Zum Thema "Schlagen"...

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von umfragerin 07.05.10 - 12:37 Uhr

In dem anderen Thread über Schläge in der Kindheit, schreiben viele das sie geschlagen wurden, einige meinen es gab "nur" mal ein paar Ohrfeigen, aber die waren verdient und gerechtfertigt. Kann man sich wirklich als Kind Ohrfeigen verdienen, die man später als gerechtfertigt ansieht oder schützt man dadurch das Handeln der Eltern, die man sehr liebt und lieber fehlerfrei hätte. So nimmt man die Schuld auf sich und meint man hat es sich "verdient".

Was meint ihr?

Beitrag von *mhm* 07.05.10 - 12:41 Uhr

Ich kann mich erinnern, dass ich meinen Vater (der keineswegs fehlerfrei war) mal so provoziert habe, dass er mir eine geknallt hat. Das war mir damals auch bewusst, heute sowieso.

Und ich bin ziemlich sicher, dass das weniger traumatisch ist, als wenn man willkürlich und planvoll vermöbelt wird.

Beitrag von selbstschutz!!! 07.05.10 - 12:43 Uhr

reiner selbstschutz zu sagen"mir hat die ohrfeige nicht geschadet"

schließlich hat man eine familie gegründet und steht mit beiden beinen im leben

nee wenn man sagen würde ja ich hab dran zu knabbern würde man ja sein ganzes selbst in frage stellen

es ist der einfachst weg zu verdrängen

ich hab auch lange verdrängt ,bis ich meine eltern gefragt habe warum ich geschlagen wurde
die begründungen :du hast nicht gehört
anders hast es nicht begriffen
dann war endlich ruhe

gruselig
lange hatte ich gar keinen kontakt zu meinen eltern,erst jetzt kann ich mit meiner mutter drüber reden
aber auch sie sagt,geschadet hat es dir nicht du führst doch ein ganz normales leben

Beitrag von nele27 07.05.10 - 12:48 Uhr

Ich glaube, da ist viel Wahres dran!

Beitrag von frauke131 07.05.10 - 12:45 Uhr

Als Kind "verdient" man sicher Ohrfeigen nicht, aber als rotzfrecher Teenie kann eine Ohrfeige schon mal "verdient" sein!

Die Ansichten haben sich dahingehend geändert, obwohl sicher auch meine Eltern Ohrfeigen bereuen.

Selbst schwer misshandelte Kinder lieben und schützen ihre Eltern.

Meine Eltern haben ihr bestes gegeben, sie haben mir ihre Liebe IMMER gezeigt und tun das auch heute noch. Sie haben gefordert, gefördert, getröstet und sich viel Zeit für uns genommen. DAS ist mir im Gedächtnis geblieben, nicht die Fehler, die jeder Mensch nunmal macht!

Beitrag von daswarich 07.05.10 - 13:04 Uhr

Als Kind "verdient" man sicher Ohrfeigen nicht, aber als rotzfrecher Teenie kann eine Ohrfeige schon mal "verdient" sein!

Nicht unbeding, mit 11 war ich auch noch ein Kind, hab aber trotzdem eine Ohrfeige und Arschvoll bekommen, nach dem ich 2 Autos in Brand gesetzt habe.

Der Arschvoll war mehr als verdient.

LG

Beitrag von umfragerin 07.05.10 - 13:07 Uhr

Und was ändert sich nach den Schlägen?

Beitrag von daswarich 07.05.10 - 13:48 Uhr

Ich habs nie wieder gemacht.
Hätten sie das mit mir tot Diskotiert wäre ich am Wochenende wieder los und hätte irgendwas in Brand gesetzt#zitter

Beitrag von umfragerin 07.05.10 - 13:54 Uhr

Achso, wenn dich deine Eltern nicht geschlagen hätten, dann hättest du weiterhin Brände gesetzt... Was ist das schief gelaufen, die wenigsten Kinder setzen Brände um Aufmerksamkeit zu bekommen...

Beitrag von s.klampfer 07.05.10 - 15:28 Uhr

Da täuscht du dich, schau mal heutzutage in schulen.... genug da!

Beitrag von frauke131 07.05.10 - 13:33 Uhr

#schock Dann warst Du eben in der Vorpubertät! Bei Kindern hatte ich eher an 3-5 Jährige gedacht!

Beitrag von ayshe 07.05.10 - 14:24 Uhr

also sollte man etwa straftäter einfach mal so richtig durchprügeln???

Beitrag von s.klampfer 07.05.10 - 14:40 Uhr

Seima erlich, wenn man mit 11 2 autos in Brand setzt und dann keine Ohrfeige oder den Arschvoll bekommt dann weiß ich auch nicht...


