Warum macht sie das?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von millisma 06.05.10 - 08:07 Uhr

Hallo zusammen,

meine Tochter (4) wächst als Einzelkind auf, weiß nicht, ob es was damit zu tun hat, aber wahrscheinlich schon.
Sie hat im Kindergarten ein paar Freundinnen mit denen sie sich auch gern nachmittags zum Spielen verabredet. Gestern war wieder eine Freundin da. Sie hat sich furchtbar auf den Besuch gefreut, als sie bei uns waren haben sie erst ein wenig auf dem Trampolin gespielt und sind dann im Baumhaus verschwunden zum Vater-Mutter-Kind spielen. Nach 5 Minuten hör ich wie meine Tochter wütend vom Baumhaus runterkommt und am Schimpfen ist. Ihre Freundin saß auf dem rosa Hocker, obwohl sie auf dem Hocker sitzen wollte........#augen
Tja auf jeden Fall kam dann ein Rumgemotze vom Feinsten.....Mit dir spiel ic h nicht mehr , du kannst nach HAuse gehen, mit dir will ic h nie mehr spielen...brauchst auch nicht mehr wieder kommen...usw.
Mir hat die Freundin total leid getan und darum hab ich gesagt, dann spiel ich eben mit dir....daraufhin hat meine kleine Tränen in den Augen gehabt und weiter geschimpft, wenn mein Papa kommt, dann spielt der mit mir ...ihr seid doof , mit euch will ich nichts zutun haben........
dann musste die Freundin auf Toilette und als sie wieder kam, haben sie den Rest des NAchmittags herrlich miteinander friedlich gespielt.
Vorgestern war eine andere Freundin zum Spielen da......sobald sie eine Spielfigur hatte, wollte meine Tochter sie auc h haben, und war dann immer todbeleidigt, weil die andere die Figur nicht mehr rausrücken wollte.
DAnn dauert es nur noch Minuten und es beginnt folgender Wortwechsel....und du bist nicht mehr meine Freundin, mit dir spiel ich nicht mehr, was die andere prompt erwidert und dann hab ic hzwei super eingeschnappte 4jährige Mädels zuhause die beide kurz vorm heulen sind........IST DAS NORMAL????
Meine Tochter hatte bis vor ein paar Monaten eine beste Freundin die jetzt weggezogen ist und bei den beiden kannte ich das gar nicht.....

Wie verhält man sich da als Mutter?


Beitrag von connie36 06.05.10 - 08:24 Uhr

hi
ich denke auch, das ihr leben als einzelkind sie dahingehend schon "verwöhnt" hat. mit wem sollte sie denn teilen müssen?!
meine beid
en sind nur 16 monate auseinander,, und 8 und 9 jahre alt. da gibt es kein gezicke, " das gehört mir, gib das her, ich spiel nimmer mit dir, du bist nicht mehr meine freundin" usw.
sie sind es einfach gewohnt, das jemand anderes auch mit dingen spielen will.
klar, gewissen spielsachen mussten wir im doppelpack kaufen, wie zb. als sie kleiner waren, puppenwägen. ich kann ja kaum sagen, wenn a nicht mehr damit spielt kann b ihn haben. wenn sie fast gleichalt sind, spielen sie nun mal mit den gleichen dingen.
aber auch bei einer freundin, die einen jungen und ein mädchen hat, ist das gestreite da. da das mädchen mit puppen spielt und er mit autos, schimpfen sie schon gegenseitig, wenn der eine das vom anderen nimmt, hauptsächlich um zu ärgern.
du musst deiner tochter klar machen, das sie mit ihren sachen immer spielen kann, aber eine freundin ist doch nur "kurz" da, und dann ist es doch ok, wenn sie auch mal damit spielen mag.
lg conny

Beitrag von rienchen77 06.05.10 - 09:27 Uhr

das kommt bei meiner kleinen hin und wieder auch durch....nicht teilen oder abgeben wollen mit anderen... aber... dann setzt ich sie auf n "pott" und sage ihr das ich ihren Besuch auch gerne wieder nach Hause fahren kann wenn das jetzt nicht klappt und dann habe ich ruhe.... keine Diskussionen ende aus...

Beitrag von hezna 06.05.10 - 08:24 Uhr

Ich kenne das von meinen Jungs auch...je nach Temperament kann das schonmal wuselig werden.

Mein Großer war von jeher der Diplomat. Wenn er etwas hatte, und ein anderes Kind wollte das auch, dann gab er es meist her, so das es nie Krach gab.

Mein Mittlerer ist eher der "ich will" Typ. Sein bester Freund ist von gleicher Kragenweite. Wie oft ich bei den beiden schon gehört habe "du bist nicht mehr mein Freund, ich spiele nieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee wieder mit dir", weiß ich schon gar nicht mehr.

Solange es nicht in wüsten Handgreiflichkeiten endet, mache ich gar nichts, mische mich auch nicht ein.
Im Großen und Ganzen regelt sich das auch von alleine wieder. Und wenn gar nichts mehr geht, dann schaue ich, daß ich mit beiden etwas zusammen spiele.

