Schule - Überreaktion von mir???

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von cashmere0815 06.05.10 - 15:02 Uhr

Hallo,
wollte mal wissen, ob ich überreagiere oder Wahnvorstellungen habe....also, mein Sohn ist integrativer Schüler an einer Hauptschule. Die Schule hatte schon zu meiner Schulzeit einen nicht besonders tollen Ruf...aber das ist eine andere Geschichte. Wir waren also nicht besonders glücklich, als wie die Zuweisung für die Schule bekommen haben. Nun ja, es gab Anlaufschwierigkeiten...mein Sohn wurde nicht so toll behandelt und er hat sich dann dementsprechend immer aufgeregt. Beim 1. Elternsprechtag wurden mir dann einige Dinge über meinem Sohn erzählt, wie er stets überreagieren würde auf gewisse Dinge/Aussagen etc.....ich habe dann beim Gespräch angemerkt, daß ich ihn so nicht kennen würde. Seine Note für´s Sozialverhalten war also schlecht. Die 4 Jahre in der Grundschule war er im Sozialverhalten immer ein 1er Kandidat. Er besucht eine Spielgruppe und der zuständige Dame (arbeitet mit dem Jugendamt zusammen) habe ich von dem Gespräch und dem angeblichen Verhalten meines Sohnes erzählt und sie war auch ganz erstaunt, da sie meinen Sohn so nicht kennen würde. Zur Anmerkung...er besucht diese Gruppe, weil er eigentlich schüchtern und ruhig ist und dort lernen soll, aus sich herauszukommen.
Nun ja, heute kam er aus der Schule und sein Füller lief aus und ist an 2 Seiten gerissen...also kaputt. Ein Mädchen hätte seinen Füller gegen die Türe geworfen und später hat er festgestellt, daß er ausläuft. Ich habe dann die Lehrerin angerufen und die hat mir mitgeteilt, das das nicht sein könne....von dem Mädchen hätte mein Sohn nichts gesagt im Unterricht, er meinte nur lachend, der Füller wäre kaputt, er müsse sich einen neuen kaufen. Die Aussage hat mein Sohn bestätigt, aber er ist erst nach dem Wurf ausgelaufen und nicht vorher. Nun ja, lange Rede...sie wurde am Telefon immer lauter und auf die Aussage, daß an ihrer Schule nie etwas kaputt gemacht werde, bin ich dann lauter geworden. Wie sie so etwas sagen könne....es wären bereits 2 Butterbrotdosen von meinem Sohn kaputt gegangen, bei beiden habe ich nichts gesagt und auch nicht angerufen. Nur beim Füller war bei mir heute halt eine Grenze erreicht. Ich meine, die Aussage ist doch provokativ, oder?! Selbst bei uns zu Hause sind schon Gastkinder gewesen, die irgendetwas kaputt gemacht oder beschädigt haben. Das ist doch für Kinder normal. Meine beiden Kinder machen auch mal etwas kaputt. Aber sie blieb dabei, an ihrer Schule gibt es keine Kinder, die etwas kaputt machen würden (später fiel dann noch der Begriff mutwillig). Sie würde das morgen klären und dann weiter sehen. Das Gespräch war also sehr hitzig.
Was haltet ihr denn von so einer Aussage, daß an dieser Schule grundsätzlich nichts kaputt gemacht wird?! Da kann doch niemand seine Hand für ins Feuer legen.
Einem Klassenkameraden von meinem Sohn wurde dort schonmal ein Armband geklaut, also die Herausgabe erpresst. Wie gesagt, die Schule ist nicht gerade die 1.Wahl.
Klar, ich war dann auch irgendwann ziemlich sauer und fing dann nochmal vom Sozialverhalten meines Sohnes und mein Eindruck von der Schule an bzw. das er sich ja mittlerweile schon dem Sozialverhalten dort angepasst hätte, was uns nicht sonderlich gefallen würde. Gut, ich weiß hat nichts mit dem Ursprungsthema Füller zu tun, aber ich kann Telefonate, wo der andere direkt laut wird, nicht abhaben.

