SS-Diabetes und fetale Makrosomie?Hebi Gabi?

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von nicole2012 05.05.10 - 11:01 Uhr

Hallo Ihr Kugelbäuche,

bei diesem Thema können mir warscheinlich mehr die SS-Diabetikerinnen unter Euch helfen, wenn überhaupt. Vielleicht kennt Hebi Gabi sich ja auch mit dem Thema aus....

Ich fang mal von vorne an.

Schon in meiner 1. SS litt ich an SS-Diabetes, welches mit einer Diät gut eingestellt war. Zum Ende der SS waren meine Werte aber immer schwieriger in Griff zu bekommen und ich war kurz vorm spritzen, blieb aber verschont weil die Ärzte im KH der Meinung waren das eine Einleitung am besten für mich und meine Maus sei. Meine Tochter wurde 14 tage vor ET schon auf 3800 g geschätzt und meine Plazenta fing langsam an zu verkalken. Meine Tochter kam dann gesund und munter nach 4 Tagen Einleitung mit 3720g 10 Tage vor ET spontan zur Welt.

In der 2. SS wurde der OGTT schon in der 10 SSW gemacht, der leider nicht so gut ausfiel. Aber beim essen brauch ich mich noch nicht sonderlich einschränken, weil meine Werte absolut Top sind, ich achte aber trotzdem auf meine Ernährung. Jedenfalls ist es so, daß meine Bauchmaus bei jeder US-Untersuchung zu groß war. Schon beim 1.Screening den meine FÄ gemacht hat, passte sie schon nicht mehr in die Kurve. Beim 2. Screening und Organ-US bei Pränataldiagnostiker spregte sie den Rahmen. Der Arzt sagte das er denkt es hat nicht mit der Diabetes zu tun, sondern das meine Maus einfach "Älter" ist. Ich sagte von Anfang an das evtl. Terminunstimmigkeiten auftreten können, da sich mein ES um 4 Tage verschoben hat, meine FÄ war aber der Meinung meinen ET nach der letzten Mens zu rechnen. Jedenfalls hat der Pränataldiagnostiker meinen ET zunächst um 4 Tage nach vorne korrigiert und somit passt sie schon eher in die Kurve.

Die Plazentaversorgung und auch die Durchblutung aller anderen Gefäße waren Bilderbuchmäßig.

Ich hab versucht mich durch das Thema fetale Makrosomie zu googeln, finde aber keine richtigen Antworten auf meine speziellen Fragen. Ich verstehe zwar das Prinzip fetale Makrosomie, aber eben nicht alles daran.

Vielleicht könnt Ihr mir ja helfen. Meine Frage ist eigentlich:"Wie kann es sein das bei einer gut eingestellten Diabetes trotzdem fetale Makrosomie entsteht? Ist diese ganze Spritzerei, Diät und Überprüfung des BZ nicht dazu da dem vorzubeugen bzw. auch einer Plazentainsuffizienz vorzubeugen? Fetale Makrosomie entsteht ja dadurch das ich meinem Kind Zucker gebe, was mein Körper nicht verwerten kann. Diese Zucker setzt ja beim Kind an und versucht es mitzuverwerten. Aber wenn meine BZ-Werte doch immer super sind, was kann denn dann beim Kind ansetzen? Und ist eine fetale Makroesomie IMMER mit einer gewissen Unreife verbunden? Meine Tochter hatte weder Atemprobleme noch niedrigen BZ Wert. Heißt das das meine Tochter keine Makrosomie hatte? Im U-Heft stand nix dergleichen. Der Verdacht wurde nur vor der Geburt geäußert.

Ich war schon bei meiner 1. SS und auch jetzt sehr gewissenhaft mit meinen BZ-Werten, achte auf meine Ernährung und gehe regelmäßig zum Diabetologen. Manchmal frage ich mich wofür das alles? Wenn ich doch wieder so ein schweres Kind bekomme und meine Plazenta doch wieder ab der 37.SSW anfängt zu verkalken? Oder würde es ohne Diät und Überprüfung evtl. sogar noch schlimmer aussehen? Ich hoffe Ihr versteht was ich meine.

Kann es nicht sein, daß ich auch ohne die Diabetes schwere Kinder bekommen hätte? Mein Mann und ich waren beide keine Fliegengewichte bei unserer Geburt und auch in unserer Familie gab es nie kleine und zierliche Kinder. Ist es vielleicht für die Ärzte einfacher zu sagen, daß liegt an der Diabetes?

Nächste Woche hab ich wieder einen Termin zum Doppler und ich hab schon wieder totale Angst was mich erwartet.Ein Riesenbaby? Vielleicht schon früher Plazentaverkalkung?

Tut mir leid für den langen Text, aber ich möchte die ganze Sache einfach verstehen. Ich werd auf jeden Fall mit dem Arzt nächste Woche auch noch drüber sprechen. Wollte evtl. mal ein paar Erfahrungen von Euch hören.

LG

Nicole 27.SSW

Beitrag von qrupa 05.05.10 - 11:19 Uhr

Hallo

eine Makrosomie entsteht ja nicht nur duch eine Diabetis. Es kommt auch einfach vor, dass Babys nunmal einfach größer sind als der Durchschnitt, völlig ohne erkennbaren Grund. Meine Tochter wurde per US auf 5000g geschätzt kurz vor der Geburt, Diabetistest war negativ. Letztendlich hatte sie "nur" gute 4200g und war ein ganz normales reif geborenes Baby.

