Katastrophe

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Forum: Trennung

Sorgerecht, Umgangsrecht, Unterhaltszahlung ... ? Wenn sich ein Paar zu einer Trennung entschließt, ergeben sich für jedes Elternteil ganz neue Fragen an die eigene Lebensplanung.

Beitrag von meerli2010 05.05.10 - 15:24 Uhr

Hallo

ich habe hier schon ein paar mal geschrieben, in einer anderen Kategorie. Von meinen schlimmen Jahren mit meinem ältesten Sohn usw. Das wir vor 2 Jahren aus dem Westerwald ins Kalletal gezogen sind, wegen unserem Sohn.
Wir wollten noch mal Nachwuchs.
Erst im Februar habe ich mich dafür operieren lassen.

Und jetzt verlässt mich mein Mann. Hat eine Frau kennen gelernt. Es gibt kein Zurück.
Ich werde mit den beiden Kindern, die hier bei uns wohnen, zurück in meine alte Heimat gehen.
Mein Ältester, der jetzt in einer Jugendmaßnahme in Russland ist, bleibt dort. Wie das alles weitergehen soll, ich weiß es nciht.
Und ehrlich gesagt, ich kann auch nicht mehr. Und ich will auch nicht mehr.

Ach ja, die neue Frau hat ein Baby und ein 2jähriges Kind. Es ist so unglaublich, so schlimm...
Es gab keine Vorwahnung, nichts. Wir hatten immer so viele Probleme,nur nie in unserer Ehe.
Wir waren am Samstag noch alle zusammen im Vogelpark. Und Abends um halb elf sagt er mir das.
Ich kann nicht beschreiben, wie es mir/uns geht. Er nimmt mir nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft.

Danke fürs Zuhören!!!
meerli

Beitrag von elsa345 05.05.10 - 17:56 Uhr

#liebdrueck

Auch wenn Du im Moment glaubst, es geht nicht mehr, es geht weiter. Nimm es als Chance, Du könntest den Traummann treffen. Sagt sich jetzt leicht, aber ich habe es auch schon oft erfahren im Bekanntenkreis. Dieses Riesenunglück und die vielen Tränen, die sich anfänglich gar nicht trocknen liessen und heute? Eine neue Frau ist da, ein neuer Mann ist da und alle sind um vieles glücklicher als vorher.

Denke an die bösen Stunden mit ihm, denke an den Betrug, denke an den Streit, das hilft manchmal auch.

Viel Glück und Kraft

Beitrag von meerli2010 05.05.10 - 19:58 Uhr

Ja, aber weißt du, es gab keine bösen Stunden, keine Streit. Wir waren unglaublich harmonisch. Das macht es ja so schlimm.
Aber du hast recht. ich sehe das auch irgendwann als Chance....
Nur noch fällt es mir schwer...

Beitrag von anna_lucas 05.05.10 - 17:57 Uhr

Hallo,

tut mir alles sehr leid für Dich. Scheint für mich ein klarer Fall von "auseinandergelebt da genug andere Probleme". Ihr habt euch wahrscheinlich zu wenig um eure Beziehung gekümmert und alles kreiste immer nur um die Probleme.

Trotzdem, meiner Meinung nach hält man zusammen. In guten wie in schlechten Zeiten.

Dein Mann ist ein Trottel wenn er denkt das es ihm mit der neuen Frau besser gehen wird.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Kraft in der kommenden Zeit.

LG

Anna

Beitrag von meerli2010 05.05.10 - 19:56 Uhr

Ja, ich danke dir, sehe es auch so. Anders nicht zu erklären. Jetzt geht es nur noch ums schaffen..

Beitrag von babylona 05.05.10 - 22:53 Uhr

Hallo du Arme,
lass dich mal #liebdrueck. Vor allem die letzten drei Sätze deines Postings hätten original von mir sein können. Guck mal hier:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=27&tid=2554867&pid=16206617

und

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2578800&pid=16355385&bid=27

Ich kann dir nicht wirklich helfen, aber wenn dir nach Austausch und Ausheulen ist, kannst du dich gern über VK bei mir melden. Ich weiß, wie du dich fühlst.

