Er redet nicht mit uns und weint oft

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 09:28 Uhr

Hallo,
meine Großer wird 8 Jahre alt und er weint oft ( ist eine richtige Heulsuse) wegen Kleinigkeiten. Wir dachten es ist nur zu Hause so, aber gestern hat uns seine Lehrerin erzählt, dass er auch in der Schule so viel heult.
Er weint oft auch ohne Grund, besser gesagt, er sagt uns nicht was los ist - er geht in sein Zimmer und setzt sich in eine Ecke und weint 30 min lang und wir können nicht rausgekommen was es ist. Er hat einfach kein Vertrauen in uns, was ich nicht verstehen kann, denn wir haben ihm nie was getan und bestraft für irgendetwas.Er schiebt sogar Kopfschmerzen und Übelkeit in der Schule vor, um nicht in den Hort gehen zu müssen (das habe ich nach langen nachfragen herausgefunden). Als das Problem im Hort geklärt war, ist er gern wieder hingegangen.
Da wir vor einem Jahr eine Tochter bekommen haben, dachten wir erst es liegt an der Eifersucht, aber er liebt sie sehr.
Im Moment kommt noch hinzu, dass er so schnell genervt ist - wir können nicht´s nachfragen bei ihm, weil er gleich immer so ausflippt, als wenn wir seine Privatsphäre stören würden. Er erzählt auch nie freiwillig von Der Schule oder vom Hort.
Langsam machen wir uns echt Sorgen, darüber was ihn so bedrücken könnte. Vieleicht hat ja jemand einen Tipp oder Idee wie wir wieder Zugang zu unserem Sohn bekommen können.

Lg Heidi1606 und Nico (der morgen Geburtstag hat)

Beitrag von luka22 06.05.10 - 09:57 Uhr

Ich würde einfach dranbleiben und beobachten. Manchmal muss man vielleicht auch akzeptieren, dass das Kind halt so ist, wie es ist! Muss ja nicht so bleiben, kann einfach mal eine Phase sein ... aber im Moment scheint er einfach extrem sensibel zu sein. Wenn ich als Mutter das Gefühl hätte, dass keine objektiven Gründe für die GEfühlsausbrüche vorliegen, dann würde ich sie nicht noch weiter hochstilisieren. Ich würde ihn in Ruhe weinen lassen und wenn er wieder aus seinem Zimmer herauskäme einfach ganz "normal" sein, also nicht betüddelnd oder voller Sorge...

...aber das kann man nur entscheiden, wenn man die Situation in nächster Nähe erlebt!

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von connie36 06.05.10 - 09:59 Uhr

hi
war das schon immer so, oder verstärkt in der letzten zeit. fällt irgendwas in der schule/hort vor?
sprich mit der lehrerin das die ihn mal eine zeit genauer im auge behält, viell. wird er von mitschülern, die eine antenne für die "schwächeren" haben gehänselt/gemobbt
lg conny

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 10:33 Uhr

Danke für die Antwort,
es hat eigentlich schleichend begonnen - ist in letzter Zeit zunehmend.
Über Mobbing oder hänseln haben wir nichts von der Lehrerin gehört (waren erst gestern beim Elterngespräch). Er ist halt in der Schule ein Einzelgänger sagt sie.

