Baby mag einfach keinen Brei! Wer kennt sich aus mit Fingerfood?

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Forum: Stillen & Ernährung

Muttermilch oder Flasche? Was schmeckt kleinen Kindern aufs Brot? Hier könnt ihr Fragen zur Säuglings- und Kleinkindernährung, aber auch zu eurer eigenen Ernährung während der Stillzeit stellen. Unsere Stillberaterin Christina Law-Mclean beantwortet eure Fragen täglich in unserem Expertenforum.

Beitrag von kiscica77 06.05.10 - 21:01 Uhr

Hallo Ihr Lieben!

Hallo mein Kleiner ist jetzt 6,5 Monate.
Nachdem mein Kleiner mit ca. 3,5 Monaten nicht mehr gestillt werden wollte, musste ich (leider) auf die Flasch umsteigen und habe mit 4 Monaten mit der Beikost angefangen.

Und seitdem ist es ein einziger Kampf!
Es gibt kaum eine Mahlzeit bei der er nicht entweder lauthals meckert oder sogar weint. Oft kann ich ihn nur mit dem Schnuller füttern. Also ein Löffel Brei, dann Schnuller usw. Er hat aber definitiv Hunger, da er Flaschen mit Milch weiterhin verschlingt!
Und es ist egal, was ich ihm für einen Brei anbiete. Und das "Theater" beginnt schon beim ersten Löffel.

Ich habe mir echt Zeit gelassen und Mühe geben, aber ich kann und will ihn vor allem nicht zum essen zwingen.
Beim Stillen war es schon so, dass es lieber gehungert (hatte auch abgenommen) und geschrien hat, als von der Brust zu trinken. Und im Moment fühlt es sich wie damals an.. :-(

Nun habe ich immer öfter von Finger-Food als alleinige Nahrung für Babys gehört.

Hat jemand von Euch Erfahrung damit?
Wie funktioniert das genau mit dem Getreide und dem Fett?

Danke für die Antworten

LG

Kiscica + Nándor 25.10.2010

Beitrag von widowwadman 06.05.10 - 21:04 Uhr

Fingerfood als alleinige Nahrung stimmt so nicht. Hauptnahrungsquelle bleibt noch lange die Milch. Fingerfood ist lange Zeit nur zum Ausprobieren, Begreifen, Lutschen etc, nicht zum satt werden.

Also in deinem Fall waere es dann weiter ganz normal mit der Flasche fuettern, aber zusaetzlich halt Fingerfood anbieten, ohne sich Gedanken ums Mahlzeiten ersetzen zu machen.

Beitrag von kiscica77 06.05.10 - 21:13 Uhr

Ja klar, Milch kriegt der Kleine natürlich auch!

Aber mit das Ersetzen einer Milchmahlzeit mit Brei funktioniert es halt net!

Beitrag von nini00 06.05.10 - 21:15 Uhr

Huhu

Mit 4 monaten schon brei... höre in moment echt viele die mit schon3-4 monaten mit beikost anfangen und sich damit stressen.
Obwohl man doch eigentlich sagt das es am besten ist wenn man 6 monate nur stillt oder #flasche gibt.

Bitte versteh mich nicht falsch !! Nix gegen dich oder so!! #liebdrueck
Hat ja nix mit deiner frage jetzt zu tun aber mein nur so...

Meine Tochter ist 4,5 monate alt und bekommt Pre #flasche für beikost ist sie noch nicht reif... Freu mich aber wenn es los geht und denke ich werde es Ende 5 - anfang 6 Monat anfangen

Lg

Beitrag von kiscica77 06.05.10 - 21:39 Uhr

Hallo!

Leider muss ich Dir sagen, dass Du nicht ganz auf dem neusten Stand bist!

Nach den aktuellen EU Richtlinien (September 2009) soll/kann man nach dem 4. Monat mit Beikost beginnen, um das Kind frühzeitig an mögliche Allergene zu gewöhnen.
Spätestens aber nach dem 6. Monat.

Er ist jetzt im 7. Monat und verweigert das kleinste Löffelchen, also muss ich mir ja leider etwas überlegen.

LG

Beitrag von nini00 06.05.10 - 21:52 Uhr

Oh echt,wieder was neues... Ojeee das ist so ne sache mit beikost ...
Werde wohl mit 5 Monaten anfangen , so wie ich mir schon gedacht hatte damit sie hoffentlich mit 6 monaten dann gut essen kann... :-)

Aber das dein kleiner mit 7 Mon. noch kein Löffelchen nimmt ist echt blöd!
Aber habe hier auch schon paar mal gehört das brei nicht wirklich nötig ist ... das man mit fingerfood anfangen kann und dann direkt vom tisch essen. Aber Da habe ich nur mal hier gelesen... Habe selber davon kein ahnung,

Lg

Beitrag von perserkater 06.05.10 - 22:25 Uhr

Nein, es wurde zwar etwas geändert dann aber falsch interpretiert.