Ganz liebe Grüße und ich verspreche dir, eines Tages wird auch für uns die Sonne wieder scheinen! #herzlich
Kopf hoch!

Beitrag von babylona 05.05.10 - 23:12 Uhr

Huch, der erste Link sollte eigentlich der hier werden:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=27&tid=2578800&pid=16355385

LG

Beitrag von meerli2010 06.05.10 - 07:08 Uhr

Hallo

ja, genau so, wie du es beschreibst,geht es mir. Außer, das bei mir echt noch viele Schwierigkeiten dranhängen, die ich nicht in den Griff zu kriegen weiß.
Wie mein großer Sohn, der sein Leben lang so verhaltensauffällig war, das wir deshalb vor 2 Jahren hier her "geflohen" sind. Der jetzt seit 1 Jahr in der Betreuung des Jugendamtes ist und nun seit ein paar Tagen in Russland in einer Einzelbetruung. Weil er hier so kriminell wurde, das ihn keine Einrichtung mehr nehmen wollte.#
Meine beiden anderen Kinder sind 12 und 14 Jahre alt. Letzte Woche hatte ich endlich den ersten Termin mit ihnen zu einer Gesprächstherapie, damit sie die schlimme Vergangenheit mit ihrem Bruder und nun dessen Verlust verarbeiten lernen.
Und nun? Nun kommt der Verlust des Vaters hinzu??
Es ist aussichtslos. Erniedrigend. Demütigend.
Ich habe jetzt 20 Jahre alles für diese Familie getan. Hab mich immer allein kümmern müssen, weil mein Mann Karriere machen wollte. Konnte nie an mich denken, weil der große Sohn eine 24 Stunden Betreuung brauchte.
Und jetzt werde ich ausgetauscht wie ein alter Mop.

Aber, obwohl es erst ein paar Tage her ist, bin ich wahnsinnig stolz auf mich. Denn ich habe mir meine Würde erhalten und sehe jetzt nach vorne. Ich werde mit ihm nie wieder über diese Frau sprechen. Oder über ihn an sich.
Ich will das Finanzielle geregelt haben. Und dann so schnell wie möglich hier weg.
Und ich werde auch jede Hilfe von ihm annehmen, die er mir geben wird. Und das ist viel, denn sein schlechtes GEwissen ist so groß, das er alles tun wird.
Damit er sich das nicht irgendwann anders überlegt, geht er sogar mit mir zum Notar und lässt es festlegen!

Du hat es toll gesagt: Ich bin vom Himmel in die Hölle gefallen. Nur das ich schon seit Jahren in der Hölle war. Und der einzige Engel war mein Mann.

Danke fürs zuhören..
LG
meerli

Beitrag von babylona 07.05.10 - 11:42 Uhr

Oh Mann, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Dein letzter Satz haut einem echt die Sicherungen durch.. Aber ich kann dir nur sagen, wie es bei mir ist/war. Ich habe meinen Mann auch in den Himmel gehoben. Je mehr ich ihn aber seit der Trennung erlebe, desto mehr frage ich mich, ob ich nicht einfach eine Fassade geliebt habe. Sein Verhalten ist fürchterlich, aber grotesker Weise hilft es mir auch, besser mit der Trennung klar zu kommen. Denn jemand, der so sein kann, den möchte ich auch gar nicht mehr. Ja, das emotionale ist die eine Seite. Und da hilft wirklich nur die Zeit.

