Als Mutter loslassen können

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von himmelweit 01.05.10 - 22:02 Uhr

Hallo

es wird ja immer viel darüber geschrieben, wie man seinem Kind den Eintritt in den Kiga erleichtern kann, aber wie sieht das aus, wenn es der Mutter schwerfällt...
Unser Großer wird im Oktober 3 und wird ab August in eine Eingewöhnungsgruppe für 2 stunden 2x die Woche gehen. Mir fällt es schwer, ihn loszulassen, ihn in die Obhut der Erzieherinnen zu geben. Habt ihr Tipps für mich, wie ich lernen kann, damit besser zurechtzukommen?

lg,
himmelweit

Beitrag von schnullabagge 01.05.10 - 22:11 Uhr

Hallo!
Kenn ich auch :-) Habe damals zu Hause gesessen und nur geheult. Das war schrecklich. Aber ich habe auch darüber gesprochen.
Sag ihm auf dene Fall wie sehr du dich für ihn freust, dass er mit den anderen Kindern spielen kann, aber dass du auch traurig bist.
Tipps kann man nicht so richtig geben glaub ich. Man kommt in der Situation ja auch erst richtig an, wenn sie da ist. Dann kann man darin aufgehen und reagieren, bzw. damit umgehen.
Es dauert ein bisschen, sie loszulassen, aber wenn du es geschafft hast, dann bist du stolz auf dich und deinen Sohn.

(Als meine Tochter nun gelernt hat zu Laufen hat es etwa eine Woche gedauert, bis ich sie "los"laufen lassen konnte. Sie war doch eigentlich noch mein Baby!)

LG Steffi

Du schaffst das schon!

Beitrag von fritzeline 01.05.10 - 22:39 Uhr

Warum soll sie sagen dass sie "auch traurig" ist? Finde ich ziemlich kontraproduktiv. #kratz

Der Eintritt in den Kindergarten, dieser erste richtige Schritt in die Selbständigkeit sollte eigentlich nichts sein, worüber eine Mutter traurig sein müsste. "Ich bin stolz auf dich" finde ich angebrachter.

"Ich freue mich schon darauf, dich nachher wieder in den Arm zu nehmen" - sowas sage ich meinem öfters mal, wenn ich ihn in seiner Kiga-Gruppe lasse (einmal die Woche)

Und dass ich "endlich" in Ruhe was bestimmtes erledigen kann, wenn er dort ist. Quasi ihm das auch als Notwendigkeit verkaufen.

Als Tipp könnte ich noch aus meiner jüngsten Erfahrung berichten: Mir fiel es die ersten Male fast schwerer als meinem Sohn - und er ist schon echt schüchtern bei Fremden. Ich bin zuhause rumgetigert bis die zwei Stunden vorbei waren und hab jede Minute auf die Uhr geschaut. Er kam beim Abholen vom Toben verschwitzt und fröhlich-aufgeregt auf mich zugerannt und meinte, dass es nur ganz kurz war.... und das obwohl er beim Abschied geweint hatte.

Kurzum, also jetzt der Tip ;-) : Im Hinterkopf behalten, dass es auch die eigenen Projektionen sind, die dann dem Kind das Loslassen unnötig schwerer machen.

Beitrag von schnullabagge 01.05.10 - 23:02 Uhr

Hallo!
Das "auch" war ja nicht auf das Kind bezogen. Sorry, wenn das so rüber kam. Aber das Kind merkt doch sowieso, was mit der Mutter los ist. Da darf man doch auch sagen, dass man traurig ist, wenn man das Kind ziehen lässt.

Hier ging es doch um das Loslassen der Mutter und nicht des erleichternden Einstiegs des Kindes in den Kindergarten?!

LG Steffi

Beitrag von fritzeline 02.05.10 - 00:19 Uhr

Nee, seh ich anders. Ich hatte das "auch" schon richtig verstanden... "froh für ihn aber auch traurig"

Das erinnert mich an "du brauchst keine Angst vor dem Zahnarzt haben" - bevor das Kind überhaupt auf die Idee kommt, dass ein Zahnarztbesuch irgendwie beängstigend sein könnte. Solche Äußerungen pflanzen die Ideen erst in die Kinderköpfe... wo sie dann wachsen und gedeihen.

