Leise wie ein Schmetterling

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von lucy3004 06.05.10 - 11:54 Uhr

Hallo liebes Forum,

schon seit Tagen verfolge ich die Beiträge, doch bisher hatte ich nicht die Kraft aktiv daran teilzunehemen.

Heute genau vor einer Woche musste auch ich erfahren, dass mein kleiner Engel nicht mehr weiterleben kann - meine FÄ drückte es kurz und bündig aus: "Da ist keine Herzaktivität. Sie können sich wieder anziehen. Ich überweise Sie zu einem Kollegen". Dieser Kollege stellte ebenso trocken die gleich Diagnose - Missed abortion und meinte, dass er gleich am nächsten Morgen die Ausschabung mache. Ab da verlief alles wie in einem schlechten Traum, ich funktionierte einfach, war wie betäubt. Allein die Schwestern und Ärzte in der Klinik gingen menschlich mit mir um. Und mein Partner war mein Fels, der immer für mich da war und es auch jetzt noch ist.

Die vergangenen Tage erlebe ich wie durch einen dichten Nebel. Ich fühle mich unendlich traurig über den Verlust, ich fühle mich leer, und oft habe ich riesige Angst vor der Zukunft. Ich habe Angst vor meinen Arbeitskollegen, vor meinen Bekannten, vor meinen Eltern, vor meiner gesamten Umwelt. Ich lese viele Berichte über Fehlgeburt, dem Warum, über eine erneute SS, über die Bewältigung der Trauer. Doch alles scheint mir so unwahr. Ich ziehe mich zurück in das Schneckenhaus, das ich mir die letzten Tage gebaut habe, denn dort fühle ich mich sicher.

Unser kleiner Engel war mehr oder weniger geplant. Sprich, da ich schon 36 bin, wollten wir das alles auf uns schlichtweg zukommen lassen und haben einfach nicht mehr verhütet. Es hat schneller funktioniert als ich je gedacht hätte und somit war die Freude für uns groß...

Wie geht ihr mit diesem Gefühlschaos um? Wie schöpft ihr Mut für die Zukunft? Wie kann ich mir die Angst nehmen vor einer neuen SS? Ich fühle mich zu alt? Überall liest man, dass in meinem Alter eine SS ein großes Risiko ist? Oder sehe ich das alles gerade viel zu schlimm?

Verzeiht meine wirren Gedanken, aber so sieht es im Moment in mir aus...

Eure Lucy, im Herzen meinen kleinen Engel...

Beitrag von luette25 06.05.10 - 12:13 Uhr

Hallo Lucy,
es tut mir leid, dass du auch die Erfahrung machen mußtest, aber ich versuche dich mal ein wenig zu beruhigen. Ich bin 35 und bei uns war es so wie bei euch. Ich habe im Dezember die Pille abgesetzt (hatte andauernd Kopfschmerzen und irgendwann wollten wir eh Kinder) und war im Februar schon schwanger. Wir haben es auch nicht darauf angelegt, wahrscheinlich hat es deswegen auch so gut geklappt.
Ende März hatte ich dann meinen 1. richtigen Vorsorgetermin und meine Ärztin konnte auch keine Herzaktivität feststellen. Da war ich in der 8. Woche. Ich muß dazu sagen, dass sie mir das nicht so an den Kopf geknallt hat, im Gegenteil. Ich hatte direkt am nächsten Morgen den Termin für die AS.
Was soll ich dir sagen, die ersten beiden Wochen waren schlimm, aber seit dem wurde es von Tag zu Tag besser. Ich denke jeden Tag an die FG und an das Baby, aber ich komme damit immer besser zurecht.
Ich freue mich auch schon darauf, es erneut zu probieren. Mein Freund sieht die Angelegenheit eh viel gelassener als ich. Das hat mich manchmal gestört, aber inzwischen steckt er mich damit regelrecht an.
Und um dein Alter solltest du dir jetzt mal nicht all zu viele Sorgen machen. Ja klar, es heißt ab 35 zählt man zu den Risikoschwangeren, aber dass heißt ja nicht, dass man pünktlich mit 35 unfruchtbar wird oder nur Fg hat! Meine Frauenärztin meinte zu mir, als ich ihr sagte dass ich nicht mehr verhüten möchte, das wäre ja genau das richtige Alter für eine Akademikerin schwanger zu werden! Also, siehst du? So alt sind wir dann wohl doch nicht!
Versuche die FG nicht als Strafeo der als Schicksal von Frauen über 35 zu betrachten, sondern als eine Laune der Natur, die furchtbar viele Frauen trifft, egal wie alt sie sind!

Halt die Ohren steiff!

Steffi

Beitrag von lucy3004 06.05.10 - 12:25 Uhr

Hallo Steffi,

danke für deine lieben Worte!!!
Vorab wünsche ich euch alles Gute für´s künftige Üben und dass es dann auch bald wieder klappt und dann alles gut geht!!!!