Das andere sind natürlich die Probleme in deiner Familie oder generell Dinge, die man nun allein bewältigen muss. Bei mir sind es große finanzielle Sorgen, weil ich noch kein eigenes Einkommen wieder habe seit dem Ablauf der Elternzeit. Ich muss auch aus unserer wunderschönen riesengroßen Wohnung ausziehen, weil ich mir die Miete nicht leisten kann etc.
Bei dir sind es nun die Dinge, die ihr all die Jahre gemeinsam getragen habt, die nun auch noch scheinbar allein auf deinen Schultern lasten. Für deine Kinder ist das sicher auch alles sehr schwierig.
Aber ich denke, so wie du es jetzt angehst, ist es die beste Strategie. Mich hat nach meiner Trennung vor allem die eigene Passivität fertig gemacht (immer wieder um Gespräche gebeten etc.). Seit ich den Kontakt auf die dringend nötigen Dinge reduziert habe, gehts mir besser. Ich führe auch keine Gespräche oder Smalltalk mit ihm. Ich spüre auch, wie ihn das wurmt, denn es macht ja einen "Makel" in seinem Leben. Verstehe mich nicht falsch, das soll kein Spiel sein, ganz im Gegenteil. Nach all dem, was in so einer Situation beim Partner erlebt, muss man auch Konsequenzen für sich ziehen und aus der Opferrolle heraus kommen.
Ich finde es auch richtig, dass du jede Unterstützung annehmen wirst. Führe dir nur auch immer vor Augen, dass das keine nette Geste ist, sondern seine Pflicht! Du bist keine Bittstellerin! Denn selbst wenn er das jetzt großzügig sieht, wissen wir nicht, wie das alles in einigen Monaten oder Jahren aussieht. Man darf den Einfluss der neuen Partnerin ja auch nicht unterschätzen. Deswegen werde ich jetzt mit meinem Mann auch alles schriftlich regeln, obwohl ich geschworen hätte, so etwas nie zu machen (denn man achtet und respektiert sich ja). Aber leider offenbaren solche Situationen auch bislang völlig ungekannte Charakterzüge. Also, nimm das Angebot auf jeden Fall an und geht zum Notar!
Tja, das Schicksal mit deinem Sohn ist wirklich sehr hart. Ich weiß leider auch nicht viel zu raten, aber habt ihr schonmal eine Mutter-Kind-Kur gemacht (du mit deinen anderen beiden Kindern)? Vielleicht wäre das jetzt etwas, um erstmal raus zu kommen? Ich glaube, Kinder dürfen ja bis 12 mit, dein 14-jähriger könnte ja als "Gast" mit einziehen. Es gibt da ja auch viele Kliniken mit psychotherapeutischem Schwerpunkt. Ich habe das für mich selbst auch schon in Erwägung gezogen.
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute! Irgendwann kommt wieder ein Sonnenstrahl hervor!
LG,
babylona #herzlich

Beitrag von meerli2010 07.05.10 - 12:57 Uhr

Alles was du so schreibst, könnte von mir sein. Alles!!
Und du hast sowas von recht, das man aus der Opferrolle rauskommen muss. Ich habe mich jetzt jahrelang als Opfer gefühlt, weil alles so schlimm ist. Jetzt will ich nicht mehr.
DAs du jetzt aus der Wohnung musst und nicht weißt, ob du Arbeit bekommst, ja das ist genau, was ich auch meine. Ich hab solche Angst, allein mit allem da zu stehen. Ich kenne es ja nicht, er war ja immer da.
Und ich habe nach meiner Lehre nie gearbeitet, weil da mein "schwieriges" Kind schon da war. Bis vor einem Jahr konnte nicht nichts eigenes machen, nicht mal treffen mit Freunden, die folglich auch rar gesät sind.
Und jetzt? Jetzt ist alles aus...
Da sitzen wir beide buchstäblich in der Schei.....!! Tut mir sehr leid für dich. Verdient haben wir das nicht.
Ich muss ja jetzt noch mit ihm zusammen wohnen, bis ich in den Ferien ausziehen kann. Und ich rede nur das Nötigste mit ihm, halt die finanziellen Dinge.
Und sollte ich jemals wieder in einer Beziehung sein, dann mach ich auch alles vorher fest, das kannst du mir glauben.

meerli

Beitrag von ciocia 10.05.10 - 09:19 Uhr

Hallo babylona,

du sprichst mir ebenfalls aus der Seele. Es ist genau wie du schreibst. Wenn man den Kontakt auf das Nötigste beschränkt und gar nichts mehr über den Ex erfährt, wird es langsam besser. Ich habe hier auch gepostet "alte wunden reissen immer wieder auf". Darin kann man auch lesen, dass die Hoffnung und der Glaube an das Gute im Menschen zuletzt sterben.

