weniger Arbeitslosengeld nach Elternzeit

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Beitrag von philco 06.05.10 - 19:36 Uhr

Hallo zusammen,

ich muß meinen Ärger hier mal Luft machen.
Bin zum 31.7.10 gekündigt, genau mit Ablauf meiner Elternzeit.
Betriebsbedingte Kündigung, das Werk ist geschlossen worden.
Jetzt war ich heute beim Arbeitsamt und habe mit den ca. 65 % des letzten Gehaltes, Arbeitslosengeld gerechnet.
Da nennt die Dame mir einen Betrag der 300 Euro geringer ist.
Ich bin aus allen Wolken gefallen.
Ich war zu lange in Elternzeit (3Jahre) die letzten 2 Jahre zählen.
Das ich in meinem Leben schon brav 21 jahre eingezahlt habe ist ja egal.
Dann bekommt man von einem fiktiven Betrag das Arbeitslosengeld. (Richtet sich wohl nach Ausbildung)

Ist das nicht schon wieder eine Bestrafung dafür eine Familie zugründen.
Aber Familien und Frauen sollen ja nicht benachteiligt werden, nein.
Ich würde jederzeit wieder ein Kind bekommen, aber wenn man die ersten jahre mit seinem Kind verbringen möchte wird man bestraft.
Wofür gibt es dann 3Jahre Elterzeit.
Ich bin so sauer.:-[
Zudem ich auch alleinerziehend bin und das Geld echt brauche bis ich was neues gefunden habe.
Hat jemand Ahnung ob man sich dagegen wehren kann und wie die Erfolgsaussichten sind.

Danke für Eure Antworten

Beitrag von anyca 06.05.10 - 20:46 Uhr

"Wofür gibt es dann 3Jahre Elterzeit. "

Die gibt es, damit einem so lange der Job freigehalten wird - ist natürlich echt Pech in Deinem Fall, daß die Firma nicht mehr existiert.

Ja, die ersten DREI Jahre mit dem Kind verbringen zu wollen statt nur eines IST ein finanzielles und karrieretechnisches Risiko. Kann ja jeder selber entscheiden, ob man dieses Risiko eingeht.

Nur, soll der Staat jetzt NICHT mehr die "Dein Job wird Dir drei Jahre freigehalten" Option anbieten, weil sie sich eben manchmal im Nachhinein als Fehlentscheidung entpuppt? Das fändest Du sicher auch wieder nicht familienfreundlich ...

Ich hoffe einfach mal, daß Du schnell einen neuen Job findest und Dir ums ALG keine Gedanken mehr machen mußt!#klee

Beitrag von philco 06.05.10 - 21:03 Uhr

Sorry, deine einstellung kann ich nicht teilen.

Ich möchte nur mein Arbeitslosen geld was jedem zusteht.
und für das ich auch jahre eingezahlt habe.
Und da sollen wir Kinder bekommen, super.
Als sozial schwacher vielleicht, aber ich hatte einen guten job und bin auch sicher das ich wieder einen finde, aber sich hier was zu erarbeiten ist doch echt blöd.
Ohne kommst du genau so gut durch leben, schade das zu sagen aber es ist so.
es war keine fehlentscheidung zuhause zubleiben. Aber gerechtigkeit gibt es in deutschland nicht.
Hartz 4 empfänger haben mehr in der tasche als ich, aber ich war so blöd und habe lange gespart.
Ich weiß man darf nicht alle über einen kamm scheeren, aber es ist so.

Beitrag von anyca 07.05.10 - 20:47 Uhr

"gerechtigkeit gibt es in deutschland nicht. "

Es gibt in Deutschland erst mal Elternzeit und Elterngeld, was es anderswo nicht gibt. Ungerecht?

Daß da keine Lösung für jeden persönlich ideal ist (und dann als "gerecht" empfunden wird), ist doch eh klar.

Ist es "gerecht", daß ich als Freiberuflerin schon vor Ablauf des ersten Lebensjahres wieder arbeiten mußte, um es mir mit einem großen Auftraggeber nicht zu verscherzen und mir das da verdiente Geld dann auch noch abgezogen wurde vom Elterngeld? Bei der Großen gabs noch Erziehungsgeld, da wurde mir nichts abgezogen - soll ich jetzt UNGERECHT schreien oder nicht doch einfach akzeptieren, daß jede Regelung nun mal für einen Vorteile und für den anderen Nachteile hat?

Beitrag von philco 08.05.10 - 16:20 Uhr

das ist auch nicht gerecht.
Aber man kann doch seinem ärger lust machen und muß nicht alles wortlos hinnehmen.
auch wenn ich nichts drann ändern kann.

Beitrag von philco 06.05.10 - 21:10 Uhr

sorry, mein tempament ist wohl gerade etwas mit mir durchgegangen.
Aber es gibt wohl nicht ohne grund genug Klagen gegen diese sache.
Gleichstellung der Familie ??!!

