Hilfe*Ich weiß nicht was ich machen soll* vorsicht lang

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von tabi 03.05.10 - 21:29 Uhr

Hallo ihr Lieben,
ich muss mich mal ausheulen.
Vorweg, bitte versteht mich nicht falsch, ich bin nichts lieber als Mama und auch N°2 war absolut geplant und ein Wunschkind ohne Wenn&Aber! Ich freu mich sehr auf meine Tochter.
Und ich schäme mich teilweise sehr für meine Gedanken und Zwänge#hicks
Aber mein Problem ist schlicht und hart gesagt, für mich ist die Schwangerschaft die Hölle.
Das war schon bei Julian so #heul
Es liegt nicht daran, dass es mir körperlich schlecht geht oder mich die Wehwechen stören, sondern mein Psyche darunter sehr leidet.
Ich habe seit dem Kindergartenalter eine Borderline- Persönlickeitsstörung inkl. Posttraumatischer Belastungsstörung und später kamen noch Zwangsstörungen und Esstörungen dazu.
Ich hatte eine schlimme Kindheit ohne jetzt zu sehr ins Detail gehen zu wollen und mein Leben lang zahlreiche verschiedene Therapien.
Meine Krankheit wird niemals weggehen, dennoch geht es mir soweit ganz gut, meine Symptome hab ich weitestgehend im Griff und ich bin stabil.
Aber schwanger zu sein ist enorm anstrengend und belastend für mich. Es kommen immer wieder Teile/Bilder meiner Kindheit und Jugend hoch, teilweise im Traum, an die ich mich nicht mehr erinnern wollte, ich leide unter Zwangsgedanken und -Handlungen, die mich einfach nicht loslassen und ich wache beinahe jede Nacht mit einer gewaltigen Panikattacke auf.
Ich habe auf Grund meiner Zwänge ein enormes Problem, dass ich meinen Körper "teilen" muss, dass ein anderes Wesen, Besitz von meinem Körper hat. Zudem leidet ich wg der ESS an der Gewichtszunahme..
Normalerweise bekomm ich solche Zustände am besten in den Griff in dem ich mich durch körperliche Anstrengung ablenke(Joggen,Boxen u.ä.). Ich darf aber nicht mehr arbeiten und muss mich schonen, wegen vorzeitigen Wehen#schmoll
Also auch kein Sport etc.
Ich wusste vorher, dass es diesmal wieder so sein kann. Beim Julian war die Schwangerschaft ähnlich belastend für mich. Aber es war nicht so extrem wie diesesmal.
Und das liegt wohl auch daran, dass mein Bruder drei Wochen nach der Geburt von Julian verstorben ist und ich seitdem extreme Angst habe noch jemanden zu verlieren.
Deshalb warscheinlich auch die Zwangsgedanken, die sich hauptsächlich darum drehen, dass ich Panik habe, mein Baby kommt nicht gesund und munter zur Welt oder stirbt bald darauf an SIDS.#zitter
Ich habe theoretisch noch circa 14 (lange)Wochen vor mir und ich kann langsam nervlich jetzt schon nicht mehr. Ich habe heute mal mit meinem Mann geredet und ich hab überlegt ob ich nicht einen geplanten Kaiserschnitt haben möchte...
STOP Ich bin eigentlich absoluter WSK-Gegner, Tragetuch- Mama, Langzeitstillerin und eben für eine entspannte natürliche Geburt.
Aber ein Kaiserschnitt wird eventuell drei bis zwei Wochen vorher gemacht und ich weiß dann eben ganz genau wann es vorbei ist. Bitte nicht falsch verstehen, ich weiß dass eine natürliche Geburt auf jeden Fall viel gesünder für mein Baby ist aber wenn ich ein festes Datum habe, kann ich darauf hinarbeiten, versteht ihr? Wie halt auf eine Zielgerade. Ich weiß dann eben ganz sicher wann es vorbei ist, die Hölle#heul und ich endlich meine hoffentlich gesunde Tochter in den Armen halten kann.
Ich schäme mich so und ich denke ich brauche einfach ein bisschen Aufmunterung. Wem geht es ähnlich wie mir? Und wie würdet ihr euch entscheiden?
Danke schonmal
Lg Tabi + Julian*12.04.2007 + Püntki 26.SSW

Beitrag von jd83 03.05.10 - 21:41 Uhr

Das klingt ja alles ganz schön nach einem Traumata und einer psychischen Erkrankung. Ich kenn das nur allzu gut, weil es in meiner Familie auch vorkam und ich deswegen selbst in Behandlung inkl. Kur war.

