was würdet ihr tun?

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von palesun 02.05.10 - 17:59 Uhr

Versuche mich kurz zu fassen:

Ich bin AE und arbeite 100 Std im Monat.
Ich verdiene ca das gleiche Geld, was ich bekommen würde, wenn ich HartzV Empfänger wäre (war ich schon).

Leider habe ich einen weiten Fahrtweg und zahle mich an Benzinkosten und Parkgebühren dumm und dusselig, ca 250 Euro im Monat.

Seit ein paar Jahren kämpfe ich schon mit der Kohle... rutsche aber immer tiefer in die Miesen. GEZ kann ich schon länger nicht mehr zahlen, bald kommt die dicke Rechnung.

Habe auch schon einmal hier geschrieben, da wurde ich aber beschimpft, das Geld müsste reichen. Tut es aber nicht.

Bahn fahren ist ein noch größerer Zeitaufwand, Anschlüsse sind nur mit langen Wartezeiten verbunden und passen nicht zur Arbeitzeit. Dadurch würde ich an Arbeitstagen mein Kind 4 Stunden weniger sehen....

Seit langem suche ich ne neue Stelle, ist in meinem Job aussichtslos.

Vom Staat abhängig sein möchte ich auch nicht.

Was kann ich tun? Gibts irgendwo ne Beratung, wie ich mit dem Geld noch besser haushalten kann? Wie ich entstandene Schulden ausgleichen kann?
Wo gibt es solche Beratungen für berufstätige AE Mütter?

Ich bekomme 18 euro Wohngeld im Monat.

bei mir ist langsam alles kaputt, Fernseher, Möbel.... es kann so nicht weiter gehen.:-(

Danke für jede nette Antwort.

Beitrag von sy2007 02.05.10 - 18:04 Uhr

Hallo.

Kannst du nicht in die Nähe deiner Arbeit ziehen ?
Oder geht das nicht wegen der Kinderbetreuung.

250 Euro sind natürlich viel zu viel um nur zur Arbeit zu kommen und dort zu parken.

Beratung in fast allen Bereichen bietet die Caritas - meistens kostenlos.

LG Jana

Beitrag von palesun 02.05.10 - 18:09 Uhr

Hallo Jana!

Danke für die nette Antwort und den Tipp. Den habe ich schon öfter bekommen.

Vielleicht ist es nicht zu verstehen, aber ich hänge sehr an meiner Familie, die auch mein Kind nach der Schulbetreuung versorgt.
Auch wegen meinen Freunden und der meiner Tochter mag ich nicht gerne wegziehen. Aus der Schule möchte ich sie auch nicht rausnehmen um dann vom eingesparten Benzingeld eine Betreuung zu finanzieren...

Der Hauptgrund ist aber, dass ich die Stadt in der ich arbeite ganz ganz schrecklich finde.
Bin halt nur froh einen Festvertrag zu haben.

Leider finde ich in meinem aussterbenden Beruf auch echt keine neue Stelle.
Bei der Arge sagte man mir damals (ungelogen): Sie sind ja dumm, dass sie arbeiten wollen....

Ich kann nicht mehr....

Beitrag von sy2007 02.05.10 - 18:16 Uhr

Also wenn dein Kind schon in der Schule ist, würde ich auch auf keinen Fall wegziehen. Ich war irgendwie von einem Kleinkind ausgegangen - warum auch immer :-)

Ich kann das mit deiner Familie auch verstehen, gerade wenn sie einen Teil der Betreuung übernehmen.

Als was arbeitest du denn ?
Kann man nicht etwas ähnliches finden ?

LG Jana

Beitrag von palesun 02.05.10 - 18:23 Uhr

Ich bin Schauwerbegestalterin (Dekorateurin).
Wenn es mal ne Stelle gibt, muss man Vollzeit und flexibel sein. Oft auch über Nacht in einer anderen Stadt arbeiten.

Normalen Geschäften in der Nähe geht es zu schlecht um nen Dekorateur einzustellen. Macht keiner mehr....

Was ähnliches? Wenn ich da irgendwo reinrutschen könnte.... aber ohne Ausbildung?

Danke für Deine Mühe..

Auf Stellensuche bin ich dauernd. Aber für Minijobs will ich meine Stelle nicht aufgeben. So einen "hohen" Stundenlohn bekomme ich dann nicht mehr.
Es ist doch auch schade, wenn man seinen gelernten Beruf aufgeben muss.

