Vorsorgeuntersuchungen in der SSW/ Trisomie 21

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von lisah747 08.05.10 - 10:18 Uhr

SO, nachdem ich nun so einige Eintraege zum Thema Schwangerschaft und Vorsorgeuntersuchhungen gelesen habe moechte ich gerne auch mal meinen "Senf" dazu abgeben.
Kurz zu meiner Person, ich bin 26 Jahre alt, habe einen 20 Monate alten Sohn und bin nun wieder in der 14ten Woche schwanger.
Zum Thema Vorsorgeuntersuchungen hat jeder natuerlich seine eigene Meinung und das soll ja auch so sein. Hier vielleicht nur etwas zum nachdenken.
Mein Sohn wurde mit Trisomie 21 geboren, und nein wir hatten es vor der Geburt nicht gewusst. Mein Mann und ich hatten uns bewusst nicht fuer eine FWU entschieden. Natuerlich waren die Chancen auf eine Trismoie sehr gering aber wir hatten uns gesagt, wir wollen das Kind so oder so - also warum dem kleinen Wurm einem unnoetigen Risiko aussetzen (auch wenn es gering ist)... Als uns die DIagnose einen Tag nach der Geburt mitgeteilt wurde ist natuerlich erstmal eine Welt in sich zusammen gebrochen. Nicht weil wir unseren kleinen Schatz nicht schon ueber alles lieb gehabt haben, Nein, einfach weil dies natuerlich sehr unerwartet war. Unser kleiner war von den Organen jedoch kerngesund :)
Es war schwer am Anfang, aber nicht weil uns es schwer viel ein Kind mit Down Syndrom zu akzeptieren. Es wurde durch andere schwer gemacht. immer dieser "Mitleidsblick". Auf die Art oh nein Du arme hast ein behindertes Kind bekommen. NEIN - ich glueckliche. Er war sprichwoertlich unser sechser im Lotto!!!!!
Natuerlich sind gewisse Dinge "anders" und es gibt viel sich zu informieren. Aber unser Schatz war so perfekt wie er uns gegeben wurde.
Ich finde es schade das in unserer heutigen Zeit ein Kind mit Behinderung, ein Kind das in Augen anderen nicht vollkommen ist teilweise so negativ dargestellt wird. Ich selber hatte vor der Geburt unseres Sohnes natuerlich schon von Trisomie 21 gehoert, man sieht hier und da mal jemanden auf der Strasse, aber so wirklich gewusst was es ist oder bedeutet habe ich nicht.
Mein Punkt ist ganz einfach, natuerlich hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung und Entscheidung. Meine ist ganz einfach, etwas offener zu sein. Ich werde bewusst wieder keine FWU machen lassen bei diesem Kind. Man koennte sich vorher einfach mal informieren was es z.B. heissen wuerde ein Kind mit Trisomie 21 zu bekommen. Es wird von jedem erzaehlt wie anders und schwierig alles ist. Es wird jedoch leider von fast niemanden erzaehlt was fuer tolle Menschen es sind, was Sie erreichen koennen, und vor allem die unendliche Liebe die sie einem zurueck geben. Und das es am Ende eigentlich gar nicht so "anders" ist wie alle sagen.
Ich wuerde um nichts in der Welt irgendetwas aendern an unserem Schatz. Er ist perfekt und vollkommen wie er ist!!!!!!!!!!!
Natuerlich wuenschen sich alle ein "gesundes" Kind. ABer ich sehe meinen SOhn nicht als krank. ER benoetigt einfach nur Hilfe und ist etwas langsamer in bestimmten DIngen. Aber ist das wirklich so schlimm??
ENtspannt Euch, geniesst Eure Schwangerschaft. Denn es ist immer noch ein Wunder das jeder von Euch in Eurem Bauch treagt.
Alles gute und hoffentlich bis bald

Beitrag von paulsliebling 08.05.10 - 10:21 Uhr

Hallo,

ich habe einfach Tränen in den Augen, weil du das so wunderschön geschrieben hast. Danke für deine schöne Sicht.

LG & Alles Liebe

Beitrag von mousi1982 08.05.10 - 10:25 Uhr

Hi!

Ich sage jetzt bewusst nicht: oh nein, ihr Armen! Sondern gratuliere euch zu einem super Kind :-)

Deine Einstellung ist prima. Auch ich bzw. wir haben uns gegen eine NFM entschieden weil ich nie gewagt hätte, das Kind abtreiben zu lassen.
Nun ist es noch in meinem Bauch und wir wissen auch nicht ob es vielleicht behindert ist, aber wir gehn natürlich vom besten aus und warten ganz ungeduldig auf den August, wenn es endlich kommt :-)

Und noch eine Anmerkung: wenn mein "gesundes" Kind auf die Welt kommt, einen Unfall hat und danach behindert ist, gebe ich es ja auch nicht weg oder?