Bist du noch in ärztlicher Behandlung? Wenn nein, würde ich dir das dringend empfehlen, nicht zuletzt des Kindes wegen. Es merkt, ob du ein positives Grundgefühl hast oder ständig trauerst.

ich habe auch große Angst vor einem behinderten Kind, aber man muss versuchen immer positiv zu denken. Nicht alles im Leben kann man beeinflussen. Wir sind nicht Gott.

hast du liebe Menschen um dich, die dich auffangen? Mit denen du reden kannst? das hat mir sehr geholen. Zu wissen, nicht allein zu sein. Versuch die SS als das Schönste überhaupt anzusehen. Du schenkst einem Menschen ein Leben und kannst ihm ein schöneres Leben, als das Deinige, ermöglichen. Das allein sollte dir Kraft geben und Freude, alles besser machen zu können. Dennoch denke ich, dass du noch eine lange Behandlung brauchst, um dauerhaft stabil zu bleiben. Angststörungen usw. ist Volkskrankheit Nummer eins. Kein Grund sich zu schämen. Ist eher ne Stärke, wenn man sich behandeln lässt und zu sich steht.

Der Weg ist das Ziel...und alles hat seinen Sinn #klee

Viel Erfolg ... #liebdrueck

Beitrag von tabi 03.05.10 - 21:53 Uhr

Danke dir.
Ja ich bin in Behandlung und ich werde auch immer in wieder therapeutische Hilfe brauchen um stabil zu bleiben.
Ich versuche die SS als etwas schönes zu empfinden und manche Momente gelingt mir das auch. Wenn ich zum Beispiel das Wunder auf dem Ultraschall sehe und sehe es geht ihr gut oder wenn sie besonders aktiv strampelt. Meine Familei ist für mich da und besonders mein Mann unterstützt mich. Ich weiß dass ich stark sein muss und dass ich das auch bin, ich muss eben die Zähne zusammen beißen, denn keine SS dauert ewig.
Ich bin mir nur nicht sicher ob es für uns beide(mich und mein Baby) besser ist und eine Erleichterung wenn ich weiß, dann und dann wird sie geholt, dann ist es vorbei.
Danke dir
Lg Tabi

Beitrag von catch-up 03.05.10 - 21:43 Uhr

Als erstes: Du wirst mit Sicherheit eine gesunde Tochter in den Armen halten! Es gibt nichts, was dem entgegen steht!! #liebdrueck

So eine Schwangerschaft ist auch für Frauen, die nicht solch ein Schicksal wie du erlitten haben, psychisch belastend! Sicherlich nicht in diesem Umfang und oft gehts auch um eigentliche Lapalien (Gewichtszunahme). Aber in deinem Fall ist sie bestimmt auch eine Art Bewältigungstherapie! Körper und Seele sind nun mal schwer zu trennen und alles arbeitet eben zusammen!

Du schaffst das schon! Hast es ja schließlich schon einmal getan! #herzlich

Beitrag von tabi 03.05.10 - 21:56 Uhr

Danke.
Ja ich weiß. Keine SS dauert ewig#schwitz
Aber ich weiß einfach nicht ob ich mich für einen geplanten KS entscheiden soll. Einfach als absehbares Ziel des Weges und hoffentlich auch emotionale Erleichterung?
Lg Tabi

Beitrag von catch-up 03.05.10 - 22:03 Uhr

Naaaaa, kannst du dich nicht einfach erstmal dafür entscheiden und dann je nach dem, wie es dir geht, kurzfristig noch absagen?

Ich mein, 2 Wochen vor ET ist ja nu mal auch nicht viel! Unter Umständen kommt die Kleine eh früher (vielleicht sogar noch vor dem ES).

Beitrag von tabi 03.05.10 - 22:17 Uhr

Stimmt das wäre eine Möglichkeit. Das werde ich am Donnerstag meinem FA vorschlagen, da er ohnehin Belgarzt in der Taxisklinik in Müc ist, würde er den KS machen. Hoffentlich lässt er sich darauf ein#schwitz
Ja es geht nicht so sehr um die läpischen zwei Wochen, sondern eher um diese Gewissheit*so und so viele Tage hab ich noch vor mir, alles wird gut, cih schaff das noch bis dahin* Ich weiß halt noch wie es beim Großen war, dieses Warten und Warten und nicht genau wissen wann es soweit ist, dauert es noch zwei wochen oder vielleicht doch noch vier Wochen. Das hat mich zum Schluss echt fix und alle gemacht. Das war ab der 36.SSW dann nur noch Hölle und jeder Tag war ein einziger Kampf mit mir selber. ich hab jeden Tag geheult und heimlich gebetet dass es nicht allzulang übern termin geht.
Sorry.
#danke für deinen Zuspruch

Lg Tabi

Beitrag von catch-up 03.05.10 - 22:25 Uhr

Hehe, das hab ich auch schon!

