Psychologen/ Psychiater, wo nimmt man das Vertrauen her?

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Beitrag von stellamarie99 04.05.10 - 13:10 Uhr

Hallo,

ich lese hier bei Urbia oft von Leuten, die Psychotherapeuten aufsuchen, oder denen auch gleich geraten wird, zu einem zu gehen.

Auch bei Kindern wird schnell mal der Tipp gegeben, einen aufzusuchen.

Woher wissen die Psychologen, was hilft, aus Schul- und Lehrbüchern? Sie haben das studiert, ja, aber jeder Mensch ist doch anders?

Gehen sie dann immer nach Schema F vor?

Und was passiert mit den Patienten, die nicht auf Schema F reagieren?

Und wo nimmt man als Patient das Vertrauen her? Man setzt sich hin und fängt an, intime/ private Details aus seinem Leben zu berichten in der Hoffnung, dass jemand Fremdes helfen kann. Normalerweise tut man sowas nicht, nur weil er ein Therapeut ist?

Hab schon einige bei der Arbeit beobachten dürfen ;-) und hab mich immer wieder gefragt, warum sie diesen Beruf überhaupt gewählt haben.

Keiner hatte wirklich ein Gefühl dafür, was er tat, konnte sich nicht wirklich in Situationen hineinversetzen, irgendwie immer nur Schulbuchpsychologie ohne Horizonterweiterung...

Muss man nicht gerade in diesem Beruf sehr feine Antennen für die Menschen haben, sozusagen, berufen sein dazu?

LG

Beitrag von papazei 04.05.10 - 13:16 Uhr

Wie bist du eigentlich zu diesem Thema gekommen ?

Warst du shcon mal bei einem ?

Wenn du zu einem hingehst, scheint ein bedürfnis da zu sein oder ?

bezweifle ich bei anderen Berufen, dass sie dazu ,,BERUFEN´´ sind...ihre Jobs zu machen ?

Wie machen sie das ? Na ja, sie haben dafür lange genug studiert, Praktika absolviert ? Gesprächstechniken geführt...worum geht es dir denn genau ?

Wenn die Leute so schlecht wären, dann hättes nicht ein risiges Mangel gegeben...wenn man heute einen Therapueten sucht..warte man oft Monate dadrauf..d..h. anscheind sind sie nicht schlecht oder ?

und insbesondere wer bestimmt..ob eine Therapie richtig oder falsch läuft ? der Klient ?

worum geht es dir denn genau ?

Beitrag von gh1954 04.05.10 - 13:50 Uhr

>>>Keiner hatte wirklich ein Gefühl dafür, was er tat,<<<

Und das kannst du beurteilen?

Zu welcher Gelegenheit konntest du einige bei der Arbeit beobachten?

Beitrag von sneakypie 04.05.10 - 14:03 Uhr

Hallo,

ich weiß auch gerade nicht, worauf du eigentlich hinauswillst.
Entweder, man ist mit dem Therapeuten auf einer Wellenlänge oder eben nicht. Das merkt man in der Regel innerhalb der fünf "Freistunden". Und wenn man dorthin geht, ist der Leidensdruck in aller regel groß genug, um einer sympathischen, ausgebildeten Fachkraft das zu erzählen, was sie wissen muss, um einem zu helfen.

Da ich die Ausbildung inbesondere bei der Behandlung psychischer und psychosomatischer Beschwerden wichtig finde, hab ich mir eine medizinische Psychotherapeutin gesucht, keine psychologische. Die hat mE die fundiertere Ausbildung. Ist natürlich Geschmackssache und kommt aufs Krankheitsbild an.

Zwar ist jeder Mensch anders, aber bestimmte Krankheiten funktionieren nach einem bestimmten Schema - auch psychische. Bestimmte Voraussetzungen führen zu bestimmten Verhaltensweisen, Konflikten, etc. Das sind nicht zuletzt Erfahrungswerte. Psychologie wird nicht im luftleeren Raum "konstruiert".

Glücklicherweise stehen zumeist mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, wie mit einer Konfliktsituation umzugehen ist. Gemeinsam mit dem Patienten wird entwickelt, welche er ausprobieren möchte. Und wenn was nicht klappt, wird ja eruiert, warum es nicht klappt.