LG
qrupa

Beitrag von tine_frank 05.05.10 - 11:47 Uhr

Hallo Nicole,

ich bin "richtige" Diabetikerin und kenne dein geschildertes Problem recht gut. Obwohl meine Zuckerwerte die ersten 22. SSW im absoulten Normbereich lagen, wollen mir die Ärzte einreden, die Befunde sprechen ein anderes Bild. Meine FÄ meinte beim 2. Screening ich hätte reichlich Fruchtwasser, aber das wäre bei Diabetikerinnen so #kratz. Bei der FD meinte die FÄ auch, dass das Kind wieder auf dem Weg ist ein großes zu werden, ich solle meine Zuckerwerte strenger nehmen. Da habe ich ihr gesagt, dass ich den Hba1c-Wert von Januar 6,4 % bis Ende März auf 6,1 % gesenkt habe. Mehr geht nicht. Meine Schwester hat kein Diabetes und ihr Kind war 4100 g schwer. Es gab wissenschaftliche Veröffentlichungen, aus denen herorgeht, dass unsere nährstoffreiche Ernährung für zu große Babys sorgt. Ich bin der Meinung, dass das endlich Mal berücksichtigt werden soll. Dort wo die Zuckerwerte extrem schlecht sind, dort sollte man mit den Mamas ein erstes Wort reden. Meine Diabetolgin ist übrigens auch der Meinung, wenn der Zuckerwert mal für 2 Stunden erhöht ist, dann wird das Kind nicht gleich dick. Es gibt auch Schwangere, die sich nicht an all das halten und gesunde normalgewichtige Kinder bekommen.

Tine

Beitrag von nicole2012 05.05.10 - 12:16 Uhr

Danke für Eure Antworten #blume

@qrupa: Ja, ich weiß das es große und schwere Kinder auch ohne SS-Diabetes gibt, deshalb meine ich ja das es doch bei mir möglich wäre das ich generell dazu veranlgat bin schwere Kinder zu bekommen.

@Tine: Mein Hba1c Wert war IMMER optimal, selbst vor dem OGTT und da hab ich mich noch normal ernährt mit Zucker und allen was BZ Werte gerne nach oben schellen läßt. Ich mein, wenn doch eh alles auch diesmal wieder auf eine Einleitung so weit vor ET hinausläuft, warum dann die ganze Überwachung und Aufwand? Weißt Du was ich meine? Alle Ärzte sagen einem wie gefährlich SS-Diabetes ist, daß man auf seine BZ-Werte achten soll usw. Die Folgen der SS-Diabetes können schwerwiegend sein, daß ist mir klar. Aber ich mein, wenn ich trotz optimaler BZ Werte und gewissenhafter Ernahrungsumstellung ich die ganzen Folgen der Diabetes zu tragen habe, dann frage ich mich echt wofür. Nicht das deshalb jetzt weniger auf meinen BZ achte.

Ich dachte immer:"Achte auf Dein BZ und alles wird gut." Aber dem scheint ja nicht so zu sein. Wie würde es nur aussehen wenn ich nicht so penibel auf meine BZ achten würde? Da mag ich gar nicht dran denken...

Die Arzthelferin vom Diabetologen sagte mir auch das die viele Frauen nach einem schlechten OGTT nie wieder sehen, weil viele Frauen dieses Thema nicht ernst genug nehmen.

LG

Nicole

Beitrag von milla5 05.05.10 - 12:44 Uhr

Hallo,

ich habe eine gut eingestellte SS-Diabetes und mein Krümel ist immer ein bis zwei Wochen zu klein. Mein Großer kam ohne SS-Diabetes mit einem Kampfgewicht von 4130g zur Welt, war von der 24. bis zur 34.SSW immer ein bis zwei Wochen zu groß und es war alles in Ordnung. Bei Makrosomie ist das Problem, dass die Organe im Gegensatz zum restlichen Körper noch nicht ausgereift sind, was in Extremfällen zu Problemen nach der Geburt bzw. zu Todgeburten führen kann.
Wenn Du aber jetzt gut eingestellt bist, ist es eher unwahrscheinlich, dass sich die Diabetes auf das Kind überträgt, da Dein Körper ja nach wie vor für die Insulinproduktion sorgt und das Kind somit nicht zuviel Zucker abbekommt. Deshalb wird der oGTT bei vorangegangener SSW mit SS-Diabetes so früh gemacht. Mach Dir mal keine Sorgen deswegen, Du wirst mit SS-Zucker eh und je gegen Ende der Schwangerschaft genauer überwacht.

LG Milla 35.SSW

Beitrag von bittersweet81 05.05.10 - 14:15 Uhr

ich stelle mir die gleichen Fragen wie du!
Bei mir ist es nun die 4SS und die 3SS mit SS-diabetes die auch nur per Ernährungsumstellung gut im Griff ist.
Ich hatte jetzt bei der Zwillingsschwangerschaft den 1. Hba1c wert bei 5,2
nun wo ich über 15 Wochen mich anders ernähre habe ich nur noch einen Hba1c wert von 4,6. meine Diabetologin ist begeistert von den guten Werten und lobt mich das ich so konsequent bin.
Mein frauenarzt hat letzte woche bei 26 SSw die beiden vermessen der Junge soll angeblich ca.950gr sein und das Mädchen 650gr#schwitz.
Der war direkt dran von wegen ich würd Süßigkeiten in massen futtern und nicht auf die Ernährung achten. Hab ihm ja die ergebnisse von der Diabetologin gezeigt aber irgendwie komme ich mir total blöd vor.
Bin jetzt 27 SSw und hab insgesamt erst 5 Kilo zugenommen.#schmoll