HILFE Trennung vom Kindsvater ALGII, neue Stadt

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von abcde12345 30.04.10 - 11:31 Uhr

Guten Tag,

ich habe ein Problem und wüsste gerne, ob und wie ich Hilfe bekommen könnte.

Ich wohne noch mit dem Kindsvater zusammen, möchte mich aber aus verschiedenen Gründen von ihm trennen
- wir streiten uns nur noch
- ich liebe ihn nicht mehr
- und der wichtigste Grund: ich habe Angst um meine Kinder. Er neigt zur Gewalt (körperlich wie seelisch), packt sie härter an, beleidigt sie, schreit sie ohne Grund an und gestern hat er das erste Mal die Große einen auf den Hintern gegeben.

Das kann ich nicht verantworten und deshalb möchte ich hier weg.

Ich bekomme aber momentan ergänzendes ALGII. Ich möchte auch nicht in der Stadt bleiben, sondern in die Stadt zurück wo meine beste Freundin und mein bester Freund wohnen. In der Stadt habe ich auch meine Ausbildung gemacht.
In meinem jetztigen Wohnort kenne ich nur seine Familie und seine Freunde. Eigene Freunde habe ich hier nicht.

Ich habe mich schon an eine Beratungsstelle für Frauen gewandt (schon vor ein paar Wochen), aber ich werde immer vertröstet.

Ich bräuchte allerdings Unterstützung für den Umzug (Transporter, Renovierung, evtl. Mietkaution).
Ersparnisse gibt es soweit nicht (wurden vor ein paar Monate von ihm verprasst).

Wie sieht das mit der Wohnung hier aus, wenn ich mit meinen Kindern ausziehe? Wir stehen beide im Mietvertrag. Alleine finanzieren kann er sie nicht. Er würde auch kein ALGII erhalten (Ausbildung).
Wir dann der Teil für mich und den Kindern bis zur Mietbeendigung gezahlt? Das wäre ja der 31.07.2010, wenn ich/wir jetzt Anfang Mai kündigen würde/n.

Wie gehe ich es am besten an?
Welche Anträge muss ich wo stellen?
Ich werde wohl auch noch ein Bett und einen Kleiderschrank für mich und eine Küche benötigen. Alles andere ist vorhanden. Eine Wohnung hätte ich evtl schon in Aussicht. Der Wunsch auszuziehen besteht ja schon länger, ich habe halt nur vorgehabt, etwas Geld zu sparen, damit ich die Umzugskosten decken kann. Aber die Umstände hier erlauben nicht mehr, dass ich warte.

Und was würde passieren, wenn ich mit einer weiteren Person zusammen ziehen möchte? Macht das einen Unterschied?
Aus privaten (körperlich und seelisch) Gründen möchte ich ungern mit den Kindern alleine wohnen. Es gäbe da auch jemanden, der mich unterstützen würde.


Bitte helft mir, die Unsicherheit macht mich wahnsinnig.


Vielen lieben Dank
angel

Beitrag von mirabelle 30.04.10 - 11:56 Uhr

Die erste und wichtigste Frage ist: Habt ihr gemeinsammes Sorgerecht? Wenn ja, mußt Du für jeden Umzug der weiter weg geht als +/- 50 km die schriftliche Zustimmung deines Mannes haben.

Einzige Ausnahme: Du nimmst eine Arbeit in der neuen Stadt an, die Du nachweislich nicht am bisherigen Wohnort finden konntest.
Das ist ja bei Dir nicht der Fall.

Hast Du die Zustimmung, dann würde ich mich an die zukünftige ARGE wenden. Die erklären Dir genau worauf Du achten mußt.

Eine WG wird schwierig nachzuweisen sein. Es wird mit Sicherheit Kontrollbesuche vom Amt geben, ob ihr nicht doch eine Bedarfsgemeinschaft seit. Villeicht kann Dein behandelnder Arzt Dir auch ein entsprechendes Attest ausstellen.

Aber Vorsicht, ein solches Attest, besonders wenn die Begründung eine Angststörung ist kann von deinem Nochmann negativ für Dich ausgelegt werden. Das ist so kniffelig, das ich mich nicht auf ein Frauenberatungszentrum wenden würde, sondern nur an einen Fachanwalt. es könnte sogar sein, das Deine Erziehungsfähigkeit wegen Krankheit von dem KV in Frage gestellt würde.

Zu Deinem Mann: Sind die körperlichen, gewaltätigen Übergriffe dokumentiert - d.-H. hast Du immer die Polizei gerufen und ihn angezeigt? Wenn nicht dann haben sie - juristisch gesehen - nie stattgefunden. Denn Du hast keinen Beweis, sein Wort stehet gegen Deines.

Du hast jetzt erst mal eine ganze Menge Hausaufgaben, bevor Du überhaupt über Umzugsspeditionen und Möbel nachdenken kannst.

M.

Beitrag von abcde12345 30.04.10 - 12:13 Uhr

Hallo,

ja wir haben das gemeinsame Sorgerecht. Aber ich denke der Umzug dürfte kein Problem sein. Ich habe schon vorher mit ihm darüber gesprochen, dass - falls es zu einer Trennung kommt - ich gerne wieder umziehen möchte. Er konnte mich zumindest bislang verstehen und versprach mir, mir keine Steine in den Weg zu legen. Aber ob es dann immer noch so ist, wenn es dazu kommt, ist die Frage.

