Rat - Mein Sohn hat totale Probleme bei der Eingewöhnung in der Krippe

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von highchiboombychi 03.05.10 - 21:01 Uhr

Nabend zusammen,

könnt ihr mir vielleicht weiterhelfen? Ich bin seit 2 Wochen mit meinem Sohn zur Eingewöhnung in der Kinderkrippe. Davon habe ich ihn 3 Mal eine viertel Stunde alleine gelassen, mittlerweile war ich wieder 2 Mal ganz dabei. Diese 3 viertelstunden (je eine viertelstunde pro Tag) hat er dann auch durchgeschrien und sich nicht von den Erzieherinnen beruhigen lassen. Deswegen haben sie mich auch angerufen und ich kam dann wieder. Eigentlich war geplant, dass ich eine Stunde wegbleiben soll, aber die Erzieherinnen melden sich immer bei den Eltern, wenn ein Kind sich partout nicht beruhigen lässt. So. Am Freitag war ich die ganze Zeit mit ihm dabei und heute wollte ich auch ein bischen dabei sein, bis er sich eingespielt hat und dann gehen. Er hat sich auch super eingespielt, aber als ich dann nur GESAGT habe, dass ich jetzt kurz weggehe hat er sich so sehr in Rage geschrien, dass ich nicht mehr gehen durfte.
Die Erzieherin wusste auch keinen rechten Rat und meinte nur, sie glaubt, er sei noch nicht weit, wir hätten so eine starke Bindung zueinander.
Ich aber denke, ich habe was falsch gemacht: im Internet liest man, dass gerade Kinder mit GUTER Bindung zur Mutter sich leichter lösen können, weil sie wissen, dass die Mutter immer wieder zurückkommt. Ergo habe ich doch eine schlechte Beziehung zu meinem Kind, weil es eben Angst hat, dass ich nicht wiederkomme.
Und um ehrlich zu sein ist das schon der zweite Eingewöhnungsversuch in die Kinderkrippe. Beim ersten Versuch habe ichs abgebrochen (da war er 15 Monate alt), weil er sich genau wie jetzt verhalten hat und immer nur geschrien hat, als ich wegging. Damals hatte er aber eine sehr starke Mama-Phase, auch sonst konnte ich nirgendwohin alleine gehen, nichtmal aufs Klo. Jetzt ist er aber schon 20 Monate alt und ist sonst recht selbstständig, geht gerne zu Oma und Opa, geht gerne zur Tante und auch durchaus ohne mich. Deswegen habe ich beschlossen, er ist jetzt so weit, dass er in die Krippe gehen kann. Er ist so gerne mit anderen Kindern zusammen, da kann ich garnicht verstehen, warum er sich so verhält. Ich will, dass er dableibt! Ich muss außerdem wieder anfangen zu arbeiten, da wir einfach das Geld brauchen. Aber wenn das so weitergeht, kann ich nicht arbeiten.
Ich weiß nicht, wie wir weiter vorgehen können, denn eins steht fest: er bleibt da drin, ich nehme ihn nicht schonwieder raus. Ich habe nur keine Ahnung, wie wir das machen sollen... Ich bin ja für die "harte" Tour, d.h. jeden Tag ein bischen länger wegbleiben, aber das will die Erzieherin nicht, weil sie sagt, er wird schreien, bis ich wiederkomme, auch eine Stunde lang...
Habt ihr einen Tipp für mich?

Beitrag von zickchen079 03.05.10 - 21:10 Uhr

hallo,

falls es dich beruhigt, uns ging es auch so. mein kleiner musste nachdem er ein jahr alt war in die kita. er hatte 2 wochen eingewöhnungszeit von jeweils 1 stunde. die erste woche war ich dabei und die zweite woche war er alleine. es gab großes geschrei und er hat sich an mich geklammert. die erzieherin meinte ich solle bitte einfach gehen nur so gewöhnen sie sich am ehesten dran. auch mein kleiner hat sich die ersten tage nicht beruhigen lassen, er war total verheult als ich ihn wieder abgeholt habe. die erzieherin meinte nur, wenn man gleich geht gewöhnen sie sich schneller daran. mir tat es immer total leid und ich habe dann zu hause auch geweint, es hat ca. 3 wochen gedauert und er hat sich super eingelebt. er geht jetzt ohne zu weinen und ist total glücklich wenn ich ihn wieder abhole.
das er aber eine schlechte bindung hat weil er nicht dort sein will, glaub ich kaum. wir sind deshalb doch keine schlechten mütter, im gegenteil es zeigt doch das sie an uns hängen.
also ich würd es mal mit gehen versuchen, auch wenn es hart ist.
drück die daumen.

