Schulunlust - Schulangst?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 10:32 Uhr

Ich weiß bald nicht mehr weiter. Meine Tochter ist eine gute bis sehr gute Schülerin. Sie ist 10 Jahre alt und geht in die 4. Klasse. Empfehlung wird zum Gymnasium sein (der wir aber nicht folgen werden).

Sie ist beliebt und gefragt bei ihren Schulkameraden. D.h. sie ist weder Außenseiterin noch wird sie gemobbt oder geärgert oder sonst was. Sie ist in der Schule eigentlich immer mitten im Geschehen und hat viele Verabredungen für nachmittags. Sie hat viele Freundinnen. Die Lehrer loben ihre ruhige, aufmerksame Art im Unterricht. Auch wurde schon öfter auf dem Zeugnis ihr gutes Sozialverhalten hervorgehoben.

Aber trotz allem: sie HASST die Schule abgrundtief! Jedes kleinste Wehwehchen wird zum Anlass genommen, nicht in die Schule gehen zu wollen. Jeden Morgen (!) muss ich ihr an die Stirn fassen, in ihrer Hoffnung, sie sei warm. Also sie habe Fieber und müsse nicht in die Schule gehen. Jeden Morgen ihre Unmutsäußerungen über die Schule. Jeden Morgen dieses abgrundtiefe Unglück, welches sie ausstrahlt, weil sie sich auf den Weg zur Schule machen muss.

Ich empfinde das langsam als große Belastung, mein Kind jeden Tag wohin zu schicken, wohin sie nur mit so riesengroßem Widerwillen geht. :-(

Was kann das sein?

Ratlos
simsim

Beitrag von nina_1981 05.05.10 - 11:28 Uhr

Huhu Simsim....
Puh, da bin ich auch ratlos... was gibt sie denn als Grund an, warum sie nicht hingehen mag?
Ist ihr langweilig, ist sie unterfordert?
Wie spricht sie denn über die neue Schule? Freut sie sich auf den Schulwechsel? Vielleicht würde ich einfach abwarten, es sind ja nur noch ein paar Wochen bis zum Schulwechsel...
Vielleicht findet sie die Toiletten ekelhaft und will deshalb nicht hin, vielleicht passt ihr ein Kind auf dem Schulhof nicht, vielleicht, vielleicht, vielleicht...

Kinder in dem Alter sind nicht immer nachvollziehbar, habe ich mir sagen lassen ;-)

Ich konnte dir jetzt zwar nicht helfen, aber wollte mal meinen Senf dazugeben :-D

LG
Nina

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 12:03 Uhr

Als Grund gibt sie an, dass sie die Schule langweilig und doof findet. Aber unterfordert wirkt sie ganz und gar nicht.

Nein, sie freut sich nicht auf den Schulwechsel. Ich muss dazu erklären, dass sie ein schüchternen Mensch ist, der sich mit allem Neuen (z.B. neue Umgebung, neue Schule, neue Mitschüler usw.) erstmal etwas schwer tut.

#gruebel

Beitrag von nina_1981 05.05.10 - 12:20 Uhr

auwei, das hört sich nicht gut an... normalerweise freut man sich doch auf den Schulwechsel. Hat sie Freundinnen, die mit ihr auf die neue Schule gehen? Kennt sie Kinder, die bereits dort sind?
Vielleicht würde ihr ein Schnuppertag helfen?
Aber Tatsache ist ja, dass sie schon jetzt unglücklich mit der Situation an der Grundschule ist...

Ich wüsste jetzt auch nicht, was du da groß machen kannst. Natürlich kann es keine Lösung sein, ihr jetzt das zuhause zu vergrätzen, damit sie dafür lieber in eine Fremdbetreuung geht. Aber irgendwie muss man ihr doch klar machen können, dass das ihr "Job" ist und sie nunmal dahin muss. Und dass sie das beste draus machen und mit Freude hingehen soll (ich hab gut reden, ich kann mir auch nur schwer einreden, dass ich GERNE zur Arbeit gehe #schein)

Wie verhält sie sich denn in der Schule? Hat sie da auch die Null-Bock-Stimmung oder meint die Lehrerin, dass sie durchaus Spaß hat?
Ihr Eltern geht doch auch arbeiten, oder? Also hätte sie ja eigentlich nix davon, zuhause zu bleiben, da passiert ja während ihrer Abwesenheit auch nix... #gruebel

Beitrag von binnurich 05.05.10 - 11:43 Uhr

habt ihr Wahlmöglihkeiten zwischen Schulen unterschiedlicher Modelle?
kann sie sagen, was ihr nicht gefällt, weshalb sie nicht mag?
ist das schon immer so?