Irgendwann beruhigt man sich wieder und fängt wieder mit dem anderen zu reden, er wickelt einen um den Finger. Und dann erfährt man, dass er sich verlobt hat, Kinder kriegt mit der anderen und leidet wieder wie ein Hund.

Man muss aus dem Teufelskreis ausbrechen, sonst wird man nie ein neues Leben anfangen. Und mein Ex ist auch so einer- er will, dass man ihn mag, "Harmonie" pur zwischen uns als wäre ich ein Mensch ohne Gefühle. Jetzt bleibe ich konsequent, das hab ich mir geschworen.

Und ich wünsche auch der TE, dass sie ihn mit anderen Augen sieht und wirklich nur an sich denkt, egoistisch bleibt (natürlich Kinder außenvor lassen und nicht als Druckmittel benutzen) Kalt und distanziert sein, er hat dir Leid zugefügt, nicht du ihm.

wünsche uns allen viel Kraft und viel Glück für die Zukunft

Beitrag von babylona 10.05.10 - 12:00 Uhr

Ihr beiden, es ist doch trotzdem irgendwo tröstlich zu wissen, dass man mit seinem Schicksal nicht allein ist. Wobei man so etwas wirklich NIEMANDEM wünscht.
An Meerli: Kannst du ihn nicht bitten, sich bis zu den Ferien eine andere Unterkunft zu besorgen? Es ist schrecklich, wenn man sich auch noch ständig sehen muss. Ich habe das am Anfang auch mitgemacht, weil ich sogar dachte, es wäre schlimmer, wenn er sofort komplett weg ist. Aber ich leide noch jetzt jedes Mal wie ein Hund, wenn er dann wieder die Tür hinter sich zugezogen hat (wenn er bei der Kleinen war)...

Und Ciocia: Ja, ich hatte deinen Thread gelesen und auch geantwortet. Ich drücke dir fest die Daumen, dass du das durchziehen kannst.
Ich glaube allerdings, man kann noch so fest sein in seinem Entschluss - es wird auch immer wieder Einbrüche geben (wie bei mir am Wochenende #augen - hab ne Mail und ne SMS geschrieben, weil ich mich so über ihn geärgert habe...). Und darüber ärgert man sich dann wie verrückt (ich Idiot :-[; aber ich hatte um seine Hilfe gebeten mit der Kleinen, weil ich Samstag nur geheult habe.... Kam dann 3 Stunden später die Antwort, dass er in ner Stunde für eine Stunde kommen könnte... Aaaaaargh. Das zum Thema "du bist doch nicht alleinerziehend"... Schrei...).
Aber gut, im Nachhinein heißt es wieder: Rotz abwischen, aufstehen, weitermachen ;-).
Wir schaffen das schon irgendwie. Wir sind Frauen. #liebdrueck
Alles Gute!
Babylona

Beitrag von ciocia 10.05.10 - 20:18 Uhr

Na siehste, du bist nicht allein! Einfacher ist die Situation trotzdem nicht. Früher habe ich meine Beziehungen auch so verarbeitet, indem ich keinen Kontakt zum Ex-Freund hatte. Aber jetzt mit Kind ist das eine ganz andere Lage. Selbst wenn man möchte, so 100% kann er nicht weg sein.

Ich habe die Kleine heute an der Tür in Empfang genommen und er :ich muss gleich los, mein Zug fährt gleich. Ich dachte mir nur- glaubst du, ich hätte dich noch reingebeten? Ha ha.

Nach 2 Stunden hat er versucht die Kleine schon wieder anzurufen, sie saß schon in der Badewanne. Er soll sie erstmal in Ruhe lassen, sie muss umschalten von dort auf hier. Ich bin auch gar nicht ran gegangen.Sie war sehr müde, ich schätze, sie ging spät ins Bett und war früh wach. Jetzt schläft sie schon friedlich.

Hat dein Ex eine Freundin?

Gruß
eva