Ich werde mal zur Caritas gehen. Die haben mir schon einmal geholfen.

lg palesun

Beitrag von bi_di 02.05.10 - 18:32 Uhr

Puuh, ich weiss nicht mehr wie das im Fachjargon heisst, aber man kann sich die Pendlerpauschale, die man normalerweise beim Lohnsteuerjahresausgleich geltend macht, auch Monat für Monat auszahlen lassen. Also seine steuerlichen Abzüge verringern.

Ruf' am Besten mal beim Finanzamt an.

Grüsse
BiDi

Beitrag von palesun 03.05.10 - 06:35 Uhr

Hallo BiDi.

Werde da mal drüber nachdenken. Bisher waren die paar Euro Steuern immer ein kleiner Puffer für z.B. mein Auto, was ja auch nicht mehr das jüngste ist....

DAnke schön.:-)

palesun

Beitrag von golliwog 02.05.10 - 18:43 Uhr

Hallo,

hast du schon mal versucht, ergänzendes Hartz IV zu beantragen?

Denn eigentlich müsstest du ja, wenn du arbeitest, IMMER mehr herausbekommen als wenn du daheim bist. Denn du hast ja den Selbstbehalt von 100 Eur + Prozente vom restlichen Gehalt.

Und vielleicht stünden dir, wenn du ergänzendes Hartz IV bekommst, ja auch gewisse Sonderleistungen zu wie einem "Nur-Hartz IV-Empfänger" (1x jährlich Schulbedarf für deine Tochter, Zuschuss für Klassenfahrten etc.). Da können dir sicher die Experten im Forum hier Auskunft geben.

Ich weiß, davon wirst du nicht reich, aber vielleicht hilft's ja ein wenig...

Liebe Grüße
golliwog

Beitrag von palesun 03.05.10 - 06:31 Uhr

Hallo Golliwog,

nein, das habe ich noch nicht beantragt. Ich werde das aber sofart tun.
Danke schön.

palesun

Beitrag von kaktus74 02.05.10 - 21:45 Uhr

hallo

hast du schon diesen kinderzuschlag für deine tochter beantragt ?

nährer infos findest du hier

http://www.arbeitsagentur.de/nn_26548/zentraler-Content/A09-Kindergeld/A091-steuerrechtliche-Leistungen/Allgemein/Kinderzuschlag.html

lg kaktus74

Beitrag von palesun 03.05.10 - 06:33 Uhr

Hallo Kaktus,

ja, den habe ich schon 2 mal beantragt, bekomme ihn aber nicht...

Danke trotzdem für Deine Mühe.

palesun

Beitrag von nebula 03.05.10 - 08:10 Uhr

Bei uns ist es ähnlich, doch bekommen wir ergänzend Hartz4, da wir noch nie aus einer Berechnung rausfielen. (Gab sich eben so, das man das ergänzend erhielt)

Mein Freund arbeitet ca. 14-15 pro Tag, muss 30 km einfach fahren und verdient dadurch 1360 Euro Brutto. (Lohnsteuerklasse 1 mit halben Kind). Die Arge berücksichtigt ihm pro Km Arbeitsweg mit dem eigenen PKW 0,20€, macht bei 60 km am Tag 5x die Woche x 4 Wochen Pauschal 240€ die sie ihm vom Gehalt Anrechnungsfrei abziehen. Klar stockt das die Spritkosten von 250-300 Euro nicht voll auf, aber das sind indem Fall quasi "nur" 10-60 Euro eigenaufbringung für den Arbeitsweg. Ebenso wird im die KFZ-Versicherung berücksichtigt.

Z.B.

Verdienst 1200 Euro
Abzug kmgeld 200 Euro
Abzug KFZ VErs. 75 Euro

Sie berechnen ihm so keinen Verdienst von 1200 Euro sondern "nur" 925 Euro. Für die Arge verdient er indem Fall eben 925, obwohl er aber 1200 Einkommen hat. Davon werden dann Freibeträge (Kind) etc. Berücksichtigt.

Wir gehen beide Arbeiten (ich geringfügig) dennoch kämpfen auch wir Zeitweise bis zum Ende des Monats auszukommen. Und wir sparen wo es geht.

Wenn du ergänzend Hartz4 beziehst, kannst du dich z.B. von der GEZ befreien lassen. Was es nicht gibt, sind Elektrogeräte ersetzt. Entweder kannst du ein Dahrlehn bekommen, das du aber monatlich mit bis zu 10% vom Hartz4-Bezug abgezogen bekommst oder du musst kontinuierlich Betrag X beiseite für solche Fälle legen.
Als Alleinerziehende hast du auch noch den AE-Bonus, wie hoch der ist weiß ich aber nicht.

