ist das wirklich normal??

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von krisi79 01.05.10 - 13:51 Uhr

Hallo Ihr LIeben,

es geht um unseren großen Sohn Finn. Er entwickelt immer mehr "Ticks", jedenfalls nennen wir es so ;0) ich gebe euch mal ein paar Beispiele:
- er möchte im Fahrstuhl nicht mehr auf den Knopf drücken, weil er angst hat jemand könnte gleichzeitig drücken #kratz

- Wir wohnen im 5.Stock und der Fahrstuhl geht direkt in die Wohnung und muss vorher aufgeschlossen werden, hat er immer super gerne gemacht und hilft mir damit ungemein, jetzt hat er auch angst weil es an der Haustür klingeln könnte. Der ´FS geht direkt in die Wohung.

- alle Telefone müssen abends im Wohnzimmer liegen und er fragt 100 x nach ob sie auch wirklich da liegen.


- wenn er zb zur Toilette geht möchte er das immer jemand mitkommt, weil er angst hat das Licht könnte ausgehen.

ich weiß, dass in dem Alter Ängste ganz normal sind, aber so ein Ausmaß?
Er musste in den letzten Monaten aber auch sehr viel wegstecken, er ist im November Bruder geworden. Er liebt seinen kleinen Bruder sehr und er ist auch überhaupt nicht eifersüchtig. Der größte Schritt war aber unser Umzug nach Italien vor 2 Monaten. Eine ganz neue Welt, der Abschied von HH und seinen FReunden und von der neuen Sprache ganz zu schweigen. Er hat zu Beginn sehr getrotzt, was wir aber verstanden haben und mit Liebe und Konsequenz reagierten. Aber wie gehen wir mit den "Ticks" um? Auf alles eingehen, dann haben wir die Befürchtung, dass immer neue kommen. Uns durchsetzen? Wilkl ihn doch nicht brechen.... im Moment ist es sehr schwierig, weil durch solche Ängste sein ganzes Wesen anders ist. Muss dazu sagen das solche Anwandlungen auch in HH anfingen und nicht erst in Italien anfingen, aber diese Dimension ist ganz neu.

Hatten eure KIds das auch? Was habt ihr gemacht? Bin über jeden Tipp dankbar.

Liebe Grüße aus bella italia
Krisi + Finn (25.05.05)

Beitrag von 3erclan 01.05.10 - 14:00 Uhr

Hallo

evlt braucht er wieder Sicherheiten.

Fremde Umgebung,fremde sprache,....dann noch Bruder das war ihm evlt zu viel auf einmal

Macht seine Sicherheiten zusamemn und mach kein großes TAra drumrum dann regelt es sich evlt wieder normal ein.

lg

Beitrag von cori0815 01.05.10 - 14:43 Uhr

Ja klar sind solche "Ticks" komisch und sicher nicht alltäglich. Aber ich glaube, du hast dir die Antwort schon selbst gegeben: er hat in letzter Zeit ziemlich viel Neuland erforschen müssen und sucht sich nun Dinge, auf die er sich verlassen kann.

Ich glaube, ich wäre auch ein bisschen genervt und besorgt, aber wenn du ihm das zeigst, wird es ihn noch mehr verunsichern.

Darum gib alles, um so zu tun, als wäre alles ganz normal. Tu so, als wäre es halt ganz normal, dass Telefone irgendwo liegen müssen und sie halt auch dort liegen können, wo er sie gern haben möchte. Und wenn sie mal nicht dort liegen (und das können sie ruhig mal), dann sag ganz ruhig " siehste, nun lags nicht dort, wo es sonst lag, aber das war auch in Ordnung." Und dann geht der Tag einfach weiter....

Ich denke, es wird sich mit der Zeit einfach von selbst wieder geben. Mein Sohn hat auch immer mal wieder so Tage/Wochen, in denen er solche "Ticks" hat, ich nenne es immer "autistische Züge". Dann müssen auch gern mal bestimmte Autos in einem bestimmten Winkel zum Bettpfosten stehen und seine Hausschuhe spitz zueinander genau mittig vorm Kopfende stehen und solche Scherze.
Ich muss mich dann auch schon sehr zusammennehmen, um nix zu sagen. Denn ich bin eher nicht so sehr ordnungsliebend. Aber so sind sie nunmal, die lieben Kleinen.

LG
cori

Beitrag von fritzeline 01.05.10 - 14:59 Uhr

Wie argumentiert er denn? Ich meine, was soll passieren, wenn jemand gleichzeitig den Knopf drückt oder an der Haustür klingelt? Vielleicht kannst du ihm die Ängste nehmen, indem du sie ernsthaft mit ihm besprichst.

Bei meinem funktioniert das mit Ängsten wie z.B. der, dass nachts ein Dieb kommt. Ich erzähle ihm, was wir dann machen würden wenn wirklich ein Dieb käme (was ja praktisch unmöglich ist, da wir einen Hund haben ;-)) und er ist soweit beruhigt. (Aber die Frage kommt doch alle paar Abende wieder und muss wieder neu geklärt werden.)

Oder ihr übt die entsprechenden Situationen? Dass dein Mann an der Haustür klingelt während ihr den FS aufschließt. Damit er sieht, das nichts passiert.

Ansonsten würde ich auch sagen, möglichst wenig Bohei darum machen. Nicht ignorieren, aber hinnehmen. Weiß ja nicht, welche Strategie bei deinem Kleinen am angebrachtesten ist.

Generell dürfte es ihm wohl um Sicherheit gehen und die "Ticks" sind nur Projektionen von Ängsten die sich auf eine stark veränderte Umgebung (=Unsicherheit im Zurechtfinden) beziehen. Je sicherer er sich in dieser neuen Situation fühlen wird, umso eher werden diese Ängste verschwinden, schätze ich.

LG, f

Beitrag von froehlich 01.05.10 - 23:46 Uhr

Lass ihn ruhig....das gibt sich wieder. Unser großer Sohn (jetzt 6) hatte auch lange Zeit solche "Ticks", wie Du sie nennst - und zwar durchaus massiv (kenne solche Geschichten, wie Du sie beschreibst haargenau!)..... . Bei uns hatten sie, denke ich, ebenso wie bei Euch mit vielen Umbruchsituationen zu tun (wir haben jahrelang im Ausland gelebt, erst in Uganda, dann in Vietnam, war viel Wechsel für den kleinen Kerl). Wir haben's (so gut es ging) mitgespielt, nicht viel Aufhebens darum gemacht und ihn einfach aufgefangen.... . Irgendwann war's dann vorbei. Habt Geduld!

LG