Es beruhigt mich ein wenig, dass du dies alles trotz "des Alters" sehr positiv siehst - dennoch erleben so viele Frauen mehrere FGs und das macht mir im Moment noch sehr große Angst. Ich brauche wohl noch sehr viel Zeit und Kraft, das Erlebte zu bearbeiten und es nicht als Schicksal oder was auch immer zu sehen.

Mein Partner sieht das Alles auch sehr viel gelassener - dennoch ist er immer für mich da. Obwohl das alles sehr traurig ist, so scheint es uns noch viel mehr zusammen zu schweissen.

Leider gehöre ich zu den Menschen, die immer gern eine passende Antwort auf ein WARUM brauchen. Und genau in diesem Fall ist das ja oftmals nicht möglich. Wahrscheinlich es es genau aus diesem Grund auch so schwer für mich. Es heisst zwar immer, dass nach 1 FG eine normale SS sehr wahrscheinlich ist, doch die Beiträge in den Foren widerlegen diese Aussage regelrecht.

Nun bekomme ich gleich Besuch von einer sehr lieben Freundin. Sie hat die schöne Eigenschaft, das sie auch einfach mal nur zuhören kann:-)

Bis bald und schöne Grüße!! Lucy

Beitrag von aldina 06.05.10 - 17:13 Uhr

Hallo Lucy.#schmoll.Ich bin auch 36 Jahre und wäre jetzt eigentlich schon in der 28 Woche schwanger mit meinem ersten Baby.#schmoll.Aber leider mussten wir unser #stern#baby am 03.02.2010 zu den Sternen ziehen lassen.#schmollAuch ich denke immer wieder daran,ob ich nicht zu alt bin für ein Baby.Aber nein,heut zu tage ist 36 Jahre noch kein Alter.Auch wir werden bald Mami sein.#liebdrueckEine #kerze für unsere #stern#schrei






Aldina mit #stern#baby im Herzen

Beitrag von mena38 06.05.10 - 18:41 Uhr

Hallo Lucy!

Lass dich drücken! Und such nicht so sehr nach Fehlern, die du gemacht hast. War auch beim ersten Kind schon 36, beim zweiten 38 Jahre alt, dazwischen hatte ich auch eine FG und nach den beiden eine Eileiterss, aber das lag sicher nicht am Alter oder den Dingen, die ich gemacht habe. Beim ersten Kind hab ich sogar Ende des 7. Monats noch eine richtige Motorradtour gemacht, mit dickem Bauch in den Klamotten meines eher kräftigen Mannes.:-D
Wünschen uns auch noch ein drittes KInd und haben nun Angst, dass es wieder schief geht, aber ich denke nicht, dass es daran liegt, was ich tue oder auch nicht tue. Es ist eben so, hart, aber nicht zu ändern.

Viel Glück beim ss werden
Mena

Beitrag von froschi0812 06.05.10 - 20:30 Uhr

Liebe Lucy,

das einzige, was mir geholfen hat und immer noch hilft ist die Zeit!

Damals im Februar dachte ich: niemals komme ich aus diesen Sumpf wieder herraus.

Aber ein liebevoller Partner, eine wunderbare Mama und 2 Freunde haben mir geholfen, diese schwere Zeit zu überstehen.

Mein Beitrag wird dir jetzt nicht weiterhelfen..... denn Zeit kann ich dir leider nicht schicken.

Hab ein wenig Geduld....und laß deine Trauer zu!

Beitrag von lucy3004 06.05.10 - 21:34 Uhr

Ein #herzlichherzliches DANKE an euch alle und für eure lieben Worte!!! Eure Beiträge haben mich viel zum Nachdenken gebracht - aber im positiven Sinne!!!

Zudem waren mein Freund und ich heute bei pro.familia und hatten ein sehr hilfreiches Gespräch mit einer Sozialpädagogin. Sie hat es irgendwie geschafft, dass ich mich selbst auf einen anderen Weg des Trauerns bringe und nicht ständig diese Schuldgefühle oder mein Alter sehe. Ich bin nämlich nicht zu alt, sondern die Zeit war erst jetzt die Richtige:-)

Ich werde meiner Trauer die Zeit geben, die ich dafür brauche!

Auch euch wünsche ich weiterhin viel Kraft und ebensoviel Freude und Glück!!!

