Hilfe - Sohn (3) ist wie ausgewechselt - wie reagieren?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von muggel79 06.05.10 - 09:39 Uhr

Hallo Zusammen,

mein Sohn ist 3,5 Jahre alt und war eigentlich immer ein lieber, ausgeglichener Kerl, den man gut haben konnte. Klar hatte er auch mal seine Bock-Anfälle, aber damit konnte ich gut umgehen und es war nie so schlimm wie zur Zeit.

Seit einigen Tagen ist er wie ausgewechselt und ich hab keine Ahnung warum. Er reizt uns, wo es nur geht. Was man auch immer zu ihm sagt, er hält dagegen, ist vorlaut und frech!!

Konsequenzen interessieren ihn überhaupt nicht. Gestern Abend, vor dem Zubettgehen wollte er seine Spielsachen nicht aufräumen, also meinte ich, alles was nicht weggeräumt ist, räume ich weg und dann ist es halt mal nen Tag ganz weg, kann er sich überlegen. Seine Antwort knallhart: "Mach doch, mach doch ätsch bätsch". Da fällt mir echt nichts mehr dazu ein - Hab dann die Sachen weggeräumt, aber wirklich interessiert hat es ihn nicht. Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber so geht es zur Zeit mit fast allem so. Ich habe es leid, solche Spielchen zu Spielen. Es raubt mir die Nerven. Was mache ich nur falsch??? Es interessiert ihn überhaupt nicht mehr, wenn ich ihm etwas androhe. Letztens sagte ich zu ihm, als er mal wieder was nicht wegräumen wollte, "ich zähl bis 3, wenn es dann nicht weg ist, ....." Was sagt er darauf? "Na dann zähl halt..., mach doch" Er ist völlig cool, wenns um sowas geht.

Er leistet sich zur Zeit noch mehr solche Sachen, vorgestern hat er sein Spielhaus (so ein Plastikspielhaus, das man normal den Garten stellt, steht bei uns im Wohnzimmer) mit Apfelschorle getränkt, als ich in der Küche Abendessen gekocht habe. Als Boden hatte er so Puzzelmatten im Häuschen, die waren völlig verklebt, die konnte ich wegschmeißen. Die ganze Suppe ist dann natürlich auch noch unter die Matten gelaufen, alles hat geklebt. Ich durfte das ganze Haus ausräumen und rumschieben, da ich in der 30. Woche schwanger bin, hat mich das, ich gebe zu, so richtig angekotzt, also bin ich dann etwas lauter ihm gegenüber geworden. Er hat mich dann angeschrieen, hat ganz laut "hilfe hilfe" geschrieen, und er ruft die Polizei, die soll mich festnehmen! Ich dachte schon, die Nachbarn klingeln gleich bei uns an der Tür und fragen, was bei uns los ist. Wo bitte nimmt er solche Sachen her??? Also der Satz, dass er die Polizei ruft und die mich festnehmen soll, hat mich schon geschockt. Mir fiel auf die Apfelschorle-Aktion auch ehrlich gesagt keine richtige Konsequenz ein. Klar, eine wäre gewesen, er dürfte nur noch unter meiner Aufsicht trinken oder er bekommt nur noch Wasser ins Glas - aber glaubt mir, das hätte ihn herzlich wenig gejuckt.

Gestern habe ich, als ich mal kurz auf Toilette war, gehört, wie er sich etwas aus der Besteckschublade aus der Küche holt und damit in sein Spielhaus verschwindet. Ich bin dann hinterher und hab ihm gesagt, er soll mir doch bitte mal zeigen, was er sich geholt hat. Ich hatte den Verdacht, dass es ein Messer war. Er wollte es mir erst nicht zeigen, nach einigem hin und her, hat er es mir doch gezeigt - es war ein spitzes kleines Messer. Ich hab ihm erklärt, wie gefährlich so ein Messer ist (obwohl er das selber weiß, er hat es mir schon oft selber erzählt.) und dass das kein Spielzeug ist. Er hats mir gegeben und ich wieder aufgeräumt. Keine 2 Minuten später hör ich ihn wieder am Besteckkasten und ins Kinderzimmer verschwinden. Dort hat er sich mit samt dem Messer versteckt. Ich hinterher und es ihm abgenommen und oben auf den Küchenschrank gelegt, so dass er nicht mehr drankommt. Ich kann doch nicht alle seine Schritte kontrollieren? Er hat sowas sonst noch NIE gemacht - bei der Messeraktion hatte ich echt das Gefühl, das macht er absichtlich, um meine Aufmerksamkeit zu erregen. Aber warum? Es hat sich nichts geändert!!!! Wenn er vom Kindergarten kommt, spielen wir zusammen, es war sonst nie ein Problem, wenn ich mal kochen musste oder so. Der Ablauf ist ja fast jeden Tag gleich. Meine Aufmerksamkeit ihm gegenüber hat sich überhaupt nicht verändert.

Ich glaube auch nicht, dass es an meiner Schwangerschaft liegt. Er weiß ja schon länger, dass er ein Geschwisterchen bekommt und sagt immer er freut sich.
Ehrlich gesagt, wird mir schon himmelangst, wie das ganze wird, wenn das Baby da ist. Was mache ich denn nur falsch?

Ach ja, einen Mann hab ich auch noch, aber der kommt ja erst immer Abend heim. Bei der Sache mit dem Spielzeug war er auch anwesend und hat mich unterstützt, aber zu ihm ist Lukas genauso.

Nach dem er gestern Abend sein Spielzeug nicht wegräumen wollte, wollte Lukas sich dann auch keinen Schlafi anziehen lassen, keine Zähne putzen. Das haben mein Mann und ich dann unter Protest erledigt, aber als "Strafe" gab es dann keine Gute-Nacht-Geschichte. Daraufhin hat Lukas in seinem Zimmer erst mal so richtig angefangen zu toben. Er hat bestimmt ne halbe Stunde in seinem Zimmer getobt und geheult, bis ich ihn wieder beruhigen konnte und ihm nochmal in Ruhe erklärt habe, warum es keine Geschichte gab. Er hat es dann akzeptiert, wir haben noch in seinem Bett gekuschelt, er ist dann eingeschlafen, aber er hat die ganze Nacht sehr schlecht geschlafen, musste öfters rüber usw. Also hat die Sache wohl auch in ihm gearbeitet.