Beitrag von connie36 06.05.10 - 15:27 Uhr

hi
warum hast du ihn denn wenn die schule schon zu deiner zeit übel war, und sich nicht gebessert hat, dort eingeschult?
würde evlt. über einen wechsel nachdenken, viell. fühlt er sich dort besser aufgehoben, denn das mit der note 4 im sozialverhalten hört sich schon sehr ungerecht an. jetzt nach deinem tel. wird die lehrerin sich ihm gegenüer im benoten sicherlich nicht freundlicher zeigen.
ich glaube die situation steckt schon irgendwo fest. es ist nun mal auch leider häufig so, das es lehrer gibt, die kinder bevor-oder benachteiligen aufgrund persönlicher vorlieben/abneigungen.
lg conny

Beitrag von cashmere0815 06.05.10 - 21:02 Uhr

Weil mein Sohn integrativ geschult wird...er ist ein GU-Kind. Die Plätze sind/waren mau und man ist als Eltern dankbar, überhaupt einen Platz zu bekommen. Da können wir uns die Schule leider nicht aussuchen. Alle Eltern wollten ihre Kinder auf der entsprechenden Realschule haben, aber wenn auf 5-6 Plätze ca. 15 Kinder kommen.....

Beitrag von connie36 07.05.10 - 09:52 Uhr

das ist ja auch blöd.
dann habt ihr wenig wahl.
ich glaube das die lehrerin deinensohn eh gefressen hat. und er wird es nicht leicht haben mit ihr.
lg conny

Beitrag von linagilmore80 06.05.10 - 15:37 Uhr

Also ein derartiger Streit mit der Lehrerin ist nicht wirklich sinnvoll. Wenn Du den Eindruck hast, mit Gesprächen nichts zu erreichen, dann schau doch mal, ob Du ihn in einer anderen Schule unterbekommst.

LG,
Lina

Beitrag von cashmere0815 06.05.10 - 21:04 Uhr

Leider sind alle Integrationsplätze besetzt.

Beitrag von deinemudder 06.05.10 - 16:42 Uhr

Hallo,
dein sohn hat einen integrationsplatz in der schule, wenn ich das richtig verstehe - darf ich fragen, mit welcher diagnose?

Grüße
Alex

Beitrag von cashmere0815 06.05.10 - 21:07 Uhr

Er wird im Bereich Lernbehinderung gefördert...Konzentationsprobleme und Wahrnehmungsstörung, wobei das mittlerweile alles besser geworden ist. Er macht super mit.

Beitrag von deinemudder 07.05.10 - 13:59 Uhr

Hm, dann verstehe ich erstens nicht, warum "sozialverhalten" benotet wird, denn gerade bei *solchen* kindern stellt das ja oft ein problem dar. Und zweitens zweifle ich ein bisschen an der qualifikation der lehrerin, die ja durchaus erfahrung mit integrationskindern haben, und sich im übrigen von derartigen problemchen nicht so aus der ruhe bringen lassen sollte.

Ich würde mit der schulleitung sprechen und vielleicht auch die vermutung äussern, dass die schule sich auf ihre integrationskinder nicht richtig einstellen kann - jedenfalls nachdem ich deine darstellung gelesen habe.

Grüße
Alex

Beitrag von cashmere0815 07.05.10 - 16:00 Uhr

Ja, ich werde erstmal ein Gespräch mit der Lehrerin selbst suchen und dann vielleicht mit der Sozialarbeiterin. Ich meine, nur weil mein Sohn nicht direkt etwas gesagt hat, heißt das ja nicht, das das so nicht stimmt.
Heute wurde das im Unterricht besprochen und das Mädchen soll am Montag meinem Sohn einen neuen Füller mitbringen.
Einen Rückruf von der Lehrerin habe ich leider nicht bekommen.

Beitrag von kawatina 06.05.10 - 17:13 Uhr

Hallo,

die Aussage der Lehrerin ist schlichtweg Blödsinn.
In jeder Schule kommt man was weg oder wird etwas von anderen Kindern/Jugendliche kaputt gemacht.

Hat dein Sohn in der integrativen Klasse keinen Betreuer? #kratz
Wenn ja, setz dich mal mit dem in Verbindung, wegen dem Sozialverhalten.
Auch Fachlehrer frage wie es um das Sozialverhalten steht. Dabei nicht vorab erwähnen, was die Klassenlehrerin gesagt hat.

Wichtig
Niemals Sätze wie " mein Kind ist ja auch kein Engel...aber..." verwenden!!!!