Beitrag von kati543 06.05.10 - 20:52 Uhr

Das ist eigentlich allgemein bekannt, dass man nach dem Elterngeld ein fiktives Gehalt berechnet wird, von dem dann ausgegangen wird.

Beitrag von philco 06.05.10 - 21:07 Uhr

sorry ich wuste es nicht.
Ist vielleicht mein fehler aber ungerecht finde ich es trotzdem

Beitrag von kati543 07.05.10 - 13:50 Uhr

Eigentlich nicht. Die Überlegung dahinter ist einfach die, wenn du 3 Jahre zu Hause warst, bist du nicht mehr auf dem aktuellen Stand, was deinen Job betrifft. Gerade in der heutigen Zeit ist das aber absolut notwendig. Du bist also keine frisch arbeitslos gewordene Fachkraft, sondern ein frisch arbeitslos gewordene EHEMALIGE Fachkraft mit einem veralteten Wissen vor 3 Jahren.

Beitrag von vwpassat 07.05.10 - 02:28 Uhr

Ich kann Dich und Deine Reaktion durchaus verstehen.

Machen kannst Du dagegen nicht wirklich was. Du bist quasi einem Neuanfänger, der seine Lehre beendet hat, aber dann doch nix gefunden hat, gleichgestellt. Der bekommt ALGI auch nach einem fiktiven Lohn.........

Es gibt noch viel mehr Ungerechtigkeiten in diesem System. Aber da lass ich mich jetzt nicht weiter aus.

Ich bin mir sicher, dass Du das ALGI vielleicht gar nicht brauchst. Du wirst was finden.

Beitrag von philco 07.05.10 - 06:54 Uhr

Danke, ich hoffe auch das ich schnell was finde.
Habe diese Ungerechtigkeit jetzt schon an so viellen Stellen gespürt.
Dir auch alles Gute.

Beitrag von windsbraut69 07.05.10 - 09:36 Uhr

In Deinem Fall mag es nachteilig sein, weil Du ein relativ hohes Einkommen hattest.
Es ist aber nicht generell eine "Strafe für Familien", da viele Arbeitslose durch diese Berechnung Vorteile haben.
Gruß,

W

Beitrag von philco 07.05.10 - 11:18 Uhr

Das stimmt, genau die die in Deutschland immer Vorteile haben.

Beitrag von nakiki 07.05.10 - 09:47 Uhr

Hallo!

Ein Bestrafung für Familien sehe ich nicht. Und die Benachteiligung der Frauen haben diese sich selbst zuzuschreiben. Keiner zwingt die Frauen solange zu Hause zu bleiben oder nur Teilzeit zu arbeiten.

"Wofür gibt es dann 3Jahre Elterzeit. "
DAS frage ich mich auch. Ein Jahr würde reichen in meinen Augen. Alles andere kostet dem Staat Geld und könnte in die Bildung investiert werden. Problem an der Sache ist, die Kitabetreuung, die nicht überall gewährleistet ist. Kann man jedoch ändern.

Da du schon länger weißt, dass du arbeitslos wirst und anscheinend ja eine gute Ausbildung hast, sollte es eigentlich auch kein Problem darstellen, schnellstmöglich eine neue Arbeitsstelle zu finden.

Gruß nakiki

Beitrag von philco 07.05.10 - 11:16 Uhr

Werde ich auch nicht haben, da mache ich mir keine sorgen.
ich finde es trotzdem nicht gerecht und ich habe kein kind bekommen um es nach einem jahr abzugeben.
Es zwingt wirklich niemand jemanden sich um seine kinder zukümmern.

Beitrag von kabau 07.05.10 - 12:07 Uhr

Sehr schade, dass sich viele persönlich angegriffen fühlen und nicht objektiv bleiben können.
Derart anmaßende Äußerungen, wie der letzt Satz, sind einfach nur unprofessionell.

Beitrag von nakiki 07.05.10 - 15:19 Uhr

Wenn man sich nicht um sein Kind kümmert, wird meist das JA eingeschaltet.

Ich denke jedoch, du möchtest die Eltern verurteilen, die ihr Kind früh in eine Betreuung geben. Aber genau diese Eltern sind es, die sich kümmern. Sich um ein Kind zu kümmern, bedeutet nämlich auch, dies finanziell abzusichern. Genau aus diesem Grund gehen viele früh arbeiten.

Wenn du dein Kind nicht früh abgeben möchtest, dann ist das deine Entscheidung. Aber dann jammer auch nicht über die Folgen. Du hast ja diese Wahl getroffen und wurdest nicht gezwungen.