War das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart? Im nachhinein denke ich "ja", aber mein Mann und ich waren in dem Moment stinksauer und mit den Nerven fertig, da reagiert man schon mal nicht mehr logisch, sondern inpulsiv. Mir kommt es so vor, als hätte ich jetzt in der Schwangerschaft eh keine so guten Nerven, bin schneller gereizt usw.

Ach man, wahrscheinlich mach ich alles falsch....... die Situation mit Lukas macht mich so fertig, dass ich Abends echt viel am Weinen bin und mein Mann mich trösten muss. Mein Mann ist von uns beiden der ausgeglichenere, sieht die Dinge meist positiver....

In guten Momenten sagt mir Lukas auch ganz oft "mama, ich hab Dich lieb", er kann auch ein ganz toller Junge sein. Deshalb macht mich das so traurig, was zur Zeit abläuft.

Was meint ihr dazu?

LG
Katja

Beitrag von yamyam74 06.05.10 - 10:12 Uhr

Das nennt man: so, ich werde jetzt mal von ein auf den anderen Tag meine Eltern zur Weißglut treiben Phase:-)))
Er testet Eure Grenzen, da hilft nur durchgreifen, immer und immer wieder. Irgendwann hört das wieder auf, wenn er merkt, aha, meine Eltern lassen sich nicht alles gefallen.

Mein Neffe ist 3,5 und hat meiner Schwester letzte Woche seinen kompletten Trinkbecher vom Hochstuhl geschüttet und dabei meine Schwester provokant angeschaut. Nun bekommt er wieder den "Baby" becher und er schimpft wie verrrückt:-))) Ich schätze mal, wenn er nächste Woche wieder seinen anderen Becher bekommt, macht er das nicht mehr:-)

LG

Beitrag von olivia76 06.05.10 - 10:20 Uhr

Liebe Katja,

>>Aber warum? Es hat sich nichts geändert!!!!<<
Na, dann schau mal in den Spiegel;-) Für Deinen Sohn verändert sich im Moment ganz viel. Und diese Veränderung ist bei ihm mit ganz viel Unsicherheit und auch Verlustangst verbunden; er weiß ja gar nicht, was es bedeutet, bald ein Geschwisterchen zu bekommen. Das ist vielleicht so ähnlich, wie wenn man zu Dir sagt, in zwei Monaten kommen die Außerirdischen, das wird ganz toll. Aha, soso, wirst Du denken, fühlt sich trotzdem komisch an.

Als Konsequenz für die Apfelsaft-Geschichte, hätte er Dir beim Saubermachen helfen können. Und ja, ich denke auch, dass er die Messer nimmt, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Hört sich auch schon nach Machtkampf an: er weiß, dass Du auf keinen Fall willst, dass er die nimmt. Dann gilt: #cool bleiben und die Messer mit kurzer Ansage ("Die dürfen Kinder nicht alleine haben") wieder weg bringen. Im Zweifelsfall: Schubladenschloss.

>>War das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart? Im nachhinein denke ich "ja"<<
Das mit der Gute-Nacht-Geschichte handhabt jeder anders. Bei uns bleibt dieses Ritual unangetastet. Ich finde, Kinder sollten IMMER, egal, was sie ausgefressen haben, liebevoll und geborgen zu Bett gebracht werden. Ich würde da an Deiner Stelle Deinem Gefühl folgen.

Ich habs selbst am eigenen Leib erfahren. Wenn Mama schwanger ist riechen die "Großen" die nahende "Entthronung". Mit nem dreijährigen kann man doch auch schon reden. Frag ihn doch mal, was er davon hält. Und sag ihm auch ruhig, dass sich dann was verändert, und dass Du dann auch mal weniger Zeit hast, etc. aber dass ihr ihn weiterhin liebt. Das müssen die glaub ich ganz oft hören.

Wünsch DIr alles Gute,
O.

Beitrag von raena 06.05.10 - 10:59 Uhr

Ich kann mich der Meinung der anderen jetzt nur anschließen, .... was ich aber interessant fand war deine Aussage:
" Es interessiert ihn überhaupt nicht mehr, wenn ich ihm etwas androhe. "

Klar interessiert einen 3,5 jährigen nicht wenn du etwas androhst, wichtig ist, dass dass was du ihm als Konsequenz erzählst auch wirklich eintritt. Das das Spielzeug dann weg ist, interessiert in in dem Augenblich noch nicht. Erst wenn es dann weg ist (und da vielleicht auch mal an die Variante denken, dass er es sich erst wieder "verdienen" muss) wird er es vermissen. Erst beim 2. oder 3. mal kann dann erst die Androhung der Konsequenz funktionieren, weil er sie dann schon einmal erlebt hat.

Bei dem Haus und der Apfelschorle, hätte ich ersmtal nur reagiert wenn es "Absicht" war, also trinken darin grundsätzlich verboten ist o.ä. Wenn es nur ein Versehen gewesen wäre hätte er aber trotzdem mithelfen müssen. Bei "Absicht" hätte ich ihn das Haus ausräumen lassen, die Matten selbst in den Müll bringen (vielleicht auch gleich in die goße Mülltonne, ihm dann einen Lappen geben und putzen lassen (klar muss man dann nochmal nachputzen aber darum geht es ja nicht, dass kann man dann ja machen wenn er nicht dabei ist).

Wenn er sich an Regeln nicht hält, dann hat sich bei uns bewährt den Freiraum einzugrenzen. Also wenn du Dinge tust von denen du weißt dass sie gefährlich und verboten sind (siehe Messer), dann hab ich kein Vertrauen mehr und du darfst nicht mehr alleine sein/spielen. Damit wird sein Bewegungspielraum eingegrenzt. Wenn du das Zimmer verläßt muss er mit etc. Den Freiraum kann er sich wieder holen in dem er sich an die Regeln hält und das Vertrauen wiedererlangt.