Auch gegen eine Benotung in Sozialverhalten kann man Beschwerde einreichen.
Habe ich schon erfolgreich durchgeführt. Danach ist so ein Eltern-Lehrer Verhältnis allerdings sehr getrübt.
Zieht man eine Umschulung oder Versetzung in eine andere Klasse ohne nenneswerte Gegenwehr in Betracht, sollte man darauf aufbauen und das Eltern-Schüler-Lehrer Verhältnis unwiderbringlich und nachhaltig stören.;-)#schein

Schau mal in das Landesschulgesetz und konfrontiere die Lehrern damit, das sie die Kinder motivieren soll und ein Lernklima schaffen sollte, was der Lernfreude förderlich ist.
Paragraphen habe ich gerade nicht im Kopf, da ich derzeit nicht so in der Schulberatung aktiv bin. NRW §2 Absatz 8 meine ich...Der Unterricht sollte die Lernfreude der Schüler/innen erhalten und fördern...oder so ähnlich lautet das. Ist es einem Lehrer egal, wenn Schüler einem anderen ständig das material weg nehmen und zerstören, ist das keineswegs der Lernfreude zuträglich.

§2 Absatz 3 aus dem Schulgesetz NRW habe ich dagegen noch gut in Erinnerung:
Die Schule achtet das Erziehungsrecht der Eltern. Schule und Eltern wirken bei der Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungsziele partnerschaftlich zusammen;-)

Mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit hapert es ja oft, weil gerade einige Lehrer, ihren gesellschaftlichen Status weit über den der Eltern stellen und somit bei diesem Schlag Lehrer ein Gespräch auf Augenhöhe unmöglich ist.
Statt partnerschaftlich nach einer Lösung zu suchen, wurdest ja einfach abgespeist.
Es wird nichts kaputt gemacht ! Jawoll!

Meist treffen auf entsprechende Kandidaten einer oder alle Punkte zu:

-Der Lehrer/inn macht keine Fehler oder gibt diese grundsätzlich nicht zu
-Dieser Lehrer hat grundsätzlich keine Probleme mit oder in der Klasse
-Der Lehrer hat diese oder jene Aussage nie getätig- die Kinder denken sich grundsätzlich immer alles nur aus
- Der Lehrer/inn ist äußerst unkolligial und bei den anderen Lehrern alles andere als beliebt, was einem bei richtiger Anwednung zu Gute kommt#schein

Ach ja, man weiß ja nie wofür man das braucht. Fertige von dem Gespräch mit der Lehrerin ein Gedächnisprotokoll an. Meist erinnern sich Lehrer überhaupt nicht, an einmal getätigte telefonische Aussagen.;-)

Im Grunde ist für dein Problem erst mal der gewählte Eltervertreter zuständig, sofern er/sie etwas taugt.


LG
Tina-Elternvertreter im 10. Jahr;-)wie die Zeit vergeht....

Beitrag von cashmere0815 06.05.10 - 21:24 Uhr

Nein, er hat keinen Integrationshelfer mehr. Wir haben extra darauf verzichtet, da wir der Meinung sind, daß es eigentlich bei ihm mittlerweile in Ordnung ist. Die letzten beiden Grundschuljahre hatte er eine Helferin, die sich eh nie groß um ihn gekümmert hat, da mußte er auch fast alles alleine bewältigen. Von den schulischen Leistungen her gibt es überhaupt nichts zu bemängeln.
Die beiden Sonderpädagogen und die Klassenlehrerin treten beim Elternsprechtag immer als starkes Trio auf. Heute am Telefon wurde ja auch nochmal die Klassenlehrerin befragt, wie oft in den letzten Monaten etwas kaputt gemacht wurde. Antwort: Nichts!
Und da mein Sohn ja auch nur gesagt hat, daß der Füller kaputt wäre und nicht direkt, daß ihn eine Klassenkameradin hingeschmissen hat, wurde es dann so ausgelegt, als ob mein Sohn das erfunden hat. Das ärgert mich so.
Es hätte gereicht, wenn sie gesagt hätte, sie klärt das morgen mit meinem Sohn und der Mitschülerin, aber dann direkt, daß das nicht sein könne, daß etwas kaputt gemacht werde und er hat ja nichts gesagt. Ich meine, er ist schüchtern, das ist nichts neues. Und ob er die Situation direkt so erkannt hat, ist eine andere Geschichte. Ich lasse mich mal überraschen.
Aber wie Du geschrieben hast, die Lehrerin hat kein Problem mit oder in der Klasse...alles ist o.k. Mein Sohn muß sich halt anpassen. Wir hatten nie Probleme mit dem Sozialverhalten. Und so wie sie meinen Sohn beschreibt, kennt ihn nur komischerweise niemand. Selbst die Sozialarbeiterin, die mit dem Jugendamt zusammenarbeitet, damit er mal aus sich raus kommt, ist der Meinung, daß sie das gar nicht von meinem Sohn kennt. Er ist in der Gruppe super integriert.

