ich weiß nicht mehr weiter

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von teddy-baer08 30.04.10 - 21:16 Uhr

Guten Abend!

Ich möchte mir gerne hier mal meine Sorgen von der Seele schreiben, mit der Hoffnung ganz viele Meinungen zu bekommen.
Unsere Tochter ist in der 2. Klasse und hat mal wieder eine ganz schlimme Phase gerade. Wir wissen echt nicht mehr weiter. Als kleines Kind hatten wir im Kiga Auffälligkeiten, da sie sich nicht integrieren konnte und auffiel.
Jetzt in der Schule geht das ganze weiter. Auf Empfehlungen haben wir sämtliche Ärzte durch, immer ohne eindeutigen Befund (Kinderazt, Kinderneurologe, HNO-Arzt, Schülerhilfe,....). Wir haben mit ihr dann ein psychosom. Sport gemacht -> dort hatte sie keine Lust und ist nur mit Trotz mit hingegangen
Uns wurde jetzt eine Lerntherapie empfohlen, die wir demnächst starten werden. Ich hoffe sehr, daß uns dort geholfen wird.

Wir sind völlig am Ende. Sie will immer nur ihr Ding durchziehen, alles andere wird lautstark und beleidigend nicht akzeptiert. Alle müssen immer alles so machen, wie sie es will.
Sie ist so voller Aggressionen und lügt so viel. Es macht mich so traurig. Fast täglich lügt sie und biegt alles so zurecht, wie sie es möchte.

Wir kommen überhaupt nicht mehr an sie ran. Selbst wenn der Tag wunderschön war, wir viel miteinander gemacht haben, kommt irgendwann wieder diese schlimme Phase und es artet aus. Mittlerweile hat sie sich es auch sogar bei ihren Großeltern verscherzt und darf dort erst einmal nicht mehr hinkommen, da sie sich dort unmöglich benommen hat.

Ich bin oft traurig und weiß mir keinen Rat mehr, aber so kann es nicht weitergehen. Uns wurde geraten den Druck von allen Seiten rauszunehmen, aber auch so ist keine Besserung in Sicht.

LG

Beitrag von hanni123 30.04.10 - 22:05 Uhr

Huhu,

das hört sich wirklich sehr belastend an. Was ist denn mit Kinder*psychologe*, wart ihr da schon?
Mit Deiner Info kann man da (und als Laie eh nicht) nicht so viel dazu sagen, das kann ja alle möglichen Ursachen haben.
Konnte man denn etwas organisches finden, oder gehen die Meinungen eher in ein reines "Verhaltensproblem"?
Was sagt denn Deine Tochter, warum sie sich so benimmt?

LG

Hanna

Beitrag von teddy-baer08 30.04.10 - 22:38 Uhr

Danke Dir.
Sämtliche Tests (Intelligenz, Hör, Sehtest) waren unauffällig. Es fiel nur auf,daß sie schnell keine Lust/Ehrgeiz hatte und froh war, wenn es zu Ende war.

Sie selber zuckt immer nur mit den Schultern, wenn man mit ihr über vorgefallene Sachen spricht und weiß es nicht.

Wir kommen überhaupt nicht an sie ran. Das macht mich fertig und traurig. Ich fühle mich so leer und manchmal denke ich versagt zu haben in der Erziehung.
Bei anderen sieht alles immer so liebevoll und harmonisch aus.

LG

Beitrag von 3erclan 01.05.10 - 13:11 Uhr

Hallo

meine ist auch in der 2.Klasse.
Sie ist vom Verhalten auch sehr auffällig und traut sich nichts zu.Wir haben jetzt ganz viele Tests gemacht und seitdem wir wissen was sie hat und wie wir sie behandeln bzw ihr helfen können geht es ihr viel besser und mir damit auch.

Sie steht sich selber im Weg.Seit heute gehen wir alle 14 Tage zum Reiten usw..

Kannst dich gerne noch melden

lg

Beitrag von lisasimpson 30.04.10 - 23:35 Uhr

hm- du schreibst leider wenig genaues.
Ich lese raus, daß es um ein problem der intergation geht, ein problem damit , das deine tochter sich nicht unterordnen möchte und daß sie aggressiv reagiert, sowie daß ihr einanders verständis von Wahrheit habt.

Ich bin kein freund von "therapie- hopping" kann allerdings eure sorge verstehen und auch den wunsch ihr zu helfen, egal mit was.

Ich kann dir vielleicht auf die schnelle zwei sachen raten:
1. jemande naufzusuchen, der vielleicht deine sicht etwas erweitern kann (als weiter einzuschmälern auf "lerntherapie", "lügt und biegtalles zurecht"- ich kan ndir dazu jemanden empfeheln ,dr eien systemische ausbildung hat.
also einen familientherapeuten, einen systemischen beater eienr beratungsstelle o.ä.

2. vielleicht slebst ds ein oder ander mal zu versuchen eine ander sicht der dinge einzunehmen.
Ich kann dir dazu vielleicht hermann hesse empfehlen (im besonderen "eigensinn macht spaß"), aber auch die beschäftigung mit dem Konstruktivismus.
Das, was für dich wahr ist, muß es nicht für deine tochter sein. wen ndu das gefühl hast, sie "biegt die wahrheit" zurecht, gehst du ja davon aus, daß du die "wahrheit" kennst.
Aber leider ists mit der Wahrnheit und dem "hinbiegen" so´ne sache.

Ob fruchtzwerge "wirklich" gesund sind, weil sie "nur die süße aus früchten" haben, ob nun spinat gesund ist weil er angeblich so viel eisen enthält, ob verrückte "wirklich" verrrückt sind (wie ich heute in einem andern thread gepostet habe: http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenhan-Experiment), ob jesus wirklich gen himmel gefahren ist, was mit eine muslimin sagen will, wenn sie ohne kopftuch das haus nicht verläßt, ob es Gotteslästerlich ist, wenn jemand Karikaturen in dänemark veröffentlicht, ob es sinnvoll ist sein kind gegen windopcken zu impfen oder ob es bigott ist Krieg im Irak zu führen, um Freiheit und demokratie zu etabilieren während man gleichzeitig folterstätten betreibt und menschen ihre grundrechte entzieht ....

nun ja- ob das alles WIRKLICH so ist, oder ob wir Wirklichkeit so genau nicht fassen können und daher genötigt sind uns eine Konstruktion von Wahrheit zu schaffen, (die leider nicht immer mit allen anderen übereinstimmt)- das gilt es vielleicht zumindest mal zu überlegen.

Ansonsten haben ich hier heute zum thema "lügen" folgendes geschrieben:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=21&pid=16562716

Alles Liebe
lisasimpson