Beitrag von connie36 06.05.10 - 10:53 Uhr

wann hat es schleichend angefangen, mit der schwangerschaft, oder auch schon vorher?
lehrer bekommen das auch nciht immer mit, ob ein kind von anderen gehänselt wird, die machen es ja nicht vor dem lehrer.
aber wenn sie explizit ihr augenmerk mal darauf richten würde, viell. fällt ihr dann was auf.
ist euer kind schon immer ein einzelgänger gewesen?
hast du es mal mit einem handball/fussball verein versucht, so das er mti anderen kindern zusammenkommen "muss"?
ich würde mir viell. auch einfach mal hilfe bei einem kinderpsychologen suchen. evtl. kann der dir nach ein paar sitzungen mit dem kleinen mann mehr hinweise geben, warum was ist.
von meiner freundin die kleine, nennen wir sie m, ist relativ ähnlich, meine tochter war und ist immer ihre beste freundin gewesen, sie hat leider nur kein ausgeprägtes selbstbewustsein, mit meiner tochter braucht sie das auch nciht, aber eine andere gemeinsame freundin zb. machte sie oft auch bewust "runter". zb. mit aussagen, "deine hose ist hässlich" sie hat die hose dann nie wieder angezogen, oder sie hat anderen mädchen böse dinge über m erzählt, damit die nicht mehr mit ihr spielen. meine freundin ist dann auch, weil sie in der schule immer schlechter klar kam, und auch mit den hausis probleme hatte, und dann eben auch durch ihr fehlendes selbstbewustsein, zu einem kinder psych. gegangen, dort ist sie jetzt ein jahr mit ihr, und , klar sie hat immer noch kein riesenego, aber sie ist etwas selbstbewuster geworden, sie haben sie ein jahr zurückgesetzt, und jetzt geht es total bergauf.
die tests sind jetzt fehlerfrei, sachen die sie vorher überhaupt nciht kapiert hatte, flutschen jetzt.
ich weiss nicht, inwiefern das für euren sohn infrage kommt, wollte einfach mal nur meine erfahrungen niederschreiben.
lg conny

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 11:07 Uhr

Ich glaub es hat am Beginn der 2. Klasse angefangen ( die kleine Schwester wurde knapp vor den Sommerferien geboren). wir haben uns bemüht, ihm viel Aufmersamkeit zu schenken, besonders der Papa, damit er sich nicht zurückgesetzt fühlte.
Mit dem Verein ist das so eine Sache:, er ist immer der Bestimmer wenn er mit anderen KIndern spielt. Wenn es dann nicht passt, wirft er alles hin und weint. Er spielt immer nach seinen Regeln und wenn man ihn korrigiert, ist es aus. Er hat eigentlich nur einen festen Freund mit dem er Fußball spielt - der gibt immer nach um des Friendens will.
Wir schicken ihm im Sommer in ein FußballCamp für 5 Tage (je 6 Std. am Tag) um zu sehen ob er sich in ein Team einfügen kann. Und wenn alles klappt geht er in ein Verein.
In der Schule ist er sehr strebsam, er will immer der 1. sein, nicht der Beste sondern nur der 1. - ein echter Wettkampf in der Klasse lt. Lehrerin.

Danke für deine Antwort.
Lg

Beitrag von nusch 06.05.10 - 12:00 Uhr

Hallo Heidi,

vielleicht wird ihm langsam bewusst, dass er einsam ist? Freund-/kameradlos, weil er immer bestimmen will und wenn er in der Klasse immer der 1. (also doch der Beste) sein will, hat man zu unseren Zeiten früher auch auf die Streber geschimpft, die ziemlich allein dastanden.

Euer kleiner Mann tut mir leid, aber dass er mit dem Bestimm-/Streber-Verhalten aneckt, ist eigentlich klar. Hast Du ihm das schon mal versucht, klarzumachen?

LG
Nusch

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 12:29 Uhr

Oh ja, oft genug.
Aber im Moment ist das Bestimmen und Gewinnen das Größte für ihn.

Lg

Beitrag von binnurich 06.05.10 - 10:05 Uhr

wenn ich ehrlich bin, würde ich sagen: holt euch da mal professionelle Hilfe. Ein Kind was einfach so in sein Zimmer geht um zu heulen und das auch noch eine halbe Stunde lang, würde ich mir nicht allzulange ansehen.
Das ist m. E. definitiv NICHT normal. Ein ruhiges Kind okay, aber so nein.

Macht er das wirklich schon immer so???? oder erst seit der Schule

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 10:37 Uhr

Danke für deine Antwort,
also es hat eigentlich erst in der Schule angefangen ( eher schleichend). Er ist jetzt in der 2 .Klasse und seit dem heurigem Jahr ist es besonders schlimm. Das er ohne wirklichen Grund (sagt er jedensfall) weint ist bis jetzt 3 mal vorgekommen. In der Schule gibt es lt. Lehrerin keine Probleme bzgl. mobbing oder hänseln.

