Nicht ganz ernstzunehmen...aber ein wenig Wahrheit steckt wohl drin:-9

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von yamyam74 04.05.10 - 19:27 Uhr

Wir sind Helden!

Wenn du NACH 1975 geboren wurdest, hat das hier nichts mit dir zu tun!
Aber du solltest trotzdem weiterlesen.
Schon allein, um zu verstehen, warum die PAMPERS-Generation (zu der du vielleicht auch gehörst) keine Helden hervorbringen wird.

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt mit Farben voller Blei und Cadmium.
Das Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.
Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Finger,
und auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.
Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.
Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach
einigen Unfällen klar.
Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen.
Niemand wusste, wo wir waren und wir hatten nicht einmal ein HANDY dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen uns Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. NIEMAND HATTE SCHULD AUSSER UNS SELBER!

Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht". Kannst Du Dich noch an "Unfälle" erinnern?

Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte die Erwachsenen nicht besonders.

Wir aßen ungesundes Zeug (Schmalzbrote, Schweinsbraten usw.), keiner scherte sich um die Kalorien und trotzdem war keiner fett. Wir tranken Alkohol und trotzdem wurde keiner alkoholsüchtig. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo64, X-Box, Video-Spiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video und DVD, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms, Jahreskarten im Fitness-Club, Handys etc.

WIR HATTEN FREUNDE!

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu denen nach Hause und klingelten. Manchmal gingen wir auch ganz einfach so hinein. Ohne Termin und Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns

Wie war das nur möglich?
Wir dachten uns Spiele selber aus. Wir aßen Würmer und es traf nicht ein, dass die Würmer in uns weiterleben. Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Fahrräder (nicht Mountain-Bikes) wurden von uns selber repariert.
Wir hatten noch Mofa´s
(Malaguti Ronco, Zündap ZD25,Kreidler Flory...) und keine Plastik-Japanesen-Roller.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte damals nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Wir bumsten quer durch den Gemüsegarten, hatten jede Menge Sex. Wir wussten zwar nicht immer, wer gerade mit wem, aber das war egal. Wir mussten uns nicht Pornos aus dem Internet laden, wir machten sie selber.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken.

Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat war klar, dass die Eltern ihn nicht automatisch aus dem Schlamassel herausholen. Im Gegenteil: Sie waren oft der gleichen Meinung wie die Polizei.

Na so was !
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.

Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit allem mussten wir umgehen, wussten wir umzugehen!

Und du gehörst auch dazu?!
Herzlichen Glückwunsch!

Geboren nach 1975 SO, JETZT WISST IHR WARMDUSCHER DAS AUCH!

Geboren vor 1975: Wir sind HELDEN! ...

:-))))))))))))))))))))))

Beitrag von altehippe 04.05.10 - 19:41 Uhr

das mochte ich gerne lesen, danke:-)

Beitrag von yamyam74 04.05.10 - 19:46 Uhr

Bitte bitte:-)

Beitrag von snuffle 04.05.10 - 20:30 Uhr

Ich bin nach 1975 geboren, hab meine Kindheit und Jugend aber so ziemlich genauso verbracht!

LG

Beitrag von kueckchen 04.05.10 - 22:18 Uhr

wollt ich auch grad sagen - vlt aber auch nur deshalb so ähnlich weil 2 meiner Brüder von 1970+1972 sind!

Beitrag von meckikopf 04.05.10 - 23:49 Uhr

Hallo,

das kenne und kannte ich schon, aber immer wieder sehr, sehr schön zu lesen! #verliebt:-)#freu#cool

Ich selber bin VOR 1975 geboren - und von daher trifft das meiste auch auf mich und meine Generation zu (wie gesagt, das meiste - nicht ALLES!)


Gruß

Beitrag von estelle75 05.05.10 - 08:45 Uhr

Hey!!!

Ich bin ein 75er und genauso lief es bei mir früher ab. Und Du glaubst gar nicht wie oft ich meinen Kids davon erzähle und es als Beispiel anführe.
Und wie oft habich mich mit überfürsorglichen Elternauf Elternabenden rumgeschlagen, die meinen Ihre Kids vor allem beschützen zu müssen.

