Der Mann erst wenige Wochen TOT und schon einen anderen....

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muß jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von babydollbell 07.05.10 - 10:42 Uhr

Hallo!

Es geht um eine "Freundin".

Habe sie damals, als ich mit meinem grossen Schwanger war 2007 ) hier bei Urbia kennengelernt. Wir haben zusammen Gehibbelt, viel Telefoniert, SMS geschrieben usw..

Wir verstanden uns super, auch Ihr Mann war ein toller Mensch, auch mit Ihm habe ich mich super Verstanden.

Anfang April kam dann die Nachricht: Er ist TOT, bei der Arbeit einfach Umgefallen.

Gestern habe ich mich mal wieder bei Ihr melden wollen, da der Kontakt mittlerweile nicht mehr so gross ist ( haben beide viel mit unseren Kindern zu tun ) und was lese ich?

SIE HAT EINEN NEUEN!

Ich bin schockiert. Wie kann man so Gefühlskalt sein? Erst wenige Wochen ist der Mann TOT und dann schon wieder einen neuen? Mit Bilder, wo gekuschelt wird? Sie lacht, ist anscheinend Glücklich? Auch Ihr Sohn ( jetzt 2,5 ) scheint den Ersatzpapa toll zu finden.

Ne Leute, ich glaube mit Ihr will ich erstmal nichts mehr zu tun haben! Soll sie Glücklich werden. Aber verstehen tu ich das nicht!

Beitrag von gh1954 07.05.10 - 10:50 Uhr

Wer bist du, dass du deiner Freundin vorschreiben willst, wie und wie lange sie zu trauern hat.?

So eine "Freundin" wie dich braucht kein Mensch!

Beitrag von pechawa 07.05.10 - 10:57 Uhr

#contra
ein Trauer - und Trostforum ist nicht dafür da, um über einen anderen Menschen herzuziehen! Was sind deine Probleme so klein, im Vergleich zu den Problemen von Menschen, die momentan wirklich Schweres durchmachen oder einen nahestehenden Menschen verloren haben!

LG

Beitrag von julia.hufnagel 07.05.10 - 11:25 Uhr

Sicherlich ist es in DEINEN Augen falsch, unmoralisch, verwerflich.

Jeder verarbeitet die Trauer anders und es heißt nicht, dass sie nicht mehr trauert, nur weil sie jemanden wieder in ihr Leben gelassen hat.

In meinen Augen ist sie nicht gefühlskalt, sie liebt ihren Mann, den Platz wird auch kein anderer Mann einnehmen können - niemals.
Ich glaube, dass ihr Mann sich sicherlich nicht gewünscht hat, dass sie ihr lebenlang trauert und unglücklich sein soll.
Die Toten wollen die Lebenden glücklich sehen.

Dietrich Bonhoeffer sagte:

"Je schöner und voller die Erinnerung,
desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel,
sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. "

Sie trägt dieses kostbare Geschenk in sich.
Und niemand kann in ihr Herz sehen und niemand den Zustand ihrer Seele beurteilen.

Du wohnst nicht in ihr drin.

Als Freundin solltest du ihr Kraft spenden und nicht über sie "herziehen".
Du würdest es vielleicht anders machen, aber weißt du das?

Du hast immer die Möglichkeit, den Kontakt abzubrechen, dann weißt du nicht, was sie tut, mit wem sie zusammen ist oder ob sie glücklich scheint.

Du hast aber auch die Chance an ihrem Leben teilzunehmen.

Es ist deine Entscheidung, doch urteile nicht über die Handlung anderer Menschen, die sich in Situationen befinden in denen du nie warst.

LG!

Julia

Beitrag von claudi2712 07.05.10 - 11:27 Uhr

Hallo Julia,

das hast Du wunderbar formuliert!

LG
Claudia

Beitrag von sally1409 07.05.10 - 13:04 Uhr

@ Julia

Finde deinen Beitrag sehr schön geschrieben.

Ich habe meinen Mann letztes Jahr im August verloren
Und habe mich auf einen neue Partnerschaft recht schnell eingelassen.

Das heiß nicht dass ich oft abends allein zu Hause sitze und grüble oder am heulen bin.

Er war der Vater meiner Kinder und wird immer einen Platz in meinem Leben haben.

