Schwere Zeiten mit 12-Jähriger - Hilflos

Archiv des urbia-Forums Jugendliche.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Jugendliche

Viele Eltern sehen der Pubertät ihrer Kinder mit Schrecken entgegen. Welche Probleme tauchen wirklich im Zusammenleben mit einem Teenager auf? Was, wenn AlkoholDrogen und Verhütung zum Thema werden? Tauscht hier eure Erfahrungen mit anderen Teenie-Eltern aus.

Beitrag von hoppladi 06.05.10 - 13:22 Uhr

Hallo,

ich wende mich jetzt mal hierhin, da ich zurzeit mit meiner Tochter böse Schwierigkeiten habe und mich total hilflos und im Zusammenleben mit ihr überhaupt nicht mehr glücklich fühle.

Ich lebe seit ca. 4 Jahren von ihrem Vater getrennt, sie verbringt aber sehr viel Zeit auch bei ihm und ich fürchte, dass ist ein Teil des Problems, denn er beeinflusst sie in ihrer negativen Meinung über mich. Sie hat mir z.B. gesagt, dass er mich hasst...auf so etwas würde sie doch nicht kommen, wenn er nicht entsprechende Äußerungen fallen lassen würde?

Puh, weiß gar nicht so genau, was ich hier nun schildern soll, weil so viel im Argen liegt. Das Schlimmste ist im Moment ihre Respektlosigkeit und das sie mich vorsätzlich verletzt. Tue ich ihr keinen Gefallen, kümmere ich mich in ihren Augen nicht um sie, tue ich ihr einen Gefallen, sagt sie, dass ich ja schön blöd bin, das zu machen.

Nach dem wir damals ausgezogen waren, hatte ich keine Arbeit, da es nach einer langen Familienzeit sehr schwierig war, etwas zu finden, mittlerweile arbeite ich ca. 33 Stunden, leider auch einen kompletten Nachmittag/Abend. Anfangs hat sie mich schlecht geredet, weil ich nicht gearbeitet habe (denke mal, beeinflusst durch Vater / SE) und nun beschwert sie sich, dass ich keine Zeit mehr für sie habe.

Ich gebe zu, dass ich zeitweise im Internet chatte, aber das interessiert sie erst in dem Moment, wo sie mal 2 Sek. nichts um die Ohren hat, dann soll ich sofort für sie parat stehen. Mache ich das nicht, kümmere ich mich nicht.

Vor ein paar Wochen wollte sie nachmittagsraus zum Spielen, ich habe aber in der letzten Sekunde bemerkt, dass sie ihre Aufgabe (schulisches) nicht erledigt hatte, dies war aber Voraussetzung, um raus zu gehen. Ich habe sie dann zurückgepfiffen (also mit Worten, sie war noch in der Wohnung) , woraufhin sie mich als Miststück bezeichnet hat.

Neuerdings trägt sie mit ihrem Vater samstags Zeitungen aus, was mir erst erzählt wurde, als sie es schon alles abgemacht hatten. Dies greift ja nun auch immer in mein WE ein, was mich ärgert, weil ich keine Lust habe, dass sie dann stundenlang bei ihrem Vater ist und ich meine Wochenendpläne danach ausrichten muss. Den einen Samstag hat ihr Vater dann schon mal angefangen, die Zeitungen zu sortieren, während wir bummeln waren. Er rief dann an, ob ich auf dem Rückweg ein paar Zeitungen abholen könnte, um die mit dem Auto zu verteilen, damit sie das am nä. Tag nicht mit dem Fahrrad erledigen müssen. Ich habe das aber verneint, weil ich es nicht eingesehen habe, da es ja SEINE Entscheidung war, die Zeitungen auszutragen. Nun war das für ihn wieder ein gefundenes Fressen, um unserer Tochter einen Floh ins Ohr zu setzen, dass ich ja nie was für sie tun würde...

Das sind jetzt nur einige Beispiele...wir könnten es eigentlich so nett haben. Ich verdiene mittlerweile genug Geld, dass ich mir keine Sorgen machen muss (Ex hatte von einen Tag auf den anderen die U-Zahlungen für mich eingestellt) und wir uns weiterhin Nettigkeiten gönnen können.

Anstatt das aber vielleicht irgendwie anzuerkennen, redet sie alles schlecht, beschwert sich, das sie keine Allstar-Schuhe bekommt und meint sowieso immer, dass sie zurückstecken muss, weil ich mich getrennt habe.

