Wieviel Eigenkapital für Hausbau/-kauf?

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Beitrag von supikee 07.05.10 - 15:54 Uhr

Hallöchen,

ich bin noch blutiger Anfänger auf diesem Gebiet, und deshalb wollte ich mich mal durchfragen, wieviel man in der Hinterhand haben sollte?

Ist das bei Hausbau oder Kauf gleich??

Danke schon mal...

Verena

Beitrag von joeli1704 07.05.10 - 16:29 Uhr

Wir hatten 20.000 Euro Eigenkapital, das ist komplett für die Nebenkosten drauf gegangen (werden auch nicht von der Bank mitfinanziert), sprich Notar, Gerichtskosten (Eintragung Grundbuch/Grundschuld) und Grunderwerbsteuer.

LG

Beitrag von wuestenblume86 07.05.10 - 16:46 Uhr

Hallo!

Also ich würde so sagen eine realistische Summe sind etwa 20% damit ihr auch nicht ewig abbezahlen müsst.

Zudem solltet ihr die Baunebenkosten auch noch haben was auch noch mal etwa 5 % des Kaufpreises sind.

In welcher Preisklasse soll das Haus fallen? Wie lange wollt ihr abbezahlen? Wie hoch könnte eure monatliche Belastung sein?

lg

Beitrag von wemauchimmer 07.05.10 - 16:48 Uhr

Ansich ist es bei Hausbau und -kauf gleich. Bei Hausbau mußt Du halt schauen, daß Du alle Kosten überblickst z.B. auch Anschlußkosten, Außenanlagen usw. Bei Hauskauf gehts um die notwendigen Renovierungsmaßnahmen (sofort oder in nächster Zeit). Beim Hausbau kannst Du auch durch Eigenleistungen eventuell etwas Geld sparen.

Auf der sicheren Seite bewegst Du Dich, wenn Du 25-30% des Kaufpreises als Eigenkapital hast (d.h.: alle Erwerbsnebenkosten und noch 20% vom Kaufpreis). Da bekommst Du die niedrigsten Zinsen, weil die Bank auch im Fall eines Notverkaufs recht sicher sein kann, die Schulden zu erlösen. Es ist natürlich klar, daß viele Leute nicht soviel angespart haben. Die müssen dann eben höhere Zinsen zahlen (oder bekommen je nach Beruf und Bonität den Kredit gar nicht).
Wobei ich muß sagen, ich würd's nicht machen, denn Du riskierst dann bei Arbeitslosigkeit, Scheidung oder dergleichen doch ganz schnell die Überschuldung. AAAber, das muß letztlich jeder selber wissen.
LG

Beitrag von miau2 07.05.10 - 18:54 Uhr

Hi,
das hängt vom Einkommen ab.

Wenn ihr ein sicheres, entsprechend hohes Einkommen habt könnt ihr auch mit gutem Gewissen 100% finanzieren.

Ansonsten muss es halt entsprechend weniger sein.

Pauschalangaben finde ich immer etwas gewagt, da sie vollkommen unberücksichtigt lassen, wie die persönliche Situation aussieht.

Wir haben bzw. hatten (die ersten Rechnungen kamen schon) genug Geld für die Nebenkosten, und erwarten dieses Jahr noch zwei Geldeingänge, die wir als gute Rücklage ansparen werden (dieses Jahr), die zusätzlichen Geldeingänge nächstes Jahr sind dann als Sondertilgung geplant.

Das Haus wird zu 100% finanziert, mit einem sehr guten und sehr sicheren Einkommen.

Ein Teil der Nebenkosten ist vergleichbar, egal, ob Bau oder Kauf. Wobei - auch nicht so ganz.

