Single mit 30...und ich bin selber Schuld!

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von gut oder nicht gut 30.04.10 - 08:34 Uhr

Guten Morgen,

heute muß ich einfach mal was fragen bzw. interessiert es mich ob das was ich gerade lebe normal ist.
Ich werd bald 30 und bislang war es immer so, das ich einen Freund hatte, der hat auch immer alles gemacht, war verliebt usw. und nach kurzer Zeit stell ich immer fest das es doch nicht DER Mann ist und trenne mich. So kommt es das meine längste Beziehung nur 2 Jahre dauerte. Wie gesagt, ich hab oft meine Partner belogen und betrogen und mist gebaut, vielen weh getan usw.
Ich hab immer den einfachsten Weg genommen und hab mich getrennt wenn es mir zuviel wurde.
Mein Problem ist das ich mich generell vieeel zu schnell verliebe und am Anfang immer alles gleich und sofort will, heiraten, Familie usw. Und dann entlieb ich mich immer und bin heilefroh das das alles nie geklappt hat so schnell.

So, jetzt werd ich bald 30 und man macht sich so Gedanken, was ist nur los mit mir? Gut, ich hab eine psychische Krankheit, aber ich will nicht alles darauf schieben, denn ich führe ja ansonsten ein gaanz normales Leben. Habe eine Tochter (8 Jahre) und einen tollen Job. Krieg mein Leben super auf die Reihe. Nur in dem Bereich Partnerschaft nicht wirklich. Aber es war ja immer gewollt von mir die Trennungen. Hab ich schon einen Schaden davon getragen? Zu zwei der Männer hab ich noch ein freundschaftliches Verhältniss wo ich mir auch immer ein hintertürchen offen hielt.

Im moment allerdings passieren so endgültige Dinge. Ich habe meinen Hund verloren, meinen Freund, ein guter Freund ist verstorben, meine Familie (Verhältniss zu Bruder & Schwester) ist nicht wirklich harmonisch, und mein Ex hat sich nun neu verliebt.

Ich verdränge all die Dinge schon um nicht wieder depressiv zu werden. Nehm im moment keine Medikamente und bin an sich sehr harmoniebedürftig. Was ist nur mit mir los? Ich WILL ja all die normalen Dinge und eine feste Beziehung usw. aber nach wenigen Wochen ist alles weg, da ekeln mich die Männer an, die ich noch vor wenigen Wochen sexy fand. Was ist das nur??? Meine Psychologin meinte ich Verhalte mich in der Beziehung mit Männern wie eine 16 Jährige und ich solle endlich aus meine Erfahrungen lernen.
Aber nein, kaum ist da ein "Objekt" und ich verliebe mich Hals über Kopf.

Keine Angst, meine Tochter steht an erster Stelle und ich Liebe sie abgöttisch und wir reden immer offen über alles und sie hat keinen schaden davon getragen. Sie hat ein sehr gutes Verhältniss zu ihrem Papa und wußte immer das die Freunde von mir jetzt keine potenziellen neuen Papas sind o.ä.
Sie hatten immer ein gute Verhältniss, aber wenn es vorbei war, war es nie schlimm, sie hat nie nach einem gefragt und ich hab auch immer offen mit ihr dann darüber geredet da es wohl doch nicht der Mann fürs Leben war.

Ich hatte seit ich Mama bin, bzw. seit 2004 so ungefähr 2 richtige Beziehungen ( ein Jahr und die andere zwei Jahre) und die letzten Jahre so um die 7 lockere Dinge. Also die haben nie bei uns gewohnt! Aber in alle war ich total verliebt und hatte ernste Absichten und dann war nach kurzer Zeit alles vorbei von meiner Seite aus. Bei 2 oder drei Liebeleien von den Männern aus.

Ach man, ich weß einfach nicht wie ich mich in Zukunft verhalten soll. Im moment bin ich Single und das ich wohl auch das beste für uns. Erstmal zur Ruhe kommen und dann viel besser gucken wer zu uns passt. Rein Theoretisch weiß ich ja was richtig und falsch ist. Es ist bei mir ja auch nur die Partnerschaftsebene die so chaotisch ist. Für alle bzw. meine Geschwister bin ich nur die die ständig die Männer wechselt und verarscht. Dabei mein ich es nie böse und hab auch nicht immer mit den Männern Sex! Darum geht es mir ja nicht.