Vielleicht muß ich auch meine Einstellung ändern. Ich sollte meinem Sohn sagen, daß er Dinge kaputt machen kann, es passiert ja eh nichts. Und wenn ein Schulfest ist, kann er ja auch mal laut rülpsen und sich daneben benehmen. Und Dinge klauen, wäre auch o.k.

Beitrag von kawatina 07.05.10 - 15:43 Uhr

Hallo,

ich habe meine Tochter ( kein integratives Kind) aus dem Umfeld einer solchen Lehrerin befreit.
Sie war auch sehr ruhig. Schätze das sind die Kinder, wo man bei Ungerechtigkeiten keine Gegenwehr zu befürchten hat.

Bei ihr war es aber echt herb. Die Lehrerin hat die Klasse ziemlich beschimpft - haben sich die Kids ausgedacht und mir wollte sie sogar eine Unterlassungsklage androhen, wenn ich darüber spreche/schreibe. #rofl

Das von jemanden, dem ich ohne Probleme eine Anzeige wegen übler Nachrede reindrücken könnte und auch werde, wenn sich gewisse Anschuldigen gegen meine Person, von ihr oder von Dritten (sie ist ja Urheber) weiter verbreitet werden.:-p


Ich weiß ja nicht wie wohl sich dein Sohn dort in der Klassengemeinschaft fühlt. Manchmal muss man halt einen neuen Anfang wagen.
Besser wird es von allein nicht. Ist ein Kind einmal im Focus einer Lehrerin, wird es schwer.
Beschwert man sich bei manchen Lehrern, kratzt dies anderen Ego und sie lassen es am Kind aus.
Vielleicht habe ich es auch überlesen. In welcher Klasse ist denn dein Sohn. Bei uns ist es üblich, das der Lehrer/in die Klasse nach 2/3 Jahren abgeben muss - also nach Klasse 6 oder 7 spätestens!

Wechsel gut getan. Tolle freundliche Mitschüler - sie ist nun in einer integrativen Klasse, angenehmes Lernklima und eine sehr nette Lehrerin. Allerdings in der gleichen Schule.

Du solltest bei Gesprächen dafür sorgen, das das Gleichgewicht (Parität)
ausgewogen ist.
1:3 ist nicht ausgewogen;-) Nimm dir jemanden mit, Mann/Vater/Freundin
Nach meiner Erfahrung haben es gerade Alleinerziehende, ohne Beistand bei solchen Gesprächen äußerst schwer.

Immer ruhig und gelassen bleiben. Auch wenn es schwer fällt.
Ich neige dazu ironisch zu werden und kleine Spitzen los zu lassen.#schein

Das Vorfälle verniedlicht werden oder angeblich nie statt gefunden haben, ist reine Bequemlichkeit. Es ist nunmal leichter die Augen vor Problemen zu verschließen, als sich damit zu befassen und sich der Herausforderung zu stellen.


Beobachte genau wie es sich in der Schule verhält.
Ich rate immer eine Art Tagebuch zu führen, wo Vorfälle dokumentiert werden. Tag und welche Schulstunde reicht aus.
Dann kannst du besser mit Fakten argumentieren

Gut wäre es wenn du in der Elternschaft entsprechenden Halt erfährst.
Verlassen kann man sich im Ernstfall aber selten darauf.
Hast du mit anderen Eltern dies mal angesprochen?

Auch da gilt, vornehme Zurückhaltung und nicht zuviel preis geben.

Die Sorte "Frau Lehrerin ich weiß was", welche sich einschleimen wollen, sind meist in jeder Klasse vertreten.
;-)

Wie schon erwähnt, beim nächsten Elternsprechtag einen Fachlehrer aufsuchen und schauen, wie er dein Kind wertet.