Beitrag von babysun1978 03.05.10 - 21:11 Uhr

Hi!

Also einen Tipp hab ich nicht für Dich, aber wohl einen Erfahrungsbericht aus unserer Gruppe.

Dort gibt es ein Kind, welches sich genau so verhalten hat wie Dein Sohn. Zum Zeitpunkt der Eingewöhnung auch ca im selben Alter. Die Eingewöhnung gestaltete sich so schwierig, dass die Mama schon aufgeben wollte. Konnte sie aber nicht, da sie eine Ausbildungsstelle gefunden hatte und dort anfangen wollte.

Sie zog das also - ZUSAMMEN mit der Erzieherin unserer Gruppe - durch. Heute weint besagte Kind zwar auch noch beim Abgeben und wenn er denn mal krank war und dann in die Einrichtung zurück kommt. Aber er hat eine gute Bindung zu unserer Erzieherin aufgebaut und macht inzwischen bei den Gruppenaktivitäten auch mit.

Ich denke dass Du dringend mit den Erzieherinnen und der Leitung sprechen musst, dass sie nicht bei jedem "Furz" anrufen. So was gab es bei uns gar nicht. Da weinte ein Kind auch mal eine Stunde durch (wie meine beim ersten Versuch der Eingewöhnung auch) aber es wurde eben nicht allein gelassen. Die Erzieherinnen waren da und taten ihre Arbeit mit Liebe.

Sprich mit der KIta!

LG und alles gute wünscht babysun

Beitrag von corinna3477958 03.05.10 - 21:16 Uhr

Hallo,

bei uns war es genauso. Habe auch einmal schon Krippe abgebrochen, weil es nicht ging.
Seit dem 1.3. geht er nun wieder zur Krippe und auch diesmal war es nicht einfach. Die erstenmale als ich gegangen bin hat er nur geschrien.
Es wurde dann auch immer besser. Wir sind jetzt soweit, dass er nur noch morgens kurz weint, wenn ich geh. Und heute war zum erstenmal, dass er gar nicht geweint hat wo ich gegangen bin...
Ich denke mal mit der Zeit wird es sicherlich besser. Ich hab auch von anfang an gesagt, dass ich ihn auf keinen Fall wieder raus nehmen werde. Ich denke auch, dass es nächstes Jahr dann nur noch schwieriger wird. Meine Mutter war selbst Kindergärtnerin und sie meinte es gibt einfach solche und solche Kinder. Es gibt auch Kinder, die gar nicht gern in den Kindergarten gehen egal wie alt sie sind.
Wichtig war mir nur, dass ich nicht den Eindruck habe, dass es ihm an die Psyche geht. Also das er sich zu Hause anders verhält oder nachts schlechter schläft. Ich glaube dann hätte ich es nicht geschafft....
Man will ja schließlich auch nur das beste für sein Kind.
Einen wirklichen Tipp kann ich dir nicht geben außer, dass du einfach durchhalten musst und auf dein Inneres hören solltest. Weil nur du weißt am besten ob es deinem Kind wirklich schadet die Krippe oder ob es einfach nur Trotzheulen ist....

Wünsch euch auf jeden Fall viel Erfolg und in ein paar Monaten lachst du darüber.... ;-)

Lg
Corinna

Beitrag von jumi08 03.05.10 - 21:18 Uhr

Hallo
naja das kenne ich aber allerdings habe ich das mit dem Spielkreis mitgemacht. Meine war 18 Mon alt ,und ich kann nur sagen durchhalten. Denn wenn du jetzt wieder aufgibst wird es immer schwerer für ihn. So hat meine Leiterin mir Mut gemacht und wir haben es nach fast nem halben Jahr geschafft das sie da bleibt. Aber einfach gehen kann ich bis heute nicht ich schleiche mich in einem Moment wo sie nicht auf mich achtet aus dem Raum. Meisten lenkt Monika sie ab und dann klappt das. Und der scheiß mit der Bindung nehm dir das nicht zu Herzen, dann müssten so viele Mütter etwas falls gemacht haben.... Es gibt Kinder die können das so und andere müssen sich erst daran gewöhnen und glaube mir es klappt.