Ich wünschte mir, meine Kids könnten genau SO leben.
Denn auch wenn sie nicht alles haben ( Playstation und Co.) wissen sie oft einfach ix mit sich anzufangen.
Und einfach so zum Freund gehen ist auch doof, denn der hängt vorm PC ist am chatten und brennt sich nebenbei noch ne CD.

Und glaubt mir....es wird nicht besser.

LG J.

Beitrag von yamyam74 05.05.10 - 09:21 Uhr

Hm, unsere Großen (15 und 16,5 Jahre), haben alles, was Computer und Konsolen angeht (vom eigen gesparten gekauft und von Ferienjobs), aber sie gehen trotzdem mit den Kumpels raus auf den Bolz, in die Stadt, ins Kino und und und
Wir haben klare Regeln von klein an vorgegeben, die leben sie auch jetzt noch nach, aber wir versuchen, sie loszulassen, immer dem Alter entsprechend natürlich, damit sie selbst lernen, Entscheidungen zu treffen.

Ich höre das immer hier so viel, das die Kids nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen und verstehe das nie so wirklich, da auch die Freunde unserer Großen nicht so sind.

Beitrag von steinchen80 05.05.10 - 08:56 Uhr

Hallo,

Das ist wirklich schön zu lesen, ich bin auch so aufgewachsen, obwohl ich erst 1980 geboren....

ABER,

Warum packen ausgerechnet diese "Helden" ihre Kinder jetzt so in Watte ?


Steinchen

Beitrag von yamyam74 05.05.10 - 09:17 Uhr

Warum packen ausgerechnet diese "Helden" ihre Kinder jetzt so in Watte ?

Ja, das frage ich mich auch immer???
Sie haben Angst, etwas falsch zu machen. Zu viele gut gemeinte Ratgeberbücher, Zeitschriften.... da sollte man erst gar nicht reinlesen...
dann die ganzen TV Sendungen, was für Kinder gut ist und was nicht....

Beitrag von mansojo 05.05.10 - 09:32 Uhr

hallo,

weil jede eneration ihre eigenen fehler machen muss

damit die nächste es besser machen kann

lg manja

ps:ich bin 75 jahrgang

Beitrag von steinchen80 05.05.10 - 11:25 Uhr

Das ist doch Quatsch !

Ich denke, das liegt an den Medien.

Ihr seid / wir sind ohne diese ständige Zudröhnung, Zurechtweisung, Vorschreibung, Ratgeber, Tipps der Medien aufgewachsen.

Jetzt will man alles richtig machen, genau so wie es einem in den Medien (egal welche) "vorgeschrieben" wird.

Mit Fehlern machen hat das nix zu tun und so hab ich das auch nicht gemeint.

Die Welt dreht sich einfach weitern und sicher war die "Freiheit" die wir hatten wundervoll, aber heute sind doch viele Sachen so gar nicht mehr realisierbar.

Steinchen

Beitrag von mansojo 05.05.10 - 13:40 Uhr

nein das mein ich ganz ernst

die generation meiner eltern hatte erziehungsstile die ich niemals gutheißen würde
meine eltern sind nachwievor davon überzeugt wirklich alles richtig gemacht zu haben
schließlich sei aus ihren töchtern was ordentliches geworden


ob unser erziehungstil der richtige ist weiß ich noch nicht
mein mann und ich fühlen uns gut dabei

aber wie heißt es so schön "hinterher ist man immer schlauer"

lg manja

Beitrag von lisasimpson 05.05.10 - 14:12 Uhr

"Jetzt will man alles richtig machen"
denkst du das wollte man "damals" nicht auch?

