Milchzuckerintolerenz - lang

Archiv des urbia-Forums Stillen & Ernährung.

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von kk236 02.05.10 - 12:03 Uhr

Hallo,

unsere Kleine ist jetzt fast 15 Monate alt. Seit anfang des Jahres stille ich nicht mehr und auch erst ab diesem Zeitpunkt hat sie langsam angefangen Milchprodukte zu akzeptieren. Abends hat sie lange noch den Milchbrei mit Folgemilch bekommen. Jetzt sieht ihr Speiseplan so aus:
Frühstück Joghurt mit Fruch und Haferflocken/Schmelzflocken + Milch
2. Frühstück: Stulle mit Käse oder Wurst
Zwischenmahlzeit: Obst
Mittags: normales Essen
Nachmittags: Johurt mit Frucht
Zwischenmahlzeit: Obst
Abends: Stulle mit Käse/Wurst + Wasser

Da sie in der Kita ist, haben wir nicht über alles die "Kontrolle" sie kann bei den Getränken zw. Saftschorle, Wasser, Milch oder Kakao wählen, so weit ich das mitbekommen habe.

Jetzt hatten wir seit längerem das Problem, dass sie sehr dünnen Stuhlgang hatte. Nicht viel und nicht oft aber sehr flüssig so das wir meist ein Mal Wechselsachen mitbekommen hatten aus der Kita.
Letzten Mittwoch wollten dann die in der Kita nicht mehr die Verwantwortung übernehmen (hatte 3x innerhalb kurzer Zeit in die Windel gemacht und da sie es nicht gleich bemerkt hatten war sie wund geworden) und war halt quenglig.
Bin dann mit ihr zum Arzt (was wir eh Donnerstag vor hatten) und hab es angesprochen. Meine Ärztin meinte dann, dass es sein könnte das sie die Milchproduckte nicht verträgt. Wir geben ihr jetzt Laktosefreie Milch und Joghurt und alles ist wieder so wie anfang des Jahres.

Nun endlich mal die Frage:
Meine Ä. hatte jetzt nichts gesagt, dass man noch eine Test o.ä. machen müsste, weiß also nicht wie wir jetzt weiter verfahren sollten?
Wenn sich alles bestätigt, was geb ich ihr am besten bzw. was ist vielleicht auch nicht so teuer (will nicht als geizkragen gelten aber ein Joghurt für 80 cent ist auf dauer ganz schön viel)???? Hat da jemand einen Tipp....

So hoffe mir kann jemand helfen, bin auch ersmal froh, dass es der Schnecke wieder besser geht

LG Kati und Anja

Beitrag von pejaz 02.05.10 - 13:27 Uhr

Hallo!

Ich finde die Laktosefreien Produkte sind ihr Geld wert!!!!!! Ich selbst leide darunter und ich bin heil froh über das Produktangebot, denn sonst hätte ich echt ein Problem! Da ich das Geld für mich ausgebe, würde ich es auch auf jeden Fall für meine Kind ausgeben und eben wo anders sparen! Ich weiß was für eine Erleichterung es ist,nicht mit Laktose gequält zu werden!!!!!!!!

Test kann man beim Internisten machen, aber da der Stuhlgang besser wurde ist ein Test wohl eher überflüssig. Internist würde ich trotzdem aufsuchen, auch wegen Zöliaki, welche oft zusammen mit der Laktoseunverträglichkeit einhergeht! Das wird immer zusammen getestet!

Gruß

Beitrag von katarina2009 02.05.10 - 16:09 Uhr

Also ich schließe mich der pejaz an..Finde auch das die Laktosefreien produkte ihren geld wert sind... Natürlich sind die nicht grad billig aber grad dieses calcium brauchen die kids... Das der stuhlgang besser geworden ist ein großes zeichen.. Denn wenn ich Laktosehaltige speisen essen wird mein stuhl auch sehr weich und hab mit starken bauchkrämpfen zu kämpfen.Würde mich auch mal beim internisten vorstellen aber ein einfacher Bluttest beim KIA würde es auch bestätigen..