Aber für mich und meine Kinder geht das Leben weiter.
Und niemand kann vorhersagen wann man sich verliebt. Meistens passiert es doch wenn es eigentlich nicht passt oder gar nicht damit rechnet.

Ich wünsche deine Freundin alles erdenklich Gute.

Es gibt so viele Leute die über einen schimpfen, die einem die Schuld geben, aber es kann keiner Nachvollziehen der das nicht erlebt hat.

Deine Freundin braucht Freunde die nicht Urteilen, sonder einfach nur da sind.
Ich habe mich auch verändert, aber meine wirklichen Freunde stört das nicht.

Beitrag von snoopster 07.05.10 - 11:33 Uhr

Hallo,

wer weiß, ob sie das wirklich so realisiert hat, und der neue nicht nur "Mittel zum Zweck" ist.
Ich kenn das, wenn Menschen sterben, dann bin ich erstmal total fröhlich, ausgelassen, wills eher nicht wahr haben, und dann irgendwann lieg ich nur noch weinend da.
Vielleicht ist das ihre Art, mit der Sache umzugehen. Lieber nicht nachdenken, gleich in was neues stürzen, alles gut reden...
Du weißt nicht, wie es IN ihr aussieht...

Ich stell mir das ziemlich heftig vor, Dein anscheinend gesunder Mann geht zur Arbeit und kommt nie wieder. Und sie ist mit Kind allein. Bestimmt hatte sie sich ihre Zukunft anders ausgemalt...

Es gibt kein Handbuch fürs Trauern, und keine Regeln dafür, an die sich jeder zu halten hat.
Du solltest sie nicht verurteilen, sondern für sie da sein, wenn sie Dich braucht. Vielleicht hatte sie nicht das Gefühl, das jemand für sie da ist, und nur der Neue wars??

Alles Gute!
Karin

Beitrag von mathildarosine 07.05.10 - 11:53 Uhr

Lass sié doch in Ruhe. Jeder geht mit Trauer anders um. Das geht dich gar nichts an.

Beitrag von galeia 07.05.10 - 11:56 Uhr

Kehr vor deiner eigenen Tür!

Du hast nicht mal ein Wort mit ihr gesprochen, urteilst hier aber über sie.

"Freunde" wie dich braucht wohl keiner.

Zur Sache: Jeder trauert anders und geht auch anders mit Trauer um. Ich würde ihr einfach nur Glück wünschen. Gerade als junge Frau mit kleinem Kind, bringt es nichts, die Tage schwarz gekleidet auf dem Friedhof zu verbringen. Wenn hat so schnell wieder ein Richtiger getroffen wurde, dann ist das so.

LG H. #klee

Beitrag von sparrow1967 07.05.10 - 11:57 Uhr

Ich glaube, ich würde an IHRER Stelle nichts mehr mit DIR zu tun haben wollen.

Wer bist du, dass du über sie richten kannst? Weißt DU wie ihre Ehe in Wirklichkeit aussah? Vermutlich nicht.

Kümmere Dich um deine Sachen- und maße dir nicht an, über Menschen so zu urteilen.

Beitrag von analir 07.05.10 - 12:24 Uhr

Ich möchte hier nicht urteilen, sondern nur einen Gedanken mit auf den Weg geben. Meine Psychologin hat einmal zu mir gesagt, dass Studien ergeben hätten, das Partner nach dem Verlust eines Partners schneller wieder bereit für eine neue Beziehung wären, je stabiler und schöner die Beziehung vorher war. Statistisch sei es also so, dass Partner die aus einer unglücklichen Beziehung allein bleiben, viel länger trauern und sich lange nicht neu binden.
Das muss hier nicht zwangsläufig passen, soll nur ein Denkanstoss für die TE sein.

LG R.

Beitrag von fiori_ 07.05.10 - 13:05 Uhr

Hallo,

also dann bist Du auch keine Freundin. Das privatleben deiner Freundin geht dir wirklich nix an.

Was weißt Du warum Sie einen neuen Mann hat. Vielleicht ist Ihr Mann auch Tod umgefallen, weil Sie Ihm sagte das Sie sich trennen will.

Auch wenn Sie glücklich wirkt, weißt Du ob Sie wirklich glücklich ist?

