird noch eine weile so gehen, dass sie immer wieder nach Manfred fragen wird. Kinder können erst ab dem Grundschulalter langsam wirklich verstehen was Ewig und für immer wirklich bedeutet. Was nicht heißt, dass man ihnen nicht schon früher den Tod erklären kann.
Wie bereits geschrieben war unser Sohn drei als mein Schwiegervater gestorben ist. Er hat auch noch ein paar Wochen den opa jedesmal gesucht, wenn wir bei meiner Schweigermutter waren. Der Opa saß immer in einem bestiten Sessel und der wurde ersteinmal kontrolliert und untersucht.
Wir haben es so ähnlich erklärt wie Du. Bei uns war es nur nicht der Himmel, sondern die Sterne (da bei uns nicht alle religiös sind und sich bei den sTernen alles trifft, dort kann Gott sein, der Himmel, die Wolken, die Engel usw. Es war für UNS die beste Erklärung).
Und vor allem das mit de Regenbogen finde ich wunderschön und auch kindgerecht.
Bei uns war die Leiter zum Himmel am Grab, Linus war nicht mit auf der Beerdigung und hat das Grab erst nach der Trauerfeier mit uns besucht. Wir haben zude erklärt, dass das Grab dazu da ist, damit wir einen Erinnerungsort haben (man denaber auch selber bestimmen kann) und dass der Opa, wenn er von den Sternen hinunter schaut genau weiß, dass die Kerzen und di eBlumen die dort stehen nur für ihn sind. Eine Zeitlang mussten wir dann immer zum Himmel Hallo und Tschüss Opa rufen wenn wir auf dem Friedhof waren und auch wenn wir so unterwegs waren.
Ich finde es immer wieder faszinierend, wie natürlich und offen die meisten Kinder mit diesem Thema umgehen - wenn man sie lässt und begleitet.
Inzwischen ist Linus fast 6, weiß was der Tod ist, fragt inzwischen auch wieder sehr viel nach (nun wird Omas Tod aus dem letzten Somer aktiv verarbeitet) und war auf eigenem Wunsch vor drei Wochen zum ersten Mal von Anfang bis Ende auf einer Beerdigung (die Schwiegerutter eines Onkels, so war ich auch "distanziert" genug um Linus kompetent zu begleiten). Er hat es super gemacht.

Ich bin überzeugt, dass Du trotz der schweren Zeit für Dich selber eine große Stütze und gute Begleitung für Deine Tochter bist. Vergiss nur nicht Dich selber.

GLG

Manuela

Beitrag von morla29 30.04.10 - 21:36 Uhr

Hallo Heike,

wir haben vom KiGa drei Bücher bekommen und es war auch das mit dem Dachs dabei. Ein sehr schönes Buch, dass mich sehr tief berührt hat.

Eins hieß irgendwas mit Pele, aber das fand ich nicht so gut.

Und eins war noch mit einem Schmetterling auch sehr schön, aber leider weiß ich nicht mehr wie es heißt.

Wenn deine Tochter in den KiGa geht, frag mal, ob die dir was empfehlen können.

Gruß
morla
mit Ramona 4,5
und Christina fast 3
und #stern-Kind Verena (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)