Abgesehen davon finde ich es immer etwas merkwürdig, wenn komplette Laien sich anmaßen zu wissen, ob eine psychotherapeutische Behandung Erfolg hat, wenn nicht sie diejenigen sind, die behandelt werden. Und wenn eine Behandlung keinen Erfolg hat, muss das nicht zwangsläufig daran liegen, dass der Therapeut "schlecht" ist, sondern auch sehr oft daran, dass der Patient nicht gewillt ist, wirklich etwas zu ändern- man hat es sich im eigenen Leid ja ganz bequem eingerichtet. Oder: die Krankheit ist einfach derart schwerwiegend, dass es mit einer einzelnen Therapie-Episode nicht getan ist. Viel von dem, was eine Therapie bewirkt, ist nach außen hin nicht (sofort) sichtbar, sondern es werden verkrustete Strukturen im Innern aufgebrochen. Und das kann Jahre dauern.

Außerdem brüsten sich manche Patienten geradezu damit , wie sehr sie ihre Therapeuten hinters Licht geführt hätten. Abgesehen davon, dass das natürlich latente Größenphantasien mit fragwürdiger Aussagekraft sind, find ichs asozial. Dann sollen sie die raren Therapieplätze doch denen überlassen, die gewillt sind, an sich zu arbeiten.

Gruß
Sneak

Beitrag von engelchen1989 04.05.10 - 15:06 Uhr

Irgendwie kommt es mir so vor, als wenn du ein paar Mal schlechte Erfahrungen gemacht hast und nun alle Psychiater und Psychologen über einen Kamm scherst.

Ich war einige Wochen in einer Therapie und habe mich dort eigentlich sehr wohl gefühlt. Sie ist am Anfang gar nicht auf das Thema wegen dem ich dort war eingegangen sondern hat sich bemüht mich ein wenig kennen zu lernen. Manchmal hat sie mit mir auch einfach über den Alltag gesprochen. Ich bekam Tipps von ihr mit denen es mir leichter gefallen ist mich zu entspannen und einen einigermaßen klaren Kopf zu bekommen. Nach den ersten paar Sitzungen hatte ich genug Vertrauen zu ihr um ihr Dinge anzuvertrauen die bis heute nicht mal meine Eltern wissen.
Und sie hat mir sehr gut geholfen!

Ich kenne mich mit dem Berufsbild gar nicht aus, weiß nicht was man in seinem Studium lernt und welche Voraussetzungen es gibt um überhaupt eine Praxis aufmachen zu dürfen, aber die meisten Psychologen sind wirklich gut und gehen keines Falls immer nach Schema F vor.
Man erzählt in einer Therapie doch unheimlich viel von sich selbst, der Psychologe beobachtet dich und merkt wie du in bestimmten Situationen reagierst, wie sich dein Verhalten verändert wenn du von einem bestimmten Thema erzählst. Und darauf reagiert der Psychologe doch.

Natürlich ist jeder Mensch anders. Ein Psychologe weiß das vermutlich besser als viele anderen. Sie lernen eben auf den Menschen der vor ihnen sitzt ein zu gehen. Ich habe am Ende meiner Therapie oft das Gefühl gehabt, dass mich diese Frau besser kennt als ich mich selbst. Sie war nicht wie ein kühler Arzt oder irgendwie arrogant. Ich hab mich bei ihr von Anfang an wohl gefühlt.
Es kommt natürlich vor, dass man mit einem anderen Menschen einfach nicht gut umgehen kann, dann hat man ja aber immer noch die Möglichkeit sich nach einem anderen Platz umzusehen.

"Keiner hatte wirklich ein Gefühl dafür, was er tat, konnte sich nicht wirklich in Situationen hineinversetzen, irgendwie immer nur Schulbuchpsychologie ohne Horizonterweiterung..."

Wenn ich deinen Thread richtig verstehe hast du nicht Psychologie studiert, sonst wüsstest du die Dinge die du hier fragst ja schon. Wie aber kommst du dann auf so eine Unterstellung?
Woran hast du so gut erkannt, dass das alles Schulbuchpsychologie war und woher wusstest du was in dem Kopf des Psychologen vorging?
Das wäre wirklich interessant zu wissen.

Beitrag von simone_2403 04.05.10 - 18:49 Uhr

Hallo

>>Hab schon einige bei der Arbeit beobachten dürfen <<

Diese Aussage halte ich für schlichtweg gelogen.Kein Psychologe,Psychotherapeut oder Psychoanalytiker würde dich bei seiner Arbeit zusehen lassen.Nicht mal mit einer Verschwiegenheitserklärung und den Grund hierfür kann ich dir auch liefern,es würde dem Vertrauensverhältnis absolut entgegen sprechen.

