Ein Kind zur Pflege in die Familie holen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von sonnemond7899 07.05.10 - 10:56 Uhr

Hallo an alles die diesen Beitrag geöffnet haben.

Ich bin 32 Jahre Jung und habe zwei Kinder. 10 Jahre und 18 Monate.

Jetzt hat unsere Tochter mich auf eine tolle Sache aufmerksam gemacht. Sie meinte es wäre für sie und ihrer Schwester doch schön, wenn wir in unsere Familie noch ein Kind holen würden das so ca 6 Jahre alt wäre.

Denn es gibt doch so viele Kinder die im Heim leben und bei uns wäre noch Platz und Zeit hätten wir doch auch. Und und und.

Ich habe jetzt eine Woche darüber nachgedacht und ich finde das eine Wundervolle Idee.

Ich würde gerne Eure Meinungen hören und vor allem mit Jemanden sprechen, der das getan hat.

Danke für Eure Antworten.

Sonnemond7899

Beitrag von lisasimpson 07.05.10 - 11:12 Uhr

Hallo!

Das hört sich ein bißchen so an, als würdet ihr überlegen einen Hund für euch anzuschaffen, weil es eure familie bereichern würde.
Ich weiß, daß es hier einge Pfelgemütter gibt (u.a. clawzi, ide sehr kompetent auskunft geben kann), die das vielleich ein bißchen anders sehen als ich, aber ich möchte dir gerne sagen, daß ich immer sher kritisch bin, bei solchen überlegungen.

1. Kinder in Deutschland leben in Heimen, weil die familiären Bedingungen ungünstig waren und/ oder weil ds Kind Verhaltensauffälligkeiten zeigte.
das sorgerecht sollte möglichst bei den leiblichen eltern verbleiben und selsbt wenn teile davon zeitweilig aberkannt werdn, so ist eine rückführung IMMER auch ein ziel, das mitangedacht ist.

2. die leiblichen eltern sollten immer eine große rolle spielen im leben der kinder. Auch wen ndies zeitweilig in anderen familien /einrichtungen untergebracht sind, so ist die wertschätzung und der kontakt zur ursprungsfamilie ein wichtiger punkt und sollte immer unterstützt werden.

3. Kinder, die in Pflegefamilien aufgenommen werden haben in aller regel massive auffälligkeiten. zumeist finde ich Pflegefamilie damit absolut überfordert (ich habe viele jahre in der stationären Jugendhilfe gearbeitet- weiß also wie sich diese Auffälligkeiten zeigen und kann mir nicht vorstellen, dies rund um die uhr in meiner familie zu bewältigen)- dies sollte dir bewußt sein.
ein kind aufzunehmen und es dann wieder "abzugeben", weil ihr merkt, daß ihr mit dem, was dieses kind mitbringt nicht klar kommt, wäre fatal für das kind

4. kinder sollten so in familien aufgenommen werden, daß die normale altersstruktur der kinder gewährleistet ist. das aufgenommene kind sollte als jünger als deine jüngste tochter sein (würde ansonsten ja eure komplette struktur durcheinanderbringen)

lisasimpson

Beitrag von howgh 07.05.10 - 11:31 Uhr

Sonnenmond,

es gibt ein Verband von Pflegeeltern und oft gibt es ,,Selbstrhilfegruppen´´, wo sich die Eltern dann austuaschen..

Wenn du nicht mit Naivität dran gehst, dann ist es eine tolle Idee..dass das Kind jünger sein muss, stimmt nicht. Es darf nciht gleich sein, wie deine Kids..das stimmt schon.

Bei einem 6jährigen Kind ist es aber so, dass es schon mächtigst druchgemacht hat!!!!! d.h. die Möglichkeit es irgendwie zu beeinflußen ist dann eher gering, es wird deine heile Familie ordentlich auf die Probe stellen und bist du bereit, mit Kindesmutter und Kindesvater regemäßig einen umgang zu pflegen.

Es existieren Phasen der Eingleiderung in die Familie, es hat hier kein Sinn zu erklären, die aber wirklich apettitlich sind.

ich selbst, studierte Tussi (d.h. von der theoretischen Seite würde ich genau wissen, was auf mich zukommt), hätte mir es mir kaum zugetraut aber ich habe Respekt vor jedem, der es tut.