Bekommst du keinen Kindsunterhalt vom Vater?

Ich hab mich hingesetzt, EInkommen ausgerechnet und dann die Fixkosten abgezogen. Mit dem Rest hab ich pro Woche einen Pauschalbetrag für den Wocheneinkauf berechnet und für Putzmittel und sowas Pauschal Betrag X monatlich berechnet (braucht man ja nicht bedingt alles jeden Monat neu) den Rest, sollte einer bleiben, hat man zum so leben (Vergnpgung) oder eben zum sparen.

ich denke bei einem Allein-Haushalt wo kein weiterer Groß-Geldausgeber dabei ist super zu Managen. Ich krieg manchmal die Krise wenn mein Freund wieder was ausgibt ohne es zu sagen, dadurch geht meine Rechnung nicht auf.

MFG

Beitrag von piep1988 03.05.10 - 08:20 Uhr

Entweder mir ne Wohnung in der Nähe der Arbeit suchen, die preiswerter ist - Kinderzuschlag beantragen soweit möglich - Betreuungsplatzkostenübernahmeantrag beim Jugendamt stellen falls zutreffend - oder die Fingerchen heben, in die Inso gehen und mich wieder in die Hände des Amtes begeben und nen 400 € Job nebenher machen.

Beitrag von king.with.deckchair 03.05.10 - 08:46 Uhr

"Ich verdiene ca das gleiche Geld, was ich bekommen würde, wenn ich HartzV Empfänger wäre"

Kann irgendwie nicht sein, denn dann hättest du mit größter Wahrscheinlichkeit Anspruch auf ergänzendes ALG II (Hartz IV hast du mit Sicherheit NIE bekommen, aber das nur am Rande) und nicht auf Wohngeld.

Wie andere hier schon rieten: Kinderzuschlag beantragen!

Oder ggf. doch noch einen ALG II-Antrag stellen und die hohen Fahrkosten geltend machen.

Beitrag von palesun 04.05.10 - 08:58 Uhr

Du hast recht, es war ALGII.

Kindergeldzuschlag habe ich -wie obern schon geschrieben- beantragt. Es wurde abgelehnt. Werde jetzt zur Arge gehen und mich beraten lassen.

Vielen Dank.

Beitrag von nele27 03.05.10 - 10:19 Uhr

Hi,

ich würde Deine Stelle nicht aufgeben (der Job klingt auch wirklich interessant #pro), sondern erstmal versuchen ALG2 zu beantragen.

Wie wäre es mit einer Vollzeitstelle? Vielleicht gibt es die eher ?? Klar bist Du dann etwas weniger zu Hause, aber Deine Tochter wird ja auch älter und die Schule geht immer länger...

Für eine Vollzeitstelle würde ich zumindest auch umziehen und auf mich nehmen, mir alls neu aufbauen zu müssen (für TZ würde ich es, genau wie Du, nicht tun).

Eine weitere Überlegung wäre eine Weiterbildung, gibt es da was? Das hilft Dir zwar jetzt nicht, aber wenn Du fertig bist, bekommst Du uU eine besser bezahlte Stelle.

So, und nun zu den kurzfristigen Möglichkeiten:

Gibt es bei Dir ein Sozialkaufhaus?? Dort kannst Du auch als Geringverdienerin günstig einkaufen.

Lass Dich am besten bei der Diakonie mal beraten, wo man als Geringverdiener noch Zuschüsse und Hilfen bekommen kann. Sowas gibts auch für Urlaub und viele kulturelle Angebote. Wenn Du ALG2 beziehst sowieso, aber auch sonst.

Also ich würde der Reihe nach:

1. ALG2 beantragen
2. parallel Vollzeitstelle suchen und Möglichkeiten für Weiterbildung abklappern
3. Sozialkaufhaus für Möbel und Fernseher aufsuchen
4. Diakonie Sozialberatung aufsuchen: Nach Möglichkeiten für Zuschüsse UND Rabatten fragen.

Spartipps für die Übergangszeit:

- Klamotten im Second-Hand-Laden kaufen
- Obst und Gemüse nur nach Saison kaufen
- Für Anschaffungen: Jede Woche den Flohmarkt in der Tageszeitung durchgucken

Alles Gute!!!
Nele