Not-KS verarbeiten

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Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von sonne312 05.05.10 - 07:39 Uhr

Hallo, ich hatte von 5 Wochen einen Not-KS und wollte mal fragen, ob hier noch jemand einen Not-KS hatte und was euch geholfen hat diesen zu verarbeiten.

Meine Gedanken kreisen noch sehr oft um diesen Tag. Ich muß daran denken, wie sie mich nur noch geschnappt haben und auf diese Transport-Liege geschmissen haben und dann auf den OP-Tisch und dann nur noch diese Narkose-Maske auf mein Gesicht gedrückt haben und dann wurde es dunkel um mich. Und das Schlimmste war ja auch, dass sowohl mein Kind als auch ich in Lebensgefahr waren. Er vor der Geburt und ich nach der Geburt. Bei mir hat nach der Geburt ein Lungenflügel nicht mehr richtig gearbeitet und darum hatte ich nur noch eine Sauerstoff-Sättigung von 80 % im Blut. Darum mußte ich eine Nacht auf der Intensiv-Station verbringen und habe mein Kind das 1. Mal erst nach 19 Stunden gesehen.

Das alles ist sehr belastend für mich. Eine Hebamme hat mir geraten immer wieder darüber zu reden. Das habe ich auch gemacht, aber irgendwann hatte ich alles diese schrecklichen Erlebnisse erzählt und doppelt und dreifach will das ja keiner hören. Ich hoffe die Zeit wird mir dabei helfen dies alles zu verarbeiten.

Was ich nur so blöd finde sind immer diese Sprüche: "Aber jetzt gehts euch doch gut!" und "Sei doch froh, dass alles gut gegangen ist!" Ja, ich bin froh, dass alles gut gegangen ist, aber diese Sprüche nerven trotzdem. Wer so was auch durchgemacht hat, versteht was ich meine.

Was hat euch bei der Verarbeitung solcher Erlebnisse geholfen?

LG Sonne

Beitrag von 4kinder 05.05.10 - 07:45 Uhr

Am besten zum Therapeut!

Man das war ja echt eine Schlimme Geburt.

Alles Gute für euch#liebdrueck

Beitrag von brautjungfer 05.05.10 - 08:09 Uhr

hallo,

hab ähnliches durch. hat auch einige Zeit gedauert bis ich es verarbeitet habe. das Beste ist du redest viel drüber.
wenn du magst, schreib mich doch per VK an.

lg

Beitrag von nisivogel2604 05.05.10 - 08:54 Uhr

Wenn du reden möchtest dann schreib mich über PN an. Ich habe mich beim dritten Kind entschädigt. Und konnte diese: sei doch froh das dein Kind gesund ist Sprüche nicht mehr hören.

lg

Beitrag von 19jasmin80 05.05.10 - 09:04 Uhr

Hi Sonne

Ich hatte 2006 einen Not-KS. Ich kann Dir nur empfehlen darüber immer wieder zu reden und wenn Du niemanden hast, schreib es nieder, immer und immer wieder oder lese das Niedergeschriebene immer wieder.
Es muss raus bevor Du meinst dran zu ersticken.

Mir half auch die Zeit drüber hinweg und eben wirklich die Tatsache, dass der Not-KS das einzig beste für meinen Zwerg und mich war. Heute wissen wir, dass er sonst nicht da wäre. Damals war mir das nicht bewusst. Daher bin ich nur noch dankbar um die Möglichkeit eines KS.

Drück Dich lieb #liebdrueck
es benötigt seine Zeit.
Gruß Jasmin

Beitrag von leseratte.0232 05.05.10 - 09:46 Uhr

Guten Morgen!

Ich habe meine zweite Tochter auch vor 5 Wochen per NK entbunden!
Ich muß zwar sagen, daß ich damit eigentlich sehr gut zurecht komme, aber das verpackt jeder halt anders.Außerdem geht es ja vielen auch so, daß sie das "richtige" Geburtsgefühl oder die fehlende "Leistung" (ja manche sehen das so) der Geburt vermissen.
Da ich aber meine erste Tochter normal Entbunden habe, ist das bei mir vielleicht anders?#kratz
Ich war am Ende froh über den NK, denn die künstlichen Wehen waren um etliche Dimensionen schlimmer als die normalen!#zitter#schwitz
Allerdings war der Weg bis zur Vollnarkose echt der absolute Horror!
Wenn alles so schnell geht, ist das ja doch sehr beängstigend, findet Ihr nicht auch?
Aber am schlimmsten fand ich die OP-Vorberitung mitzuerleben.Dieses nicht gerade vorsichtige "Bauchbepinseln", das Festschnallen (wenn man ja immerhin noch weiter alle 2 Minuten Wehen hat!!!) und jemanden der unfähig ist das Metallgestell für das OP-Tuch zu befestigen!!!
Am liebsten hätte ich es selber gemacht!!!#aerger:-[

Und mein Mann stand draußen in voller OP Montour (Anästhesist meinte PDA würd gehen-Chefarzt sagte "der kommt hier nicht rein!):-[
Er wollte keine Zeit verlieren -und ich wollte endlich die Narkosemaske und das Mittel zum aussetzten der Wehen!