Herrgott wie oft wird das Thema dein eigendlich noch durchgekaut, ausgekotzt und nochmal durchgefressen???

50% wenn nicht mehr schlagen ihre kinder, nicht im harten sinne, aber eine ohrfeige haben sie SICHER schon abgegeben!

Das kann mir keiner sagen das das nicht so ist!

Beitrag von lisasimpson 07.05.10 - 13:04 Uhr

oh ich habe schon viele mißhandelte Kinder erlebt, die tatsächlich der Meinung waren, sie haben all das "verdient".
es kommt immer drauf an, welchen adere Möglichkeiten kinder haben- wenn dir aber von klein auf gesagt wird, du seist so dermaßen bösartig, daß du es verdienst und es nötig ist geschlagen zu werden, damit aus dir ein besserer mensch wird, dann integrierst du das einfach in dein Selbstbild.

Menschen, die eine liebevolle Kindheit hatten, einen hohen Selbstwert und das Gefühl haben, sie seien so in Ordnung wie sie nun mal sind- die können durchaus damit leben, daß sie mal ne ohrfeige bekamen- denn sie haben die Möglichkeit das in ein anderes licht zu rücken. sie wissen irgendwann als Erwachsene, daß Eltern eben auch Fehler machen und das dies auch o.k. os ist.
sie wissen, daß es das Problem der Eltern war und nicht ihre "Boshaftigkeit", die die Schläge veranlasst hat.

allerdings gibt es auch den fall, daß kinder im laufe ihres Lebens irgendwann spüren/ erfahren dürfen, daß sie eben all die "nicht verdient" hatten und daß sie alleine weil sie mensch sind in den genuß von Menschenrechten hätten kommen müssen und daß es unrecht war, was ihnen widerfahren ist.
viele können das gut für sich lösen, manche haben lange Probleme damit.

ich persönlich kenne wenig selbstsichere menschen, die sagen, sie haben prügel verdient gehabt und es habe ihnen niemals im leben probleme bereitet, von ihren ersten und wichtigsten bezugspersonen so gedemütigt und erniedrigt worden zu sein

lisasimpson

Beitrag von aeternum 07.05.10 - 13:16 Uhr

Aloha,

da stimme ich völlig zu und finde mich im zweiten Absatz wieder.. mit meinem hohen Selbstwert und zwei Ohrfeigen im Affekt, die ich von meiner Mutter bekommen habe während meiner 19 Jahre zu Hause bei meinen Eltern ;-)

Viele Grüße,

Ae

Beitrag von lisasimpson 07.05.10 - 13:30 Uhr

ja- ich denke auch, daß es auf die Interpretation ankommt.
war deine mutter, diejenige, die aus Überforderung/ affekt/ nicht weiterwissen zu einem mittel gegriffen hat, daß ihr beide für nicht richtig haltet und daß nicht dazu dienen sollte, als einem "bösen menschen" einen "gute" zu machen,
oder wird schlagen systematisch eingesetzt, weil die eltern der meinung sind, daß ihre kidner dies brauchen, weil sie bestraft gehörten für ein verhalten und dies "verdient" hätten.

daraus resultieren völli andere Rückschlüsse auf das Selbstbild des kindes.

lisasimpson

Beitrag von siesiesiesie 07.05.10 - 13:12 Uhr

Hallo,

ich glaube, es ist jetzt vielmehr das Verständnis für die Eltern, dass sie in gewissen Situationen die Beherrschung verloren haben...in Bezug auf die "Ohrfeige".

So ist es zumindestens bei mir. Ich hab mal ordentlich eine gelangt bekommen von meiner Mutter (Ohfreige), ich habe sie gereizt bis aufs Blut.

Kann da aber nur von mir sprechen...

Beitrag von hmmm...*** 07.05.10 - 13:12 Uhr

ich finde den ausdruck "schlagen " bzw nur ne Ohrfeige kassieren sind zwei paar Schuhe.

Ich denke das jeder schonmal einen Klaps auf die Finger oder aufm Popo bekommen hat, weil man wahrscheinlich nicht gehört hat oder seine Eltern zur weissglut getrieben hat.

ich bin ganz ehrlich wenn mein Kind nicht hört bekommt es auch nen leichten Klappser...was aber noch lange keine Schläge sind.

Schlagen ist für mich wenn richtig Gewalt dabei ist.

Beitrag von stubi 07.05.10 - 13:19 Uhr

Zwischen klapsen und schlagen liegt aber nur ein ganz kleiner Schritt und deshalb stufe ich auch klapsen schon als gefährlich ein. Irgendwann wirkt der "Klaps" nicht mehr, dann gibt es einen festeren Klaps und schon bist du beim Schlagen angekommen.

