Mal Frust abladen muss!

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von julia.hufnagel 30.04.10 - 13:40 Uhr


Hallo ihr Lieben!

Ich weiß weder ein noch aus.
Vielleicht sollte ich von vorne beginnen.

Ich bin mit meinem Mann seit 6 Jahren zusammen (seit 2008 verheiratet).
Zuerst war das Verhältnis zu meinem Schwiegervater sehr gut, ziemlich vertraut und ich war froh, dass wir uns so prima verstehen.
Er hat schon immer gerne auf Familienfesten einen getrunken und das nicht gerade zu knapp.
Die Großeltern und mein Schwiegervater teilen sich ein Haus, dass von uns ca. 300km entfernt liegt.
Wir besuchen sie zu Geburtstagen oder mal ein verlängertes Wochenende, es war auch immer schön.

Doch vor 2 Jahren kam die Wendung:
Er hat zwar noch öffentlich am Tisch getrunken, doch er wurde zunehmend aggressiver, verständnisloser, ich-bezogener.
Da ist uns aufgefallen, dass es 2 Flaschen gibt (Klarer), eine auf dem Tisch und eine im Kühlschrank, immer wenn er reingegangen ist, auf die Toilette oder sonst wohin, hat er die Flasche angesetzt und daraus getrunken.

Wir waren zum Geburtstag meines Mannes dort und haben reingefeiert, der Schwiegervater hat den Abend nach der oben genannten Methode verbracht, eine hier, eine da.
Am nächsten Tag, dem eigentlichen Geburtstag, hat er den ganzen Tag im Bett verbracht, hat sich nicht blicken lassen und immer wieder gesagt, als er kurz aus der Wohnung in den Garten kam: "Ich hab die gaaaaanze Nacht kein Auge zugemacht, ich muss unbedingt schlafen!"
Mein Mann war sehr enttäuscht.

Als wir wieder zu Hause waren, hat er mehrere Male betrunken angerufen und wir haben kein Wort verstanden, als mein Mann ihm dann sagte, "HÖR AUF hier betrunken anzurufen!", meinte sein Vater nur, dass würde an der Leitung liegen und er wäre ja nur müde, so nach dem Motto: Wie könnt ihr mir unterstellen am hellichten Tage betrunken zu sein.

Die nächsten Fahrten dorthin wurden zur Qual, die Gästezimmer in denen wir übernachtet haben, wurden immer dreckiger, die Bettwäsche begann nach Urin zu stinken, er wurde immer fetter und ungepflegter.
Hat sich nicht geduscht, die Zähne nicht geputzt, NICHTS!

Dazu kommt noch, dass er immer wieder versucht hat mich zu provozieren, mich aus der Reserve zu locken.
Ich muss dazu sagen, ich bin jemand, der seine Meinung direkt und gnadenlos vertritt.
Und ich schmiere niemanden Honig um den Bart und rede keinem nach dem Mund.

Das war für ihn der absolute Grund mich zu hassen, er beschimpfte mich als arrogantes, egoistisches Miststück, sein Sohn sollte mir mal 'ne Tracht Prügel verpassen, damit ich besser spure, ich hätte ein dickes "Maul", wäre frech und eine Schlampe, die er weder lieben noch akzeptieren müsse.

Jedes Mal habe ich mich auf geistiger Ebene mit ihm duelliert und jedes Mal ist er danach reingegangen, hat sich die Flasche an Hals gesetzt und einen großen Schluck genommen. Er konnte sich argumentativ nicht wehren, sondern fing gleich mit Beschimpfungen an.

Ein Beispiel:
Er: "Ich habe bei der Maßnahme der Arbeitsagentur so'n Psycho-Test gemacht und ich war so erstaunt darüber, was ich eigentlich für ein Mensch bin, da gibts Seiten an mir, die kenne ich noch gar nicht!"

Ich: "Du schenkst doch nicht ernsthaft einem solchem Test Glauben, ich weiß, dass ich mir wesentlich mehr wert bin und mich besser kenne, als auf den 2 Blatt Papier steht!"

Er: "Du bist einfach nur ein dummes, arrogantes Miststück!"

Ich: "Was hat denn das damit zu tun, nur weil ich mich besser kenne und mir kein Psycho-Test sagen muss, wer ich bin?!"

Er dreht sich rum und geht zum Kühlschrank.

Dieser Test bescheinigte ihm ein loyaler, konfliktfähiger, sensibler Mensch zu sein, Seiten die er nicht an sich kennt.
HALLO??? Er ist ja mit seinen 51 Jahren so lebensweise, dass ihm keiner 'n X für'n U vormacht.
Sein Lieblingsspruch: "Komm du erst mal in MEIN Alter, dann reden wir weiter!"

Er hält sich für was besseres.

Mittlerweile ist er soweit, dass er seine Eltern und seine Tochter (die dort im selben Ort wohnt) beklaut um seinen Suff zu finanzieren.
Er hat seinen Vater "entmündigen" lassen, um besser an die Kohle zu kommen. Wir fechten gegen das so genannte Betreuungsrecht gerade an.

Als wir das letzte Mal da waren, habe ich kein Wort mit ihm gewechselt, das war vor 4 Wochen an dem 75. Geburtstag der Oma.
Wir waren das erste Mal mit unserem Sohn da, der im Dezember 2009 geboren worden ist.
Glaubt ihr, er hat sich einen Dreck um ihn geschert?

Erst als alle Leute da waren, da meinte er den treusorgenden Großvater spielen zu müssen, aber mein Mann hat ihm da gleich vor allen den Gar aus gemacht.

