Toms Geburt nochmal aus seiner Sicht

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Forum: Geburtsberichte

Herzlichen Glückwunsch zur Geburt! Egal ob spontan, mit Einleitung oder Kaiserschnitt, im Wasser oder in der Hocke - hier sind alle Geburtsberichte willkommen!

Beitrag von romyborowy 02.05.10 - 21:42 Uhr

Am 07.06.09 um 23 Uhr habe ich entschieden, dass ich mich jetzt auf den Weg zu Mama und Papa machen möchte.

Schließlich bin ich schon fertig entwickelt und es wird immer enger in Mamas Bauch.
Deswegen recke und strecke ich mich und scheuche die Mama, die schon wieder die ganze Zeit Fernsehen schaut, vom Sofa.

Mit meinen langen spitzen Fingernägeln piekse ich ein kleines Loch in meine Fruchtblase.
Aber die Mama hat es immer noch nicht verstanden, dass ich rauswill – also plansche ich noch ein bisschen mit meinem Fruchtwasser.

Na endlich... die Mama redet ganz aufgeregt mit dem Papa, zappelt rum und schickt mir lauter Adrenalin runter.

Da sie mich jetzt verstanden hat und sich endlich auf den Weg ins Krankenhaus macht, lasse ich ihr noch etwas Ruhe und schlafe selber noch ein Stündchen.

Kurz nach Mitternacht wache ich wieder auf, weil sich jetzt Mamas Bauch alle paar Minuten ganz eng um mich zusammenzieht und mich nach unten knautscht.

Meine Eltern reden mit vielen fremden Leuten – aber sie sind ganz ruhig, deshalb entspanne ich mich auch noch ein bisschen.

Dann kriegen wir einen ganz engen Gurt um unseren Bauch geschnallt. Der drückt mich so dolle, dabei quetschen mich doch die Wehen schon die ganze Zeit nach unten.

Auch die Mama fühlt sich nicht mehr wohl, sie windet sich die ganze Zeit und atmet komisch. Das ist mir so unheimlich, dass ich mit Händen und Füßen um mich schlagen muss.

Die Mama muss der Hebamme wohl gesagt haben, dass das so nicht weitergehen kann, denn endlich macht die den fiesen Gurt wieder von mir ab. Ich beruhige mich wieder und warte ganz still ab.

Doch auf einmal sind die Wehen wieder da und ich werde noch heftiger als vorher in Mamas Becken gequetscht... immer wieder mit Gewalt in den Muttermund rein. Mann, tut mir der Schädel weh.

Die Mama fängt auch noch an zu schreien. Jetzt helft uns doch endlich mal, wir sind schon ganz verzweifelt!

Dann läuft die Mama endlich in den Kreißsaal rüber und ich kann auch den Papa wieder hören. Zum Glück sind wir jetzt nicht mehr alleine.

Ich höre die Mama fluchen, weil sie keine Betäubung mehr bekommen kann. Denn ich hab mit meinem Dickschädel in nur einer Stunde den Muttermund vollkommen aufgekriegt.

Jetzt kann ich endlich raus! Ich freu mich – und ich glaube, die Mama freut sich auch und ich fühle, dass sie gar keine Angst mehr hat.

Es ist ein Uhr und auf einmal werde ich mit aller Gewalt in den Geburtskanal gedrückt. Ich kann mich gar nicht mehr bewegen, mache mich ganz klein, Kinn auf die Brust, die Augen zu... und durch.

Meine Mama quietscht und hechelt – aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht mehr nehmen, ich muss hier raus...

Zum Glück dreht sich die Mama immer mal hin und her – so ist es leichter für mich, den Weg um die ganzen Knochen herum zu finden. Viel Platz hat man mir ja hier echt nicht gelassen.

Dann habe ich mich endlich auch gedreht und nachdem die Hebamme noch mal ganz ernst mit der Mama geredet hat, merke ich, wie sie mir jetzt hilft und mich nach draußen schiebt.

Das Fruchtwasser wird mir aus den Lungen gepresst und meine Nase platt gedrückt. Irgendwie bekomme ich jetzt keine Luft mehr – mir wird ganz schwummerig. Mama, hilf mir!

Da schickt mir die Mama wieder Sauerstoff durch meine Nabelschnur... hatte schon Angst, das Ding wär kaputt gegangen. Ich bin wieder bei Sinnen und schon werde ich wieder weitergeschoben...
Die Mama schiebt und schiebt. Gut, dass sie jetzt das Ruder übernommen hat. Ich kann nämlich nicht mehr. Mann, diese Kopfschmerzen... mir schläft schon das Gesicht ein.

