Neuer Partner wird nicht akzeptiert

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von ratlosumneun 05.05.10 - 21:38 Uhr

Hallo,

mh - wollt mal fragen, was ihr so machen würdet:

Ich bin seit drei Jahren getrennt, mein Ex hat mich nach einer fast zweijährigen Affäre für die andere entschieden. Die Kinder (11 + 8) leben bei mir.

Vor einem guten Jahr habe ich einen Mann kennen und lieben gelernt, der leider 40 km entfernt wohnt, so dass Treffen immer geplant werden müssen und nicht spontan stattfinden können.

Nur wird er leider überhaupt nicht von meinen Kindern, insbesondere der großen Tochter akzeptiert. Das hat zur Folge, dass ich nie etwas mit allen dreien gemeinsam unternehmen kann, weil es in einem großen Chaos endet.
Leider ist die Große sehr hartnäckig. Da sie zudem den Umgang mit ihrem Vater verweigert, habe ich fast keine Zeit für mich bzw. mit meinem neuen Partner.

Ich bin jetzt sehr ratlos, was ich tun soll, weil mir der gegenwärtige Stress sehr viel ausmacht.

Habt ihr vielleicht einen Tipp für mich? Ideen? Kennt ihr solche Situationen?

schonmal #danke

ratlos um neun

Beitrag von connie36 05.05.10 - 21:52 Uhr

hi
finde heraus,warum sie den neuen ablehnt. mache ihr klar, das du auch frau bist, nicht nur mutter.
verplane nicht die ganze woche mit dem neuen partner, sondern plane einen tag ein, an dem du nur für deine kinder da bist, bzw. sie das programm im vernünftigen rahmen (mit-) bestimmen können.
sei hartnäckig, irgendwann sind die kinder aus dem haus, und du bist alt und runzlig und immer noch single.
lg conny

Beitrag von ratlosumneun 05.05.10 - 21:58 Uhr

Danke für die Tipps - leider tun's die nicht:
Warum lehnt sie ihn ab: Sie findet ihn einfach nur doof! Was soll ich dazu sagen?
Zur Zeit: Ich habe vielleicht einen halben Tag in der Woche für meinen neuen Partner Zeit - die andere Zeit einschließlich der Urlaube verbringe ich mit meinen Kindern.

lg zurück
ratlosumneun

Beitrag von alltagsphilosoph 05.05.10 - 21:56 Uhr

Liebe ratlosumneun,

mit 11 Jahren ist Deine Tochter (zumindest war das bei meiner so) sowieso mitten in einer nicht ganz einfachen Phase.
Mit Druck wirst DU wohl gar nix mehr erreichen können - zumindest nicht ihre Kooperation.
Betteln fällt wohl auch flach - ich kann mir vorstellen, dass sie sehr genau erkannt hat, was diese Treffen Dir bedeuten und dass sie Dich damit unter Druck setzen kann. Sie hat die Macht diese Treffen gelingen zu lassen oder zu verhindern/zerstören ... und wenn sie sie geschehen lässt, gibt sie diese Macht ja irgendwie zeitweise auf.

Ich würde Dir zwei Sachen vorschlagen:
Stelle eis vor die Wahl, an so einem Treffen teilzunehmen, oder ein Alternativprogramm zu unternehmen (Übernachtungsbesuch bei Freundin, Großelterntag, Babysitter ect.).
Wenn sie an dem Treffen teilnimmt und sich wieder daneben benimmt (eine gewisse Grundnörgeligkeit wird am Anfang kaum zu vermeiden sein), hat sie beim nächsten Mal eben nicht mehr die Wahl, sondern bekommt das andere Programm aufgedrückt.
Ich weiß, das ist dann wieder genau der Zustand, den Du bereits hast - aber mach Dir klar, dass grade Deine Tochter schon ihren ganz eigenen Kopf hat und den wird sie wohl zeit ihres Lebens nicht mehr los werden. Alles was von ihr kommt, muss freiwillig sein, oder es wird nur schlimmer.
Wenn sie einsieht, dass sie entweder Zeit mit Euch oder Zeit für sich hat (natürlich nicht die ganze Zeit) und dass ihr Verhalten nichts an Deinen Plänen, an Deinen Gefühlen und an Deiner Liebe ändert, wird sie vielleicht auf Deinen neuen Freund zukommen.
Sollte sie es nicht tun, wirst Du wohl leider nichts daran ändern können.
Ich weiß, es ist ein schwacher Trost, aber in drei bis vier Jahren will sie vermutlich eh nicht mehr so viel Zeit mit Euch verbringen.

