Fingerfeeder, später noch Stillen? kein Saugreflex!

Archiv des urbia-Forums Frühchen.

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Forum: Frühchen

Obwohl die Überlebenschancen für früh geborene Kinder immer besser werden, müssen vor allem Eltern von extrem Frühgeborenen oft für die gesunde Entwicklung ihres Kindes kämpfen. Der Frühchenmediziner Dr. Matthias Jahn beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von katinka2204 02.05.10 - 17:25 Uhr

Hallo,

Timo ist zwar kein Frühchen laut ssw und Geburtsgewicht, aber er ist kein voll entwickeltes 40 Wochen Kind, daher schreibe ich auch noch hier, zusätzlich zum Stillforum!

Ich habe vor 9 Tagen unser zweites Kind entbunden, Geburtsgewicht: 2705g, aktuell: 2500g, ssw. 40+4. Jetzt ist es so, das er nicht an die Brust geht, da er eine unheimliche Gaumenstimmulation braucht. es ist praktisch kein eigener Saugreflex vorhanden! Stillhütchen habe ich schon versucht, da saugt er dran, wird aber zu schnell müde und saugt nicht kräftig genug!
Daher müssen wir zur Zeit mit dem Fingerfeeder füttern. Ich pumpe alle drei Stunden ab und wir mühen uns dann ab die Milch mit vernüftigem Saugen in ihn reinzubekommen, müssen ihn jedesmal kräftig wecken, damit das funktioniert, wenn es nach ihm geht, schläft er 23 Stunden am tag!

Hat das jemand durchgemacht und konnte hinterher erfolgreich Stillen??? Welche Ideen habt ihr noch?
Habe ne Nachsorgehebi, welche Z.Z. jeden Tag kommt und das ist auch sehr gut so! Fühle mich so schlecht dabei.

lg. Katinka
welche große Tochter sehr erfolgreich von beginn an gestillt wurde.
Leonie 4 Jahre, Timo 9 Tage!

Beitrag von meerjungfrau72 02.05.10 - 19:38 Uhr

Hallo,

zwar haben meine Zwillinge es nie geschafft, an der Brust zu trinken und ich habe 6 Monate lang abgepumpt, aber ich hätte vll. noch einen Tipp für Dich, um den Saugreflex zu stimulieren.
Meine Hebamme hatte mir damals eine "Massageanleitung" gegeben, die sie von einer Logopädin auf einer Fortbildung bekommen hatte. Wir haben dann vor dem Füttern diese Massage durchgeführt und manchmal hat es auch was gebracht (muss dazu sagen, dass die Trinkschwäche bei meinen Beiden durch die Frühgeburt in der 29.SSW kam). Meine Hebamme meinte noch, dass viele Kinder nach der Massage richtig geschmatzt hätten und dann auch einen guten Saugreflex hatten.

Bei Bedarf kannst Du mir gern eine PN schicken mit Deiner Mailadresse, dann kann ich Dir das mal schicken (ist mit einer Zeichnung).

LG und gute Nerven,
meerjungfrau72

Beitrag von katinka2204 04.05.10 - 14:54 Uhr

Danke für den Tipp, und ja, die Anleitung hätte ich gerne!
Bin für jeden Tipp/ jede Hilfe dankbar.

Kathrin-Altenhoff@gmx.de
Danke!

Habe Kontakt zu Stillberaterinnen aufgenommen und hoffe nun auf baldige "Besserung"

lg.
Katinka

Beitrag von knutchen 02.05.10 - 20:20 Uhr

Hallo Katinka,
ich bin zwar auch keine Frühchenmama aber antworte trotzdem mal. Unser Sohn hatte auch solche Probleme. Er wurde aus medizinischer Indikation in der 40.SSW per KS geholt. Zum Glück hatte er ein sehr stolzes GEburtsgewicht von über 4300g. Allerdings ging es rasend schnell und er hat sehr viel abgenommen (deutlich über die 10% die ja sein dürfen). Bei uns gab es eine Stillberaterin und eine sehr engagierte Schwester auf der Station. Diese haben sich sehr bemüht und in jeder freien Minute den Gaumen stimuliert um ihn so ans eigenständige Saugen zu bringen. Bei uns ist die ganze Stillerei anfangs wirklich im Psychoterror ausgeartet. Ich musste ständig wiegen, vor dem Trinken, danach...... Ich war schon mit den Nerven am Ende. Doch das Engagement der Beiden hat sich gelohnt und unser Sohn hat das Saugen wirklich noch gelernt, so dass wir als voll stillend aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten. Anfangs tat er sich noch schwer die Brust zu nehmen. Mein Mann musste ihn immer anlegen...... Doch auch das hat sich mit der Zeit gegeben. Bei ihm war es dann sogar so, dass er nach ein paar Monaten sowohl die Brust als auch die abgepumpte Milch aus der Flasche genommen hat. Das z.B. hat unsere Tochter ein absolutes Stillkind vom ersten Moment an nie gemacht.

Ich würde Dir empfehlen, dass Du Dir eine Stillberaterin suchst. Mir kam es so vor, als hätten die diesbezüglich wirklich noch ein anderes know how, als meine Nachsorgehebamme. Bei uns gibt es z.B. für solche Probleme noch so eine Art Stillcafe in der Klinik für die Probleme bzw. den Austausch während der ersten Zeit.
Vielleicht gibt es bei Euch ja auch so etwas?

Liebe Grüße und viel Glück
knutchen

Beitrag von never80 02.05.10 - 22:00 Uhr

Hallo Katinka!

Ja ich habe das gemacht. Mein Sohn kam bei 35+4 zur Welt, bei 2240g und 46cm recht zierlich.
Mit 2090g wurden wir entlassen, nach 4 Tagen.

Ich habe bereits im Kh gepumpt und gefeedert.
Ich fand es fürchterlich, wollte unbedingt stillen.
Hat geklapppt dank meiner Hebi.
Ging dann 5 Monate, dann nahm er nicht mehr zu. Heute nach meinem 2. Kind weiß ich das er nie richtig getrunken hat, sondern nur "genippt" bis der größte Hunger weg war.

Du schreibst das du deine Tochter erfolgreich gestillt hast, nutze diese Erfahrung.
Wäre er mein 2. Kind gewesen, hätte es sicher besser geklappt und ich hätte länger gestillt.
Hör auf dein Gefühl, und bleib dran. :-)
Das Feedern ist super damit sie sich nicht an die Flasche gewöhnen.

Und was ich dir sehr ans Herz legen kann ist eine gute Stillberaterin. Die lohnt sich. :-)
Hatte ich leider auch erst beim 2. Kind.

Wünsche dir viel Kraft und Geduld, dann findet ihr einen Weg für euch

LG never