>>>Hier ging es doch um das Loslassen der Mutter und nicht des erleichternden Einstiegs des Kindes in den Kindergarten?! <<<
Gerade _weil_ es hier um das Loslassen der Mutter geht, sollte sie das nicht auf dem Rücken des Kindes austragen und es noch damit belasten, indem sie Ideen von Traurigkeit etc. verbreitet. MMn

LG, f

Beitrag von janamausi 02.05.10 - 11:08 Uhr

Seh ich genauso

LG janamausi

Beitrag von nana141080 02.05.10 - 14:13 Uhr

Seh ich auch so.

Kinder dürfen nat. sehen wenn Mama traurig ist weil sie sich mit ihrer Schwester gestritten hat, aber nicht weil klein Knirpsi in den Kiga geht.

Das versteht kein Kind so wie wir es gern hätten;-)

VG Nana

Beitrag von rosacanina 01.05.10 - 22:27 Uhr

Ich geh immer aus der Kita und schick ein kleines Gebet und hol Luft. Das hilft mir.
Nette Internetseite. Ich werd dich mal über VK kontaktieren.

LG Lene

Beitrag von cherry19.. 01.05.10 - 22:39 Uhr

nicht wirklich. aber ich kann dir sagen, dass, wenn deine hemmschwelle diesbezüglich eins-, zweimal überwunden wurde, gehts erstmal. ich bin auch den ersten und zweiten tag heulend heimgelaufen. rotz und wasser hab ich geheult. dann gings so einigermaßen. seit märz heult mein kind jeden tag morgens. die ersten paar tage hab ich wieder geflennt auf m heimweg, aber auch das verkrafte ich jetzt. die zeit hilft dir. klingt blöd, is aber so.

Beitrag von cherry19.. 01.05.10 - 22:47 Uhr

und wie fritzeline meint, seh ich das auch. ja nicht dem kind sagen, dass du auch traurig bist. lass es dein kind nie merken, dass du kurz vor m heulkrampf stehst. das geht meist nach hinten los. ich spiel immer die taffe mama. ich sage ihm dass es doch toll is im kindergarten, dass mama schnell daheim aufräumt und mittag macht und dann gaaaaanz viel zeit hat für ihn, wenn er fertig is. seit kurzem erkläre ich ihm, dass kindergarten eben seine arbeit is, auf der er täglich gehen muss. da is er oft sehr stolz auf sich. lach

Beitrag von nele11 01.05.10 - 23:26 Uhr

Ich verstehe es nur bedingt wenn hier von Müttern erzählt wird die Weinen oder unruhig durch die Gegend laufen wenn die Kinder im Kindergarten sind... Du tust deinem Kind doch nichts Schlimmes an, im Gegenteil. Er wird davon profitieren, du wirst merken wie er "wächst" und wieviel Spaß es ihm machen wird.

Du kennst doch den vielzitierten Spruch - wir müssen unseren Kindern Wurzeln geben damit sie wachsen können, und Flügel zum Fliegen. Natürlich tut es jeder Mama weh wenn sie ihr Kind Stück für Stück loslassen muss, aber es bedeutet ja in dem Fall nicht dass dir dein Sohn weggenommen wird - aber er muss lernen wie es ist von Mama getrennt zu sein, mit anderen Kindern und Erwachsenen umzugehen, sein Selbstbewusstsein zu entwickeln - wie will er sonst in der Welt zurecht kommen?

LG!

Beitrag von ini29 02.05.10 - 08:00 Uhr


hallo,

ich bin auch ganz deiner meinung#pro...unsere maus geht schon seit sie 11 monate alt ist in die kita....und ich kann nur sagen,sie hat sich so gut entwickelt,egal ob soziales verhalten u.ä....ich habe es nie bereut, mein kind so früh in die kita zugeben.....sie lernen dort eine menge für das leben,was man den kindern zu hause nicht soooo vermitteln kann.

lg ines

Beitrag von ratpanat75 02.05.10 - 09:28 Uhr

Hallo,

ich finde es wichtig, einen Kindergarten zu finden, zu dem man vollstes Vertrauen haben kann und Dinge, die einem wichtig sind, vorher abzuklären.

Bei uns ist es so, dass ich zu 100 % hinter dem Konzept des Kigas stehe und dass ich mich darauf verlassen kann, dass die Erzieherinnen die Gefühle meines Kindes immer ernst nehmen.
Deshalb ist es mir auch nicht schwer gefallen, loszulassen.

LG

Beitrag von erstes-huhn 02.05.10 - 10:42 Uhr

Meiner Meinung nach sollten Kinder erst in die Kita gehen, wenn alle dazu bereit sind.