In diesem Sinne - ein schönes Wochenende

Corinna mit #ei (27+0)

Beitrag von lisah747 08.05.10 - 12:41 Uhr

deine Einstellung finde ich super. Danke fuer die liebe Mail und alles gute

Beitrag von akak 08.05.10 - 10:25 Uhr

Hallo, alles in allem ist und bleibt eine Behinderung jeglicher Art eine Herausforderung, der sich nicht jeder so stellen kann, wie Ihr es getan habt. Hut ab, dass Ihr so toll damit lebt. Wir haben uns bei all den Untersuchungen immer dafür entschieden erst über Behinderung, Leben oder Abtreibung zu entscheiden, wenn es ein Ergebnis gibt. Wird das nächste Kind geboren und eine Behinderung aufweisen - dann ist es halt so. Aber wünschen tun wir uns das beiweiten nicht. Wir gehen erst einmal von einem gesunden Kind aus. Alles Gute. Anke

Beitrag von mellj 08.05.10 - 10:34 Uhr

hallo

erst mal mir laufen auch die tränen!und du schreibst mir aus der seele!ich habe zwar eine ganz gesunde tochter vor 6 jahren zur welt gebracht,damals habe ich auch nichts zusätzlich untersuchen lassen,habe aber auch nie an so etwas gedacht,und sie ist und war ja auch gesund.

nun bin ich nach 2 fg endlich wieder schwanger in der 13 ssw,gestern war ich beim fa zur nackenfaltenmessung,er meinte schaut alles super aus,aber er nimmt zusätzlich immer bei jeder patientin noch blut wegen dem down syndrom,ok dachte ich mach halt.

als ich dann zuhause war liefen mir plötzlich die tränen,und ich bekam angst was wenn der fa nächste woche anruft und mir sagt mein baby hat das down syndrom?
ich hab es in dem moment bereut das ich mir hab blut anbnehmen lassen.
ich hab mit meiner mutter telefoniert sie lebt im ausland und was sagt die zu mir?ist doch gut wenn du es dann weisst dann kannst du es weg machen,denn ein depp willst du nicht bekommen!!!!ich meine ich hab mit meiner mutter kein gutes verhältniss aber das war der hammer!ich sagte ihr das SIE ja zum glück dann mit diesem kind nichts zu tun hätte und hab aufgelegt!

also ich finde deine worte wunderschön,und sollte mein baby krank sein dann ist es bei uns genauso willkommen!!!denn ich liebe es schon jetzt wahnsinnig und wenn ich sehe wie es turnt und wächst!niemals würde ich es wegmachen können!

dein beitrag ist toll!ich wünsche dir und deiner wundervollen familie alles alles gute!

lg mellj

Beitrag von lisah747 08.05.10 - 12:47 Uhr

hallo,
ich musste dir jetzt doch antworten. Mir fehlen fast die Worte fuer die Aussage deiner mutter. Es ist schwer da nicht etwas gemeines zu sagen.
So eine Aussage kann nur von unwissenden kommen und entschuldige wenn ich das sage aber ich frage mich wer hier ein "DEPP" ist.
Unvorstellbar das eine Aussage selber von einer Mutter kommt.
Wie dem auch sei, lass DIch nicht runter ziehn. Immer positiv bleiben :)
Alles liebe fuer Dich

Beitrag von asharah 08.05.10 - 10:35 Uhr

#pro Finde ich super von dir, und ganz toll geschrieben!

Ich habe bei meinem Sohn auch keine NFM machen lassen, hätte mich sowieso nie für eine FWU geschweige denn einen Abbruch entschieden, wenn etwas auffällig gewesen wäre.

Diesmal lasse ich zwar das das Ersttrimestersceening machen, aber nur wegen des Dopplers, um zu sehen ob wieder eine Plazentainsuffizienz vorliegen könnte (um rechtzeitig was dagegen machen zu können).