Gerade die Generation, die uns 70er- jahre -kinder erzogen hat, wollte doch UUUnbedingt alles besser machen (und das hieß: anders als ihre Eltern).
austausch darüber, was Erziehung damals bedeuet war ein wichtiges feld.
stundenlange gespräch in selbsterfahrungsseminaren oder den elterngremien der Kitas inklusive
das heißt halt heute "urbia" oder "super nanny"- aber der wunsch nach austausch, Erfahrung und Information über "erziehen heute" war ebenso groß.


lisasimpson

Beitrag von marion2 05.05.10 - 10:50 Uhr

Hallo,

"Kannst Du Dich noch an "Unfälle" erinnern?"

Ja!

Gruß Marion

Beitrag von lisasimpson 05.05.10 - 10:55 Uhr

ich bin zwar Jahrgang 77- aber damals wie heute schrieben nur die dummen kinder "mofa´s" mit dem Deppen-Apostroph (das Wort ist allerdings neueren Datums:)

so- und jetzt beschimpft mich weiter als Warmduscher:-p


lisasimpson

Beitrag von frau_e_aus_b 05.05.10 - 14:30 Uhr

Kannte ich zwar schon, aber immer wieder gut....

Ich bin zwar ein Kinder der 80er ('83), aber vieles von diesen Dingen haben wir auch gemacht/erlebt.

Ach war das ne schöne Zeit ;-)

Lg
Steffi

Beitrag von olivia76 05.05.10 - 16:14 Uhr

Ja, ja, die gute alte Zeit#verliebt

Da hast Du's als 1974 Geborene ja grad noch geschafft:-p

Aber ich hab mir allerdings auch die frage gestellt, warum diese "Helden" (bin im übrigen auch relativ unbeaufsichtigt und selbständig aufgewachsen) heute ihre Kinder anders großziehen...

...vielleicht weil vieles von damals auch einfach Mist war (unangeschnallt Auto fahren, giftige Lacke im Kinderzimmer, freizugängliches Bleichmittel für alle - also ob man das so verklären muss...)

Dein Kind kommt erst noch...oder?

Warten wir mal ab;-)

Verwegene Grüße,
O.

PS: Wenn ich mir vorstelle, meine Kinder würden die Sachen machen, die wir früher so getrieben haben. Das will ich dann aber bitte auch nicht wissen!

Beitrag von olivia76 05.05.10 - 16:17 Uhr

Ach ne, jetzt hab ich grad weiter oben gelesen, dass Du ja schon Kinder hast, das konte ich beim Blick auf Deine K so schnell nicht erkennen.

Dann brauchen wir also nicht abwarten;-)

O.

Beitrag von yamyam74 05.05.10 - 16:30 Uhr

Ja, mein Kind kommt erst noch, aber es ist mein 6. und nicht mein 1. Kind, also muss ich da nicht abwarten;-)

Ich denke mal, es gibt Dinge, die früher nicht besser waren, wie giftige Stoffe und so weiter.

Aber ich finde, viele Mütter übertreiben es einfach heute viel zu sehr mit der Fürsorge und damit, ja alles richtig zu machen.
Ich meine, es gibt zu viele "Ratgeber", egal ob im TV oder als Buch oder als Zeitschrift...

LG

Beitrag von olivia76 05.05.10 - 16:54 Uhr

Ja, im Grunde hast Du da recht. Die Eltern heute vertrauen eher einem Ratgeber als ihrem eigenen Instinkt (der ja immerhin mehrere zehntausend Jahre bereits ausgezeichnet funktioniert hat).

Ich hab auch verstanden, wie Du das gemeint hast, aber die Frage, warum das dann nicht bei den eigenen Kindern fortgesetz wird, wenn's doch sooo toll war, DAMALS, ist mir einfach sofort in den Kopf gekommen. Und tatsächlich wird Überbehütung ja auch eher den älteren (also -wenn Du die Grenze da gerne ziehen willst- evtl. VOR '75 geborenen) (meist) Müttern vorgeworfen. Wär ja auch echt schön, wenn unsere Kinder heute idyllisch (ich sag mit Absicht nicht "so idyllisch wie damals"-das war's nämlich auch nicht. Da lagen ganz andere Sachen im argen) aufwachsen könnten.