Beitrag von rienchen77 07.05.10 - 13:43 Uhr

jeder lebt und trauert anders.... vielleicht sürzt sie sich in eine neue Beziehung aus der Einsamkeit....

ich kenne hier bei uns auch eine Frau... da ist der Mann mitte März verstorben, war ein tolle Paar... und sie läuft jetzt auch mit nen anderen im Arm rum...

ich erlaube mir aber nicht über sie zu urteilen... wer bin ich denn... wie heißt es so schön: wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein...

Beitrag von soleus 07.05.10 - 14:48 Uhr

Du brauchst das auch gar nicht verstehen und wenn wir mal ehrlich sind, wirst du das auch gar nicht wollen.

Trauer hat ganz viele Gesichter und Bedürfnisse, wie alles im Leben.

Es gibt keinen pauschal richtigen Umgang damit. Man trauert ja auch nicht für das geschwätzige, anmaßende Volk, das meint zu wissen, wie man trauern muss.

Jeder Mensch der trauert, muss die Last alleine tragen, also darf er allein entschieden, wie er das macht, wie er sich da am besten fühlt.

Wie gefühlskalt kann eine Freundin eigentlich sein, wenn sie ihren Gegenüber so pauschal aburteilt für sein Verhalten ohne mal wirklich drüber nachzudenken, warum das so sein könnte?

Wir müssen Entscheidungen nicht immer verstehen, sollten sie aber tolerieren.

Beitrag von asimbonanga 07.05.10 - 15:48 Uhr

Das geht dich NICHTS an.

Beitrag von anonym5 07.05.10 - 15:59 Uhr

Hallo

Erstensmal warum darf der Mensch nicht auch nach dem Tod des Partners wieder glücklich sein.

Ich find es sehr traurig wie du über deiner Freundin schreibst.Weisst du wie es in ihrer seele wircklich aussieht.Vielleicht kann sie ganz einfach nicht alleine sein.Schau hinter der Fassade mehr hab ich dazu nicht zu sagen.

Liebe grüsse
Bibi

Beitrag von brianna123 07.05.10 - 18:29 Uhr

Hallo!

Auch wenn mich jetzt vielleicht alle angreifen: aber ich kann verstehen, dass man da geschockt ist.

Meine Mutter war mit meinem Vater über 30 Jahre verheiratet und es sind nicht mal 2 Jahre vergangen, da hatte sie wieder einen Freund. DAs mag einem vielleicht lang vorkommen, aber die Erinnerungen an meinen Vater war noch so präsent und selbst da war ich total geschockt, wie sie nur daran denken konnte, sich einen neuen Freund zu nehmen.

Aber was soll man da machen. Ich mische mich da nicht ein, aber es hat mir doch sehr weh getan.

Aber wenn das deine wirkliche Freundin ist, dann würde wegen so einer privaten Angelegenheit nicht fallen lassen.

LG

Sabrina

Beitrag von sally1409 07.05.10 - 19:16 Uhr

@ Sabrina

Du siehst das aber auch aus einer anderen Situation, du vermißt deinen Vater.

Sie ist " Nur " die Freundin

Beitrag von sanny1080 07.05.10 - 18:31 Uhr

Also ich verstehe nicht so ganz warum hier alle so gegen dich wettern. Denn mein erster Gedanke wäre schon auch: "wie kann das sein, der Mann erst seit wenigen Wochen tod und der "Ersatzmann" ist schon gefunden". Ich würde das schon auch eigenartig finden, aber vielleicht hat es ja wirklich mit dem Verdrängen der Trauer und dem Verlust zu tun. Naja letztendlich ist es ihr Leben und sie muss mit dem "Gerede" der Anderen (das sicherlich nicht immer positiv ist) klar kommen.

Beitrag von nala22 07.05.10 - 18:58 Uhr

Das Leben geht weiter!!!

Beitrag von kerstini 07.05.10 - 20:40 Uhr

Hallo,

also ich finds wirklich nicht gut wenn ausgerechnet im Forum Trauer und Trost über andere Leute hergezogen wird.

So seltsam es auch auf andere wirken mag, du hast kein Recht über Sie zu urteilen. Und vor allem weist du nichts über die Ehe dieses Paares. Vielleicht waren Sie schon länger getrennt und haben nur noch der Kinder wegen zusammen gewohnt.