Grundsituation ist die, dass mein Ex nach ca. 6 Monaten gerne einen Neustart probiert hätte, ich aber nicht wollte. Seitdem ist es eigentlich immer schlimmer geworden. Er leidet und impliziert ihr dies auch und vor allem übernimmt sie seine Auffassungen. Er ist beispielsweise der Meinung, dass sie nun keine Familie mehr hat und sie steigt voll in diese Opferrolle ein.

Sie war zwischenzeitlich schon mal in einer Trennungskindergruppe, weil ich dachte, das könnte ihr helfen, aber leider habe ich das Gefühl, dass es seit dem eher schlechter geworden ist, mag aber auch sein, dass die Gruppe gleichzeitig mit einem Pubertäts-Schub kam...

Ach Mensch, das war jetzt alles ziemlich planlos geschrieben und vermutlich habe ich das Wichtigste nicht erzählt...

Es ist halt insgesamt so unerfreulich, wir streiten nur noch. Ach...letztes WE war ich am So. mit einem Bekannten im Theater. Sie wusste dies nicht und hat währenddessen 5 x auf meinem Handy angerufen (sie war im Papa-Wochenende). Als ich dann nach der Vorstellung bei ihr angerufen habe, hat sie mich sofort aufs übelste beschimpft, mit wem ich mich rumtreiben würde, bestimmt irgendeinem Mann, ich wäre doch schon Freitag unterwegs gewesen, wäre nie für meine Tochter da und würde mich nur um mich kümmern.

Hallooo? Sie ist doch nicht meine Gefängniswärterin.

Würde mich freuen, wenn Außenstehende mal ihre Meinung mitteilen, muss aber gleich zur Arbeit, kann dann erst am späten Abend wieder hier reingucken.

Hilflose Grüße, Hoppladi

Beitrag von petra1982 06.05.10 - 14:57 Uhr

Hast du schonmal überlegt sie zu Ihrem Vater zu geben wenn die so gut miteinander auskommen? Das euch der Abstand auch mal gut tut? Und du dann eben mal die 5 grade lassen kannst wenn sie dich besucht ;-) Ist sicher schwer aber ich finde das Verhalten nicht richtig von deinem Ex und auch von deiner Tochter, das sie dich so übel beschimpft. Hilferuf? sie steht mittendrin und dazu noch in der Pubertät

Beitrag von leiahenny 06.05.10 - 16:45 Uhr

Ach willkommen im Club - der Pubertäts-Schub ist da und am besten stellst du die Ohren teilweise auf Durchzug, wenn die junge Dame zickt.
Zumdestens, wenn es "nur" gemaule ist.
Meine Tochter hat sich mal beschwert, ich würde mich nur noch um ihre Katze kümmern :-).
Dieses schwanken zwischen klammern und trennen ist für Euch beide anstrengend.
Versuch mal jeden Tag sie zu loben.
Bezieht eure Tochter nicht in euren Machtkampf mit ein, sondern zeige freundliche Distanz - natürlich ist der Papa Teil des Problems, aber das wirst du wahrscheinlich nicht mehr ändern können.
Streite dich nur , wenn du es wichtg findest und lass dich auf keine Diskussionen ein.
Klare Ansage, mit wem du dich triffst etc, geht sie nichts an und zu diesem Thema gibt es auch keine Gespräche.
Bleib mit ihr im Gespräch-reden hilft, vielleicht könnt ihr ein gemeinsammes Hobby finden - Tanzen / Joggen etc.
Gute Nerven.

Beitrag von syhana 07.05.10 - 13:42 Uhr

Hallo :-)

Ich kann es dir gut nach empfinden. Hatte das 1,5 jahre lang noch sehr viel schlimmer mit meiner großen... nachdem ich mit meinem jetzigen Lebensgefährten zusammen gekommen bin.
Sie war damals auch grade 12. Wir haben alles versucht von Erziehungsberatung bis zum Jugendamt...
Anfang des Jahres habe ich sie einfach in den Zug gesetzt und zu ihrem Vater geschickt!
Ich glaube es kann kaum einer verstehen wie weh mir das getan hat... aber für uns war es die einzige Lösung noch gewesen. Seit dem geht es uns beiden wieder besser und wie können auch wieder besser mit einander.

Es ist so schwer dir da etwas zu raten... dein Kind leidet unter der Trennung und ganz egal was du machst du wirst es in ihren Augen falsch machen.

Aber mach nicht den fehler ihr nun zusehr nach zugeben und dich von Ihr gängeln zulassen!! Das wird sie dir nicht danken dann wirds nur noch schlimmer. Sie muss verstehen das du kein kind bist!!