Ansonsten, bin ich fest überzeugt, das es eine normale Phase ist und die Bocktage kommen und gehen. Also fühl dich nicht persönlich angegriffen, dass macht alles nur noch schlimmer. Der/die nahende "Rivale/in" in deinem Bauch, machen die Sache weder für dich (körperlich, emotional und hormontechnisch) noch für deinen Sohn leichter, aber das wird schon!

Wichtig ist immer, nicht im Streit ins Bett und vorher muss man in jedem Fall noch mal Knuddeln und sich versöhnen. Für mich ist wichtig, dass egal wie bescheiden der Tag auch mal gelaufen ist, meine Tochter immer mit der Gewissheit einschläft, Mama/Papa hat mich lieb und ist mir nicht böse!

LG
Tanja

Beitrag von muggel79 06.05.10 - 13:50 Uhr

Danke für Deine Antwort. Die Sache mit der Apfelschorle war definitiv Absicht, deshalb war ich ja so sauer. Ausversehen passieren kann sowas immer mal, da würde ich ja nicht schimpfen.

Für mich war auch wichtig, dass Lukas und ich uns versöhnen, bevor er schläft. An schlafen wäre dann bei ihm eh nicht zu denken, er ist nämlich ein Sensibelchen und braucht wieder Harmonie um zur Ruhe zu kommen.

LG
Katja

Beitrag von cludevb 06.05.10 - 13:17 Uhr

*lach*

Herzlichen Glückwunsch... ihr seid im Club! :-p

Dat is wiedermal eine schööööne nervige Phase wo alles nochmal aufs heftigste getestet und Mamas Nerven strapaziert werden ;-)

Das einzige was hilft: 100% Konsequenz und nicht lang fackeln oder reden... und wenn du ihn nicht "kriegst" mit dem Spruch dass du das Spielzeug wegräumst wenn,... dann sortier doch einfach mal sein Spielzeug aus, nach Themengebieten aufs Dach oder Keller und nur 2 Themen, z.b. Lego und Bücher bleiben im Zimmer... dann gibts auch nciht soviel zum aus - und später einräumen!

Und ich hab noch nie damit gedroht dass ich sein Spielzeug einkassiere: weils bei ihm genausowenig bringt wie bei euch: ich zeig ihm immer auf der Uhr z.b. welche Zeit Sandmännchen anfängt, also wenn der Grosse Zeiger auf der 10 steht (und es erst 18.30 ist ;-)).
Ist das Spielzeug dann nicht eingeräumt, beginnt Sandmännchen ohne ihn ganz einfach... das ist so "sein" Druckmittel.. und eigetnlich eine logische Schlussfolgerung :-p:-p:-p das erste mal hat er sandmännchen komplett verpasst, das 2. mal hat er bis kurz vor knapp gewartet und innerhalb von 2 minuten alles aufgeräumt, und seitdem räumt er auf bevor der Zeiger auf Position ist :-p

Gute-Nacht Geschichte entzieh ich gewöhnlich nicht... das gehört einfach zum Ritual bei uns und hat nix mit aufräumen zu tun #schein

LG Clude, Lukas (3 1/2) und Michel (1)

Beitrag von jazzbassist 06.05.10 - 13:51 Uhr

Versuchen Sie einfach mal, dass ganze aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Sehen Sie eine Konsequenz mal als nichts, was dazu geeignet ist, ihren Sohn beeinrucken zu müssen. Also eine Konsequenz nicht als ein Erpressungsmittel (um Ihren Willen durchzusetzen), sondern als eine Spielregel, die es ihrem Sohn erlaubt, seine eigene Entscheidung zu erproben und deren Folgen (Konsequenzen) kennenzulernen.

Diese Sichtweise erklärt nämlich eines Ihrer Probleme. Sie geben Ihrem Sohn ein Wahlrecht (entweder räumst du auf, oder ich mache das) und Ihr Sohn spielt genau nach diesen (von ihnen gestellten) Spielregeln mit. Wenn Sie Ihrem Sohn also solch ein Wahlrecht anbieten (entweder - oder), müssen Sie auch lernen, zu akzeptieren, wenn er sich mal für das "Oder" entscheidet. Das ist gar nicht so tragisch, denn, wir wissen, dass das "Oder" für ihn (in einem fairen Verhältnis) weniger gut ist, als das "Entweder". Wenn Ihr Sohn ein paar Jahre älter ist, wird er das ebenso sicher erkennen können wie wir, weil er es bis dahin gelernt hat. Und genau dieses "lernen" macht ihr Sohn momentan.

Wenn Sie nicht wollen, dass er sich für das "Oder" entscheidet, wäre es nach dieser Sichtweise viel sinnvoller, ihm erst gar kein Entweder-Oder anzubieten. Oder alternativ, ihm dieses "Oder" anzubieten und dann aber ein guter Verlierer zu sein. Ich habe meinem Spatz beim fechten auch beigebracht, dass zu einem guten Sportler auch gehört, dem Gewinner zu gratulieren, wenn er mal selbst geschlagen wurde, anstatt dann in der Umkleidekabine über den Referee zu meckern.

Für das Aufräumen hieße das, sich einfach mal zu fragen, warum ein 3-Jähriger aufräumen sollte. Einen logischen Grund werden Sie dafür vergeblich suchen, da er noch kein Gespürr vor Ordnung und Unordnung hat. Für ihn ist das, was Sie Unordnung nennen, genau so viel und so wenig Ordnung, wie das, was sie "Ordnung" nennen. Auch diese gesellschaftliche Norm - die wir Ordnung nennen - muss er erst sicher erlernen, in dem er sie wieder und wieder sieht, bis sie "normal" ist respektive er selbst den Nutzen von Ordnung erkannt hat (dafür wird er noch viele Jahre Entwicklung brauchen).

Ein weiterer Grund könnte sein, weil Sie ihn freundlich darum bitten. Das Problem mit dieser Symbiose "Sie sind lieb zu ihm", "Er ist lieb zu Ihnen" ist, dass sie hier von ihm etwas verlangen, was er neurologisch gar nicht kann. Die Fähigkeit, aus Liebe zu Ihnen etwas zu Tun oder zu Unterlassen, wird er erst irgendwann zwischen dem 4. und 5. Lebensjahr erlernen. Ansonsten müsste er ja jedesmal zwischen seiner eigenen Entwicklung (für die erforschen, erproben, austesten, die Welt erkunden ja elementar ist) und der Liebe zu seiner Mutter abwägen. Da er dies nicht unbeschadet leisten könnte, lässt die Natur das gar nicht erst zu.

