Schwanger & Arbeiten im Krankenhaus?!

Archiv des urbia-Forums Schwangerschaft.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Schwangerschaft

Dein Schwangerschaftstest war positiv und nun ist dein Baby unterwegs? Teile diese aufregende Zeit mit anderen urbia-Müttern. Für wöchentliche Infos zu deiner Schwangerschaft kannst du unseren Schwangerschaftsnewsletter bestellen. 
Kostenlosen Expertenrat erhältst du täglich in unserem Expertenforum "Frag unsere Hebamme".

Beitrag von sally-cat 02.05.10 - 14:19 Uhr

Hallo,
mich würde interessieren, ob jemand in einer gleichen oder ähnlichen Situation war und wie ihr damit umgegangen seid.

Folgendes: ich bin mittlerweile in der 20. SSW und mir gehts eigentlich ( bis auf mal weniger, mal stärker auftretende Zipperlein wie Kreuzschmerzen oder starkes Ziehen und Kreislaufproblemen) zum Glück gut.

Mein Problem ist, dass ich in letzter zeit das Gefühl habe, meiner Arbeit nichtmehr gerecht zu werden. Ich bin Krankenschwester und es ist seit Anfang des Jahres eine sehr schwierige Zeit auf Station. Personalmangel, komplexe Patientenfälle mit schwierigen Verläufen, nur junge unerfahrene Ärzte da usw..

Die Kollegen unterstützen mich zwar, da es ja einige Dinge gibt die ich nichtmehr machen darf usw. Aber die Kollegen haben in ihren Bereichen selbst genug zu tun. Aufgrund des hohen Arbeitsaufkommen, kann ich mich nicht mal zwischendrin kurz ausruhen, komm kaum mal dazu überhaupt n Schluck zu trinken, dazu kommt die psychische Belastung und das Gefühl nicht mit meiner Arbeit fertig zu werden.
Freitag war mal wieder ein ganz übler Tag und der Stress artete so aus, dass ich irgendwann tierische Unterleibsschmerzen hatte. Was sich nach Feierabend und Ausruhen auf der Couch wieder legte, aber gut isses ja auch nicht.
Ich hab schon mehrmals mit meiner Leitung gesprochen, dass ich mit der hohen Arbeitsbelastung zur Zeit kaum zurechtkomme. Bekomme aber immer nur zur Antwort, dass ich halt selbst auf mich achten muss und wenn ich da bin, dann muss ich halt auch einsatzfähig sein.
Ich hab dieses WE frei, bin aber nachts ständig aufgewacht, weil ich mir schon wieder stress mach wie es wohl morgen wieder wird, wie ich die arbeit schaffen soll?! Und weil ich Angst hab, dass ich wieder so starke Schmerzen bekomm.


Vllt. hat jemand von euch was ähnliches erlebt und kann davon berichten?!

LG Sally

Beitrag von julchen2109 02.05.10 - 14:27 Uhr

Hallöle,
also ich bin selbst Krankenschwester und ganz ehrlich?
Wenn man sich das Mutterschutzgesetz genau ansieht, dürfte man als Krankenschwester eigentlich nicht mehr arbeiten; außer man bekommt nen ordentlichen Schonplatz!

Ich habe damals direkt ein BV bekommen und meine PDL war echt dankbar, weil sie nicht gewusst hätte auf welche Station sie mich versetzen sollte.

Du darfst ja weder mit kontaminierten Blut, Stuhl oder Urin in Verbindung kommen, noch regelmäßig schwere Lasten haben usw.

Mir fällt spontan keine Station ein, wo das nicht der Fall ist.

Sprich doch mal mit deinem FA über dein Problem!

Beitrag von schmerlimaus 02.05.10 - 16:17 Uhr

Ich bin auch eine ehem. Krankenschwester von der Geriatrie/allge. Chiru.
Ich kenne das Problem. Mehr Qualität mit weniger Personal.
Was aber nicht zu leisten ist.
Bei meiner ersten SS bin ich in der 26. SSw zwangsweise stillgelegt worden. Vorzeitige Wehen weil mir eine 90 KG Dame rückwärts auf den Bauch gefallen ist.
Bei der 2. SS habe ich mich ca in der 30. SSw krank schreiben lassen, weil ich dem Arbeitspensum nicht mehr gerecht wurde und als Belohnung das ich alle arbeiten verrichtet habe( einschl. alleinigem lagern) noch gemobbt wurde.