Alles Liebe, viel Glück,
Christian

Beitrag von ratlosumneun 05.05.10 - 22:16 Uhr

Vielen Dank für den Tipp -

ich hab das schon durch - leider gibt es die Möglichkeiten Übernachtung bei Freundin (sie hat nur eine, bei der sie übernachtet :-() und Großelternbesuch nicht. Babysitter ist eine zu beschränkte Zeit - ich bin den ewigen Zeitdruck so unendlich leid - wie soll sich denn da eine Liebe halten können???
Und gemeinsame Treffen enden im Chaos - egal was wir machen - es herrscht eine unerträgliche Atmosphäre.

Ich bin leider an einem Punkt, wo mir die Aussicht "in drei bis vier Jahren" ist es vorbei, nicht mehr weiterhilft - ich fühle mich absolut zerissen.

Mh - ich glaube, es geht wohl eher in dir Richtung "du wirst nichts daran ändern können" - und ich habe Angst vor den Konsequenzen, die aus dieser Erkenntnis folgen können oder auch werden.

Grüße zurück
ratlosumneun

Beitrag von alltagsphilosoph 05.05.10 - 22:34 Uhr

Liebe ratlosumneun,

eine Übernachtungsfreundin ist besser als keine.
Beschränkte Zeit ist besser als gar keine.

Den Zeitdruck wirst Du wohl leider kaum los werden - aber in gewisser Weise ist ein Berufsleben mit Kindern immer von Zeitdruck geprägt.

Ich kann Deine Situation wirklich gut verstehen - insbesondere weil ich das Alter so gut kenne - und Du hast mein aufrichtiges Mitgefühl. Leider muss ich sagen das bei vielen Mädels (bei Jungs fehlt mir noch die Erfahrung) der Verstand erst später einsetzt, und das eine ganze Weile lang auch nur Phasenweise.
Verhandeln bringt vermutlich noch nichts - nur klare Grenzen ziehen. Dabei in den Augen Deiner Tochter keine "Entweder er oder ich"-Situation zu produzieren ist sicher ein Drahtseil-Akt.

Ein andauerndes Boykott seitens der eigenen Brut kann so mache Beziehung in die Knie zwingen. Da hilft mitunter wirklich nur den längeren Atem zu haben.

Ich wünschte, ich könnte Dir etwas hilfreicheres oder aufmunternderes schreiben.

Alles Liebe,
Christian

Beitrag von ratlosumneun 06.05.10 - 20:39 Uhr

Hallo nochmal,

du bringst es auf den Punkt - diese Zeitnot ist es, die alles so schwierig macht, die fehlende Normalität.

Leider ist die Zeit, in der die Übernachtungsfreundin kann nicht immer kompatibel mit der Zeit, wo mein Übernachtungsfreund ;-) kann...

Ach es bleibt schhwierig und anstregend - wer weiß, ob mein/unser Atem reicht.