Jetzt stehen wir dummerweise vor einem Problem. Wenn das Aufräumen für ihn selbst noch keinen Sinn hat, und er noch nicht in der Lage ist, aufzuräumen, um seiner Mutter damit einen Gefallen zu tun ... warum sollte er dann Aufräumen? Eine Möglichkeit ist sicherlich, ihm ein Übel anzudrohen, auf dessen Eintritt oder Nicht-Eintritt sie behaupten, Einfluss nehmen zu können (Dann darfst du damit morgen nicht spielen). Wenn man eine solche Drohung also etwas juristischer ausdrückt, klingt das gleich viel viel schlimmer - finden Sie nicht auch?

Wie wäre es hiermit?: Er soll aufräumen, weil es ihm Spass macht! Spiel und Spaß ist nämlich die antreibende Kraft bei Kindern. Gestalten Sie das Aufräumen also interessant für ihn; machen Sie ein spannendes Spiel daraus. Wer kann seine Spielzeugecke schneller aufräumen? Die Mama, oder Ihr Sohn? Oder machen Sie mal eine Art Memory daraus. Ihr Sohn hält sich die Augen zu, die Mama räumt ein Spielzeug in den Schrank und ihr Sohn muss erraten, welches Spielzeug jetzt "aufgeräumt" ist. Dann muss sich die Mama die Augen zuhalten und ihr Sohn räumt ein Spielzeug weg und die Mama muss erraten, welches Spielzeug nun aufgeräumt ist. Vergessen Sie nie, ihn dabei zu loben, zu ermutigen. Der Spass sollte hier im Vordergrund stehen. Es gibt so viele Möglichkeiten, dass aufräumen für einen 3-Jährigen Interessant zu gestalten, dass es hier nie wieder einen Machtkampf geben wird. Bringen Sie ihm auch bei, was ihr Sohn im Kindergarten ohnehin lernen wird. Wenn er sich ein neues Spielzeug nimmt, muss er das alte Spielzeug erst zurücklegen. So entsteht oftmals nur ein viel kleineres Chaos. Das ist viel entspannender für den inneren Seelenfrieden, als bis 3. zu zählen und sich dann zu wundern, warum die angedrohte Konsequenz ein Kind "kalt" lässt. Bauen Sie das Aufräumen fest in ein Ritual ein, so dass er ganz genau weiß, wann aufgeräumt wird und wann nicht.

Wenn er hier mit Apfelschorle im Wohnzimmer rumspielt, wäre es zum einen eine Möglichkeit, die Regel aufzustellen, dass Getränke und Essen die Küche nicht mehr verlassen dürfen und zum anderen, wenn er mal umschüttet, dass er das selbst (so gut er mit Mamas Hilfe kann) auch wieder in Ordnung bringt. Das ist viel effektiver, als einem Kind gegenüber lauter zu werden. In wiefern sollte ihn das überhaupt interessieren? Je öfters sie laut werden, des so schneller geht der "Aber Hallo!" Effekt verloren. Stellen Sie sich einfach vor, wie laut Sie werden würden, wenn er mit einem 3-Rad auf eine viel befahrene Straße zufährt. Genau so laut sollten Sie auch nur werden, wenn er mit einem 3-Rad auf eine viel befahrene Straße zufährt. Dann weiß er ganz genau: "Jetzt stimmt was nicht." Wenn dieses Spiel mit der Stimme aber im Alltag bereits "normal" ist, wird ihm dass recht schnell überhaupt nicht mehr interessieren - leider auch dann nicht, wenn es mal wichtiger sein könnte.

Wenn Sie merken, dass er etwas bewusst und absichtlich macht, nur um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, sollten Sie sich natürlich schon fragen, warum er versucht, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Ich gebe Ihnen einen kleinen Tipp: Wenn Sie in der 30. Woche Schwanger sind, hat er 30 gute Gründe, ihre Aufmerksamkeit zu verlangen. Wir nennen das Eifersucht und sie ist normal. Ihr Sohn weiß, dass er momentan noch Thronherrscher von Mamas Aufmerksamkeit ist und er spürt - dass ein Putsch unaufhaltsam ansteht. Würden Sie sich dann keine Sorgen machen?

Vielleicht sollten Sie ihm gerade in dieser Zeit eben besonders viel Aufmerksamkeit schenken. Und viel mit ihm über diese neue Situation reden. Ihm erklären, was für ihren Sohn für Veränderungen auf ihn zukommen. Seien Sie hier aufrichtig zu ihm - sie brauchen ihn nicht anlügen. Genau so, wie er weiß, dass unter seinem Bett Monster leben - völlig egal, wie oft sie ihm vom Gegenteil überzeugen - wird er auch wissen, dass sich mit einem Geschwisterchen ganz viel ändern wird. Suchen Sie mal gemeinsam die schönen Änderungen, mal die weniger schönen Änderungen für ihn. Finden Sie einen Weg, die weniger schönen Änderungen zumindest etwas besser zu gestalten. Er wird schließlich bald großer Bruder - das sind eine ganze Menge neuer Privilegien. Eifersucht fängt nämlich genau da an, wenn er das erste mal merkt, dass er plötzlich nicht mehr im Mittelpuntk steht. Wenn im Supermarkt plötzlich er nicht mehr das "niedliche Kind" ist, sondern sich alle Aufmerksamkeit auf Ihren Bauch richtet. Das hat nichts damit zu tun, dass er sich nicht auf sein Geschwisterchen freut. Aber als Kind habe ich mich auch über Krankheiten gefreut, weil ich dann nicht die Schule musste und mich darüber geärgert, weil Mama mich dann nicht im Garten spielen ließ.