Dass Du schon fünf (#ole) Kinder hast hab ich mittlerweile mitbekommen, siehe meine Antwort an mich. #schein

Gruß,
O.

Beitrag von yamyam74 05.05.10 - 17:03 Uhr

Deine Antwort kam ja nach meiner:-)

Überbehütung kenne ich nicht von zu Hause.
Zum Thema, keine Anschnallgurte, kann ich sagen, früher gab es einfach viel viel weniger Autos und Verkehr. Meine Mutter sagte letztens erst, wenn wir in den Urlaub gefahren sind, konnte es vorkommen, dass wir für sehr lange alleine auf der Bahn oder mit nur ganz wenigen da waren.
Es gab keine Anschnallgurte, also musste da auch keiner drüber nachdenken, dass ich im Auto gelegen habe und geschlafen habe.

Meine Kids wachsen idyllisch auf und ich tat dies auch. Jedes Jahrzehnt hat seine Probleme, das ist ein anderes Thema.

Aber ich bin der Meinung, viele Mütter machen sich die Probleme erst selbst.

Beitrag von olivia76 05.05.10 - 17:23 Uhr

Du musst über Dir gucken, da kam meine Antwort vor Deiner:-D

Mit Überbehütung hab ich die heutigen Mütter Mitte dreißig gemeint, also die, die damals so frei waren und heute ihre eigenen Kinder in Korsette zwängen.

Unangeschnallt Auto fahren gibts bei mir nicht. Nicht, weil ein Unfall so wahrscheinlich wäre, sondern weil ich es mir niemals verzeihen könnte, wenn meine Kinder dadurch unnötig zu Schaden kämen.

Aber das sind auch alles Sachen, über die braucht man nicht zu diskutieren. Wie gesagt, was Du damit sagen wolltest hab ich denke ich schon verstanden und sehe das eigentlich auch ähnlich. Ich finde es nicht verwerflich, sich über Kinderentwicklung (z.B.) schlau zu machen, wenn man ein Kind bekommt. Das tun viele nicht, die es besser täten. Nur hat man als Mutter oder Vater eben auch noch einen Bauch und ein Herz, die meistens auch ganz gut Bescheid wissen, was für Kinder gut ist.

Ach, ich muss ja zugeben, dass ich selber ne ziemliche Kontrolltante war (und wohl auch immer noch bin), das hat sich aber mit dem zweiten Kind deutlich gebessert. ALso wer weiss... NEIN, bei mir werden's garantiert keine sechs! #schock ..obwohl, ein Mädchen hätt ich schon gerne noch.

LG,
O.

Beitrag von yamyam74 05.05.10 - 17:55 Uhr

Ich würde meine Kinder auch niemals ohne Kindersitz oder unangeschnallt mitnehmen... das habe ich ja auch nie behauptet.
Ich meinte, in meiner Kindheit gab es auf den Rücksitzen noch gar keine Anschnallgurte, die kamen da ja erst nach und nach.

Nö, ich habe noch nie einen Ratgeber gelesen. Ich komme selbst aus einer Großfamilie, mein Mann auch. Irgendwie war ich schon immer so der Muttertyp.

Nicht jeder kann sich vorstellen, so viele Kinder zu haben, deshalb sind wir ja in der "Unterzahl":-)
Ich könnte mir halt nicht vorstellen, nur 1 oder 2 Kinder zu haben. Das wäre mir einfach zu langweilig *hörtsichbescheuertanichweiß*, aber ich brauche diesen großen Trubel einfach um mich herum. Allerdings verstehe ich Menschen nicht, die mit ganz wenig Geld auskommen müssen oder von Hartz4 leben und dennoch viele Kinder bekommen. Das hätte ich nie gemacht, auch wenn es mir schwer gefallen wäre. Natürlich kann jeder arbeitslos werden, aber wenn ich von vornerein in einer solchen Situation bin, muss ich nicht viele Kinder bekommen, die es sau schwer haben dann.