#danke für deine Antworten

ratlosumneun

Beitrag von frage hab 06.05.10 - 09:25 Uhr

Hallo Christian,

hab mal eine Frage, ich stecke auch sagen wir mal in einer Beziehung, (Affaire trifft es vielleicht auch), er hat seiner Frau reinen Wein eingeschenkt und somit hat es seine Tochter (17) auch mitbekommen, ist natürlich in Tränen ausgebrochen und hat im Grunde gebettelt, das er bleibt. Er ist ein sehr bodenständiger lieber Mensch der alles für seine Tochter tut und es bricht ihm das Herz sie so zu sehen, also hat er den Schritt zu gehen nicht gewagt. Er hat Angst, das sie eine Sturheit an den Tag legen wird und sie ihn nciht mehr sehen will. Er sieht es als Entscheidung zwischen mir und seiner Tochter an,was ich allerdings nicht so sehe, ich glaube das die Liebe zum Vater doch immer bleibt, oder sehe ich das falsch? Auch wenn es am Anfang hart wird. Jetzt kommt das allentscheidende Wochenende wo er noch mal mit ihr reden will, weil ich gesagt habe ich kann nicht mehr so, er muss endlich eine Entscheidung treffen. Wie und was kann ich ihm noch mit auf dem Weg geben, das alles gut wird und auch die Tochter sich wieder einkriegt egal mit was sie droht. Ich habe ihm schon gesagt das es der falsche Weg ist sein Kind um Erlaubnis zu fragen anstatt konsequent zu sein und darauf zu vertrauen, das die Beziehung weiterhin bestehen bleibt. Hast Du vielleicht einen Rat für mich? Ich möchte ihm morgen in Form einer Mail was mit ins Wochenende geben, was alles entscheiden wird.

LG

Beitrag von polar99 06.05.10 - 10:06 Uhr

Herrjee,

Väter und ihre Töchter ;-)

Ich sag mal ehrlich aus eigener Erfahrung so, es geht nicht um die Tochter, sondern um sein Verhalten, wie er damit umgeht. Wenn er das nicht einsieht, wirst Du wenig Chancen haben.

Mein Partner hat auch eine Tochter im gleichen Alter. Am Anfang war es auch für sie schwer (obwohl ihre Mama schon einen neuen Partner hat). Sie wollte sich aber die Option offen halten, zu Papa zu ziehen - ohne mich und meine Kids. Immer wenn wir einen Schritt vorwärts wollten, ist er zurückgerudert, weil sie dann doch meinte, vielleicht zieht sie doch zu ihm. Alles reden mit ihm hat dann nix genützt, weil er immer ihre Entscheidung abwarten wollte.

Ich habe dann irgendwann die Flucht nach vorn angetreten, sie zu mir eingeladen und wenn sie beide dann mal bei uns waren, immer extra beide abends dann ins Kino geschickt oder etwas anderes etc. So dass sie sieht, sie ist sehr willkommen bei mir und ich animiere ihren Dad trotzdem Zeit nur mit ihr allein zu verbringen.

Mit der Tochter verstehe ich mich nun prima, ich hab sie richtig lieb gewonnen. Mein Partner hat nun auch nicht mehr das Gefühl sich entscheiden zu müssen - sie oder wir. Für ihn wohl der wichtigste Punkt, sonst hätte ich eh verloren, sein Kind würde wohl fast kein Elternteil aufgeben.

Je mehr Druck Du aufbaust, desto eher wird er wohl aus der Situation heraus wollen.

An deiner Stelle würde ich ihm das Gefühl geben, dass sein Kind natürlich sehr wichtig ist (darum geht es ihm ja bei seiner "Entscheidung) und dass er sich eben nicht (!) für jemanden entscheiden muss/soll. Weder für Dich, noch für sie. Den Druck musst Du ihm nehmen, sonst hast Du verloren.

Sag ihm, dass Du Dir wünschst, dass ihr gut miteinander auskommt und du sie gerne kennenlernen möchtest und ihr die Zeit geben wirst, die sie braucht.

Wenn er das seiner Tochter so vermitteln kann, wird es auch für ihn leichter sein.

lg polar

Beitrag von frage hab 06.05.10 - 11:44 Uhr

Danke, aber ich denke sie wird den Kontakt gar nicht haben wollen, wie gesagt er bleibt bei seiner Familie seiner Tochter zuliebe und ich habe unheimlich Angst, wenn er jetzt mit ihr redet, das er mich liebt und er mit mir zusammen sein möchte, das sie "austickt" und ihn somit zwingt bei seiner Familie zu bleiben. Ich habe ihm immer gesagt ich bin da, und auch er ist weiterhin für sie da, aber ich kann doch nicht in einer Pflichtehe bleiben, obwohl ich jemanden anderes liebe. Er will definitiv mit mir zusammenleben, hat aber Angst berechtigte das er seine Tochter damit verliert wenn er geht.