Wenn er keinen Schlafanzug anziehen möchte, lassen Sie ihn einfach; sofern das Kinderzimmer abends nicht zu sehr auskühlt. Wenn ihm nachts kalt wird, wird er sich melden. Das ist die logische Konsequenz davon, nachts kein Schlafanzug zu haben. Das ist viel besser, als ihm eine Gute-Nacht-Geschichte zu verbieten. Notfalls kann man auch das Anziehen einfach in einem Gute-Nacht-Ritual einbauen. Stecken Sie ihn einfach direkt, wenn er aus der Badewanne steigt, in den Schlafanzug - Thema erledigt. Ziel sollte zumindest nicht sein, mit einer Strafe zu erreichen, dass ein Kind dann 30 Minuten lang aufgebracht ist und ihm das den Schlaf raubt. Ich würde ein Ritual also nicht unterbrechen - sie können ihm aber beibringen, dass andere Dinge dann etwas kürzer ausfallen, wenn er an anderer Stelle trödelt. Dann gibt es halt nur noch eine ganz ganz kleine Geschichte. Und wenn er verspricht, dass es morgen "besser" klappt, noch 1-2 Seiten mehr. So kriegen Sie ihn ganz ruhig ins Bett; verwenden Sie es ihm gegenüber einfach nicht mehr als Strafe.

Beitrag von muggel79 06.05.10 - 13:52 Uhr

Mädels danke für Eure Antworten. Bin froh, dass es im Grunde nach nicht nur uns so geht und die Phase zu nem Gewissen Teil normal zu sein scheint.

Trotzdem hoffe ich, meinen "alten" Lukas bald zurück zu bekommen.

An der Konsequenz müssen wir wohl noch arbeiten, auch wenns anstrengend ist.

LG
Katja

Beitrag von lisasimpson 06.05.10 - 16:22 Uhr

Hallo!

Da der jazzbassist ja schon serh ausführlich geantwortet hat und wie immer sehr viel verständlicher als es mir überhaupt möglich wäre,
nur kurz ein paar anmerkungen

1. zum thema Konsequenzen und strafen habe ich hier versucht mein Statement abzugeben:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=21&tid=2599855

an deinem beispiel sieht man das sehr deutlich- ein cleveres kind antowrtet einfach
"Mach doch, mach doch ätsch bätsch"- und hat ja recht mit!

"Ich habe es leid, solche Spielchen zu Spielen."
warum machst du´s dann?
diese Spielchen wirst du IMMER verlieren!

"Mir fiel auf die Apfelschorle-Aktion auch ehrlich gesagt keine richtige Konsequenz ein. Klar, eine wäre gewesen, er dürfte nur noch unter meiner Aufsicht trinken oder er bekommt nur noch Wasser ins Glas - aber glaubt mir, das hätte ihn herzlich wenig gejuckt. "

aber das soll doch auch gar nicht der sinn davon sein, daß es IHN juckt.
OIhm es es wurscht, ob er apfelsaft oder wasser verschüttet- er soll aber lernen, daß er das mit wasser darf, mit a-saft nicht. so lange er das noch nicht kann ist die KONSEQUENZ (nicht die Strafe!!!), daß er keinen a-saft mit raus nehmen darf. denn das verhindert die sauerei- was ja ziel sein soll.
wenn er jedoch weider welchen mit raus nehmen möchte, muß er zeigen, daß er die Verantwortung dafür übernehmen kann: also nicht verschütten!
damit hat er was gelernt- mit ner strafe, die ihn "juckt", leider nicht!

"Es hat sich nichts geändert!!!!"
äh???
du bist schwanger- ALLES wird sich verändern!
das spüren auch kinder!
"Er weiß ja schon länger, dass er ein Geschwisterchen bekommt und sagt immer er freut sich. " das ändert doch nichts dran.
zum einen sagen kinder das, weil sie wissen, daß wir eltern ds hören wollen. zum anderen kann sich ein kind die Ausmaße gar nicht vorstellen, spürt aber, daß etwas im gange ist, was die ganze bisherige welt in Unordnung bringen wird- das macht angst!


"aber als "Strafe" gab es dann keine Gute-Nacht-Geschichte. "
liebesentzug und der entzug von ritualen, die halt und orientierung bieten sollten NIEMALS eingesetzt werden, nur weil einem das verhalten des kindes gerade mal nicht in den kram paßt!

"Mir kommt es so vor, als hätte ich jetzt in der Schwangerschaft eh keine so guten Nerven, bin schneller gereizt usw. "

ja- davon gehe ich aus- und auch das bekommt er mit!


"In guten Momenten sagt mir Lukas auch ganz oft "mama, ich hab Dich lieb", er kann auch ein ganz toller Junge sein."
ich hoffe, er wird auch als "ganz toller junge" gesehen, wen ner mal nicht den Erwartungen von Erwachsenen entspricht, sondern sich wie ein kind benimmt oder besser wie ein kind, das spürt, daß gerade ganz viel Umbruch im gange ist und die Eltern nicht wahrhaben wollen, daß eine Schwangerschaft für den erstgeborenen eine erhebliche Belastung ist- sondern immer nur versuchen, noch eine strafe zu finden, um ihn zu treffen, zu verletzten, zu demütigen oder sonstwie "Spuren" zu hinterlassen!

lisasimpson

Beitrag von janamausi 06.05.10 - 16:48 Uhr

Hallo!

Ich denke nicht, dass das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart war, sondern das die Konsequenz ihre Wirkung gezeigt hat. Du schreibst ja selber, dass ihn manche Konsequenzen nicht stören. Diese Konsequenz, keine Gute-Nacht-Geschichte, hat ihn aber gestört und genau deswegen hat er getobt.

Was mich wundert ist, dass ihr so ein Gartenhaus im Wohnzimmer habt. Wenn das Kinderzimmer groß genug ist, finde ich es ok dass man da so ein Ding aufstellt, aber im Wohnzimmer finde ich es sehr seltsam.

Ich finde es ok wenn man Babydecken etc. im Wohnzimmer hat, aber spätestens wenn das Kind älter ist, gehören die Spielsachen ins Kinderzimmer und dann kann man sie ja zum geimeinsamen Spielen ins Wohnzimmer holen (und Abends wieder aufräumen). Ich finde, auch ein Kind muß lernen, dass ihm nicht die ganze Wohnung gehört.