Jetzt hat er sich bei der Oma und meiner Schwägerin ausgeheult:
"Die Schlampe nimmt mir meinen Sohn weg! Mein Großer würde nie so sein, dass kommt alles nur von der dummen Schlampe!"

Jetzt ist es auch bei meinem Mann vorbei.
Er interessiert sich nicht dafür, ob sein Vater nun einen alkoholinduzierten Diabetes hat, eine Fettleber hat (aber das sei ja für Ossis normal!).

Der Schwiegervater kennt nur sich selbst, sieht die Splitter in den Augen anderer, aber den Balken im eigenen Auge nicht.
Er ist nicht alkoholabhängig, er trinkt nur jeden Tag 2-3 Flaschen.

Als mein Großvater letztes Jahr im November 2 Wochen vor der Entbindung gestorben ist, wollten wir mit niemanden reden, niemanden sehen und nur mit meiner Familie zusammen sein.

Der SchwieVa hat sich beschwert, warum wir nicht angerufen haben, ich bin doch schließlich seine Schwiegertochter, er hätte gerne alles aus erster Hand erfahren.
Da hat mein Mann nur gesagt: "Wenn du jetzt keine tröstenden Wort findest, hättest du sich auch nicht am Todestag gefunden! Was wolltest du hören, wie es ihr geht? Wie geht es denn jemanden der seinen Vaterersatz verloren hat?"

Es gibt noch so unzählig viele Sachen, die mich aufregen, dich mich fertig machen.
Er ist 300km weit weg und trotzem sitzt er jeden Tag bei uns im Wohnzimmer.

Ich kann einfach nicht mehr, obwohl der Kontakt nicht mehr da ist.
Wie respektlos er mit seinen Mitmenschen umgeht, ist mir unbegreiflich.

Er ruft hier an, wir gehen aber nicht ans Telefon.

Habt ihr vielleicht Tipps wie man mit einer solchen Situation umgehen kann?
Bewältigungsstrategien?


Danke fürs Lesen, ist wahrscheinlich sehr verworren, musste es aber einfach mal abladen!

LG!

Julia (mit schlafendem Noah *09.12.09)

Beitrag von scrollan01 30.04.10 - 14:03 Uhr

Wenn ihr die Familie sehen wollt ohne ihn, dann übernachtet im Hotel so seid ihr unabhängig. Oder schlaft bei anderen Verwandten!

Ihn würde ich umgehen!

Ich würde gar keinen Kontakt mehr zulassen, denn mit Alkoholikern ist nicht zu spaßen - die können einen psych. fertig machen!

Aber: was hat das mit Ossi zu tun? Ich hatte sowas in der Familie und wir sind aus NRW ...

Beitrag von julia.hufnagel 30.04.10 - 14:12 Uhr

Vor einem Jahr wurde eine Fettleber diagnostiziert.

Seine Version:

Der Arzt sagte, dass es völlig normal für jemand der in der ehemaligen DDR gelebt hat. Das ungesunde Essen usw.

Also: Für einen Ossi ist eine Fettleber etwas völlig alltägliches, normales.

Wir schlafen bei der Schwester, wenn wir die Großeltern besuchen.
Dort schlafe ich mit meinem Kind sicherlich nicht mehr!

Danke für deine schnelle Antwort!
Und vor allem fürs Lesen!

LG!
Julia

Beitrag von pizza-hawaii 30.04.10 - 15:55 Uhr

Dir ist aber schon klar das Dein SV Krank ist? Das Ihr ihm bei seinem sozialen Abstieg durch die Sucht mehrere Jahre lang zugeguckt habt?

Du schreibst gar nicht ob Ihr mal Hilfe angeboten habt?

Ich versteh nicht warum Du Dich über sein Verhalten aufregst das sich offensichtlich aufgrund der Suchterkrankung verändert hat!

Ihr habt zwei Möglichkeiten:

1. Hilfe anbieten und gucken was passiert
2. Kontakt abbrechen


pizza

Beitrag von julia.hufnagel 30.04.10 - 16:45 Uhr

Er ist davon überzeugt, nicht alkoholkrank zu sein.

Wieso sollte er da also Hilfe brauchen?

Wir haben ihn schön öfter drauf hingewiesen, selbst sein bester Freund hat ihn ins Gebet genommen!

Wir haben den Kontakt schon abgebrochen, steht auch obem im Text.

Beitrag von pizza-hawaii 30.04.10 - 16:59 Uhr

Man möge mir verzeihen das ich einen Satz überlesen habe #augen

Beitrag von julia.hufnagel 03.05.10 - 21:38 Uhr

Na gut :-D

Aber nur weil Du es bist :)

Beitrag von linagilmore80 30.04.10 - 16:49 Uhr

Mach' Dir mal bitte eins klar: Einem Süchtigen kannst Du nicht helfen, wenn er nicht einsieht, dass er ein Problem hat und Hilfe braucht.
Mein Bruder war Drogenabhängig, ich vermute er ist es immer noch. Aber ich werde mich nicht von ihn in seinen Suff hineinziehen lassen.

Ich würde mich immer für Kontakt abrechen entscheiden, denn man hat immer die Möglichkeit gegen Drogen und Alkohol zu entscheiden. Jeder der es nicht schafft, ist in meinen Augen ein Schwächling.

Lina

Beitrag von pizza-hawaii 30.04.10 - 16:58 Uhr

Das ist mir schon klar, aber ICH würde den Kontakt nie abbrechen ohne nicht wenigstens einmal Hilfe angeboten zu haben!

Wenn man Süchtigen generell nie helfen könnte, würde es ja nicht so viele Angebote für Süchtige geben.
Da aber aus dem Text nicht klar hervorging ob sie das getan haben, hab ich halt geschrieben das es eine Möglichkeit wäre!