Lg Katarina mit #baby Nisa #verliebt 16.01.2010

Beitrag von nashivadespina 02.05.10 - 18:32 Uhr

Wie geht es deinem Kind denn durch lactosefreie Lebensmittel. Ist es dadurch beschwerdefrei?

Allergietests alleine sind nicht zuverlässig....nur in der Kombination einer eigenen Anamnese...kann man einiger maßen Allergien erkennen / ausschließen. Allergietests alleine erreichen keine sichere Diagnose!!!

Ich rate dir einen Kinderarzt aufzusuchen der auch gleichzeitig Allergologe ist..dieser kann euch über die Anamnese und vorgehensweise genau informieren. Dadurch dass Allergien auch Durchfälle usw auslösen können ist ein Kinderarzt der auch Allergologe ist ganz wichtig..denn ein ein einfacher Kinderarzt geht normalerweise erstmal von einem Magen-Darm-Infekt bei Durchfall zb aus..nicht von einer Allergie...da siehts bei dem anderen Arzt mit großem Fachwissen über Allergien ganz anders aus.


Hier ein Auszug von einer empfehlung eines Kinderarztes/Allergologen für Kinder mit Allergien(diesen Weg gehen wir auch):


Am besten selbst kochen und immer allergenarme Ernährung am Anfang bevorzugen

Bei jedem neuen Lebensmittel mindesten 48 Stunden -bei Kontaktallergenen 72 Stunden Pause einhalten. (in dieser Zeit kann der Körper mit einer Allergie reagieren)


Beachte dass auch rein theoretisch Spritzmittel Allergien auslösen können. In einem Lebensmittel sind oftmals meist mehr als nur eine Zutat enthalten.. immer in Erwägung ziehen dass es nicht nur die Möhre ist..sondern vielleicht auch eben das Spritzmittel etc.

man sollte bei einer Unverträglichkeit immer abwarten bis diese komplett abgeklungen ist..und erst dann wieder ein neues Lebensmittel ausprobieren.

Bevor du deinem Baby ein neues Lebensmittel anbietest am besten einen Reibetest machen..wenn dein baby darauf nicht allergisch reagiert..ist eine starke allergische reaktion bei verzehr auszuschließen..hier die anleitung:

http://www.allergie.medhost.de/reibetest.html


*Mit allergenarmer Ernährung starten...erst diese dinge auf die Verträglichkeit prüfen dann erst hochallergene Lebensmittel ausprobieren (liste der allergenarmen lebensmittel kommt gleich)

Noch ein paar Tipps zuvor... gewisse stufen von Käse können ausschlaggebend sein.. wenn dein Kind zb auf Frischkäse reagiert..muss das nicht bei Gouda passieren. Weiterhin wird bei Bioware mehr auf Spritzmittel verzichtet und ist kaum mit Pestiziden belastet als normale handelsübliche Ware.

Nahrungsmittelauswahl für allergenarme Ernährung:

Nahrungsmittel die in der Aufbauphase der allergenarmen Ernährung grundsätzlich vermieden werden sollten:

*Eier
*Milch und Milchprodukte
*Fisch und Schalentiere
*Zitrusfrüchte aller Art
*Kiwis, Ananas, Mangos, Pfirsiche, Rhabarber
*Weizenmehl
*Nüsse, Mandeln, Pistazien, Ölfrüchte, Sonnenblumen-,Pinien-, Kürbiskerne
*Tomaten, Sellerie, Paprika, Rettich, Radieschen, Meerettich, Hülsenfrüchte (getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen), Sauerkraut
*Beerenfrüchte (Ausnahme: Blaubeeren)
*exotische Gewürze wie Vanille, Zimt, Curry, Muskat etc.
*Kresse, Basilikum
*Schweinefleisch
*Haushaltszucker und brauner Zucker, Süßwaren, Honig, Ahornsirup


Nahrungsmittel die erfahrungsgemäß selten allergische Reaktionen auslösen:

Gemüse:
Grüne Gurke, Zuchini, Kürbis, Aubergine, Fenchelgemüse, Pastinakenwurzel, Petersilien- und Schwarzwurzeln, Karotten, Teltower Rüben/weiße Rüben, Steckrüben/Kohlrüben, Spargel, Chicoree, alle grünen Salate (Kopfsalat, Feldsalat, Eisbergsalat etc.),
Spinat, Mangold, rote Beete, Lauch, alle Kohlarten (zB Blumenkohl, Kohlrabi, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl), grüne Bohnen, grüne Erbsen, frische Champignons, frische Austernpilze, Bataten, Kartoffel, Topinambur

Früchte:
Birne, säurearmer Apfel (beide Obstsorten sollten bei der Provokation ohne Schale und ohne Kernhaus verabreicht werden, nach gutem vertragen kann auch die Schale mitgegessen werden)Melone, Avocado, Süßkirschen, Weintrauben, Blaubeeren, Pflaumen, Mirabellen und Aprikosen, ungeschwefelte Sultanien, Backpflaumen, getrocknete Aprikosen (generell ungeschwefeltes Trockenobst verwenden), Datteln, Feigen, Bananen

Getreide:
Amarant, Quinoa, Tapiokasago, Reis, Buchweizen, Gerste, Hafer, Esskastanienmehl (Maronen)

Fleisch:
Geflügel (Huhn, Hähnchen, Pute, Ente, Gans), Lamm, Rindfleisch, Kaninchen, Kalbfleisch, Ziege, Pferdefleisch. (von den verträglichen Fleischsorten können die Kochbrühe und in kleinen Mengen, die Innereien mitverwendet werden)

Kräuter und Gewürze:
ohne Provokation: Meersalz(Vollmeersalz), Jodsalz, weißer Pfeffer
mit Provokation: Knoblauchgranulat, Petersilie, Dill, Schnittlauch, Liebstöckel, Kerbel, Bohnen- und Gurkenkraut, getrockneter Majoran, Oregano und Thymian.

Süßungsmittel:
wie Gewürze in kleinen Mengen verwenden. Reiner Traubenzucker (Dextropur), Süßstoff in flüssiger Form (Achtung kein Süßstoff in Pulverform da er Milchzucker enthalten kann), Apfel- oder Birnendicksaft

Säuerungsmittel:
verdünnte Essigessenz (siehe Dosierungsanleitung)

Bindemittel:
Reis-, Mais- und Kartoffelstärke, Tapioka (Stärke aus der Maniokwurzel) Nestargel, Biobin

Backtriebmittel:
Trockenhefe, Weinsteinbackpulver (Vorsicht oft Maisstärke als Trägersubstanz enthalten) Sauerteig, Hirschhornsalz, Natron

Öle und Fette:
raffinierte Pflanzenöle, Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Olivenöl. Milcheiweißfreie Margerine (zb Deli Reform Diätmargerine)

Getränke:
Mineralwasser, Schwarzer Tee, Lindenblüte-, Holunder-, Steifmütterchen-, Fencheltee.

Säfte:
Apfel-, Birnen-, Trauben-, Süßkirschen-, Pflaumensaft.

Zubereitung:
Wärme- beziehungsweise hitzebehandelt sind Nahrungsmittel generell allergenärmer als im rohen Zustand. Das enthaltene Eiweiß wird unter der Wärmebehandlung verändert, das heißt denaturiert und dadurch verträglicher. Daher: neue Nahrungsmittel zuerst immer in gekochter, gedünsteter, gedämpfter, oder gebratener Form einsetzen oder auch in der Mikrowelle zubereiten.

Wichtige Hinweise:
*Bevorzugen sie bei Gemüse, Obst und Fleisch frische Ware. Falls diese nicht erhältlich ist, können sie auch auf Tiefkühlkost ausweichen. Konserven sollten nicht eingesetzt werden, es sei denn sie stellen die Konserven selbst (ohne Zucker und Konservierungsmittel) her.
*Verwenden sie keine Fertig- oder Halbfertigprodukte