Beitrag von lisasimpson 07.05.10 - 13:27 Uhr

wo ist denn der unterschied?

die idee ist doch die gleiche: um dich zu einem "guten" menschen zu machen muß ich dich so strafen, daß du es körperlich spürst. es soll dich so beinträchtigen, daß du mit dem verhalten, welches ich nicht haben möchte aufhörst?

was machst du wenn kind sagt .ist mir doch egal?
was machst du wenn das kind nicht reagiert oder lacht?

in aller regel wirst du härter schalen müssen, denn ansonsten wäre es ja von anfang an quatsch gewesen, körperliche maßnahmen, die rein zur bestrafung dienen sollen einzusetzen

lisasimpson

Beitrag von blonde.engel 07.05.10 - 13:13 Uhr

Hallo...

Ich hatte ein liebevolles zuhause und bin trotzdem der Meinung, das ich mir meine paar Ohrfeigen, die ich bekommen habe, auch redlich "verdient" hab!

Ich war früher ziemlich eiversüchtig auf meine kleine Schwester. Sie ist 3 Jahre jünger als ich... und als ich so etwa 4-5 Jahre alt war, war ich eine ziemlich "böse" große Schwester...

Ich hab ihr zum Beispiel nachts mal mit der großen Schere die Haare geschnitten, weil alle sie "so süß und so entzückend - wie ein Engel" fanden. Da hats mir kurzer Hand gereicht und die blonde Lockenpracht war weg! Ich hab auch cleverer Weise die Schere bei ihr im Bett liegen lassen, damit ich die Schuld von mir weisen kann... Blöd nur, das es ein Gitterbett war und sie noch nicht alleine rausgekommen ist. Aber soweit hab ich damals halt auch nicht gedacht...

Fazit: Die Ohrfeige hab ich verdient!

Und so hab ich einiges mit meiner Schwester angestellt! Aber... zum Glück hat sie keine bleibenden Schäden genommen... :-)

LG
Jenny

Beitrag von polar99 07.05.10 - 13:20 Uhr

Hui...so ein Satansbraten #rofl

Na Gottseidank hat deine Schwester überlebt ;-)

lg polar

Beitrag von lisasimpson 07.05.10 - 13:24 Uhr

hättest du es nicht verdient gehabt, daß man dich in deiner Eifersucht versteht und somit deine Schwester vor deinen Attacken geschützt hätte- und dich davor allein mit diesem Gefühl zu sein !?

in deinen augen, war das was du gemacht hast "böse"- DU warst "böse"-
in meinen augen warst du Eifersüchtig. das ist völlig legitim.
deine eltern haben es nicht geschafft, darauf adäquat zu reagieren und deine Schwester zu schützen!

ich glaube nicht, dßa irgendwer es "verdient hat" erniedrigt, gedemütigt und/ oder geschlagen zu werden.
wenn du das anders siehst, hast du eine andere Vorstellung von universellen Menschenrechten als ich- was sicher mit unserer unterschiedlichen erziehung zusammenhängt

lisasimpson

Beitrag von stubi 07.05.10 - 13:30 Uhr

Ich sehe das anders: du hast die Ohrfeigen nicht bekommen, weil du böse warst, sondern weil deine Eltern mit der Situation, 2 Kleinkinder zu haben, überfordert waren. Meine Schwester ist auch 3 Jahre jünger und ich weiß, was damals in dir vorgegangen ist. Ich habe auch allerlei angestellt, um die Schwester loszuwerden und mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Aber geschlagen wurde ich für solche Gemeinheiten nie, sondern meine Eltern haben sich mit der Situation auseinandergesetzt und versucht Lösungen zu finden.

Beitrag von stubi 07.05.10 - 13:15 Uhr

Ich hatte unten schon geschrieben, dass verdient nicht der richtige Ausdruck ist. Aber die eine Ohrfeige, die ich verpasst bekommen habe, die habe ich provoziert, ganz bewusst wollte ich damals testen, wie weit ich bei meinem Papa gehen konnte. Ihm tut sie heute noch leid und er sagt mir immer wieder, lass dich niemals so provozieren, dass dir die Hand ausrutscht. Ich nehm ihm die Ohrfeige nicht übel und muss da auch nichts verdrängen und ich würde nie behaupten, in so einer Situation hätte ich anders reagiert. Unsere Tochter hat jetzt das Alter, wo es damals passiert ist. Und ich hoffe, wir kommen nicht in so eine Situation und das nicht mal ausschließlich wegen ihr, sondern weil ich sehe, wie mein Papa über 20 Jahre später noch davon spricht, wie sehr er die Ohrfeige bereut.

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