LG

Beitrag von binnurich 06.05.10 - 13:37 Uhr

hol dir Hilfe, dein Knd hat ein Problem, aus welchen Gründen auch immer er nicht mit dir sprechen mag / kann, es ist nicht gut, wenn ein 8jähriger dauertraurig ist

Beitrag von nienicht 06.05.10 - 10:22 Uhr

Hallo,

na das ist aber wirklich nicht schön, aber wie die über mir schon schreibt,
ich würde mir da auch hilfe holen, nicht das es eine Depression wird, also vielleicht zum Psychologen, gehen wir mit meiner Tochter auch hin, und es hilft.
Also habe Mut deinem Kind zu helfen.

Alles Gute
nienicht

Beitrag von landmaus 06.05.10 - 10:31 Uhr

* er weint oft ( ist eine richtige Heulsuse) wegen Kleinigkeiten*

Hallo,

mir ist gerade mein Frühstücksbissen im Hals stecken geblieben, als ich dieses Textstück gelesen habe. Das hört sich abwertend und verächtlich an. wenn Du diese Grundhaltung ihm gegenüber auch hast, dann ist das kein Wunder, dass er ständig weint und Euch nicht vertraut. Er kann sich dann ja gar nicht angenommen fühlen. Ihm gegenüber ist das sehr gemein und tief verletzend. Wieso respektierst Du nicht, dass er ein Lebendiges und blühendes Gefühlsleben hat und er unter für ihn sicher großen Problemen leidet. Wenn Du sein Gefühlsleben und ihn respektierst, wird er auch wieder vertrauen fassen und ihr könnt gemeinsam daran arbeiten, dass es Deinem Sohn besser geht. Ich finde es auch seltsam, dass es Dich ärgert, dass Dein Sohn soviel weint. Mich würde es traurig machen und ich wäre sehr besorgt.

Liebe Grüße

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 10:43 Uhr

Es ärgert mich nicht das er so viel weint, aber im Alter von 8 Jahren sollte es nicht so sein oder? Was mich traurig macht, ist das er nicht mit uns redet über die Probleme. Ich weiß, das Kleinigkeiten für uns, riesige Probleme für ihn sein können, aber ich kann ihn nicht helfen wenn er nicht redet. Und selbst seine Lehrerin, die ihn täglich sieht, sagte uns gestern, dass er schlimmer als jedes Mädchen in der Klasse ist.

Danke für deine Antwort!

Beitrag von shalom 06.05.10 - 11:39 Uhr

Hallo,

ich hoffe du nimmst dir den Ratschlag proffessionelle Hilfe zu holen zu Herzen. Das ganze geht mittlerweile seid 2 Jahren. Es steigert sich, ohne dir ersichtlichen Grund. Hast du mal in Betracht gezogen, dass er eine psychische Erkrankung hat? (du zählst einige dinge auf, di auf eine emotionale Störung hinweist.

Warte nicht zu lange, es ist keine Schande psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um der Traurigkeit deines Sohnes auf die Spur zu kommen.

LG shaolom

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 11:51 Uhr


Ich bin jetzt auf der Suche nach einer guten Kinderpsychologien und will noch meine KIÄ um Rat fragen.
Die Antworten haben mir bei dieser Entscheidung sehr geholfen.

Danke schön.
Lg

Beitrag von frauke131 06.05.10 - 13:17 Uhr

Naja, einige Jungs die ich kenne, sind auch ziemliche Heulsusen! Allen voran mein Sohn (7).

Ich würde sagen, bedrängt ihn nicht, mit Euch zu reden. Ihr könnt ihm sagen, dass ihr jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung steht, aber ihr solltet ihn nicht ständig fragen!

Auch wenns schwer fällt, er hat genauso seine Privatsphäre, die müsst ihr respektieren. Wie soll er sich vor Übergriffen schützen, wenn ihr seine Grenze überschreitet.