Viele Grüße
Tina

Beitrag von gismomo 07.05.10 - 07:11 Uhr

Kannst du nicht noch einmal zu einem persönlichen Gespräch mit der Lehrerin gehen? Telefonische "heikle" Gespräche sind immer schwierig. Ich bin Lehrerin und ich spreche viel lieber persönlich mit den Eltern, wenn es um Probleme geht.

Ich würde außerdem versuchen, mich nicht an diesem einen Punkt aufzuhängen. Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass du generell mit der Schule nicht zufrieden bist - du wiederholst mehrmals, dass die Schule nicht die erste Wahl ist. Kann es sein, dass es gar nicht nur um diese eine Situation geht und sich in dir schon vieles aufgestaut hat und du deshalb auch ziemlich "geladen" bist?

Falls ja, würde ich mir mal in Ruhe überlegen, was dich konkret alles stört. Vielleicht kannst du dir mal einfach für dich aufschreiben, was du von der Schule erwartest, was also momentan noch nicht so läuft wie du es willst.
Und dies freundlich und sachlich im Gespräch ansprechen.
Vielleicht lässt sich nicht alles umsetzen, aber manches.

Ich habe die Situation, die du schilderst, "andersherum" erlebt. Ich hatte mal einen Schüler (12 Jahre alt), der während des Unterrichts permanent absolut üble Kriegsbilder in sein Heft gezeichnet hat, mit Blut en masse und spritzendem Gehirn etc. Daraufhin hab ich die Eltern angesprochen, weil ich das einfach bedenklich fand, dass ein zwölfjähriges Kind so reagiert. Es ging nicht nur um eine einmalige Sache, sondern das war jede Stunde so. Ich ging davon aus, dass die Eltern ebenfalls besorgt sind und versuchen herauszufinden, warum ihr Kind das macht. Es ging mir also gar nicht darum, die Eltern anzuklagen - ich war wirklich der Meinung, sie würden das genauso besorgniserregend sehen wie ich. Anstelle dessen hat mich der Vater übelst am Telefon beschimpft und sich geweigert, sich das Heft seines Sohnes überhaupt anzusehen. Irgendwann habe ich dann den Hörer aufgelegt.

Lehrer sollten geschult sein in Kommunikationssituationen. Die meisten sind es leider nicht. Ich habe mir inzwischen entsprechende Kenntnisse angeeignet und bin der Meinung, ich kann auch schwierige Elterngespräche so führen, dass man sachlich miteinander reden kann. Aber die Bereitschaft, sich professionelle Kenntnisse darüber anzueignen und sich dann entsprechend zu verhalten, bringt leider nicht jeder Kollege mit. Ich kann einfach nicht verstehen, warum Lehrer nicht selbstverständlich und verpflichtend darin geschult werden. Man könnte sich viele Probleme sparen. DAS wäre sinnvoll investiertes Geld. Aber da wird halt lieber ein bisschen am Lehrplan herumgedoktort, das ist kostet weniger. :-[

lg
K.

Beitrag von kawatina 07.05.10 - 15:53 Uhr

Hallo,

dem letzten Absatz kann ich nur zustimmen.#pro

LG
tina

Beitrag von cashmere0815 08.05.10 - 15:04 Uhr

Ja, ich denke Du hast sicherlich Recht, daß sich bei mir einiges angestaut hat. Die Geschichte mit dem Füller bzw. die Reaktion der Lehrerin war halt nur der Funke, der mich zum Explodieren brachte.
Ich kann es halt nur nicht mehr hören, daß sozusagen alles Unschuldslämmer in der Klasse sitzen und mein Sohn der einzigste ist, der ein Problem hat. Vor allem er ist ja schon ruhig und ich habe ihm schon gesagt, daß wenn ihm etwas nicht passt oder sonstwas, er einfach nichts mehr sagen soll und es ignorieren soll. Seitdem ist es mit der Sozialnote auch besser geworden. Aber das widerspricht eigentlich meinen Vorstellungen und so habe ich meine Kinder auch nicht erzogen. Es kann doch nicht sein, daß mein Sohn sich um 180° ändern soll und sich asozial verhalten muß, nur damit er dort klar kommt und nicht negativ auffällt.