LG janamausi

Beitrag von lisasimpson 06.05.10 - 17:08 Uhr

>"Ich denke nicht, dass das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart war, sondern das die Konsequenz ihre Wirkung gezeigt hat."

was ist den ndas für ne logik?

ich finde auch, daß folter erlbaut sein sollte, denn die zeigt ja ihre wirkung- die gefolterten sind danach immer sehr zahm!

"Ich finde es ok wenn man Babydecken etc. im Wohnzimmer hat, aber spätestens wenn das Kind älter ist, gehören die Spielsachen ins Kinderzimmer"
wieso?

"Ich finde, auch ein Kind muß lernen, dass ihm nicht die ganze Wohnung gehört. "
sondern? bei uns gehört das ganze haus der FAMILIE

lisasimpson

Beitrag von janamausi 06.05.10 - 17:22 Uhr

Was hat denn o.g. mit Folter zu tun? Es geht doch auch nicht um zahm, sondern Keine Gute-Nacht-Geschichte war die Konsequenz für sein handeln.

Eben: Weil das Wohnzimmer ein Gemeinschaftsraum ist und der ganzen Familie gehört und nicht nur einer Person.

janamausi

Beitrag von lisasimpson 06.05.10 - 17:26 Uhr

ja- aber da sind bei uns sachen von allen: also gehört es der ganze nfamilie.
sollten dort keine spielsachen mehr leigen düfen würde es ja nach deienr logik nicht mehr den kindern "gehören"

wieso sollte "keine gute nacht geschichte" eine konsequenz sein?
das ist eine strafe und sonst nichts.
es hat nicht das ziel verfolgt, daß er sich anzieht- sondern, ihn zu strafen- alos ist es eine Bestrafung für unerwünschtes verhalten!

der vergleich mit der folter war der, daß du schreibst:
"Ich denke nicht, dass das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart war, sondern das die Konsequenz ihre Wirkung gezeigt hat. "
deiner logik nach müßte alles richtig sein, was seine "wirkung" zeigt
das gleiche argument wird natürlich immer wieder bei der diskussion um das folterverbot gebracht

lisasimpson

Beitrag von janamausi 06.05.10 - 21:47 Uhr

Hallo!

Bei uns im Wohnzimmer sind auch Spielsachen, aber die Spielsachen haben ihren eigentlichen Platz im Kinderzimmer. Ich habe auch nichts dagegen, wenn meine Tochter im Wohnzimmer spielt, aber ich möchte nicht, dass ihre Spielsachen ihren "festen Platz" im Wohnzimmer haben. Da es meine Tochter auch von Anfang an so gewöhnt ist, gibt es da auch keine Probleme.

Ich finde es halt komisch, wenn Spielsachen von den Kindern im Wohnzimmer "ihren festen Platz haben". Aber es kann ja jeder machen wie er es will.

Kinder haben immer mal Phasen, in denen sie bocken etc. aber wenn ein Kind "...ätsch bätsch", "mach doch", "na, dann zähl halt", "hilfe, hilfe..ich ruf die Polizei" etc. schreit finde ich es schon heftig.

Und bei den Sachen von gestern (Messer, kein Schlafanzug anziehen, keine Zähne putzen etc.) würde ich schon "hart" durchgreifen und daher finde ich die Sache mit der Gute-Nacht-Geschichte o.k., egal ob es jetzt nun eine Konsequenz oder Strafe war.

Ich erziehe meine Tochter nicht streng, es gibt bei uns auch so gut wie keine Konsequenzen (mehr), weil zum Glück meine Tochter schon an meinem Tonfall merkt, wie ich es meine. Meine Tochter war schon immer ein Kind, bei der man nicht mit schimpfen etc. weiterkommt sondern mit erklären, aber würde sie o.g. Sachen durchziehen, würde ich schon sehr streng werden.

Die Sache mit dem Messer finde ich schon sehr heftig, aber was ich auch bedenklich finde, dass danach nicht Ruhe eingekehrt ist, sondern es "weiter ging" mit kein Schlafanzug anziehen, keine Zähne putzen etc.

Und: Die Konsequenz ihm das erste mal das Messer weg zu nehmen hat auch nicht das Ziel verfolgt, dass der Junge nicht wieder das Messer nimmt, weil der Junge keine 2 Minuten später wieder das Messer hatte.

Zwischen "keine Gute-Nacht-Geschichte" vorlesen und "foltern" ist ein himmelweiter Unterschied. "Nur" weil ich dem Kind keine Gute-Nacht-Geschichte vorlese kann ich es trotzdem liebevoll ins Bett bringen.

janamausi

Beitrag von lisasimpson 06.05.10 - 22:09 Uhr

"aber spätestens wenn das Kind älter ist, gehören die Spielsachen ins Kinderzimmer "

ist ein widerspruch zur ausage
"Aber es kann ja jeder machen wie er es will. "

entweder ist etwas wertfrei und jeder hält es wie ers will oder es ist deiner meinung nach richtig, daß spielsachen da und da hin "gehören"

du verbindest die beiden begriffe "gehören" und "sachen dort einem festen platz zuordnen".
Sagst einmal, das wohnzimmer göhre allen- dan nwieder, daß die sachen deiner tochter dort keinen festen platz haben dürfren.

Ich sage: bei uns gehört das haus der Familie- daher hat jeder auch sachen dort ,wo er sie gerne hat, brauchen kann oder sie dort sinnvoll sind!

die Konsequenz aus >du kannst nicht mit dem messe umgehen> ist- >ich hintere dich dran, ans messer zu kommen> (wie ich dies tute ist vielfältig möglich. es liegt aber in der Verantwortung des Erwachsenen nicht des kindes!)

hier nochmal der aschnitt, den du nicht verstanden hast:
der vergleich mit der folter war der, daß du schreibst:
"Ich denke nicht, dass das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart war, sondern das die Konsequenz ihre Wirkung gezeigt hat. "
deiner logik nach müßte alles richtig sein, was seine "wirkung" zeigt
das gleiche argument wird natürlich immer wieder bei der diskussion um das folterverbot gebracht

Beitrag von janamausi 06.05.10 - 22:48 Uhr

"aber spätestens wenn das Kind älter ist, gehören die Spielsachen ins Kinderzimmer "

ist ein widerspruch zur ausage
"Aber es kann ja jeder machen wie er es will. "

Ich bin der Meinung und lebe auch mein Leben danach, dass "spätestens wenn das Kind älter ist, dass die Spielsachen ins Kinderzimmer gehören.