Beitrag von fannyleo 02.05.10 - 18:41 Uhr

Hallo ich war Nachtschwester und sollte jetzt dann in den Tagdienst wechseln. Doch mir ging es gar nicht gut von Anfang an muste Urogest 3 mal tagl. nehmen.
Da hat meine Ärztin mir eine BV. ausgestellt.
Ich deke das meine Situation im Tagdiest änlich der euren geworden wäre zu wenig Personal bei hohem Abeitsaufwand unmöglich da der Pflege fern zu bleiben.
Lg Leo

Beitrag von elisa1108 02.05.10 - 19:55 Uhr

Hallo!
Also ich bin auch Krankenschwester, habe aber in einem Behindertenwohnheim gearbeitet.
Mein Hausarzt hat mir direkt ein Besch.verbot ausgestellt, nachdem ich ihm den Alltag u. Bew.klientel geschildert hatte. Meine damalige FA hatte sich geweigert mir eins auszustellen.
In der Pflege- egal ob im KH oder Heim für Senioren oder Behinderte sind nunmal die körperlich/psychische Belastung enorm hoch. Ich hatte auf meiner Gruppe Anfallspatienten, schwerst Pflegebedürftige, aggressive, sowie unberechenbare psych. kranke Bew. zu versorgen. Meine Leitung wollte mich aus diversen personellen Gründen nicht gehen lassen, doch im Enddefekt dankt es dir NIEMAND auf der Arbeit wenn du dein Kind gefährdest!!! Es geht auf einmal um ein neues Leben für welches man verantwortlich ist.
Ich habe immer gern und viel gearbeitet, immer alles gegeben, aber ab dem Punkt wo ich wusste, schwanger zu sein habe ich nur noch an mein Baby gedacht.
Auf Station wird man immer Arbeiten machen, die laut MuSchG verboten sind, da es in der Praxis nunmal immer anders ausssieht als in der Theorie: dann hebt man halt mal allein den Pat. vom Klo zum Rolli, lagert mal schnell alleine, da Peronalmangel herrscht- das ist doch die Realität! Man will als Schwangere nicht die Sonderrolle übernehmen! Vielleicht kann man Dir ja einen Schreibtischjob anbieten, wo Du aus der Pflege komplett raus bist, ansonsten würd ich ernsthaft auf ein Besch.verbot pochen!
Sprich mal mit Deinem Arzt und erkläre Ihm die Situation auf der Arbeit. Alleine der psych. Stress find ich, ist schon genug. Die Schwangerschaftszeit ist so etwas besonderes und schönes, welche Frau geniessen sollte, inkl. Baby.

ich wünsche Dir und Deinem Baby alles Gute! #liebdrueck
elisa

Beitrag von sally-cat 02.05.10 - 20:48 Uhr

Hallo,

ich danke euch schonmal für eure Antworten! :-)

Ja es dankt einem echt niemand, wenn man sich auf arbeit verausgabt oder kommt, obwohl man sich grad nicht gut fühlt oder oder oder..

Eine Freundin riet mir auch schon zu nem BV, aber irgendwie bin ich echt zwiegespalten. Einerseits merk ich wie sehr mich das ganze körperlich und psychisch anstrengt und ich an meine Grenzen stoße, andererseits hab ich ein schlechtes Gewissen dem Team gegenüber, weil dann noch mehr Personal fehlt. Man wills halt immer allen recht machen... #klatsch

Ich schau wie es morgen ist und wenn es wieder so wird, dann geh zu meiner FÄ. Aber was sag ich? Ich will ein BV? Sollte das nicht die Ärztin vorschlagen bzw festlegen?!
Ich hab keine Ahnung.
Ich habs ihr ja vor ein paar Wochen schonmal erklärt (weils da auch ganz extrem war), da sagte sie mir ich müsse an meinem "LMAA-Gefühl gegenüber des Jobs" arbeiten und das alles gelassener sehen. Ja tolle Ratschläge die halt leider nicht immer so umsetzbar sind.
Wir ham ca 80% onkologische Patienten, was nie ein Problem für mich war, aber seit ich schwanger bin, kann ich mich da viel schlechter abgrenzen und mein sonst gesunder Selbstschutz funktioniert nicht mehr wirklich. Das macht das alles halt auch nicht leichter.
Ach sorry fürs volljammern, aber das muss mal raus.

LG Sally

Beitrag von mss.fatty 02.05.10 - 22:21 Uhr

bei mir ist die situation mit deiner identisch. ich komme gerade aus dem urlaub wieder, mache jetzt noch 3 frühdienste, habe dann hab ich eh termin beim fa und werd mir ein attest geben lassen, das ich nur sitzende tätigkeiten machen kann. es dankt dir keiner wenn du dich mehr beanspruchst als dir gut tut. lg