6 Monate ausschließlich stillen oder Flasche ist nach wie vor aktuell. Aber neue Lebensmittel, verschieden Lebensmittel aller Art dürfen schon mit 6 Monaten gegeben werden. Vielfalt ist gefragt und da bietet sich blw natürlich besonders an.

4 Monate ist zu früh, nach wie vor. Da gibt es keinerlei Nutzen so früh anzufangen. Und wenn dein Baby eh verweigert dann kannst du es auch nicht ändern.

Beitrag von lienschi 06.05.10 - 21:46 Uhr

huhu,

mit Fingerfood bzw. BLW dauert es sehr lange, bis eine Mahlzeit komplett ersetzt wird.

Aber wenn Dein Kleiner kein Breityp ist, kannste es ja mal mit BLW probieren.

In diesem Club kannste einiges dazu erfahren...

http://www.urbia.de/club/Baby+Led+Weaning/forum/thread/101386

Die Hauptmahlzeit ist aber weiterhin die Milch. Dein Kleiner muss ja nicht auf Biegen und Brechen schon eine ganze Mahlzeit verdrücken.

Lass ihm die Zeit, die er braucht... er wird auch noch lange mit Milch satt werden.

lg, Caro

Beitrag von kiscica77 06.05.10 - 22:28 Uhr

WOW, Danke!

Das ist genau das was ich gesucht habe!

Klar Milch kriegt er, er will ja sogar nix anderes.
Er hatte aber schon zweimal ein Stück Apfel in der Hand, von dem er aber sofort abgebissen hat (er hat 2 Zähnchen) #schock. Vor Schreck habe ich ihm in sofort wieder weggenommen und er ist ausgeflippt! #schrei

Wusste gar nicht, dass es BLW gibt!

Werde dem Club gleich beitreten!

Danke, Danke!

Beitrag von perserkater 06.05.10 - 22:29 Uhr

Hallo

Hab da noch was wegen diesen Allergie-Kram:

Es geht in der Stillempfehlung der DGE aber eben NUR um den Effekt der Allergieprävention.

Es gibt aber eine Analyse (Cochrane Analyse), in der sämtliche publizierte Daten aus Studien zur optimalen Stilldauer untersucht werden und in dieser wird eindeutig festgestellt, dass ausschliessliches Stillen für sechs Monate im Vergleich zu vier Monaten das Risiko für gastrointestinale Infektionen der Säuglinge signifikant reduziert und es sowohl in Entwicklungsländern wie auch in Industrienationen keine objektivierbare Evidenz
gibt, die Einführung der Beikost vor dem 7. Monat zu empfehlen.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11869667

Hierbei ging es in der gesamten Untersuchung darum, ob 4 oder 6 Monate ausschliessliches Stillen als allgemeine Empfehlung gelten soll, mit dem Ergebnis, dass die Empfehlung auf 6 Monate festgelegt wurde, worauf sich eben nun auch die WHO stützt.

Es geht eben bei der Beikosteinführung NICHT nur um die Allergieprävention.


Und hier übers blw:
Zunächst die Erklärung, warum das Baby keinen Brei braucht:
http://www.welt.de/wissenschaft/medizin/article961...ei.html

Und:

Quelle: http://breikasper.nielsrump.net/?page_id=8

Die Grundlage der Baby-gesteuerten Beikosteinführung (engl. „baby led weaning“, auch kurz BLW genannt) ist eine Studie die Gill Rapley, eine erfahrene Kinderkrankenschwester und stellvertretender Direktor der Baby Friendly Initative des britischen UNICEF Büros, 2004 durchgeführt hat.

Die Basis hinter der Baby-gesteuerten Beikosteinführung ist die Beobachtung, daß Babys mit sechs Monaten in der Lage sind die Beikosteinführung wortwörtlich selber in die Hände zu nehmen. Dabei wird Stillen als die ideale Vorbereitung gesehen, da gestillte Babys sind in der Lage die Milchaufnahme selbst zu regulieren, es ist also nicht möglich, ein gestilltes Baby zu überfüttern. Außerdem ändert sich der Geschmack der Muttermilch — je nachdem was die Mutter gegessen hat. Diese Umstände bereiten ein Baby dann auch auf die unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen vor.

BLW nutzt dabei die natürliche Neugier des Babys aus, mit der er seine Welt entdeckt, imitiert und experimentiert. Der Fokus von BLW liegt nicht in der Nahrungsaufnahme (das wird weiterhin durch das Stillen oder ggf. durch die Flaschenfütterung erreicht). Die Beikosteinführung wird als Spaß und Entdeckung gesehen – das Zentrale Thema ist Neugier, nicht Hunger.

Bei der traditionellen Art der Beikosteinführung wird Babys am Anfang alles Essen in Breiform gegeben. Nach einigen Wochen werden die Breie zunehmend „stückchenhafter“, damit die Babys kauen lernen – und erst wesentlich später kommt dann feste Nahrung („Finger Food“) dazu.

BLW überspringt die ersten beiden Phasen. Anstelle sämtliche Lebensmittel zu pürieren oder (später) zu zerdrücken, wird das Essen dem Baby in handlichen Portionen angeboten. Das heißt, daß das Baby sich selbst von dem angebotenen Speisen bedient und selbst entscheidet was - und wieviel - es probieren möchte.