Wenn andere nicht der Meinung sind, ist das ja ok. Es heißt ja nicht, dass es nur eine richtige Meingung gibt. Daher der Satz "es kann jeder machen wie er es will".

<<die Konsequenz aus >du kannst nicht mit dem messe umgehen> ist- >ich hintere dich dran, ans messer zu kommen> (wie ich dies tute ist vielfältig möglich. es liegt aber in der Verantwortung des Erwachsenen nicht des kindes!) <<

Du willst doch jetzt wohl hoffentlich nicht damit sagen, dass die TE alle Messer, Scheren, Nagelfeilen und sonstige spitze oder scharfe Gegenstände wegsperren soll?!

Aber nach deinen ganzen Ausführungen hier denke ich, dass es bei dir nur eine (deine) Meinung gibt und du andere Meinungen nicht gelten lässt (sie als Beispiel "folter"). Anscheinend verstehst Du es nicht, dass ich es schon verstanden hab, nur anderer Meinung bin als Du.

janamausi

Beitrag von lisasimpson 06.05.10 - 23:04 Uhr

"Du willst doch jetzt wohl hoffentlich nicht damit sagen, dass die TE alle Messer, Scheren, Nagelfeilen und sonstige spitze oder scharfe Gegenstände wegsperren soll?! "

nein- sonst hätte ich genau das gesagt!

ähm, was hast du denn verstanden an folgender "meinung"?:
""Ich denke nicht, dass das mit der Gute-Nacht-Geschichte zu hart war, sondern das die Konsequenz ihre Wirkung gezeigt hat. "
deiner logik nach müßte alles richtig sein, was seine "wirkung" zeigt
das gleiche argument wird natürlich immer wieder bei der diskussion um das folterverbot gebracht "

"Aber nach deinen ganzen Ausführungen hier denke ich, dass es bei dir nur eine (deine) Meinung gibt und du andere Meinungen nicht gelten lässt"
wo genau kannst du meine meinung rauslesen?


lisasimpson

Beitrag von janamausi 07.05.10 - 07:04 Uhr

<<die Konsequenz aus >du kannst nicht mit dem messe umgehen> ist- >ich hintere dich dran, ans messer zu kommen> (wie ich dies tute ist vielfältig möglich. es liegt aber in der Verantwortung des Erwachsenen nicht des kindes!) <<

Wie hinderst denn Du ein Kind daran? Für mich gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder das Kind ununterbrochen beaufsichtigen oder die Sachen so weg räumen, dass das Kind nicht drann kommt. Ununterbrochen beaufsichtigen ist wohl kaum möglich, jeder muß mal auf Toilette - wie auch die TE.

Wenn ein Kind "Theater" macht und das Zähneputzen etc. ewig dauert, dann ist "Keine Gute-Nacht-Geschichte" auch eine Konsequenz, weil es einfach von der Uhrzeit her zu spät ist.

Und wenn Du meine Antworten richtig liest, geht es hier um die Gute-Nacht-Geschichte und nicht um die "Logik, dass ALLES richtig ist weil es Wirkung zeigt". Das ist nur deine Logik die Du mir unterstellst.

<<"Aber nach deinen ganzen Ausführungen hier denke ich, dass es bei dir nur eine (deine) Meinung gibt und du andere Meinungen nicht gelten lässt"
wo genau kannst du meine meinung rauslesen? <<

Ich habe nicht geschrieben "nach deinen Meinungen hier" sondern nach deinen Ausführungen...

Daher erübrigt sich die Antwort auf deine Frage "wo genau kannst Du meine Meinung rauslesen".

janamausi

Beitrag von lisasimpson 07.05.10 - 10:58 Uhr

uiuiuiu-
formal-logisches denken ist nicht deine stärke, oder?!

" denke ich, dass es bei dir nur eine (deine) Meinung gibt und du andere Meinungen nicht gelten lässt"

welche sollte das denn dann sein und worauf stützt du dich, bei der behauptung?

die frage der te war: war die strafe (konsequenz oder wie auch immer du ds nennen willst) angemessen oder zu hart, ihm die Geschichte zu streichen"
du antowrtes- es wäre nicht zu hart gewesen, "sondern das die Konsequenz ihre Wirkung gezeigt hat."
also ist deine BEGRÜNDUNG dafür, warum du denkst, daß die strafe nicht zu hart (also Angemessen) war, Weil sie eine Wirkung gezeigt hat.
Das gleiche argument kannst du vielfältig anwenden und es wird dadruch nicht "richtiger".
denn nur weil ich eine wirkung erziele, heißt es nicht ,daß das mittel angemessen war.
das war es, was du nicht verstanden hattest. es geht um die Begründung, die ich hier hinterfragt habe (und wollte es vereinfachen mit einem beispiel, daß dies besser demonstriert, näcmlich dem beispiel der folterdiskussion: "darf ein Polizist jemanden foltern, wenn er dafür erfährt, wo sich das opfer befindet um so dieses evtl. lebendig zu finden?" wenn dies also einmal funktioniert hat und zu dem wünschenswerten ergbinis geführt hat, daß ein opfer geretten wurde- welchen schluß kann man daraus ziehen? daß folter ein angemessenes Mittel ist?)

