Noch eine Frage: Thema Beissen - sehr belastend!

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von luna1986 05.05.10 - 11:07 Uhr

Hallo nochmals,

meine Tochter, 21 Monate, ist momentan in einer schwierigen Trotzphase. Es gibt Tage, da bringen sie die kleinsten Dinge auf die Palme, wenn sie z.B etwas nicht darf ( wie auf den Tisch klettern oder was ins WC werfen..)...wir geben ihr viel Freiraum, aber es gibt eben Dinge, die so gwar nicht gehen und da muss ich einschreiten. Oftmals ist es dann so, dass sie mich oder meinen Freund richtig beisst, vor Wut. Das tut höllisch weh und an schlechten Tagen kam das schon bis zu 10 Mal vor. Uns fällt es schwer, in solchen Situationen ruhig zu bleiben. Oftmals stürmt sie dann auf uns zu und beisst eben, um sich zu entladen.

In solchen Situationen hilft nicht viel - ich halte sie fest, sage ihr, dass ich das nicht möchte und stelle sie paar Meter weg, nehme sie also aus der Situation. Dann weint sie natürlich. Wenn ich dann hingehe, schreit sie "weg!", sie möchte also nicht getröstet werden. Oftmals lasse ich sie und versuche es nochmal nach 2 Min. Ich nehme sie dann in den Arm, beruhige sie und sage ihr nochmals, dass man nicht beissen darf.

Irgendwie kommen wir aber nicht weiter und es wird nicht besser. Welche Konsequenz gibt es sonst? Ich weiß ja, dass sie irgendwie ihre Wut ablassen muss, aber eben nicht an uns!!!

Vielleicht wäre eine Beisspuppe oder was Ähnliches sinnvoll? Sie ist eben sehr impulsiv.

Ich habe Angst, dass das nicht besser wird. Zumal wir selber immer ruhig reden zu Hause und schlagen und beissen gibt es nicht.

Warum ist sie so? Was kann ich machen?

Wäre euch nochmal soooo dankbar über einen Rat.

Steffi

Beitrag von mausebaer86 05.05.10 - 12:15 Uhr

Khira ist auch so ein Trotzkopf und hat bis jetzt noch nie gebissen ! Bis heute ! Sie hat eben aus heiterem Himmel Alea in die Hand gebissen-keine Ahnung wieso#schock

Alea saß in ihrer Wippe und Khira saß neben ihr auf dem Boden und gab Alea ihre Rassel und aufeinmal nimmt sie Alea's Hand und von meinem Platz sah es aus, als ob Khira die Hand nur küsst.... Alea fing dann aber wie abgestochen an zu brüllen- ich hin und seh, dass Alea total die dicken Zahnabdrücke von Khira auf der Hand hat#schock

Da bin ich zum ersten Mal laut geworden und hab sie in ihr Zimmer geschickt ! #hicks#schwitz

Ich krieg leider keine Antwort, warum sie Alea gebissen hat. Hoffe, das passiert jetzt nicht öfter#zitter

LG Maike mit Khira (*Nov 2007) & Alea (*Dez 2009)

Beitrag von raena 05.05.10 - 12:39 Uhr

Hallo Steffi,

zum einen kann man sagen, dass es so mit 2 Jahren eine ganz typische Phase ist. Manche Kinder beissen, andere schubsen, hauen, treten oder zwicken. Bei euch ist relativ klar, dass dieses Verhalten auftritt wenn sie wütend ist. In dem Augenblick tobt da so ein Teufel in ihr, den sie nicht beherrschen kann, sie weiß nicht was sie machen soll, aber dieser Teufel muss weg. Deshalb beißt sie. Das hat nix damit zu tun, das sie dieses Verhalten vorgelegt bekommt, ich denke dass das einfach ein Überbleibsel unserer Evolution ist.

Wenn sie gerade in so einer Phase ist, kann man nicht viel mehr machen als ihr heute schon tut.

Aus der Situation rausnehmen, ihr eine Mögichkeit zur Beruhigung bieten (nicht als Strafe, weil du böse warst mußt du jetzt alleine in dein Zimmer, sondern wir gehen zusammen weg von der Situation die dich so wütend gemacht hat, damit du dich leichter wieder beruhigen kannst)

Verhindern, dass sie beißt, ihr also keine Gelegenheit geben das Verhaltensmuster weiter auszuüben.

Ruhig bleiben und ihr beim beruhigen helfen (je nach Kind halt wie sie es wollen)

Du brauchst sie auch nicht trösten, warum auch? Willst du getröstet werden wenn du wütend bist?