Gruß nakiki

Beitrag von philco 07.05.10 - 18:45 Uhr

Ich möchte nicht die Eltern verurteilen, die aus finanziellen Gründen Ihre kinder in die Kita geben müssen.
Manchmal geht es halt nicht.
Mein Kind ist aber gut abgesichert und ich konnte es mir leisten 3 Jahre zuhause zubleiben.
steht mir dann nicht das gleiche arbeitslosengeld zu wie jedem anderen auch? Ich habe schließlich 20Jahre brave eingezahlt.
Was mich richtig ärgert ist das es auch viele Sozialschmarotzer in Deutschland gibt.
Man macht und tut, baut sich was auf um dem kind eine vernüftige grundlage zu schaffen und wenn man dann einmal im leben was möchte, nur zur überbrückung bekommt man es sofort gekürzt nmur weil man bei seinem kind war? und die Kinderbetreuung ab 1Jahr kostet den staat noch viel mehr geld.

Beitrag von kati543 07.05.10 - 14:01 Uhr

"Keiner zwingt die Frauen solange zu Hause zu bleiben oder nur Teilzeit zu arbeiten. "
Doch. Wenn nämlich die doofen Frauen keine Kinder bekommen würden, würdest du später mal keine Rente bekommen. Und solange es schlicht und einfach keine Kinderbetreuung gibt, müssen diese Frauen eben zu Hause bleiben. Natürlich werden sie nicht gezwungen. Sie könnten ja auch ihr 1 Jahr altes Baby in der Wiege liegen lassen allein zu Hause, in der Hoffnung, dass es noch lebt, wenn man nach 8 Stunden Arbeit + 1 Stunde An- und Abfahrtsweg (mal angenommen) nach Hause kommt. Oder aber wir schaffen gleich neue Arbeitsplätze beim Jugendamt, die holen dann die kinder generell mit 1 Jahr aus den Familien raus. Natürlich könnte man auch eine Reform starten, dass alle Mütter ab sofort ihre U3 Kinder mit auf Arbeit nehmen dürfen - die Leute meckern im Supermarkt schon rum, wenn mal ein Kind etwas lauter wird. Der Arbeitsplatz muß natürlich entsprechend Kindersicher ausgestattet sein. Mal sehen was billiger ist - ja, es ist billiger, wenn die doofen Mütter 3 Jahre zu Hause bleiben. Sie erscheinen in keiner Arbeitslosenstatistik und in diesen 3 Jahren ist eine andere Arbeitslose nicht mehr arbeitslos. Also auch noch gut für die Statistik.

"Alles andere kostet dem Staat Geld und könnte in die Bildung investiert werden."
Wo kostet denn den Staat das 2. und 3. Elternzeitjahr Geld??? Nur das 1. kostet den Staat Geld aber das willst du ja lassen.

"Problem an der Sache ist, die Kitabetreuung, die nicht überall gewährleistet ist. Kann man jedoch ändern. "
Klar, dann geh mal in die Regierung. Die scheitert nämlich seit Jahren daran. Meine Kinder werden längst in die Schule gehen, wenn das Problem VIELLEICHT behoben ist.

Beitrag von nakiki 07.05.10 - 15:17 Uhr

Hallo!

Hat dein Kind keinen Vater? Warum sind wir Frauen für die Kinderbetreuung zuständig? Solange Frauen das Problem "Kinderbetreuung" gleich an sich reißen, wird sich auch nie etwas ändern!

Außerdem schrieb ich ja, dass noch die Krippenplätze fehlen, aber soll nicht ab 2013 ein Anspruch bestehen?

Der Staat bezahlt die Rentenansprüche während der Elternzeit, außerdem sind die meisten Frauen umsonst krankenversichert während dieser Zeit.
Die größten Kosten verursachen jedoch die Frauen, da sie nicht arbeiten. Dem Staat entgehen Steuern und wichtiges Humankapital. Viele Frauen haben eine gute Ausbildung, die viel Geld gekostet hat und setzen dies nicht ein.

Außerdem hängt es auch immer davon ab, wo man lebt. Hier bekommt man relativ gut einen Krippenplatz.

Gruß nakiki

Beitrag von philco 07.05.10 - 18:47 Uhr

Natürlich sind können auch die Männer die betreuung übernehmen, das ist dann aber das selbe in grün, ob man oder frau.

Beitrag von nakiki 08.05.10 - 12:54 Uhr

Es soll nicht einer die komplette Betreuung übernehmen, sondern die Eltern sollen sich die Betreuung teilen! Dann ist es nicht das selbe in grün!

1 Jahr Elternzeit und Elterngeld wird sich geteilt, sprich jeder geht 6 Monate in Elternzeit. Nach 6 Monaten hat jeder einen Anspruch auf seinen alten (!) Arbeitsplatz und nicht nur auf einen vergleichbaren, sprich keiner hat eine Einbuße!

Nach einem Jahr gehen beide Eltern wieder arbeiten, wenn man sich das leisten kann, idaler Weise beid 30 Stunden und teilen sich die Erziehung.
So sollte es in Zukunft laufen!
Gleichberechtigt und kostenparend für den Staat.

Gruß nakiki