Dann hört die Mama auf einmal auf zu schieben... Was ist jetzt los? Die Hebamme massiert mir den Kopf... oh, wie schön... Aber warum schreit denn die Mama nur schon wieder? Die war doch eben noch so tapfer... Hab ich was falsch gemacht?
Und jetzt schreit auch noch die Hebamme die Mama an... Hilfe, hört auf!

Plopp – auf einmal ist der Druck aus meinem Gesicht weg. Puhh, geschafft! Aber ich kann mich immer noch nicht bewegen und kucken will ich lieber auch nicht. Irgendwas würgt mich. Da strengt sich die Mama ein letztes Mal an, ich rutsche auf einmal los und liege in einer Pfütze...

Hilfe, ist das kalt... und so weit... und so hell... Das soll die Welt sein? Steckt mich wieder rein, schnell, ich hab es mir anders überlegt... Das ist alles ein großes Missverständnis! Ich will wieder meine warme, weiche Mama! Und ich schreie meine Verzweiflung in die Welt!
Oh, ich kann schreien? Oh, ich atme ja! Gut, dass ich das noch schnell entdeckt habe, denn schon schnibbeln die mir meine Nabelschnur ab.

Oh, jetzt werde ich eingemummelt... und man hebt mich zu meiner warmen, weichen Mama hoch. Wie schön, dich kenne ich. Dann brauch ich ja erst mal nicht weiter zu schreien.
Macht es dir was aus, wenn ich mir dein Gesicht später anschaue? Ich muss mich erst kurz ausruhen und ich glaube, dann möchte ich auch erst noch ein bisschen an dir rumnuckeln. Oh, da ist ja auch Papa. Hi, Papa! Ja, redet mit mir – eure Stimmen kenn ich! Ich döse.

Der Doktor und die Hebamme zerren noch eine ganze Weile an der Mama rum und sie zuckt immer wieder zusammen und drückt mich ganz fest. Aber gut, dass jetzt niemand mehr schreit.

Nachdem ich noch kurz an meiner Mama genuckelt hab, trägt mich die Hebamme wieder weg. Ich will gerade dagegen protestieren, da legt mich mein Papa ins warme Wasser und badet mich schön sauber. Hier ist es aber auch schön warm... fast wie in der Mama. Das gefällt mir aber auch gut. Papa, wir können Freunde werden.

Dann zieht mich die Hebamme an. Das fühlt sich komisch an, aber wenigstens friert es mich dann nicht mehr so und ich fühle mich nicht mehr so verloren. Auch, wenn ich jetzt alleine in meinem Plastikbett liegen muss. Ich weiß, dass die Mama gleich neben mir ist. Ich kann sie hören.

Bald nimmt sie mich wieder zu sich und ich kann sie die ganze Zeit anschauen.

Beitrag von lischen02 03.05.10 - 08:59 Uhr

Hallo ,das iat doch mal ein SUPPER -Süßer Bericht !!!!!! Hat Spaß gemacht zu lesen und ist sehr sehr schön geschrieben !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Vielen Dank !!!!

LG lischen02 + Lisa-Marie 6 j + Niklas 3 j + #paket 12 woche

Beitrag von romyborowy 03.05.10 - 14:23 Uhr

Vielen Dank und alles gute für deine nächste Entbindung. #liebdrueck

Wenn du noch mehr lesen möchtest - hier ist der Originalbericht: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=43&tid=2336178 ;-)

Beitrag von lischen02 04.05.10 - 14:38 Uhr

Oj, war genau so schön geschrieben #verliebt;-):-):-D#pro#rofl#schein

Vielen dank für deinen Link und vilen dank für deine Berichte und Ehrlichkeit !!!!!

Alles alles gute Lischen02

Beitrag von teufelsengel 03.05.10 - 09:57 Uhr

#heul...mir kommen die Tränen.
wirklich total süss geschrieben...

Beitrag von romyborowy 03.05.10 - 14:26 Uhr

Danke.. freut mich... #freu#liebdrueck

Beitrag von pinar20 03.05.10 - 19:56 Uhr

Kann dir gar nicht sagen wie mich das hier grad gerührt hat..

Mir sind die Tränen gekommen #schmoll


Wirklich sehr sehr sehr sehr schön #verliebt


LG Pinar

Beitrag von dschinie82 05.05.10 - 14:42 Uhr

Wow, ein super schönen Bericht hast du geschrieben!!!! #pro #pro #pro

Beitrag von tweety83 05.05.10 - 21:27 Uhr

#schmoll#schmoll super schön!