Was du machen kannst, ist ihr zu erklären, dass es ok ist wenn man wütend ist. Dass auch Mama und Papa manchmal wütend sind, aber man halt nicht beißen darf und es einem auch nicht hilft. Versuch ihr andere Wege zu zeigen ihre Wut rauszulassen. z.B. mit dem Fuß aufstampfen oder wenn sie hauen, dann nicht Personen sondern auf den Tisch.

Grundsätzlich hab ich damals auch immer versucht bekannte Situationen die Wut ausgelöst haben zu vermeiden. Also wenn ich wußte, dass es ihr schwer fällt nach 3 Gummibärchen aufzuhören, dann hab ich in der Schüssel auch nur 3 Gummibärchen gehabt und den anderen Vorrat hat sie nicht zu Gesicht bekommen. Das soll aber nicht heißen, dass man dann einfach die Grenzen fallen läßt und um zu vermeiden dass sie wütend werden ihnen alles erlaubt.

Es wird auch besser wenn sie sich verbal besser ausdrücken können.

Grundsätzlich hat mir meine immer ein bißl leid getan, wenn sie so von ihren Emotionen durchgeschüttelt wurde, .... naja und wenn man sieht wie viele jähzornige Erwachsene es gibt, die auch mit 50 noch nicht mit ihrer Wut umgehen können, dann fällt es auch leichter Verständnis für die Nöte der kleine Zwerge zu haben.

LG
Tanja

Beitrag von luna1986 05.05.10 - 12:52 Uhr

Hallo Tanja,

lieben Dank für deine ausführliche Antwort! Damit hast du mir sehr geholfen! Gerne werde ich ih mal erklären, dass es i.O. ist wenn man wütend ist...aber das kann ich leider nicht mitten im Wutanfall, sondern muss ich danach machen, wenn sie wieder aufnahmefähig ist...

Wie soll ich ihr das mit dem Fuß stampfen demonstrieren? Währenddessen oder danach? Wie hast du das gemacht?

Beitrag von raena 05.05.10 - 13:26 Uhr

Ich hab es kurz danach gemacht, wenn sie soweit sich beruhigt hat um aufnahmefähig zu sein, aber die Situation auch noch frisch in der erinnerung hatte.

Ich hab sie dann in den Arm genommen, auf den Schoß etc und eben gesagt. "Jetzt warst du aber ganz arg wütend oder? Da hast du gar nicht gewußt wass du machen sollst! Wenn du das nächste mal so wütend bist, dann stampf mal gaaaanz kräftig mit den Füßen. Versuchs mal! Nein noch vieeel kräftiger stampfen!.... Genau so .... !"

Auf die Art, konnte sie dann das Verhalten einüben und meißt fand sie es sehr lustig (vor allem wenn ich sie aufgefordert habe noch stärker zu stampfen und es auch noch vorgemacht habe) und mußte lachen, dadurch verschwand natürlich auch die letzten Reste der Wut und sie hat dann auch gespürt dass es hilft.

Es gibt auch sehr schöne Kinderbücher die das Thematisieren, z.B. die Motzkuh. Wichtig ist halt, dass sie lernen, dass es eine ganz normales Gefühl ist, dass wieder vergeht.

Bei leichten Wutanfällen hilft manchmal auch singen, am besten ein Quatschlied bei dem man lachen muss. Lachen ist sowieso das beste um die wut in den Griff zu bekommen. Aber natürlich nciht das Kind auslachen sondern zum lachen verleiten!

LG
Tanja

Beitrag von anni66 05.05.10 - 16:03 Uhr

Willkommen im Club!!!

Das macht meiner (22 Mon.) auch zu gerne. Er beißt vor Wut sogar in Stahltüren. Sein Großer Bruder (6) hat bei Wutattacken schon Angst und flüchtet.
ABER... es ist normales Verhalten!!! Sie sind wütend, bockig und können sich doch mit Worten kaum artikulieren. Größere Kinder oder Erwachsene (jedenfalls die meiste) fassen ihren Zorn, ihre Wut in Worte unsere Kleinen nicht.
Mein Großer war genauso und als er sich verständigen konnte, hat das aufgehört.
Ich seh das noch relativ gelassen, bin aber konsequent (ähnlich wie du).
Er muss alleine weiterbocken, Frage in kurzen Abständen ob wieder alles gut ist. So ist das eben...

Liebe Grüße Anni