Uns bleibt nur die hoffnung das sie einestages verstehen was sie für einen Mist gemacht habenund wie scheisse sie sich verhalten haben!

lg Syhana

Beitrag von hoppladi 07.05.10 - 16:12 Uhr

Hallo Syhana,

dir wollte ich noch sagen, dass ich es mutig finde, dass du deine Tochter zu ihrem Vater geschickt hast. Ich habe ja auch schon mit dem Gedanken gespielt und ich denke, wenn es nicht auf absehbare Zeit eine wirkliche Verbesserung in unserem Miteinander gibt, bleibt auch mir keine andere Wahl. Auch wenn es mir davor graust.

Danke für deinen Beitrag.

LG Hoppladi

Beitrag von hoppladi 07.05.10 - 16:08 Uhr

Hallo,

ich danke Euch Dreien. Es tut ganz gut, zu hören, dass es mir nicht alleine so geht, aber ich finde die Situation schon sehr extrem und hätte mir das früher nie träumen lassen, dass es bei uns mal so extrem daneben läuft.

Ich habe natürlich auch schon mal gesagt, dass sie zur Not zu ihrem Vater gehen soll, wenn da anscheinend so vieles besser ist, aber das will sie dann doch nicht, weil ihr wohl in "klaren" Momenten bewusst ist, dass es hier soooo schlecht nicht ist.

Aber ich werde versuchen, sie mehr zu loben (wenn es mir auch momentan sehr schwer fällt) und ganz klare Grenzen zu setzen, in der Hoffnung, dass sie irgendwann merkt, dass sie mit ihren Ausuferungen nicht zum gewünschten Ziel kommt. Vermutlich muss ich manche Sachen noch mehr überhören und mich bei gewissen Themen wirklich auf keinerlei Diskussion einlassen. Es tut nur manchmal so weh, dass es sehr schwer fällt, da cool zu bleiben.

LG Hoppladi

Beitrag von uttinger6048 11.05.10 - 19:13 Uhr

Ich kann nicht verstehen, warum man(n) oder Frau meistens die Kinder benutzten um den anderen eins auszuwischen. Es ist so schon schwer genug mit einer Trennung fertig zu werden und dann sollte man kein Kind gegen den Expartner aufhetzen.
Ich kann zwar nur von meinen Erfahrungen berichten, aber wenn meine Tochter zu mir sagt ich hasse mama dann versuch ich eigentlich dem entgegenzuwirken und nicht noch Öl aufs Feuer zu gießen.
Einmal kam sie (7) auch an, Papa ich möchte lieber bei dir wohnen, denn bei Mama ist alles "doof". Meine Antwort darauf war nur, denk daran bei mir ist es nur Urlaub ohne große Vepflichtungen aber wenn du bei mir wohnen würdest gäbe es die gleichen Regeln wie bei Mama und hättest auch hier deine Pflichten zu erledigen, naja und schon war das Thema gegessen.
Und ich hätte sie wirklich gern bei mir und genieße jede Minute die ich mit ihr habe. Und zur Exfrau habe ich auch noch ein wundervolles Verhältnis und telefonieren über Gott und die Welt.

Gruß uttinger6048

Beitrag von schokozwieback 12.05.10 - 18:28 Uhr


Also ich gebe erstmal den Beiträgen vor mir Recht. So, wie es läuft, geht es nicht.
Auch das Verhalten des Vaters ist nicht in Ordnung und könnte für ihn auch Konsequenzen haben (so ein Verhalten wird zum Beispiel in einem Sorgerechtstreit nicht gerne gesehen).

Wenn ich richtig informiert bin, darf er sich rein rechtlich nicht negativ in Gegenwart eurer Tochter über dich äussern. Ich kann jetzt den genauen Paragraphen nicht nennen, da müsste ich in meinen Unterlagen
suchen :-p, kannst ja bei Interesse mal googeln.

Aber auf der anderen Seite versteh ich auch deine Tochter...
Welches Kind wünscht sich nicht, das die Eltern wieder ein Paar sind und sich nicht streiten?
Du hast geschrieben, das dein Exmann einen Neuanfang wollte, du aber nicht. Vielleicht versteht sie nicht, warum?
Es ist durchaus dein gutes Recht, das so zu entscheiden, denn DU müsstest ja mit ihm zusammenleben. Habt ihr mal darüber gesprochen, warum es für dich nicht in Frage kommt?

Auf jeden Fall sollte dein Ex seine Enttäuschung über den geplatzten Neustart nicht auf diese Art und Weise ausleben....

lg