Und ich bin mir sicher diese Frau trauert auch um Ihren Mann, den Vater Ihres Kindes der sie viele Jahre ihres Lebens begleitet hat.

Nach außen hin wirkt nicht immer alles so wie es in Wirklichkeit ist!

Eine liebe Urbianerin die ihr Baby verloren hat, hat mir heute erst erzählt das sie von einer Bekannten angesprochen wurde, weil es ihr ja ACH so SUPER geht und sie würde ja in so einer Situation bestimmt nur weinen.

Ich finde es furchtbar wenn Leute sich anmaßen so über andere zu urteilen und ich kann leider aus eigener Erfahrung sagen das es einem das Leben unnötig schwer macht!


Kerstin mit Madita & Leo *08.09.09+ und Krümel 12.SSW (26.01.10)

Beitrag von knutschkugel4 07.05.10 - 21:01 Uhr

ich sag nur
GEBOREN UM ZU LEBEN!!!!!!


hör mal in das lied rein- höre es dir öfters an - denn sinn versteht man erst bei mehrmaligen hören!!!!!



Sei eine richtige freundin und gönne ihr das neue Glück
sie wird - auch wenn sie einen neuen freund hat ihren mann gewiß nicht vergessen haben



liebe grüße dany

Beitrag von lauras_stern 08.05.10 - 13:10 Uhr

Hallo

DU MUSST das auch nicht verstehen.

Trauer löst in Menschen die unterschiedlichsten Reaktionen aus.

Wäre es für Dich eine genugtuung wenn sie mit Depressionen im Bett liegt und ihr Kind nicht mehr richtig versorgen könnte? Ginge es Dir besser wenn es ihr schlecht geht? Boah was bist Du nur für eine "Freundin"??? Du siehst einen Beziehungsstatus im Netz und wertest sie dermaßen ab?

Ja, ich kann auch nicht verstehen warum man so kurz nach dem Tot des Mannes einen neuen Mann haben kann, aber he, sie ist auch nur ein Mensch und im momet scheint ihr das sehr gut zu tun. Vielleicht hat sie noch nicht mal alles richtig realisiert. Könntest Du so für sie da sein wenn es ihr, wie du es für richtig halten würdest, schlecht geht?

Egal ob meine Sichtweise sowas gut findet oder nicht, ich würde NIE und schon gar nicht in einem Forum, mir anmaßen darüber zu urteilen. Jeder Mensch ist anders und hat das Recht auch so zu trauern.
Solange man selbst nicht betroffen ist, kann man da einfach nicht mitreden.

Als mein Papa starb 2003 dachte ich auch meine Mama bleibt jetzt sehr lange allein. Pustekuchen, schon vor dem ersten Todestag hatte sie einen neuen Partner. Der ist für sie da. Tag und Nacht, das könnte ich ihr nicht geben.

Aber ohne ein persönliches Gespräch jetzt so über sie zu reden ist absolut nicht fair.

Meine Gedanken...

Beitrag von lorelei_fv 08.05.10 - 13:12 Uhr

Hallo...also ich kann mich nur den anderen Mitschreiberinen anschließen!

Ich weiß,dass es ein wenig seltsam von "Deiner" Freundin ist,aber ich denke auch,dass es ihre Entscheidung ist!

Rede doch mal mit Ihr,ich denke sie würde sich darüber "freuen",wenn Du nach ihrem Befindungen/Handlungen diesbezüglich fragen würdest,das macht eine Freundin ...aber bitte rede hier nicht so über einen Menschen ;-)

Liebe Grüße Nicole

Beitrag von muttiator 08.05.10 - 18:59 Uhr

Ich hatte auch wenige Wochen nach dem Tod des Vaters meiner Tochter (Ex) einen neuen Partner und war dann auch ein Jahr später verheiratet. Ich hatte mit meinem Ex auch lange Zeit nach unserer Tochter sehr "intensiven" Kontakt und eigentlich haben wir uns gut verstanden.
Das bedeutet aber nicht das ich nicht getrauert habe, ich trauere noch heute und das ist bald 6 Jahre her.
Manchmal ist es einfach ein Trost das man jemanden hat den man liebt und der einen zurück liebt.