Naja, aber Unsere Süße war wohlauf und wunderschön#verliebt
Was wololte ich mehr?
Nichts!

LG
leseratte

Beitrag von nici.c.v. 05.05.10 - 09:49 Uhr

Ich hatte vor 6 Wochen einen Not-KS ohne den mein kleiner Mann nicht mehr am leben wäre und es macht schon viel das KH aus - mir gehts muss ich echt sagen super ich hab auch nicht mehr dran zu knabbern, manchmal kommts hoch wenn ich erzähle aber es verfolgt mich nicht.

Mir hat geholfen das nachgespräch mit den Hebammen die dabei waren vor allem meine zustänige Hebi, dann hab ich mich mit den Schwestern unterhalten die an dem TAg dienst hatten.

Und zum guten schluss hat mir im KH das gespräch mit Ärzten udn vor allem meiner Nachsorge Hebi geholfen meine Michaela war und ist immer für mich da von dem her gehts mir wirklifch super und ich hab auch am entlasstag zu allen gesagt, mir gehts super..

rede schreibe rede schreibe das hilft und wenn gar nix mehr geht dann ab zum Arzt mit ner überweisung das du eine Therapie machen kannst..

Beitrag von linagilmore80 05.05.10 - 10:25 Uhr

Ein Not-KS ist kein Zuckerschlecken, das weiß ich aus Erfahrung. Und es hat mit Sicherheit ein Jahr gedauert, bis ich das verdaut hatte. Durch den Not-KS war die ganze Bindung mit meiner Tochter problembehaftet.
In der Tat hilft es immer und immer wieder darüber zu reden. Aber es hilft auch zu sehen, dass es euch beiden nur wegen des Not-KS gut geht. Anderenfalls wärt ihr beide jetzt tot.

Ich gehöre im Übrigen auch zu den Frauen, die solche Erlebnisse immer wieder "durchkauen" müssen.

Wenn Du noch Kontakt zu Deiner Hebamme hast, dann sprich mit ihr - sie kann Dir bestimmt noch mehr Hilfestellung geben bevor evtl. sich eine Wochenbettdepression einstellt.

Ich drücke Dir alle Daumen!
Alles Liebe,
Lina

Beitrag von hot--angel 05.05.10 - 12:31 Uhr

Hallo Sonne.

Ich hatte auch einen. Mir gings echt ähnlich wie dir.

Was mir geholfen hat, ich hab es eben oft niedergeschrieben udn so vielen Leuten wie möglich erzählt. Mir hats echtgeholfen.

Alles Liebe
Isabella mit Tobias (35+0) #baby und 2 #stern im Herzen

Beitrag von brille09 05.05.10 - 13:59 Uhr

Erstmal: Raus aus dem Internet und v.a. aus diesem KS-feindlichen Forum. Hier hört man doch ständig nur davon, welch tolles Erlebnis ne "normale" Geburt wohl ist, wie schlimm ein KS usw. Ich find es völlig normal, dass man die Grenzerfahrung "Geburt" - egal in welcher Art und Weise - nicht auf 5 Wochen vergisst. Ist auch ein ganz normaler Schutzmechanismus des Körpers, damit man nicht gleich wieder ein Kind will (was nicht so gesund wär). Was es da zu verarbeiten gibt, ist mir schleierhaft. Klar, es "verfolgt" dich. Na und? Ich mein, du bist noch im Wochenbett, das man mit 6 Wochen veranschlagt! Da ist es doch normal, zumal deine Gedanken ja nur um das Baby (und dementsprechend um die Geburt) kreisen können.

Beitrag von lilliput... 05.05.10 - 14:09 Uhr

Können uns gerne, wenn Du möchtest, über PN austauschen.
Kann Dich gut verstehen, bei unserem ersten Kind gab es Komplikationen bei einer VE-Entbindung und bei unserem Zweiten kam es zur Not-Sectio.