Meine Meinung ist, wenn die "Behinderung" so schlimm ist, dass das Kleine nicht lebensfähig wäre, wird mir die Entscheidung sowieso abgenommen. Aber nach meiner letzten FG eine erneute zu riskieren durch die FWU, oder mein Kind freiwillig wieder herzugeben - NIEMALS! #herzlich

LG, Ash

Beitrag von lisah747 08.05.10 - 12:48 Uhr

genau so sehe ich das auch. :)

Beitrag von steffiblue 08.05.10 - 10:35 Uhr

Ich gratuliere Euch auch zu Eurem offensichtlich wunderbaren Sohn!
Es ist ganz toll, wie Ihr damit umgeht und Euch als ganz normale kleine Familie anseht, die Ihr ja auch seid! Ich kenne Niemanden, der ein Kind mit Trisomie 21 hat, kann daher den Hintergrund (also bedonderen Umgang o.ä.) nicht beurteilen, sehe es aber ganz genau wie Du!
Leider sieht mein Mann das etwas anders, wir haben bei Rike die NFM machen lassen und werden auch bei einer nächsten SS wieder alle vorgeschlagenen Untersuchungen machen, da er es sich überhaupt gar nicht vorstellen kann, ein behindertes Kind zu bekommen. Wobei ich diesen Begriff "behindert" leider von der Gesellschaft insgesamt zu negativ behaftet finde. Behindert heißt ja eigentlich genau das, der Mensch braucht bei manchen Dingen etwas Hilfe. Punkt.
Ich könnte mich hier noch ewig ausbreiten...
Kurz: Du triffst mit Deiner Sicht genau den Punkt. Jeder Mensch ist einzigartig und solange ich das Kind nicht quäle (physisch oder psychisch), wenn ich es mit einer Behinderung zur Welt bringe, hat jedes Kind ein tolles Leben verdient!
Alles Liebe und eine wunderschöne SS!
Steffi mit Rike (17.05.2007) und #stern (12.04.2010)

Beitrag von lisah747 08.05.10 - 12:50 Uhr

Steffi,
tolle Einstellung. Leider die von deinem mann weniger. Aber wie ich schon erwaehnte hat und soll jeder natuerlich seine eigene Meinung haben.
Laesst sich darueber streiten ob die manchmal nicht etwas konservativ und veraltet sind.
Ich wuensche Dir alles gute.

Beitrag von flatjani 08.05.10 - 10:41 Uhr

Gratuliere zu Eurem Sohn, ich denke mit Trisomie 21 könnten wir uch umgehen, leider hatte mein erster Sohn Trisomie 18 und ist 2 Tage nach der geburt gestorben, dismal habe ich deswegen eine FU gemacht, da der Verdacht auf Trisomie 13 / 18 wieder bestand und ich nicht noch mal ein Kind stereben sehen wollte.

Wünsche Euch und Eurem Kleinen Sohn alles Liebe
LG Jani

Beitrag von honeygirly18 08.05.10 - 10:48 Uhr

#pro#pro#pro

Hallo,

das hast du wirklich sehr sehr schön geschrieben. ich sehe es ganz genauso wie du. Wir haben auch keine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen obwohl unsere Nackenfalte etwas auffällig war. Ich war von Anfang an dagegen. Eigentlich wollte ich nicht mal ne Nackenfaltenmessung machen lassen aber mein Doc hat mich ein kleines bisschen dazu gedrängt, aber es hätte eh keinerlei Konsequenzen für uns gehabt.
Ich bin der Meinung auch Kinder mit Trisomie 21 haben ein Recht zu Leben, da diese Behinderung dem Kind ja nicht sein Leben zerstört finde ich. Diese Kinder geben einem so viel hab das schon so oft gesehen und auch gehört, dass ich mich immer wieder Frage wieso sich Eltern gegen solche Kinder entscheiden. Aber natürlich ist es jedem selbst überlassen. Für mich wäre solch eine "Behinderung" kein Grund dem Kind keine Chance zu geben, schließlich haben die auch ein Recht auf Leben.

Also ich bewundere dich und ich gratuliere dir ganz ganz herzlich zu deinem Goldstück. Wir werden unseren im August bekommen und dann mal sehen....

LG und alles alles gute weiterhin

Beitrag von hardcorezicke 08.05.10 - 10:52 Uhr

wow... toll das du das so schreibst...gänsehaut pur

ich habe auch keine sonderuntersuchung machen lassen... weder feindiagnostik... noch FWU und was weiss ich...

aber ich muss dir echt einen respekt aussprechen... nicht wegen ein kind was etwas anders ist... weil du einfach so toll schreibst..

ich habe eine kundin die hat auch ein kind mit trisomi... das ist so ein wundervolles mädchen... richtig liebenswert... und gehen auch fremden liebevoll um..