Beitrag von alltagsphilosoph 06.05.10 - 22:12 Uhr

Liebe frage hab,

meine Vorrednerin hat schon sehr gute Tips gegeben.

Ich möchte noch etwas anderes anmerken:
Die kleine ist 17. Da haben viele zwar noch das Bedürfnis, ein funktionierendes Elternhaus als "Rückendeckung" und Rückzugsort zu haben - wirklich brauchen tun es die meisten jedoch nicht mehr. In ein bis zwei Jahren zieht sie vielleicht schon weg - wo anders studieren oder ne Lehre machen, Studentenwohnheim, Mädels-WG oder erste eigene Wohnung.
Was hätte sie dann noch von der Vernunftehe ihrer Eltern? Ein gutes Gefühl.
Und hier setzt an, was polar schon geschrieben hat: Es ist die Aufgabe Deines Partners (und Deine), ihr dieses Gefühl von Rückhalt und Vertrauen auch in der neuen Situation zu vermitteln.

Wenn die Trennung der Eltern noch frisch ist - und unschön verlief - wird dieser Vertrauensprozess natürlich deutlich schwieriger. Ihr Vertrauen in die Beziehung der Eltern wurde ja schon verletzt, warum sollte sie den Einzelpersonen dann mehr vertrauen?
Da wird dann auch etwas Geduld Deinerseits nötig sein. Ich für meinen Teil würde mich vielleicht dennoch trennen - aber die Liebe meiner Tochter ist mir extrem wichtig und ich würde einiges auf mich nehmen, um sie nicht zu gefährden.

Alles Liebe,
Christian

Beitrag von kenne ich 06.05.10 - 10:09 Uhr

Hallo,

bei mir ist es leider bis heute so, dass meine erwachsenen Kinder meinen neuen Partner nicht akzeptieren.

Mein Partner und ich sind mittlerweile vier Jahre zusammen. Solange meine Kinder noch in meinem Haushalt wohnten, war es sehr schwierig.

Aber selbst jetzt stehe ich vor Feiertagen wie Weihnachten immer vor einem Dilemma.

In meinen Augen hat es auch nichts damit zu tun, dass sie ihn nicht leiden können. Sie würden gar keinen Mann an meiner Seite akzeptieren. Das heißt, sie akzeptieren es schon, haben nichts "gegen" diese Beziehung, aber sie möchten keinen Kontakt.

Genauso verhalten sie sich übrigens ihrem Vater gegenüber.

Bei minderjährigen Kindern ist die Situation natürlich ungleich verfahrener. Einen Rat kann ich Dir leider auch nicht geben.

LG,

Beitrag von ratlosumneun 06.05.10 - 20:34 Uhr

Hallo,

gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin - und zum Glück sind deine Kinder ja schon unabhängiger und nicht mehr so auf dich angewiesen.

Wie hast du das denn gemanagt, wenn Feiertage anstehen? Wie ist das mit Urlaub - "teilst" du dich da? Und - wie geht dein Partner damit um? Ist es für ihn sehr schwer?

vielleicht helfen mir deine Antworten weiter...

grüße zurück

Beitrag von kenne ich 07.05.10 - 06:50 Uhr

Hallo,

da meine Kinder schon erwachsen sind, ab es nie Probleme mit dem Urlaub. Sie sind sowieso nicht mehr mit mir zusammen gefahren.

An Feiertagen ist es so, dass mein Freund dann zurückstecken muss.

Die verbringe ich, wenn sie Zeit haben, mit meinen Kindern. Am Ende ist es so, dass ich mir denke: Männer kommen und gehen, meine Kinder bleiben aber immer meine Kinder.

Es ist nicht so, dass mir die aktuelle Situation gefällt, schöner wäre es anders. Aber letztendlich stehe ich immer hinter meinen Kindern. Die sind mir immer näher und wichtiger als irgendein Mann.