Was würde sie denn statt dessen gern tun?
Wie sieht ihre Planung aus?

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 12:08 Uhr

Wir haben leider keine großen Wahlmöglichkeiten. Aufgrund ihrer Gymnasialempfehlung können wir nur zwischen zwei herkömmlichen Gymnasien wählen, die beide keinen guten Ruf haben und eben einer Realschule, die einen guten Ruf hat. Und wir haben uns jetzt, nach langem Ringen mit uns selber, für die Realschule entschieden.

Was sie gern tun würde? Sie hat das gestern formuliert: sie würde gern zu Hause von uns Eltern unterrichtet werden! #klatsch

Ja, es war auch leider schon immer so. Sie ist schon nicht gern in den Kindergarten gegangen. Eine Erzieherin hat mal zu mir gesagt, wir würden es unseren Kindern zu Hause zu gemütlich machen. Unsere Kinder sind zu gern zu Hause. #kratz Ich kann doch meinen Kindern das Zuhause nicht bewusst vergrätzen, damit sie gern in öffentliche Einrichtungen gehen? #kratz

Beitrag von binnurich 05.05.10 - 13:08 Uhr

geht ihr beide arbeiten?

vielleicht findet sie es zu Hause gemütlicher und wenn sie dann noch sieht, dass man es sich auch zu Hause bequem machen kann.... dann ist die logische konsequenz: warum die Eltern und ich nicht

ansonsten würde ich sagen: auch wenn sie es abstreitet: es gibt da sicher irgendeine Mobbing-Situation
wie sieht deine Tochter aus? nett, hübsch, gepflegt, entsprechend gekleidet?
oder müsst ihr sparen, trägt sie eine Brille, ist dicker, .... manchmal reicht das auch schon, um sich nicht in der eigenen Haut wohl zu fühlen, da müssen die anderen gar nichts mehr groß unternehmen, damit sich ein Kind nicht so wohl fühlt.

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 15:35 Uhr

Mein Mann geht arbeiten, ich bin zu Hause. Und sie sieht ja auch an ihrem Bruder, dass man nicht immer zu Hause sein kann, sondern seine Verpflichtungen hat.

Meine Tochter ist schlank, trägt keine Brille, trägt angesagte Klamotten. Das alles kann es wirklich nicht sein. Sie ist ja auch gefragt in ihrer Klasse.

Sie fing heute beim Mittagessen wieder davon an, wie doof die Schule sei. Als ich ihr vor Augen hielt, dass sie ohne die Schule ihre vielen Freunde(innen) nicht kennen gelernt hätte, sagte sie, dass die Freunde ja ok wären aber eben die Schule nicht. Das Stillsitzen, das Lernen, die Lehrer usw. #kratz

Beitrag von s30480 05.05.10 - 13:48 Uhr

Passt zwar nicht zum Thema, erschreckt mich aber jetzt ein bisschen unser Kleiner hasst es auch in den Kiga zu gehen, obwohl er ebenfalls sehr beliebt ist und viele Freunde hat, aber sein größter Wunsch jeden Morgen ist zu Hause zu bleiben, und ich hab die Hoffnung, dass das aufhört... :-(
er ist einfach so so so gern daheim... wir haben noch ein ganzes Kigajahr vor uns...
LG + Viel Glück, dass ihr etwas findet, dass deiner Tochter hilft... obwohl ich auch ungern jeden Tag zur Arbeit gehe ;-) wenn ich dann dort bin ist es aber eigentlich nicht mehr schlimm ;-) vielleicht ist es bei ihr auch so? Oder jammert sie direkt nach der Schule auch schon?

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 15:36 Uhr

Ja, so ist das bei uns auch. Meine Tochter ist einfach gern zu Hause oder auch bei Spielkameraden - spielen eben!

Und obwohl sie sie zu Hause macht...Hausaufgaben sind auch doof! #augen

Beitrag von diewildehilde 05.05.10 - 11:47 Uhr

Mit 10 Jahren hat eine Schulverweigerung sicherlich keine Unlust als Anlass.
Trotz der vielen Verabredungen würde ich auf Mobbing oder ähnliches tippen. Evtl. nur durch eine Person?

Leider sagen uns die Kinder nicht immer alles.