LG

Beitrag von castorc 08.05.10 - 10:55 Uhr

Das ist ein toller Beitrag. Und gerade passend, da ich am Sonntag in die 13. SSW komme und daher der zeitpunkt zum testen gekommen ist.
Schon bei der ersten SS habe ich mit meinem mann genau besprochen was dieser Test bedeutet. Er sagte, er will es nicht. So oder so, es ist unser Wunschkind. Er sprach mir aus der Seele.

Jetzt stand die Frage wieder zur Diskussion. Das Risiko ist natürlich jetzt noch höher (1:450). Aber wieder haben wir uns dagegen entschieden, denn ich könnte es niemals wegmachen lassen.

Damals, in meiner Nachbarschaft (ich war so um die 10-14 Jahre), da bekam die nachbarin ein Mädchen mit Trisomie. Ich erinnere mich, dass das Mädchen nur so vor Lebensfreude strahlte und immerzu lachte.

Aber auch wenn ich alles annehme, was mir gegeben wird, so wünsche ich mir doch, dass alles in Ordnung ist.

Beitrag von deoris 08.05.10 - 11:54 Uhr

Hallo
ich finde es super wie du es geschrieben hast.ich bin auch ganz deiner meinung und habe in jeder SS genau so gedacht wie du .Meine beiden Jungs sind gesund auf die Welt gekommen ,mein Großer ist allerdings mit 3,5 jahren ganz plötzlich an Epilepsie erkrankt (Ursache unbekannt).DEr beste Freund von meinem Sohn ist mit fast 4 jahren an Läukemie erkrankt.
Was ich damit sagen will ist ,dass keine Mutter sich davon freisprechen kann niemals ein "besonderes" Kind zu bekommen ,egal ob es schon krank auf die Welt gekommen ist oder erst später krank wird.Mit den Untersuchungen,setzen sie diese Kinder noch mehr der Gefahr aus.Und wofür??? Ich habe von jemanden die Antwort bekommen ,die hieß" Um weiterhin ein unbeschwertes Leben zu haben!"
Sorry ,wenn eine Frau es nicht versteht ,dass man auch mit gesunden Kindern kein unbeschwertes Leben hat ,dann fehlt ihr einiges an Reife!


Ich wünsche dir und deiner Familie alles Liebe auf der Welt.

#klee


LG Ewa mit dem Jungen Nr.3 im Bauch

Beitrag von lisah747 08.05.10 - 12:06 Uhr

Erst einmal.. Vielen Dank fuer die lieben mails von Euch... Wuerde am liebsten jedem einzelnen schreiben....
Ich wollte doch noch kurz etwas los werden, ich glaube das dies etwas falsch verstanden worden ist. Wuerde ich in der Schwangerschaft gesagt bekommen das mein Kind keinerlei Ueberlebenschancen haette muss ich ehrlich sagen das ich mit grosser Wahrscheinlichkeit einen Abbruch in Erwaegung ziehen wuerde. Das war aber nicht der punkt meines kleinen Briefes.
Ich moechte niemand meine Meinung aufzwangen nur meine Sichtweise als Mutter eine Sohnes mit DS schildern. Down Syndrom ist keine lebensbedrohliche "Krankheit"... Ja mein Sohn hat etwas kleinere Augen, er wird spaeter laufen und sprechen... Zu grosser warscheinlichkeit eine Brille tragen. Aber genau all diese Dinge machen Ihn doch so perfekt fuer mich wie er ist. Warum koennen mir andere sagen oder vorschreiben das ich ein "unnormales" Kind habe wenn ich doch auch keine Vorurteile anderen gegenueber habe???? Wo ist unsere Toleranz und Offenheit geblieben????
Meine Oma hat mir gesagt -besondere Eltern bekommen besondere Kinder... jede mama und Papa findet Ihr eigenes Kind perfekt. Und so ist es bei mir nicht anders. Vielleicht verlieren wir machnmal den Blick fuers wesentliche. Wenn ich einen schlechten Tag habe erinnert mich mein SOhn daran, das alles doch gar nicht SO schlimm ist... Wir sind eine glueckliche gesunde kleine Familie. Und das ist doch am Ende was zaehlt.
Gesund, Gluecklich sein, Schoenheit, Perfektion - jeder von uns hat seine eigene Definition dazu.
Allen werdenden Mama`s eine super schoene und entspannte Schwangerschaft. Alles liebe fuer die Kinder. Ich hoffe wir schreiben weiterhin und koennen uns austauschen ueber verschiedenste Sachen