Bist du noch garnicht soweit dein Kind "fremdbetreuen" zu lassen ist viel Geschrei und Heulerei vorprogrammiert.

Prüfe dich selber, ob du dein Kind schon abgeben kannst.

Dann:
Rede vor dem ersten Termin mit der zuständigen Erzieherin und frage sie, wie DU dich Verhalten sollst. Daran solltest du dich auch halten, gerade wenn sie sagt: "Gehen sie jetzt schnell!!!". Es gibt nichts schlimmeres für die Kinder, wenn die Mütter (auch Väter) nochmal und nochmal zurückkommen, weil die Kinder weinen und schreien.

Beitrag von chrisbenet 02.05.10 - 10:47 Uhr

Hi,

erstens: Vertrauen haben! Die Erzieherinnen sind genau dafür ausgebildet, es ist ihr Job! Lass Dir mal einen typischen Tagesablauf erklären, die Räume zeigen - aber übertreib es nicht, das ist lieb gemeint! Versuch, den Erzieherinnen Deine Angst zu erklären, dann können sie Dein Verhalten auch besser einsortieren und darauf eingehen. Immer denken: es ist nicht das erste Kind, was von anderen gross gezogen wird ;-)
Was ich besonders am Anfang (obwohl ich sehr gut loslassen konnte) sehr gut fand: Bei uns wird in der Krippe ein "hin-und-her-Büchlein" geführt: da können die Eltern rein schreiben, wenn das Kind schlecht geschlafen hat, Fieber hatte, etwas supertolles erlebt hatte, etc. - und die Krippe hat täglich reingeschrieben, ob das Kind gut geschlafen, gegessen hat, womit gespielt wurde, ob es Probleme gab, etc.

zweitens: such Dir intensive Beschäftigung, die nichts mit Deinem Kind zu tun hat! Damit läufst Du zuhause keine Spur in den Teppich, sondern wunderst Dich, wie schnell die Zeit bis zum Abholen vergangen ist... und plötzlich wünschst Du, Du hättest noch mehr Zeit bis zum Abholen ;-)

Alles Gute,
Chris (ab jeweils dem 4. Monat wieder VZ in den alten Job und Jungs in Krippe, KiGa...)

Beitrag von emeliza 02.05.10 - 12:50 Uhr

Hallo,

so wie Du das schreibst, ist ein schlimmer Kiga-Start bei Euch vorprogrammiert. Ich habe mich damals total gefreut, als es los ging, denn ich habe gemerkt, dass meine Tochter die Herausforderung dringend brauchte. Inzwischen geht auch mein Sohn in den Kiga und es hat bei beiden auf Anhieb geklappt - ohne Tränen.

Das wichtigste ist, dass Du lernst Vertrauen in die Kindergärterinnen zu haben und auch Vertrauen in Dein Kind. Sie lernen dort so viel, das ist jede Schramme wert, die sie vielleicht mit nach hause bringen.

Kann Dein Mann nicht vielleicht die Eingewöhnungszeit übernehmen? Oft ist es dann leichter - vor allem für das Kind. Dein Sohn schafft das schon, aber nur, wenn Du sein Selbstbewußtsein stärkst und ihn nicht durch Deine Unsicherheit hemmst. Das ist sicher schwer für dich, aber wenn Du möchtest, dass Dein Sohn ein glückliches Kiga-Kind wird, dann mußt Du dich sehr zusammenreißen in der nächsten Zeit.

LG Sandra

Beitrag von nana141080 02.05.10 - 13:39 Uhr

Hallo,

ich kenne das. Ich habe bei meinem ersten Sohn erstmal im Auto nur geheult nachdem er weg war#schock Aber, er hatte so viel Spaß das ich mich schnell dran gewöhnt hatte:-)

Er gehtin eine kleine Gruppe von 13-16.45Uhr.

Tja, nun gehen meine beiden Jungs (Jamie wird am 31.10. 3J.alt) ab August vormittags in einen größeren Kiga...
Und ich werd hier erstmal (bis sie eingewöhnt sind) alleine zu Haus sitzen#schmoll. Aber ich weiß das es ihnen gut tun wird.

Du schaffst das auch!

VG Nana

PS: deine Homepage bzw. die Lieder erinnern mich an Nathalie Makoma#pro

Beitrag von himmelweit 02.05.10 - 23:05 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten! Sind ja einige gute Tipps dabei!