Wahrscheinlich hab ich den Mann meines Leben schon gehabt und total in den Sand gesetzt.

Ist das jetzt ein Wendepunkt in meinem Leben weil alles sich so verändert, oder meint ihr ich werde für immer Beziehungsunfähig sein?

Bitte nicht auf Schreibfehler gucken, muß gleich los, habs eilig.

Würd mich freuen wenn mir jemand mal seine Meinung zu mir sagt.

Danke!

Beitrag von babylove05 30.04.10 - 09:18 Uhr

Hallo

Ich denk nicht da du dich in den Mensch verliebst, sondern in die Idee verliebt bist verheiratet zusein und gebunden ...

Ausserdem glaub ich das du tief in dir dann aber wieder Bindungsängste hast ...

hört sich vieleicht doof an , aber vieleicht solltest du mal mit einen Therapeuten darüber reden , vorallem da es dich ja selber belastet ....

Drück dir die Daumen

Ich selber denk auch immer das ich mich zu schnell verlieben , aber im grunde ist es nicht das , sondern die Angst allein zusein ( naja hab jetz 8 jahre Ehe hinter mir und auch schon wieder einen neuen Partner ... aber davor war es zumindest so )

Lg Martina

Beitrag von mamiluca2 30.04.10 - 09:30 Uhr

De ganze Text könnte von mir sein!!

Ich bin genauso....
Ich kann noch soooo verliebt in jemanden sein, aber sobald ich ihn "habe" verliere ich das Interesse bzw suche nach Macken, er nervt mich nach kurzer Zeit total, dieses verliebt sein ist weg ....und und und...

Ich will dann anfangs auch immer alles, heiraten, noch ein Kind bekommen (hab einen 7 jährigen Sohn) und dann nach ein paar Wochen entliebe ich mich wieder und bin soooo froh, das ich ihn los bin #kratz
Versteh es selbst nich...

Habe zugegeben auch schon einige Männer betrogen, verarscht und auch belogen.
Wie ich selbst gemerkt habe, ist, das ich am liebsten "schwärme" , für die Männer die ich nich kriegen kann. Aber sobald die doch an mir interessiert sind, is das Gefühl nach einer Zeit weg #kratz Dann ekeln die mich soooo sehr an, obwohl ich vor ein paar Wochen noch total heiss war, ihn kennenzulernen bzw was aufzubauen

Ich bin immer richtig erleichtert wenn ER weg ist, und ich wieder auf der Suche sein kann.......

Wie gesagt, du bist nicht allein #liebdrueck

Beitrag von marlene2009 30.04.10 - 19:09 Uhr

Das kenne ich auch... und das ging so lange so, bis ich tatsächlich den Richtigen gefunden hatte.

Leider steckt man ja nicht drin, aber ich habe mir genau die gleichen Gedanken gemacht. Das mit dem Ekel hatte ich auch - teilweise habe ich nach einer gemeinsam verbrachten Nacht sofort das Bett neubezogen und den Kerl um 6 Uhr morgens rausgeschmissen. Da gibt es so einige Geschichten.... Und am Abend vorher habe ich noch überlegt, wie es wäre mit ihm ein Kind zu haben.Völlig gagga. ;-)

Jetzt habe ich meinen Freund 3 Jahre und es ist kein Ende in Sicht. Das Gefühl, ihn loswerden zu wollen kam noch NIE auf. Ich habe mich nicht großartig verändert, also gehe ich einfach mal davon aus, dass es wirklich daran liegt, dass er für mich der perfekte Kerl ist. :-)

Von daher: Augen offen halten da draussen! ;-) Der Richtige kommt bestimmt!

LG
Marlene

Beitrag von .....- 30.04.10 - 09:37 Uhr

Moin,

Ich habe ein Kind von meinem Traummann, leider habe ich es in den Sand gesetzt, aber das ist mir erst ca. 3 oder 4 Jahre später klar geworden.

Ich laufe seitdem von eine Beziehung in die nächste.
Und jedesmal Träume ich sofort von Hochzeit und alles wird sooo toll diesmal.
Nunja, ca. 2 Monaten bis gut einem Jahr hielten alle Beziehungen.
Ehrlich gesagt, habe ich dann so nach 5 Jahren gedacht, es liegt wohl an mir, denn andere finden sich ja auch.