Wenn du echt tiefer gehen willst, dann entweder hier Erfahrungen sammeln aber insbesondere zum JA gehen, die geben dir halt dann Kontakt zu anderen Familien.

vllt wäre für den anfang auch nicht schlecht, wenn du in die Buchhandlung gehen würdest, da steht auch ordentlich Literatur dazu..

LG und ich halte dir für dein evtl. ,,Vorhaben´´ ganz viel die Daumen

Beitrag von hibbelliese 07.05.10 - 11:36 Uhr

Klingt ein bißchen als hättest du nur romantische Vorstellungen beim Gedanken an ein Pflegekind. Hast du dich schon genauer mit dem Thema auseinandergesetzt oder sind das hier die ersten Infos die du dazu einholst ?

Beitrag von 4kinder 07.05.10 - 12:13 Uhr

Ich würde es lassen!

Bekannte haben sich ein Pflege Kind geholt, tja und jetzt haben sie den Salat, die Göre ist nicht tragbar, macht nur Mißt von morgens bis abends.

Das sind keine Unbeschriebenen Blätter die man da bekommt sondern Kaputte Kinder aus Kaputten Familien.
Man macht sich da nur unnötig stress.

Diese Kinder sollten in Familien kommen die sowas auch drauf haben, und sich professionell und die Kaputten kids kümmern.

Lasst es lieber!

LG

Beitrag von olle-deern 07.05.10 - 12:35 Uhr

"Bekannte haben sich ein Pflege Kind geholt, tja und jetzt haben sie den Salat, die Göre ist nicht tragbar, macht nur Mißt von morgens bis abends.
Das sind keine Unbeschriebenen Blätter die man da bekommt sondern Kaputte Kinder aus Kaputten Familien.
Man macht sich da nur unnötig stress"

Zum Glück gibt es genügend Menschen die die Kinder, welche völlig schuldlos in so eine Situation geraten, nicht als Gören sehen die nur unnötig Stress machen.

Deine Beschreibung finde ich wirklich unpassend.

Beitrag von ratzundruebe 07.05.10 - 18:12 Uhr

Ob du es mir jetzt glaubst oder nicht, aber anhand deines Geschreibsels hier wusste ich sofort dass du wieder unter uns weilst #contra

So abwertend wie du schreibt hier niemand, gell soraya04, violetta, camilla, muttertier... such dir einfach den Schönsten aus #rofl

Am besten suchst du dir gleich wieder einen neuen Nick, denn wenn du so weitermachst wie du hier schon wieder anfängst biste ganz schnell wieder weg vom Fenster #ole

Beitrag von nana141080 07.05.10 - 18:47 Uhr

Ich wußte es auch;-)

Diese Klischee VK ist zu geil#rofl
Sie lernts einfach nicht!

VG Nana

Beitrag von ratzundruebe 07.05.10 - 18:55 Uhr

Aber irgendwie freu ich mich dass sie wieder da ist #rofl #rofl #rofl

Sie ist so herrlich .... #ole

LG Kerstin

Beitrag von knuffelbunt 07.05.10 - 13:43 Uhr

Hallo!
Ich kann aus eigener Erfahrung berichten....aus Sicht eines Kindes das Pflegegeschwister hatte.

Meine Eltern haben zwei Kinder (Geschwister) in unsere Familie aufgenommen. Ich war damals 3 Jahre alt und mein Bruder war 1 1/2. Unsere Pflegegeschwister waren 4 und 5 Jahre alt.
Meine Eltern konnten sich nicht aussuchen was sie für Kinder bekommen (Alter, Geschlecht usw.)...eigentlich wollten sie auch nur ein Kind aufnehmen....aber dann wurde ihnen das Geschwisterpaar angeboten.

Ich kann aus meiner Erinnerung nur sagen:
Es war alles sehr schwierig! Unser Familienleben war mit vielen Prolemen behaftet und meine Eltern mußten sehr stark sein. Ich war mit der Situation auch oft unglücklich.

Das ältere Kind war in der Grundschule schon sehr auffällig und ist dann mit 12 Jahren aus freiem Willen und mit Rücksprache des Jugendamtes in ein Heim gekommen. Die jüngere Schwester war bis zum 17. Lebensjahr in unserer Familie. Auch sie wollte dann schnell ausziehen....ist erst in eine Wohngeimeinschaft vom Jugendamt und dann....ja dann...

Ich sage nur soviel:
Wir haben alle die gleiche Erziehung und Liebe unserer Eltern bekommen. Die eine Pflegeschwester ist oft ausgeflippt (Lehrerin zusammengeschlagen) und jetzt Drogenabhängig. Die jüngere Pflegeschwester hat keinen Schulabschluss, ist mit 19 schwanger geworden und hat nun zwei Kinder....und lebt von Harz4.