Danke nochmal an ALLE#liebdrueck
Lucy mit ihrem #sternim Herzen

Beitrag von lilasonne1505 07.05.10 - 00:10 Uhr

liebe lucy...
es tut mir so unentlich leid was dir geschehen ist... ich kann diesen film gut nach vollziehen. bei uns war es jedoch in der 38+5 ssw als die ärztin mir mitteilte: da sind keine herzaktivitäten mehr zu sehen...danach war alles ein schlechter traum...
ich wünsche dir viel viel kraft und natürlich viel glück für den nächsten versuch... bis dahin "kopf hoch"...
lg
lilasonne1505

Beitrag von lucy3004 07.05.10 - 09:35 Uhr

Liebe lilasonne,

danke auch dir für deine Worte! Lass auch du dich ganz fest #liebdrueck!!!
Wenn ich dein Erlebtes versuche nachzuvollziehen, so spüre ich sehr viel Leid und Trauer nach so langer Zeit der SS und schicke dir noch unendlich viel viel viel mehr Kraft für DICH und deinen Partner!!!!!

Ich war gerade bei meiner FÄ zur Nachuntersuchung. Sie meinte, dass es bei mir wahrscheinlich an einer Unterversorgung durch die Plazenta liegt, wodurch mein Baby nicht mehr optimal versorgt wurde. Es war entsprechend der 10+6.SSW normal entwickelt...das macht es für mich wieder sehr zur eigenen Schuldzuweisung, da ich seit 10 Jahren rauche (während der SS jedoch sofort aufgehört) und dies sicherlich die schlechte Durchblutung verursacht. Mein Baby konnte quasi nicht leben, weil ich es nicht versorgen konnte!!!
Es werden nun meine Gerinnungsfaktoren untersucht -doch insgeheim weiss ich, dass es an der Raucherei liegt. Mehr gibt es da wohl nicht zu sagen - außer es nun endgültig sein zu lassen. Das Aufhören war nämlich gar nicht schwer während der SS.

Alles Liebe für euch ALLE, Lucy

Beitrag von lucy3004 11.05.10 - 09:31 Uhr

Hallo an euch Alle,
nun weiss auch ich, warum ich mein Sternchen gehen lassen musste. Meine Plazenta hat irgendwann aufgehört, es optimal zu versorgen. Mein FA meint, dass auch dies eine Laune der Natur sei und man könne außer vorsorglich Vitamine einnehmen, nichts dagegen unternehmen. Erst nach 2-3 FG würde man genauere Untersuchungen machen:-[ Natürlich auch der Satz, dass es meist nur einmal passiert und dann alles gut geht.

Obwohl ich nun weiss, warum...so macht mir dies noch viel mehr Angst. Denn somit ist jede weitere SS wieder abhängig von der Laune der Natur. Ich springe gedanklich ständig zwischen "Ja, ich will wieder schwanger werden und alles wird gut" und "Hilfe, ich werde nie ein gesundes Baby bekommen können".

Wie werdet ihr solchen Gedanken der Ungewissheit gerecht??? Wodurch schöpft ihr Hoffnung???

Alles Liebe
Luyc:-(

Beitrag von jennie-- 13.05.10 - 17:14 Uhr

Liebe Lucy,

ich bin auch schon 36 und hatte letzte Wo meine AS. Wir haben in der 8.Woche das herz gesehen und sind dann fröhlich zur ersten VS. ich konnte es direkt erkennen, das kind bewegte sich nicht. Mein FA war sehr sehr toll, überwies mich dann noch am selben Abend an eine klinik. Dieser Arzt dort war mir direkt unsympatisch, ich glaube er war genervt, weil wir seinen Feierabend "störten". Er sagte auch nur "ma"- das trifft viele Frauen- so ist das halt!" Ich mußte meinen Freund fast von ihm abhalten. Zum Glück schickte er uns eine Assistenzärztin für die weiteren Untersuchen, die war super nett und einfühlsam, hat alles erklärt usw. Am nächsten Tag die AS, eine Schwester meinte im Orginalton zu mir "Jetzt beruhigen Sie sich mal, sonst können wir sie nicht operieren, hören Sie mir dem weinen auf und nehmen Sie die Tabletten" - naja da mußte ich eher noch mehr weinen. Ich bin auch gar nicht sauer auf diese Leute, ich denke sie brauchen ihren Schutzmechanismus, sonst gehen sie bei allem elend kaputt. Und es gibt ja auch menschliche Ärzte und Schwestern. Ich hatte leider ein wenig Pech und mußte nochmals ins KH, weil ich blut in der Gebärmutter hatte und mein Muttermund zu fest zu war. Jetzt bin ich zu hause und stöbere in diesem Forum. ich hab viel geweint und mich mich oft nach Gründen gefragt, aber auf der anderen Seite machen mir so viele Geschichten hier Mut, dass wir es erneut versuchen, wenn mein Körper wieder bereit ist. Und liebe Lucy, wir sind nicht zu alt!!!! Ich hoffe und wünsche uns beiden, dass wir uns bald in einem anderen Forum wiedertreffen und wieder richtig glücklich sind.
Fühl dich gedrückt.

PS: such Dir einen anderen FA ;-)