Von mir aus können der neue Mitbewohner und ich auch als Bedarfsgemeinschaft gelten. Mir ist es egal, hauptsache ich komme hier weg.

Es haben ja NOCH keine gewalttätigen Übergriffe auf mich oder meine Kinder stattgefunden.

Aber ich merke halt, wie er immer mehr mit der Situation überfordert ist. Und bevor es dazu kommt, möchte ich hier halt weg. Mit härter Anpacken meine ich: zum Beispiel am Arm packen und mitziehen. Extra stark hinsetzen, so dass es weh tun muss und halt gestern das erste Mal einen auf den Hintern.
Zumindest war es das erste Mal, dass ich es gesehen habe.

Mit seelischer Gewalt meine ich Beleidigungen und Beschimpfungen.

Trotzdem danke, dass du mir helfen wolltest / hast.

Lieben Gruß
Angel

Beitrag von mirabelle 30.04.10 - 12:19 Uhr

Von mir aus können der neue Mitbewohner und ich auch als Bedarfsgemeinschaft gelten. Mir ist es egal, hauptsache ich komme hier weg.

Nein das ist nicht egal: Wenn der neue Mitbewohner nämlich zu viel verdient siehst Du von der ARGE keinen müden Cent für den Umzug. Geschweige denn Geld für Miete oder den Lebensunterhalt.

Und willst Du wirklich von einer Abhänigkeit in die Nächste stolpern???

M.

Beitrag von abcde12345 30.04.10 - 12:23 Uhr

Da er selbst ergänzendes ALGII erhält, dürfte das doch hoffentlich nicht zum Problem werden, oder?

Beitrag von mirabelle 30.04.10 - 12:37 Uhr

Das würde ich vorher (!!!!) sehr ausführlich mit der zukünftigen ARGE klären. Besonders im Hinblick auf die Umzugskosten und Möbel.

Und bevor Du eine Klärung bekommst brauchst Du die schriftliche Zustimmung des KV für dem Umzug. Denn die zukünftige ARGE wird Dir keinen Umzug bewilligen und finanzieren, wenn die Gefahr besteht das dieser Rückangewickelt werden muß

Das ist alles nicht ganz so einfach

M.

Beitrag von abcde12345 30.04.10 - 13:10 Uhr

Danke für die Antworten.

Ich merk das schon. Aber nicht so einfach heisst ja im Endeffekt nicht "unmöglich".

Lieben Gruß
angel

Beitrag von mirabelle 30.04.10 - 13:25 Uhr

Nein, es heißt nicht "unmöglich" aber Du mußt Dich sehr sehr gut informieren.

Wie gesagt , nimm Dir einen Anwalt.
Viel Glück

M.

Beitrag von windsbraut69 30.04.10 - 15:20 Uhr

Ja, besteht denn keinerlei "Gefahr", dass er irgendwann mal aus dem Bezug herauskommt in absehbarer Zeit?

Beitrag von windsbraut69 30.04.10 - 15:15 Uhr

"Von mir aus können der neue Mitbewohner und ich auch als Bedarfsgemeinschaft gelten. Mir ist es egal, hauptsache ich komme hier weg. "

Ist es Deinem "Mitbewohner" auch egal, dass er finanziell dann für Dich mit aufkommen muß?

Gruß,

W

Beitrag von abcde12345 30.04.10 - 17:57 Uhr

Hallo,

ich antworte dir mal hier.

Ja, es ist im "egal". Er ist mein bester Freund und will mir einfach nur helfen.
Ihm sind die Konsequenzen allesamt bewusst. Aber aufgrund unseres Werdeganges wäre es wahrscheinlicher und sinniger, dass ich mir vorangig Vollzeitarbeit suche. Und genau das war schon immer mein Vorhaben.

In meiner Heimatstadt habe ich bessere Betreuungsmöglichkeiten für meine Kinder (diese habe ich hier nicht (eher ländlich)) und ich könnte unter Umständen bei meinem alten Arbeitgeber anfangen. Als ich damals ausgeschieden bin, wurde es mir jedenfalls so gesagt. Ob es jetzt auch noch der Fall sein dürfte, müsste ich in Erfahrung bringen.

Wir wollen beide nicht jahrelang vom Staat abhängig sein, nur ich muss hier halt raus und das geht nur mit finanzieller Unterstützung.

Wie gesagt, ich hatte mir schon etwas Geld für das nötigste zur Seite gelegt. Aber das wurde von ihm gefunden und ausgegeben.

Ich will es meinen Kindern aber nicht zumuten noch Monate in diesen Zuständen zu leben. Daher suche ich nach einer Möglichkeit möglichst kurzfristig auszuziehen. Der Umzug selbst dürfte auch nicht das Problem sein, aber alle Wohnungen, die für uns in Frage kommen, sind gänzlich unrenoviert. Es sind weder Bodenbeläge vorhanden noch Tapeten an den Wänden. Wir haben auch nicht das volle Budget der ARGE ausgeschöpft.
Preislich liegen wir jetzt sogar noch unter dem Höchstsatz für 3 Personen und wir wären 4.

Es geht nicht darum Hunderte von Euros von der ARGE zu bekommen, sondern lediglich das nötigste, meinetwegen auch als Darlehen.

Lieben Gruß
angel