Beide sind mittlerweile Mitte 30. Der Kontakt zu ihnen bzw. zu meinen Eltern besteht schon seit Jahren nicht mehr....und das ist auch gut so!

Es gibt diese Elterntreffen mit anderen Pflegefamilien. Zu diesen Müttern hat meine Mutter noch Kontakt. Aus keinem der Kinder ist etwas "Anständiges" geworden!

...aber das sind nur meine Erfahrungen. Es gibt sicher auch andere.

Du solltest nur nicht so blauäugig an die Sache herangehen!

Gruß
Knuffelbunt

Beitrag von nana141080 07.05.10 - 18:50 Uhr

Ich kenne auf Anhib 5 Kinder denen es heute richtig gut geht!

Es ist alles Charakter- und Erfahrungssache. Auch aus einem " geschändetetn" Kind kann ein glücklicher Erwachsener werden wenn die Voraussetzungen gegeben sind.

Beitrag von bruchetta 07.05.10 - 18:51 Uhr

Vorweg, dass das Pflegekind jünger sein soll als das jüngste leibliche Kind trifft bei uns im Landkreis zu.
In der nächst größeren Stadt ist es nicht so.
Es gibt also regional unterschiedliche Regelungen.

Die Pflegekinder sind der Regel nach (schwer) traumatisiert. Das bedeutet, eine harte Bewährungsprobe für die gesamte Familie!
Sie fordern (automatisch) die gesamte Aufmerksamkeit der Pflegeeltern und die leiblichen Kinder, die ja im Vergleich sehr pflegeleicht sind, müssen oftmals zurück stecken.

Nur ein paar Beispiele:
Sie nässen ins Bett, sie schlagen den Kopf an die Wand bis er blutet, sie bekommen Tobsuchtsanfälle, machen Dinge kaputt, sind in der Entwicklung weit hinterher, haben Schwierigkeiten im Kiga und in der Schule und kosten einfach Kraft und Nerven ohne Ende.

Also überlegt Euch das gut!!

Beitrag von tomama 07.05.10 - 22:29 Uhr

Hallo Sonnemond,

vorab möchte ich Dir sagen, daß ich es schön finde, daß Deine Tochter so einen Gedanken hat (egal wie realistisch sie das Ganze durchspielen kann) und daß Du ihn aufgreifst, finde ich auch gar nicht naiv oder dumm. Manchmal sind es eben die Kinder, die uns zeigen, was wirklich im Leben wichtig ist...

Zum Thema Pflegekind: Setz Dich mit Deinem Jugendamt vor Ort in Verbindung und laß Dich informieren. Denn es ist wirklich so, daß die Kriterien, die eine Pflegefamilie erfüllen muß sehr unterschiedlich sind, je nach Region und der Form der Pflege (Kurzzeit-, Bereitschafts- oder Langzeitpflege). Ich kenne Jugendämter, die grundsätzlich kein Pflegekind in Familien geben, in denen das jüngste leibliche Kind jünger als 6 Jahre alt ist. Aber das wirst Du dann ja sehen. Wichtig ist auch, wie Dein Mann zu dem Thema steht. Wenn er nicht 100 % davon überzeugt ist, wird es nicht klappen.

Zu den Pflegekindern: Auch da gibt es von bis. Die Jugendämter schauen schon, welche Konstellation passen könnte. Wenn Du noch fragen hast, kannst Du mich gerne über PN anschreiben. Wir waren mal Bereitschaftspflegefamilie.

lg tomama

Beitrag von uliku 08.05.10 - 21:39 Uhr

Hallo Sonnemond,
es haben dir ja schon viele geschrieben. Ich möchte dir auch raten, dich mit dem Pflegekinderdienst deines Jugendamtes in Verbindung zu setzen. Dort wirst du erfahren, wann das nächste Bewerberseminar startet. Das Seminar zu absolvieren, lohnt sich auf jeden Fall. Du erfährst dort recht viel darüber, was auf euch zukommen kann. Danach ist es dir immernoch freigestellt, die Bewerbung weiterzuverfolgen oder abzubrechen.
Es gibt hier auf urbia einen Pflegeelternclub, der dich gern unterstützt. Ich bin selbst auch Pflegemutter.
Gruß, Ulrike