Psychologen haben natürlich studiert und natürlich richten sie sich auch nach dem erlernten,allerdings nicht ausschliesslich und bislang kenne ich keinen der nach dem von dir beschriebenen Schema F vorgeht.

Bevor es überhaupt zur Behandlung kommt in dem du die so schön erwähnten intimen Details anbringst,erfordert es eine genaue Analyse um überhaupt festzustellen was Sinn macht und was nicht.Das erfolg in der Regel auch nicht bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten sonder zu allererst bei einem Psychoanalytiker.Dieser verweist dann an Kollegen die er für berufen hält sich dem Problem des Patienten anzunehmen.Bis sich dann zwischen diesen beiden ein Vertrauensverhältnis aufbaut vergehen wieder einige Termine.

In einem allerdings muss ich dir uneingeschränkt recht geben.Man muss zu diesem Beruf tatsächlich berufen sein.

Gruß

Beitrag von pupsismum 04.05.10 - 19:08 Uhr

>>Das erfolg in der Regel auch nicht bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten sonder zu allererst bei einem Psychoanalytiker.Dieser verweist dann an Kollegen die er für berufen hält sich dem Problem des Patienten anzunehmen.<<

Da muss ich dir wiedersprechen. In den 15 Jahren meiner Arbeit im Bereich Psychiatrie, ist keiner unserer Patienten vorher zu einem Psychoanalytiker gegangen, um dann weiter überwiesen zu werden. Aber es gibt viele Fachärzte für Psychiatrie oder auch Psychologische Psychotherapeuten, die diese Zusatzausbildung haben. Aber der Behandlungsablauf steht nicht zwangsläufig mit dem Psychoanalytiker an erster Stelle.

In der Regel wenden sich die Patienten erst mal an ihren Hausarzt.

Grüßle
p

Beitrag von simone_2403 04.05.10 - 19:15 Uhr

Hallöle

Ich kenn das so Hausarzt>Psychoanalytiker>Psychologe/Psychotherapeut#hicks Die meisten HÄ schicken zur Diagnostik zum Analytiker,zumindest bei uns #kratz Behandlungsablauf ist ja individuell.

Ihre Aussage allerdings sie hätte zugesehn...da schwillt mir die Krawatte #schein

Grüßle ;-)

Beitrag von pupsismum 04.05.10 - 19:24 Uhr

Ja, manchmal gibt es da regionale Traditionen beim Ablauf bzw. Zuweisen. Wie bei uns z.B. wo alle Kinderärzte behaupten, eine Logopädie-Verordnung dürfe nur der HNO-Arzt ausstellen, so ein Blödsinn.

Egal, wichtig ist ja, dass der Patient am Ende gut behandelt wird. ;-)

Die Krawatte schwillt mir nicht nur bei der Aussage. ;-)

Aber nach Lesen des Ausgangsposts habe ich beschlossen, es ist mir die Mühe nicht wert, näher drauf einzugehen. Perlen vor die Rüsseltiere und so. #schein

Beitrag von simone_2403 04.05.10 - 19:36 Uhr

>>>Perlen vor die Rüsseltiere und so<<<

Wo du recht hast,haste recht ;-)

Schönen Abend noch,ich hau mich auf die Couch #ole

Beitrag von unipsycho 04.05.10 - 21:31 Uhr

hmmm#kratz

Vielleicht hat sie ja ne Ausbildung als Ergotherapeutin, Krankenschwester oder sowas und arbeitet in einer psychotherapeutischen Klinik.
Vielleicht erlebt sie da Therapien, oder Patienten erzählen ihr davon...

Oder sie hat selbst schon Therapien gemacht. Oder sie verwechselt Lebensberatung mit Psychotherapie. Oder sie wollte nur provozieren... #schein

Meine Schwester ist auch so eine, die findet, dass Psychologen einen an der Waffel haben und mit ihrem Geschwafel keinem wirklich helfen könnten, weil doch Kindheitskonflikte nichts mit dem aktuellen Leben zu tun haben
#augen Sie kommt mit allem auch so gut klar... ;-)

Sie hat Nebenfach Psychologie studiert und es ist schon ganz schön anstrengend als jemand, wie ich, der sehr weit in die Tiefe geht, sich mit so jemanden zu unterhalten. Da muss ich dann immer wieder oberflächliche Fehler und Pauschalisierungen aufdecken. Und ICH mit meinen beschränkten verbalen Fähigkeiten stoße dann mal fix an meine Grenzen.

Deswegen werde ich mich auf die Diskussion von Stellmarie auch nicht einlassen - zumal sie sich nicht weiter äußert. #contra