Getrennt, aber gemeinsame Sorge

Archiv des urbia-Forums Allein erziehend.

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von julie8r 03.05.10 - 15:49 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

sicherlich hat hier jemand Erfahrung damit, wie man als Nicht-Paar das gemeinsame Eltern-Sein in der ersten Zeit handhaben kann.

Der Vater des Kindes und ich sind nicht zusammen (weil ich es nicht möchte, aber das führt jetzt zu weit). Trotzdem möchten wir beide für unser Baby dasein, wenn es auf der Welt ist.

Das bringt bestimmt schwierige Situationen mit sich, aber wir möchten es so gut wie möglich hinbekommen und sind auch meistens zuversichtlich.

Jetzt ist es ja so, dass ein Neugeborenes noch sehr stark mit der Mutter verbunden ist, sodass sich eine eigenständige, unabhängige Beziehung zwischen Vater und Kind sich erst nach und nach entwickeln kann. Wie kann der Vater trotzdem von Anfang an eingebunden sein, ohne dass wir zusammen leben?

Wenn ich mir konkrete Situationen ausmale, wird mir schon recht mulmig. Wir haben zwar keinen Stress miteinander, aber ich möchte ihn auch nicht allzu nah an mich heranlassen, da ich keine Paarbeziehung mit ihm führen kann.

Gibt es jemanden hier, der eine ähnliche Situation gemeistert hat?

Ich bin dankbar für jeden Tipp.

#blume Julie

Beitrag von rosa0409 03.05.10 - 20:21 Uhr

Hallo Julie,

wenn ich Dir einen Tipp geben soll, dann diesen:

Teile nicht das Sorgerecht mit dem KIndsvater!!! So lange wie per Gesetz
hinter den Rechten der Väter KEINERLEI Pflichten stehen, würde ich es einer getrenntlebenden Mutter nie empfehlen!! D.h. wenn der Vater, sich nicht regelmäßig kümmern will und nur seine Rechte sieht, hast Du ein Problem. Das kann soweit gehen, dass Du ihn fragen musst, ob Du mal in den Urlaub fahren darfst und er auch nein sagen kann.
Auf seine jetztigen Versprechungen würde ich nicht viel hören. Die kann er gerne unter Beweis stellen, wenn das Kind da ist.

Aber binde den Vater in alle Entscheidungen, die das Kind betreffen mit ein und lass ihn auch mal "machen". Wenn Du in 3 Jahren siehst, dass er ein liebevoller Papa ist und ihr Euch gut mit einander verständigen könnt und eben in der Lage seid, auch mal Kompromisse zu finden, kannst Du immer noch darüber nachdenken.

Es ist eben so, der Gesetzgeber unterscheidet nicht zwischen liebevollen Papa und einem Vater, der das Kind einmal im Monat sieht. Hast Du aber das Sorgerecht einmal geteilt, bekommst Du es nur unter ganz schwierigen und langwierigen Umständen wieder - wenn überhaupt.

Wünsch Dir noch eine schöne Schwangerschaft

LG. Rosa

Beitrag von badguy 04.05.10 - 07:41 Uhr

Rechte der Väter????

Das war der Lacher des Tages!

Beitrag von frieda-lotta 04.05.10 - 16:47 Uhr

Ich lache mal mit.... und frage mich nebenbei welche Rechte Väter überhaupt haben?

Beitrag von ninjap 05.05.10 - 16:02 Uhr

hallo rosa,

gute antwort!

lg,ninjap

Beitrag von kruemel789 03.05.10 - 22:01 Uhr

Hallo Julie,

ich bin in derselben Situation wie Du und kann Deine Unsicherheit sehr gut verstehen. Ich habe mich auch vom Kindsvater getrennt, unser Baby kommt im August. Auch wenn ich mit ihm nicht als Paar zusammen sein kann, möchte ich, dass er genauso für das Kind da sein kann, wie ich es tue. Ihm ist die Beziehung zu seinem Kind auch sehr wichtig und er möchte auch voll miteinbezogen werden.

Wir haben schon beim Jugendamt die Vaterschaftsannerkennung gemacht und auch schon das gemeinsame Sorgerecht beantragt. Natürlich kann das immer ein Risiko sein, aber ich vertraue da jetzt einfach mal auf mein Gefühl, dass er sich korrekt verhalten wird.

Wie genau der Umgang dann nach der Geburt aussehen wird, also wie man das am besten handhabt, weiß ich jetzt allerdings auch noch nicht wirklich. Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Wo liegt die Grenze zwischen dem Kind und meinem eigenen Leben, in das er nicht mehr hinein gehört? Genau wie Du, hab ich auch Sorge, dass mein Ex-Partner zu sehr an meinem Leben teil hat und sich sogar wieder Hoffnungen macht, dass wir doch noch eine kleine glückliche Familie werden (mit uns als Paar). Aber grade, wenn das Kind noch so klein ist, ist eine klare Trennung zwischen meinem Leben und unserem Leben als Eltern ja nicht drin... #kratz

Einen Tipp kann ich Dir deshalb leider nicht geben, aber ich drücke Dir die Daumen, dass ihr da einen guten Weg findet! Wenn Du magst, kannst Du mir gerne PN schicken, dann können wir uns bei Bedarf ein bisschen austauschen.

Toi toi toi #pro

LG. kruemel