Beitrag von svala 05.05.10 - 19:41 Uhr

Hallo,

viel darüber schreiben, hat mir am besten geholfen, obwohl ich eigentlich nie ein echtes "Problem" mit dem Erlebten hatte. Trotz allem denke ich auch heute (18 Monate danach) noch sehr oft an das was damals passiert ist. Allerdings auch immer mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit, dass mein Kleiner gesund bei mir ist.

Wenn du wills, kannst du mir gerne über VK schreiben. Dort findest du unter Familie auch den link zu meinem Geburtsbericht.

Viele liebe Grüße
Sarah

PS: Mir hat es geholfen in diesem Forum zu lesen und zu schreiben auch wenn es vielleicht "Kaiserschnittfeindlich" ist (was ich allerdings bislang so nicht empfunden habe). Ich selbst hätte und würde mich auch unter "normalen" Umsänden nie für einen Kaiserschnitt entscheiden. Aber ich bin froh, dass es die Möglichkeit gegeben hat, meinem Kleinen auf diese Weise das Leben zu retten.

Beitrag von sternchen397 06.05.10 - 17:21 Uhr

Hallo du,
fühl dich mal #liebdrueck !

Bei mir war es ähnlich. Ich war zur Vorsorgeuntersuchung beim US+Doppler, da meinte der Arzt aus heiterem Himmel, dass sie den Kleinen sofort holen. Alles ging total schnell, ich hab nur geheult und hatte panische Angst (war in der 34.ssw).
Dann ist beim KS auch alles schief gegangen:meinem Kleinen gings zwar gut, aber ich bekam keine Luft mehr und musste wohl intubiert werden. Dann das nächste Problem: ich bin noch beim Zusammennähen wachgeworden und hatte wahnsinnige Schmerzen und hab gebrüllt. Daraufhin hab ich nochmals Vollnarkose und doppelte Schmerzmittel bekommen (die Ärzte meinten, dass die noch nie jemanden erlebt hätten, der so viel von dem Zeug gebraucht hätte). Meine Op hat deshalb auch 2 Stunden gedauert, obwohl der Kleine schon nach 10 min. da war. Ich war wohl ein harter Fall.

Das war auch nicht schön,ich weiss auch nicht, ob ich da im Nachhinein einen Knacks von weghabe.
Mir hilft es, mit meinem Partner viel darüber zu reden, denn er hatte panische Angst um mich und deshalb auch Redebedarf.Außerdem hat er mich von draußen schreien hören und das waren wohl echt die Schlimmsten Stunden für ihn.

Aber trotzdem war es der schönste Tag in meinem Leben:
denn obwohl alles schiefgegangen ist und ich davon ausgegangen bin, dass ich meinen Kleinen frühstens nach 24 Std sehen kann, geschah abends das Wunder:
Eine Schwester der Neo kam in den kreissaal und hatte meinen kleinen Engel dabei. Hab ihn auf die Brust gelegt bekommen und ganz ehrlich- das war der schönste Augenblick in meinem ganzen Leben, das hat alles wieder gutgemacht.

Versuch, den ersten Moment, in dem du dein Baby gesehen hast, auch wenn es erst 19 Std später war, mit der Geburt zu verbinden. Denn es hat sich gelohnt,oder?

Irgendwann kannst du besser mit der Situation umgehen, vllt brauchst du nur etwas Zeit.

Alles Gute

Lg

Beitrag von howgh 06.05.10 - 18:00 Uhr

Hi Sonne,
meine geschichte unterscheidet sich von deiner in dem Sinne, dass meine Schwangerschaft ein trauma war.. bis jetzt wenn ich bestimmtes klingelton höre (das auch im KH war) dann fange ich an zu zittern..

Es sind drei Möglichkeiten

therapeut...wenn dich einer nimmt..

du suchst dir eine selbsthilfegruppe, wenn es sie gibt

und eins...und wenn es echt ein unmittelbares trauma ist..dann würde ich die katholsiche Seesorge wählen..nie notrufnummer..

nur du weiss, wie schlimm es ist..

ich habe damals, als es in der SS echt schlimm war...sowas gemacht, weil meiner Mutter zu erzählen, dass ich mich am besten umbringen würde, das habe ich gemacht aber so toll ist es auch nciht..
Bei der hotline sitzen profesionel ausgebildete Leute und du kannst stundenalng reden...und dann siehst du mit der Person..brauchst du mehr, wird er dir helfen...weitere Hilfe zu holen oder du stellst fest, jetzt ist es besser geworden..
ich hatte auch unmittelbar danach auch zwei therapiesitzungen ..dank meinem Kind und meinen eltern/Schwiegereltern bin ich dann aus dem Loch rausgekommen...

aber ich kann verstehen, dass sowas zum Trauma werden kann..

Es tut mir leid