Das entspannt die Situation und danach geht es meist friedlich weiter.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von bine3002 06.05.10 - 08:48 Uhr

Falls es dich beruhigt: Ich kenne so ein Verhalten sowohl von Geschwisterkindern als auch von Einzelkindern. Am Extremsten habe ich es übrigens von einer Kindergartenfreundin meiner Tochter erlebt, die drei (!!!) Geschwister hat. Das hat damit also scheinbar gar nichts zu tun.

Es ist einfach egoistisches Verhalten. Und egoistisches Verhalten kommt zwingend VOR altruistischem Verhalten (das Gegegenteil von Egoismus ist Altruismus, also eine Verhaltensweise, die einem Individuum mehr Kosten als Nutzen einbringt zugunsten eines anderen). Ein Mensch muss erst selbst erspüren wie wichtig Besitz ist und wie gut es sich anfühlt, etwas zu besitzen und darüber zu bestimmen bevor er dieses Gefühl hemand anderem gönnen kann. Und das kommt erst so ZWISCHEN 3 und 5 Jahren.

Auch wir hatten dieses Problem. Zuletzt sehr ausgeprägt vor dem 3. Geburtstag. Ich hatte dann eine Idee: Ich bin, bevor Besuch kam, mit meiner Tochter durchs Zimmer gegangen und habe sie gefragt, welches Spielzeug der Besuch NICHT haben darf. Wir haben das dann weggesperrt. Meist waren das nur zwei/drei vermeindlich unwichtige Dinge. Der Punkt war aber, dass meine Tochter das Gefühl bekam, selbst über ihr Eigentum bestimmen zu können und die Kontrolle darüber zu haben. Es gibt seitdem bei uns zu Hause so gut wie keinen Streit mehr. Einige Freunde haben das so übernommen und es funktioniert auch da einwandfrei.

Wenn es dann doch mal zum Streit kommt, kommt es darauf an, um was es sich handelt:
- Ist es etwas, was sonst eher in der Ecke liegt, dann bekommt es der, der es ZUERST hatte. Der andere muss dann eben warten bzw. wir geben den Tipp, doch vielleicht einfach mal ganz freundlich darum zu BITTEN und sich abzuwechseln.
- Ist es etwas, was dem jeweiligen Besitzer wichtig ist (z. B. ein Lieblingskuscheltier) bequatschen wir den "Dieb" es zurückzugeben. Im absoluten Notfall nehmen wir es dann auch weg und geben es dem Besitzer, mit der Bitte es gut wegzulegen. Dem "Dieb" erklären wir, dass es sich um das Lieblingskuscheltier handelt und erinnern an eigene Lieblingsdinge zu Hause. Zusätzlich bieten wir eine Alternative an (irgendetwas ähnliches).
- Manchmal gibt es das Objekt auch zwei Mal. In dem Fall bieten wir es beiden an.

Auf jeden Fall bleiben wir ruhig, lassen uns erstmal in aller Ruhe von beiden Kindern erklären, was los ist und kühlen die Situation so schon ab. Die Kinder sollen lernen, dass man auch darüber reden kann. Dafür muss man aber erstmal aufhören zu zetern.

Wir klären solche Situationen in der Regel nur dann, wenn eines der Kinder zu uns kommt oder wenn der Streit handgreiflich wird. Sonst lassen wir sie das unter sich ausmachen. Ebenso, wenn es nach einem geklärten Streit gleich wieder von vorne losgeht.

Sätz wie "Du bist nicht mehr meine Freundin." lasse ich meistens unkommentiert oder sage, dass ein blödes Kuscheltier doch kein Grund ist, gleich die ganze Freundschaft zu kündigen.

Beitrag von marion2 06.05.10 - 09:20 Uhr

Hallo,

deine Tochter ist 4 Jahre alt.

Wenn sie nicht zum Sport möchte, gibst du nach. Wenn sie irgendwas anderes nicht möchte, sicher auch. (Das hat wohl nichts damit zu tun, ob das Kind ein Einzelkind ist oder nicht.)

Sie muss im Kindergarten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch teilen. WARUM gehst du auf so einen Mist ein? Mit 4 kann man diese Konflikte super selber klären.

Gruß Marion

Beitrag von millisma 06.05.10 - 09:53 Uhr

Man kann doch eine Vereinssportaktivität nicht mit Spielzeug oder anderen Sachen vergleichen.
DA besteht meiner Meinung nach ein Riesenunterschied!!!
Sie hat auch bei mir kein Problem ein NEIN zu akzeptieren, diese Horrorsupermarktszenen hatten wir z.B. noch nie (Kind kriegt seinen Willen nicht und schreit den LAden zusammen)
Im GEgenteil, wenn ich ihr erkläre warum sie dies oder das nicht darf oder warum das nunmal nicht geht, dann könnt ich sie immer knutschen. Sie reagiert total lieb und verständnisvoll mit .....okay liebe Mami

DA sie nunmal Einzelkind ist, gibt es zuhaus keinen Streit um Spielzeug. Mir ist egal, welche Barbie ich nun nehme, wenn wir zusammen spielen.

Und um deine Frage zu beantworten......ich geh drauf ein, weil mir dann die Besucherkinder leid tun. Ich stell mir das nicht schön vor, wenn ich bei anderen Leuten bin und mir dort gesagt wird ich soll wieder gehen ich bin nicht erwünscht......

Beitrag von marion2 06.05.10 - 13:04 Uhr

"wechselt euch ab oder einigt euch"

Dürfte reichen.

Gruß Marion