Seit heut bin ich im muschu und nu dreht sich alles nur noch um die Geburt. Zum Ablenken ist nu nicht mehr viel da, deshalb denk ich laufend an die Geburt, und dass er sich doch nicht so viel zeit lassen soll! schrecklich!!! zieht sich wie kaugummi so ein tag!

Beitrag von tabi 03.05.10 - 22:34 Uhr

Ja der Beginn des MuSchu war furchtbar. Vorher hab ich jeden Tag circa 10 - 12 h gearbeitet und bin danach ins Bett gefallen, das hat mich ganz gut abgelenkt. Ab MuSchu war ich jeden Tag mit meinen Gedanken *alleine*.
Und jetzt hab ich schon seit der 22.SSW BV...:-[
Aber Kopf hoch du schaffst das schon. Wenn es dir gut geht lenk dich einfach in der Natur ab, geh spazieren oder Radlfahren oder so...
Das hat mir ganz gut geholfen, solange ich das noch konnte
Lg

Beitrag von 123lalelu321 03.05.10 - 22:04 Uhr

ich finde beides okay, kaiserschnitt oder natürliche geburt.
wenn du denkst, du schaffst das nicht anders, dann ist das so und dann ist es vollkommen in ordnung, dass du dich schützt.
wenn das aber ein kampf ist, den du eigentlich lieber kämpfen und gewinnen willst, damit du dich in zukunft stärker fühlen kannst, dann würd ich es durchstehen.

das ist aber natürlich rein subjektiv, da ich deine lage nicht von innen sehen kann.

sei lieb gedrückt und wenn du kein licht mehr sehen kannst für dich, dann hilft es manchmal sich ne kerze anzuzünden. damit es nicht so dunkel ist.

Beitrag von tabi 03.05.10 - 22:21 Uhr

#danke#liebdrueck
Für mich ist es kein Kampf, sondern mir ist nur wichtig dass es meinem Krümel gut geht. Und ich weiß nicht ob die Vorteile einer für mich geplanten erleichternden Geburt den Nachteilen eines KS überwiegen...?
Wie wichtig ist eine natürliche Geburt für mein Baby?
Oder ist es NOCH wichtiger dass es mir etwas besser geht und somit ihr auch?#kratz
Lg Tabi

Beitrag von pu-tschi 03.05.10 - 22:59 Uhr

Hey,

Du hast überhaupt keinen Grund Dich zu schämen- im Gegenteil, Du hast allen Grund, auf Dich stolz zu sein!
Du wusstest vorher, wie eine Schwangerschaft für Dich werden kann und hast es trotzdem auf Dich genommen- dazu gehört ganz viel Mut und Stärke. Meinen Respekt dafür!

Als Tip:
Mach doch mal nen KS- Termin aus. Dann weißt Du sicher, wann es vorbei sein KANN.
Am Termin selbst überlegst Du dann, ob Du´s machst oder nicht- vielleicht sagst Du dann ja, Du hältst noch etwas aus. Und wenn nicht, dann gibts halt nen KS- gibt Schlimmeres. Halt Dir einfach die Option offen.

Ganz liebe Grüße und viel Kraft (aber die hast Du ja schon),
Putschi

Beitrag von tabi 03.05.10 - 23:03 Uhr

#liebdrueck
Danke für deinen Zuspruch, das tut so gut.
Ich werde am Donnerstag bei der VS mit meinem FA darüber reden.
#danke
Lg Tabi

Beitrag von tm270275 04.05.10 - 07:17 Uhr

Hi Tabi,
in Deinem Fall würde ich das Thema WKS auf alle Fälle mit Deinem FA besprechen... ich würde auch immer eine spontane Geburt bevorzugen, aber es gibt einfach auch Fälle und Situationen, da macht ein KS sinn und ich denke, Dir würde ein WKS sicher helfen und Dir wenigstens ein "Enddatum" bescheren, an dem Du Dich "festhalten" kannst...

Ansonsten kann ich leider auch nicht viel sagen, kenne mich mit diesen Störungen nicht so gut aus, aber alleine beim lesen stellt es mir eine Gänsehaut auf und es tut mir wirklich leid, dass Du gerade eine so schwierige Zeit erlebst, wo doch schwanger sein der schönste Zustand der welt sein könnte (jedenfalls für eine bestimmte Zeit) ;-)

Alles Gute weiterhin!!
Tessa #klee#klee