Beitrag von elistra 03.05.10 - 21:54 Uhr

also die harte tour würde ich auf keinen fall durchziehen. das gibt doch nur nen knacks beim kind.

ich würde eher nochmal pausieren und dann neu starten. jetzt ist er ja schon "traumatisiert" weil du 3 mal gegen seinen wunsch weggegangen bist und wird nun genau drauf achten, ob du da bist oder nicht. er hat also keine chance, sich sicher zu fühlen und die umgebung und die menschen dort kennen zu lernen, er ist ja ständig auf der hut, das du ihn nicht dort allein läßt.

kannst du nicht nochmal zwei/drei wochen pause machen, und dann in aller ruhe, mit soviel zeit wie er sie braucht, von vorne starten? oder oma/opa/papa fragen ob sie die eingewöhnung übernehmen?

ich denke, wenn er sich von dir lösen kann, also bei oma/opa ohne dich bleiben kann. dann liegt es sicherlich nicht an der trennung als solche. sondern eher daran, das er in der kita keine vertrauten hat.

vielleicht braucht er einfach länger um zur erzieherin (ist es immer dieselbe?) soviel vertrauen aufzubauen, das sie dich vorrübergehend ersetzen kann. auch die umgebung ist ihm ja erstmal fremd. ich würde ihm einfach mehr zeit geben, ihm versichern, das du erstmal da bleibst, das er keine angst haben muss, das du plötzlich gehst. ich würde aber auch versuchen mich aus dem geschehen in der kita heraus zu halten. also ihn dazu anregen, wenn er etwas will, die erzieherin als ansprechpartner zu nehmen, mit den anderen kindern zu spielen. also einfach als ruhepool in der gruppe sitzen und nicht am geschehen teilnehmen, nimm dir nen gutes buch mit. so das er eben kontakt zu den anderen aufbauen muss um zu spielen/beschäftigung zu haben. und dann würde ich nicht sofort ganz aus der kita rausgehen, wenn ihr anfangen wollt ihn dort allein zu lassen, sondern erstmal gucken wie er reagiert, wenn du mal zum wc gehst oder auf den flur um dir nen kaffee oder sonst was zu holen. also viele kleine schritte gehen, also sofort so große zu machen.

Beitrag von fbl772 04.05.10 - 12:24 Uhr

Manche Kinder sind da einfach sensibler und da dauert es länger - mit Mamabindung an sich hat das weniger zu tun.

Unser Kleiner geht seit seinem 5. Lebensmonat in die Krippe und ist jetzt 23 Monate alt. Er ist also da reingewachsen, wie bei Geschwistern, wir hatten nur kürzere Phasen, wo er beim Abgeben geweint hat bzw. hat er dann nur kurz geweint. Je früher, desto "einfacher". Wenn wir zuhause sind, kann ich auch nicht alleine aufs Klo gehen - er will dann häufig auf meinem Schoß sitzen ... :-)

Wenn er gern isst, vielleicht gibst du ihn mal direkt zum Frühstück ab, so dass er sich dort direkt hinsetzt - das lenkt vielleicht ab?
Ich würde auf keinen Fall abbrechen, es dauert eben länger. Wenn er weint, nicht trösten wie "... ist doch gar nicht so schlimm hier", sondern ablenken. Es wäre auf jeden Fall gut, wenn sich eine der Erzieherinnen intensiver mit ihm beschäftigen könnte, so dass er erstmal nur eine Bezugsperson dort hat. Da müssen die schon mitziehen, das ist ihre Aufgabe.
Eine weiter Möglichkeit ist auch, dass der Papa die Eingewöhnung macht. Da gibt es häufig weniger Stress, als wenn Mama dabei ist ...

LG und Durchhaltevermögen!

B