"Wie hinderst denn Du ein Kind daran?"

egal ob ich dazu alle Sachen eine zeitlang weglegen muß, es beaufsichtigen, an seien Kooperationsbereitschaft appelliere, ob ich ihn mit auf die Toilette nehmen muß, wenn ich nicht Verantwortung kann, daß er alleine bleibt, ob ich ihm eine alternativ anbiete, die dem bedüfrfnis enspricht, das dahinter steht- wie auch immer- es liegt in meiner Verantwortung, daß mein kind nicht mit scharfen Messern spielt, an denen es sich verletzten kann.
wen nein kind zeigt, daß es nicht unbeaufsichtigt sein kann ,dann ist die Konsequenz, daß ich es beaufsichtigen muß- so einfach ist das

lisasimpson

Beitrag von janamausi 07.05.10 - 14:52 Uhr

Was hast Du denn ständig mit foltern? Ich glaube ehrlich, dass Du zu viele Horrorfilme geschaut hast! Wie kommst Du darauf, von einer Diskussion über keine keine-gute-nacht-geschichten auf folternde Polizisten zu schließen?

Die Begründung hab ich dir genannt. Vielleicht solltest Du mal lesen was ich geschrieben habe und nicht irgendwelche Sachen hereininterpretieren und völlig vom Thema abschweifen und von folternden Polizisten anfangen #rofl

Und eine Konsequenz/Strafe etc. ist sinnlos, wenn es das Kind nicht interessiert #aha

Aber vielleicht sollte ich in Zukunft jeden Tag meine Tochter mit Süßigkeiten vollstopfen, weil sie die ja so gerne Süßigkeiten isst, sonst unterstellst Du mir da auch noch ich foltere sie #zitter

janamausi (die es immer noch nicht glauben kann, dass es jemand gibt der "keine gute-nacht-geschichte vorlesen mit folternden Polizisten vergleicht)

Thema beendet

Beitrag von olivia76 07.05.10 - 15:54 Uhr

Hallo!

Sorry, wenn ich mich einmische#schein

Sie hat nicht "keine gute-nacht-geschichte vorlesen mit folternden Polizisten" verglichen.
Es ging um die Begründung, warum Du Keine-gute-nacht-geschichte-Vorlesen als adäqute Strafe/Konsequenz angesehen hast. Du folgst da nämlich dem Grundsatz "der Zweck heiligt die Mittel", also: es hat gewirkt, demnach ist es auch eine geeignete Strafe.
Genau das hat Lisasimpson in Frage gestellt am Beispiel Folter, die für die meisen Menschen nicht als legitimes Mittel angesehen wird, um z.B. zu erfahren wo sich ein Opfer aufhält, OBWOHL sie ja den Zweck erfüllen könnte.

Ich denke, nur darum gings.

LG,
O.

Beitrag von janamausi 07.05.10 - 16:36 Uhr

Hallo!

Hier die Definition von Folter:

Folter ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz) an Menschen durch andere Menschen, meist als Mittel für einen zielgerichteten Zweck, beispielsweise um eine Aussage, ein Geständnis...

Aber keine Gute-Nacht-Geschichte ist doch keine Folter #augen!

Wenn man einem Kind die Gute-Nacht-Geschichte "streicht", weil es sich nicht anziehen wollte, keine Zähne putzen wollte etc. ist das lediglich die Konsequenz für das Handeln des Kindes, nämlich das viel Zeit für bocken drauf ging und keine Zeit für die Gute-Nacht-Geschichte. Was ist daran nicht legitim bzw. ungeeignet wenn ich dem Kind sage wenn es weiter so ein Theater macht, dass dann keine Zeit für eine Gute-Nacht-Geschichte bleibt?

Ich habe nicht geschrieben, man soll das Kind nicht liebevoll ins Bett bringen! Das würde in Richtung Folter gehen, weil ich dem Kind meine Liebe entziehe!

So ist es im Leben. Wenn ich meinem Kind verspreche, wir gehen ins Kino und sie will sich nicht anziehen etc. kann man auch nicht ins Kino weil bis man dort ist, ist es durch das Theater zu spät.

Und davon gibt es tausende von Beispielen. Wenn ein Kind um 15 Uhr zum Kindergeburtstag eingeladen ist und von der Zeit von der sie sich anziehen soll, sagen wir mal 14.45 Uhr bis 16.45 Uhr bockt kann sie nicht zum Geburtstag. Ist das Folter?

Und hier ist auch "der Zweck heiligt die Mittel" weil das nächste mal das Kind vor dem Kinobesuch, Kindergeburtstag sich genau überlegt ob es noch mal so ein Theater macht. Aber das hat doch nichts mit Folter zu tun!

janamausi

Beitrag von olivia76 07.05.10 - 16:41 Uhr

Nein, darum gehts doch auch garnicht. Es war ein BEISPIEL. Es ging um die Begründung. Und die könnte man eben auch auf das Thema Folter anwenden. Und dann kommt sie einem komisch vor.

Krasse Beispiele ermöglichen es manchmal, Dinge (in diesem Fall die Begründung"hat gewirkt, also prima Methode") zu hinterfragen und neu zu überdenken.

LG,
O.

Beitrag von janamausi 07.05.10 - 17:02 Uhr

Mag sein, dass die Begründung evtl. zweideutig zu vestehen gewesen ist...das hab ich ja in meinem zweiten Posting versucht zu erklären, aber anstatt es zu versuchen zu verstehen, kamen nur Unterstellungen von wegen Folter etc.

Auch ist es doch in vielen Beispielen so, dass eine Begründung, sobald man diese auf/für eine andere Sache anwendet, eine ganz andere Bedeutung bekommt. Und wenn man verschiedener Meinung ist, sollte man erstmal hinterfragen und auch mal über den Tellerrand schauen anstatt stur auf seiner Meinung zu beharren.

LG janamausi

Beitrag von ghost_mouse 06.05.10 - 22:40 Uhr

Hallo,

leider ist Lukas Kinderzimmer so klein, dass gerade mal Schrank, Bett und Wickeltisch rein passen (der Wickeltisch kommt demnächst raus und zu uns ins Schlafzimmer, aber auch dann ist in seinem Zimmer nicht viel Platz). In unserem Wohnzimmer hingegen ist seeeeehr viel Platz, so dass er hier seinen Spielteppich und sein Spielzeug hat. Sehe auch kein Problem darin, für sein Spielhaus ist auch noch Platz, keine Sorge ;-). Wenn wir nen Garten hätten, würden wir es natürlich in den Garten stellen:-p

Gruß
Katja

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