Aber ich bin inzwischen davon überzeugt, das einfach wirklich noch nicht DER Mann dazwischen war, der es eben wirklich fürs Leben ist. Und ich glaube sogar inzwischen, das der Mann irgendwann doch noch auftaucht.

GLG

Beitrag von connie36 30.04.10 - 10:35 Uhr

hi
wenn du schreibst, du hast eine psychische krankheit, und später schreibst du, du willst nicht depressiv werden, ist dann deine krankheit die depression?
dein zustand des verliebtseins, hört sich für mich nach einer manischen phase an, alles ist super, der himmel voller geigen, und man will das ganze drumherum.
und kurz danach ist die phase rum, und man will den kerl nicht mehr.
ich denke schon, das das auch mit dem krankheitsbild zusammenhängt.
hoffe deine psychologin bekommt das in den griff.
lg conny

Beitrag von mysterya 30.04.10 - 10:40 Uhr

Was mir aufällt, ist dass Du so absolut und extrem denkst. Bei Dir scheint es nur hop oder top, hin oder her, toll oder abstoßend, Single oder Heirat und Kinder zu geben. Und ein Partner für dich muss DER richtige sein, also 100% und wenn er das irgendwo irgendwie nicht ist, ist er gleich wieder flasch.

Mädchen wach auf, mit der Einstellung, wirst Du tatsächlich nie eine längere Bindung eingehen können. Es gibt keinen 100% igen Mann, wenn du 80% hast, ist es schon der Highscore im normalen Leben.

Und die Art und Weise wie Du mit deinem Gefühlen umgehst, ist in der Tat Therapie bedürftig. Alles was Du verdrängst, jedes Gefühl, jede Situation holt dich wieder ein und dann noch mächtiger. Verdrängung macht krank und depressiv. Wenn du nicht lernst traurig zu sein, wenn du traurig bist, dich zu freuen, wenn Du dich freust und die Dinge und die Gefühle so zu nehmen wie sie kommen und sie auszuleben und anzunehmen ohne dich an krankhafte absolute Gedanken zu klammern, wirst Du deiner Seele über längere Sicht mächtig schaden.

Mich erinnert, dass auch an das Verhalten als ich 16 war. Allerdings habe ich mich nach meiner letzten längerem Beziehung mächtig auf den Hintern gesetzt, ein Jahr komplett Männerfrei gemacht und einfach mal ordentlich aussortiert in meinem Kopf.

Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass perfekte Männer ins Reich der Märchen gehören, das das Model der Großen Liebe eigentlich nur hinderlich ist für eine funktionierende Partnerschaft und das es beide Seiten unter einen enormen realitätsfernen Druck setzt. Auch ist mir aufgefallen, dass man dazu neigt sich sein Gegenüber als Partner zusammen zu konstruieren. Wenn man verliebt ist, neigt man dazu sich ein perfektes Bild aufzubauen - ein Ideal. Der Mensch der vor dir sitzt, kann das aber nicht erfüllen. Niemand kann das. Und du bist dann enttäuscht. Dabei liegt das Problem nicht umbedingt an dem Mann, sondern viel eher in deinem Kopf.

Der richtige Mann ist jeder potenzielle Partner, der die Eigenschaften mitbringt, die dich entlasten, entspannen und glücklich machen. Es ist jemand bei dem Du dich wohlfühlst und der sich bei dir wohlfühlt. Von Anfang an musst Du dir klar sein, dass Du dich im Zustand des Verliebtseins befindest und dass Du aber eben einen Menschen vor dir hast. Er hat seine Schwächen, er hat seine Fehler, Du findest sie nach und nach heraus und ihr schaut dann eben, ob ihr euch trotzdem mitnander wohl fühlt oder nicht.

Und dann solltest Du mal von der Tor-Schluss-Panik wegkommen. Ja du bist 30...wie schlimm...aber du bist nicht potenziell tot. Es gibt noch jede Menge Single-Männer da draußen und jede Menge potenzielle Partner...die Frage ist nur, ob du Dich weiterhin nur in den Traum vom Märchenprinzen verlieben willst, oder in einen Menschen aus Fleisch und Blut mit allem was so dazu gehört, mit Höhen und Tiefen, aber jemand der dann auch für Dich da ist und Dich so liebt wie Du bist.