Die 16 goldenen BLW-Regeln

1. Lass das Baby bei den Familienmahlzeiten mitmachen. Gegen Ende des sechsten Monats fangen die meisten Babys an, die Familienmitglieder zu beobachten.

2. Das Baby muß aufrecht sitzen wenn es beginnt mit Essen zu experimentieren. Am Anfang kann es auf dem Schoß sitzen. Wen es anfängt das angebotenen Essen in die Hand zu nehmen, ist es wahrscheinlich auch in der Lage, ggf. abgestützt, im Hochstuhl zu sitzen.

3. Biete dem Baby Essen in Pommes-großen Stiften an, so daß es das Essen in die Faust nehmen kann. Es kann oft auch dieselben Sachen essen, die der Rest der Familie ißt. Dies erhöht das Zusammengehörigkeitsgefuehl.

4. Biete eine reiche Auswahl an unterschiedlichen Lebensmitteln an. Es besteht kein Grund die Experimentiermöglichkeiten einzuschränken.

5. Das Baby bestimmt die Dauer der Mahlzeiten. Versuche es nicht zu eilen und “hilf” nicht, indem dem Baby Essen in den Mund gelegt wird.

6. Erwarte nicht, daß das Baby am Anfang tatsächlich etwas isst. Wenn das Baby feststellt, daß das neue “Spielzeug” gut schmeckt wird es kauen und später auch schlucken.

7. Erwarte nicht, daß ein junges Baby alles aufißt. Babys müssen erst noch die Fähigkeit entwickeln, die Stücke, die sie in der Faust haben zu manipulieren.

8. Biete abgelehntes Essen erneut an. Babys ändern öfters ihre Meinung über Geschmäcker und akzeptieren Essen, daß sie früher abgelehnt haben.

9. Lass ein Baby niemals alleine beim Essen.

10. Biete kein gefährliches Essen an (Beispiel: Erdnüsse).

11. Biete kein Essen an, das Salz oder Zucker enthält. Dies gilt besonders für Fertiggerichte und Fast Food

12. Biete dem Baby Wasser aus einem Becher an. Ein gestilltes Baby benötigt zwar kein zusätzliches Wasser (die Muttermilch reicht aus), das Trinken aus dem Becher muß aber auch erlernt werden.

13. Es ist chaotisch und der Putzlappen wird eine Notwendigkeit! Eine Plastikmatte unter dem Hochstuhl schützt den Teppich und hilft beim Aufräumen. Heruntergefallenes Essen kann auch so wieder verwendet werden - das minimiert den Abfall.

14. Still weiterhin nach Bedarf. Die Stillmahlzeiten ändern sich erst, wenn die Mahlzeiten größer werden.

15. Sprich Dich mit Deinem Kinderarzt oder –krankenschwester ab bevor Du mit BLW anfängst – insbesondere wenn das Baby flaschengefüttert wird, oder wenn es in der Familie Fälle von (Lebensmittel-)Allergien gibt.

16. Genieße es! Es macht einfach Spaß zuzusehen, wie ein Baby Essen entdeckt.

Weiter Infos übers BLW findest du auch hier:
* der Blog "Breikasper": http://breikasper.nielsrump.net/?p=13
* der Blog "unpueriert": http://unpueriert.wordpress.com/
* der Blog "Millicent mag": http://millicentmag.blogspot.com/


Viel Spaß beim futtern.

LG

Beitrag von kiscica77 06.05.10 - 22:42 Uhr

Hui!

Das ist ja mal ne umfangreiche Antwort! Danke

Ja, man muss halt immer gucken aus welchem Blickwinkel man schaut!

Allergie ja/nein?
Stillen ja/nein?
Interesse am Essen?
Hat er/sie trotz 1er Milch immer Hunger?

Ich werde mich mal mit dem BLW beschäftigen, das könnte was für meinen eigenwilligen Zwerg sein!

Beitrag von hailie 06.05.10 - 23:13 Uhr

ich frage mich, warum du dir überhaupt solchen stress machst? und vor allem deinem sohn ... der beikoststart mit 4 monaten war ja schon sehr früh, und offensichtlich war er noch nicht bereit für brei. durch den druck den du ausübst, wird er natürlich keinen spaß am essen entwickeln können.

perserkater hat dir ja schon einiges zu BLW geschrieben.
schau es dir mal an, vielleicht ist es ja etwas für euch ... und wenn nicht, würde ich einfach mal eine pause mit der beikost machen und es in 1 oder 2 wochen nochmal versuchen.

lg
hailie

Beitrag von kiscica77 07.05.10 - 00:35 Uhr

Naja, am Anfang hat er sogar noch besser gegessen, es wird eher immer schlechter. Ich denke nicht, dass es zu früh war, da er nur von Milch kaum noch satt wurde.

Das mit dem BLW hört sich voll nach meinem Kind an!

Er steckt schon eh seit der Geburt alles in den Mund und kaut drauf rum.

LG