Warum vertraut Euer Sohn euch nicht? Es geht nicht darum, dass ihr ihm nichts tut, sondern wie ihr mit seinen Sorgen umgeht. Hat er Euch im BVertrauen etwas erzählt und ihr seid sofort zum Lehrer und habt das geklärt, ohne das er es wollte? Habt ihr Euch mal lustig über seine Ängste gemacht?

Mein Sohn erzählt auch selten was. Er sagt auf Nachfragen meist: Das musst Du nicht wissen! oder Du musst Dich nicht einmischen! (Ich glaube eher, er vergißt, was so war und das ist ihm peinlich#augen)

Der Punkt ist, auch Kinder haben ihre Geheinmnisse und nicht jedes Kind will gleich alles erzählen und brauchen nach Schule und Hort Ruhe!

Lad ihn doch nach der Schule zum Eis ein, gerade Jungs erzählen vieles beiläufig und nicht von Angesicht zu Angesicht!

Da ich Dein Kind ja nicht kenne, solltest Du aber auch abklären lassen, ob es vielleicht ein Depression ist!

Beitrag von heidi1606 06.05.10 - 19:18 Uhr

Danke für deine Antwort,
ich bin also nicht die einzige mit einem sensiblen Buben.

Ich habe heute mit Ihm in Ruhe und allein bei einem Spaziergang gesprochen ( er möchte nicht zu einer Beratung) und ich werde es erstmal akzeptieren und er hat mir versprochen von Problemen zu erzählen und ich werde ihn nicht mehr drängen von der Schule zu erzählen ( ich glaub er vergißt auch alles). Ich hoffe wir kriegen die Probleme in den Griff.

Lg

Beitrag von frauke131 07.05.10 - 12:53 Uhr

Versuche auch zu sehen, wie schön es ist, dass er so sensibel ist! Mein Sohn kann super auf andere Kinder eingehen, auch auf kleinere, er zeigt seine Trauer und Enttäuschung sehr deutlich. Wäre schön, wenn das in der Pubertät auch noch so wäre...

Beitrag von rienchen77 06.05.10 - 14:30 Uhr

gibt es einen Schulpsychologen bei euch? einen Vertrauenslehrer? geh zum Kinderarzt...

nicht das kindliche Depressionen dahinter stecken...

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/877/379682/text/

Beitrag von alpenbaby711 06.05.10 - 19:39 Uhr

Also für normal halte ich das auch nicht so oft zu weinen ohne Grund und dann auch noch ne halbe Stunde lang. Versucht einen Weg zu finden vielleicht mit psychologischer Hilfe.
Ela

Beitrag von schnabel2009 07.05.10 - 09:47 Uhr

Ich würde mal Rat bei einem Kinderpsychologen suchen. Das hört sich schlimm an, als ob er etwas verheimlichen will.

LG schnabel

Beitrag von jono 07.05.10 - 17:56 Uhr

Hallo,

ich denke, Du bist genervt, weil er nichts sagt und schreibst deshalb so über ihn.

Wir hatten ein ähnliches Problem, haben es uns aber nicht allzu lange angesehen. Wir haben unsren kleinen durch eine andere Mutter (befreundet) befragen lassen, da wir den Eindruck hatten, das er uns nichts sagt, da er mitbekam, wie unglücklich wir darüber waren, das er in der Klasse nicht zurechtkam (er wurde regelrecht ausgeschlossen). Ihr hat er sein Herz geöffnet und alles erzählt.
Wir haben dann sehr schnell reagiert und bei der Lehrerin, wie auch beim Rektor "Gesicht" gezeigt und nach einer Lösung verlangt. Da das sehr schleppend in Gang kam, haben wir den Kurzen ab- und an einer neuen Schule angemeldet. Hier ist er wieder glücklich, er hat zwar jetzt aufgrund seiner Erfahrungen Angst vor Ablehnung, aber wir denken, das gibt sich mit der Zeit. er ist wieder ruhig und ausgeglichen, weint nicht mehr und hat Spaß an der Schule. Ein ganz anderes kind.

ich denke du musst nicht direkt zum Psychologen laufen, geh mit ihm zum Lehrer und auch weiter, lass ihn sehen, das ihr für ihn da seit und ihm aus der Situation helft. Viel Erfolg

jono