Versuchs doch mal, nicht auf eine Beziehung mit den Gedanken: Für immer, Heirat, Kinder, Märchenschloss zuzugehen, sondern lern lieber den Menschen und dich kennen und fühle die Gefühle die du in Gegenwart dieses Menschen hast. Wenn ihr euch miteinander wohlfühlt und euch sehen wollt, werden sich die anderen Dinge von ganz alleine finden. Sei entspannt. Such nicht das Perfekte. Das gibt es nicht und es schadet euch nur. Deswegen muss der Mann nicht weniger toll sein, bloss weil Du weniger idealistische Erwartungen an ihn hast.

Nimm dir am besten eine Auszeit und denk mal bissl nach über Dich und gib deinen Gefühlen mehr Raum. Du solltest psychisch stabil sein, bevor du dich in neue Geflde wagst. Alles andere wäre auch den Männern gegenüber unfair.

Beitrag von sniksnak 30.04.10 - 15:31 Uhr

Sehr schön geschrieben!

... dem ist nichts hinzuzufügen!

Beitrag von elodia1980 30.04.10 - 10:52 Uhr

Hallo,

du solltest einiges in deiner Vergangenheit aufarbeiten, denn dein Verhalten hat Gründe.

Warum hast du Angst vor Nähe?
Warum boykottierst du deine Beziehungen so, dass sie nicht lang halten? Stecken vielleicht Ängste hinter deinem Gefühl von Überdruss, wenn du eine Beziehung beendest? Suchst du vielleicht das Haar in der Suppe bei jedem Mann, um dich eigenen Unzulänglichkeiten nicht stellen zu müssen?
Wer hat dich womit so verletzt, dass du dieses Verhaltensmuster anwendest, um dich vor Enttäuschungen zu schützen?

Du schreibst, das Verhältnis zu deiner Familie ist nicht wirklich harmonisch. In diesem Bereich solltest du mal näher schauen, was vorgefallen ist und wo die Ursachen sein könnten. Viele Menschen, die sich selbst das Leben mit ihrem Verhalten schwer machen, sind einmal tief verletzt worden, oft bereits in der Kindheit oder Jugend. Unbewusst will man sich dann davor bewahren, diese Gefühle wieder erleben zu müssen. Dinge wie vertrauen, loslassen, die Schwächen von jemandem zu akzeptieren, etc. fallen dann oft schwer.

Im Übrigen kann sehr wohl auch deine Krankheit damit zusammenhängen. Bist du in Behandlung?

Dir alles Gute,

E.

Beitrag von ich auch 30.04.10 - 13:53 Uhr

Hallo,

wow, hätte ich so geschrieben haben können!

Ich bin 30 und meine längste Beziehung dauerte knapp 2 Jahre, ich habe eine 1 jährige Tochter!

Ich verliebe mich total schnell, sehe alles rosarot und plane eine Zukunft und dann wenn die ersten tollen Monate vorbei sind, dann fang ich an die Fehler im Prtner zu suchen und ab da geht es nur noch Berg ab.

Ich hab auch schon gesagt das ich Beziehungsunfähig bin!

Ich hoffe ja früher oder später doch mal davon weg zu kommen und mit einem Mann wirklich gemeinsam alt werden zu können.

LG

Beitrag von gut oder nicht gut 30.04.10 - 19:50 Uhr

Hallo und danke erst
mal für eure lieben Worte.

Ich leide an ADHS und bekomme auch Methyphenidat.
Ich war erst heute wieder bei meiner Therapeutin und
auch die sagt das ich emotional sehr durch die Krankheit beeinträchtigt bin und das Verlieben wie eine art Sucht ist und wenn es weg ist dann fühlt man wie bei jeder anderen Sucht eine leere usw. Sie sagt, sie sieht auf jeden Fall noch Hoffnungen und ich muß nur an mir arbeiten, den Verstand rechtzeitig einschalten. Es ist halt schwierig da bei Adhs und auch meinen Depressionen die ich oft habe, der Hormonhaushalt eh schon gestört genug ist. Ich muß lernen mich so zu akzeptieren, mir Ziele machen wie ich mein Leben weiter leben möchte.

Naja, ich werd die nächste Zeit alleine mal intensiv nutzen um mich mit mir zu beschäftigen.

Danke euch allen!