Mal als Beispiel: hier ist die Grunderwerbssteuer 3,5%. WIR kaufen ein fertiges Haus und zahlen diese 3,5% für Grundstück + Haus, also den Komplettpreis. Meine Eltern (dort kosten Grundstücke ein Bruchteil von dem, was sie hier bei uns kosten) haben das Grundstück gekauft und später darauf gebaut - dadurch mussten sie nur für das eben schön billige Grundstück die Grunderwerbssteuer zahlen, und nicht für die Baukosten vom Haus. Das Haus+ Grundstück (freistehend, sehr gute Ausstattung usw.) ist gar nicht mal so viel weniger wert als das, was wir kaufen, aber dieser Punkt der Nebenkosten war natürlich deutlich günstiger bei ihrem Weg.

Ähnlich verhält es sich mit Maklergebühren (wir hatten gar keine): wenn man ein Grundstück kauft und später darauf baut hat man nur die Maklerkosten fürs Grundstück.

Dafür können beim Bau noch ganz andere Kosten - Baunebenkosten - auftreten, die nicht immer exakt im Voraus planbar sind. Außerdem hat man, wenn man baut, in den meisten Fällen länger die doppelte Belastung Miete - erste Kreditraten, das kann auch ganz schön ins Geld gehen, und auch das wäre Geld, das man meiner Meinung nach als EK haben sollte (es sei denn, man hat es jeden Monat so dicke, dass beides problemlos bezahlbar ist...)

Wir werden z.B. im Juli umziehen, die jetzige Wohnung ist zu Ende Juli gekündigt und wir haben voraussichtlich im Juni die erste Belastung durch den Kredit...diese Doppelbelastung ist überschaubar. Beim Bau wäre da neben dem längeren Zeitraum noch das nicht wirklich kalkulierbare Risiko der Verzögerung...ich denke, Häuslebauer, die im letzten Winter darauf warten mussten, dass er endlich vorüber geht wissen vielleicht ein Lied davon zu singen.

Einen Bau würde ich nur mit etwas mehr Spielraum planen als den Kauf einer (neuen) fertigen Immobilie. Aber das ist natürlich mehr Meinung als alles andere ;-).

So schwierig Pauschalangaben auch sind, man sagt so ganz grob, dass man für den Kauf eines Hauses aller-mindestens als EK haben sollte
- ca. 5% des Kaufpreises für Notar, Grundbucheintragung usw.
- ca. 5% für den Makler, wenn es über einen läuft (wobei das variieren kann).
- die Kosten für Umzug, doppelte Belastung usw. sollte man auch als Kapital haben - wie viel das ist kann natürlich niemand pauschal sagen

Das setzt natürlich voraus, dass das Einkommen sicher hoch genug ist, um die dann entsprechend höheren Kreditraten auch tragen zu können.

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von kuschelkater112 08.05.10 - 10:36 Uhr

Huhu

Bei uns waren es knapp 60.000 € die wir hatten. Das Haus kostete 217.000€ ( normale Preise hier-leider). Und es ging super viel an Gebühren drauf. Hilfe..

LG

Beitrag von supikee 08.05.10 - 14:49 Uhr

Vielen lieben Dank erstmal für eure Antworten #ole

Wie gesagt, wir sind erst ganz in den Anfängen und so ganz ins Detail sind wir noch gar nicht gegangen

Beitrag von smartysandra 08.05.10 - 22:08 Uhr

30% Eigenkapital sollte man schon haben. D. h. will man z. B. 100.000 Euro ausgeben, dann sollte man 30.000 Euronen mitbringen ;-)
LG Sandra

Beitrag von jenny133 09.05.10 - 13:02 Uhr

Hallo Verena

wir hatten ein Drittel des Geldes.
Aber es kommt darauf an, wie viel man Monatlich berappen kann für die Rückzahlung! Habt ihr genug Einkommen könnt ihr auch mit weniger Eigenkapital starten - allerdings bedenken, das man auch für den Notfall (zb. Arbeitslosigkeit etc.) genug Reserven braucht um das Haus dann nicht gleich wieder zu verlieren!

LG
Melanie