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 12:13 Uhr

Wenn meine Tochter mal Probleme mit irgendeinem Kind hatte, habe ich das eigentlich immer sofort erzählt bekommen. Da ich fast alle Kinder mit denen sie tun hat, auch gut kenne und viele hier bei uns ein und aus gehen, denke ich, dass ich wenn schon nicht von meiner Tochter dann aber doch von einer ihrer Freundinnen etwas erzählt bekommen hätte, wenn es Probleme geben würde. Kleinere Streitereien mal außen vorgelassen. Aber selbst von denen erfahre ich eigentlich immer.

Es bleibt ein Rätsel. Mache ich etwas falsch?

Beitrag von zickentwins 05.05.10 - 14:52 Uhr

Hallo simsim!

Ist die Schulunlust ist der letzten Zeit stärker geworden?

Meine ebenfalls 10-jährige Tochter hat dein Posting gerade mit durchgelesen, darum habe ich sie gefragt, was sie denn meint, was mit deiner Tochter los sein könnte.

Sie sagte, vielleicht ist sie nicht gefragt worden, ob sie auf diese weiterführende Schule möchte und traut sich nicht es ihren Eltern zu sagen?

Könnte da was dran sein? Gehen ihre Freundinnen vielleicht in eine andere Schule?

Meine Tochter geht übrigens im 5. auch trotz Gymnasialempfehlung auf eine
Realschule. Sie wollte dort hin. Und da die Schule einen guten Ruf hat und viele Absolventen danach problemlos ihr Abitur machen, haben wir zugestimmt.
In die Grundschule geht sie z.Zt. auch ungern. Aber auf die neue Schule freut sie sich.

Gruss,
zickentwins

Beitrag von similia.similibus 05.05.10 - 15:32 Uhr

Meine Tochter soll ja auch, trotz Gymnasialempfehlung, zur Realschule gehen. Und sie möchte das inzwischen auch. Inzwischen sage ich deshalb, weil sie sich bisher nicht entscheiden konnte, auf welche Schule sie gehen will. Ihre Freundinnen teilen sich auf. Manche gehen zur Realschule, andere zum Gymnasium.

Meine Tochter, genauso wie mein Sohn seinerzeit, ist noch nie gern in die Schule gegangen und davor nicht gern in den Kindergarten. :-(

LG
simsim

Beitrag von luka22 06.05.10 - 09:13 Uhr

Ohje, ich kann deine Bauchschmerzen verstehen. Niemand sieht sein Kind gerne leiden, vor allem, wenn man nicht weiß, woran es denn liegt.
Ich für meinen Teil kann mich noch bis in die Abizeit genau erinnern, wie schlimm manche (die meisten) Unterrichtsstunden waren. Nicht, weil die Lehrer besonders gemein waren oder die Mitschüler - es war einfach totlangweilig! Diese Langeweile und dann noch 45 still sitzen. Es war für mich wirklich unerträglich. Ich hab dann jede Stunde gestreckt und bin aufs Klo gegangen. Dabei habe ich mir extra Zeit genommen, habe mir alle Bilder, die an der Wand hingen angeschaut, war tatsächlich auf der Toilette, aber nicht auf dem Klo, habe mich im Spiegel angeschaut, die Hände gewaschen und bin dann langsam wieder zurück zur Klasse geschlendert. (Den Lehrern war es wurscht, da ich eine gute Schülerin war und so ein inakzeptables Verhalten niemand bei mir vermutet hätte #schein.) Dann musste ich nur noch 15 Minuten aushalten bis zum Klingeln. Nur mit dieser Pause während des Unterrichts habe ich diese furchtbare Langeweile ertragen können. Ich möchte auch sagen, dass ich überhaupt nicht hochintelligent war/ bin ;-), aber durchaus neugierig, quirlig und lebenslustig. Unterricht war da für mich reinste Folter!!! Dieser monotone Singsang mancher Lehrer und das über 45 Minuten - da brauchst du keine Narkose mehr! Zur Schule bin ich aber trotzdem gerne gegangen, tatsächlich wegen der Freunde und der Pause :-D. Am tollsten war Mittagschule, weil es da eine lange Mittagspause gab. Den Unterricht galt es dann wieder irgendwie zu ertragen...

...übrigens bin ich Lehrerin geworden ;-)

Liebe Grüße
Luka
...und ich hoffe, dass deine Tochter nicht NUR Lehrer der alten Schule hat #zitter!