Grundschule mit mehreren Jahrgängen in einer Klasse?

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Forum: Kids & Schule

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Beitrag von lebelauter 08.05.10 - 13:13 Uhr

Hallo,

wessen Kind hier ist auf einer Schule (Grundschule) mit mehreren Jahrgängen in einer Klasse? So, dass in altersgemischten Lerngruppen unterrichtet wird statt 1., 2., 3. und 4. klasse getrennt?

Was findet ihr gut daran? Was ist schlecht?

bei uns steht nächstes Jahr die Einschulung bevor und zur Auswahl stehen:

1. eine Schule, wo eben in diesen Jahrgangsübergreifenden Lerngruppen (kinder von 1.-4 Klasse lernen zusammen) unterrichtet wird
2. eine Schule, in der unabhängig von diesem Stichtag alle Kinder des Jahrgangs 2004, alle Kinder des Jahrgangs 2005 usw. jeweils (!) zusammen unterrichtet werden.
3. eine Schule, in der in den ersten beiden klassen gemeinsam unterrichtet wird
4. eine "ganz normale" Grundschule (Trennung der Kinder nicht nach Kalenderjahrgängen, sondern nach Stichtag)

was denkt ihr?

LG

LL



Beitrag von luje 08.05.10 - 19:03 Uhr

Hallo.

Mein Sohn ist letztes Jahr eingeschult worden und zwar in eine Grundschule mit jahrgangsgemischtem Eingang, also 1. und 2. Klasse zusammen.

Ich kann Dir tausend Vorteile nennen, aber mindestens ebenso viele Nachteile.

Fakt ist, dass unsere Schule nun beschlossen hat, nach 4jähriger Probezeit wieder zum "normalen" System mit Klasse 1 - 4 zu unterrichten, weil in ihren Augen die Nachteile überwogen.

Ich würde zwischen Option 3 und 4 wählen. Komplett jahrgangsgemischt wäre mir zu "wuselig" und ich hätte Angst, dass mein Kind irgendwo auf der Strecke bleibt. Aber das ist sicher auch eine Typfrage, sowohl vom Kind, als auch von der Mutter.

Falls Du noch Fragen hast: Gerne!!

Liebe Grüße, J.

Beitrag von naykab 08.05.10 - 20:25 Uhr

Hi!

Mein Sohn hat im letzten Jahr die Schule gewechselt. Von einer "normalen" Schule auf eine Schule mit Jahrgangsübergreifenden Lerngruppen. Wir haben ihn bewusst wechseln lassen.
Es ist definitiv nicht für jedes Kind das richtige! Für meinen Sohn ist es absolut perfekt. Er sollte in der alten Schule von der zweiten in die dritte Klasse wechseln. Das wollte ich nicht (das hätte er schon vom Sozialverhalten her nicht gepackt). Die Lehrerin kam aber mit dem fragenden und fordernden Kind nicht klar. Da wir Zeitgleich umgezogen sind haben wir die Schule direkt bei uns ums Eck gewählt.
Ich war anfangs sehr skeptisch, aber mit dem richtigen Lehrer funktioniert es! Die haben teilweise auch getrennten Unterricht (z.B. Englisch, Schwimmen). Es wird größtenteils still gearbeitet. Die Lehrerin gibt den entsprechenden "Klassen" Aufgaben die sie dann selbst oder gemeinsam erarbeiten. Mein Sohn findet das super. Er weiß was er zu tun hat und macht es (zumindest größtenteils!!!). Er darf auch öfters den Jüngeren Kinder helfen. Und er profitiert von den Älteren.
Was ich aber toll finde ist die Tatsache, dass in der Klasse nur 24 Kinder sind. In der alten Klasse meines Sohnes waren es 30. #schock


vg
naykab

Beitrag von ballroomy 08.05.10 - 20:40 Uhr

Hi,

alle Konzepte können gut oder schlecht umgesetzt werden. Das hängt auch sehr an der jeweiligen Lehrkraft. Auch die Klassengröße spielt eine wichtige Rolle.
Welche Schule ist denn in der Nähe? Auch der Schulweg ist ja wichtig. Wohin gehen die Freunde aus dem KiGa?
Welche Schule ist gut ausgestattet?
Wie sind die Unterrichtszeiten?

Meine Nichte war in einer Grundschule, wo die 1 und 2 zusammen unterrichtet wurden. Mein Schwager fand das im Nachhinein nicht so toll. Aber das ist ja echt individuell. Viele finden das Konzept eben auch super.

Viele Grüße
ballroomy

Beitrag von blucki 09.05.10 - 10:01 Uhr

hallo LL,

unser sohn (wird am mittwoch 6) geht seit letztes jahr august in eine schule mit gemischter eingangsstufe. dort werden die kinder nur mit 5 jahren eingeschult und dort bis zum übergang in die 3. klasse zusammen unterrichtet.
dieses konzept gibt es auf unserer schule seit 1969, es ist also ausgereift.

wir sind super zufrieden, die kinder haben viel freie zeit zum spielen (auch die 6, 7, und 8jährigen!) und unser sohn ist auch total begeistert. wir würden es immer wieder so machen.

ich habe aber auch schon negatives gehört über eine grundschule hier um die ecke, die die 1. und 2. klasse zusammen unterrichtet. das aber erst seit kurzem macht. außerdem sind dort 600 ! kinder auf der schule.

auf unserer schule haben wir exakt 110 kinder. das ist für das rhein-main-gebiet traumhaft. und es ist keine privatschule, sondern städtisch. alles kostenfrei.

unser sohn fährt täglich 40 min mit dem schuleigenen fahrservice in die schule, weil diese 10 km von unserem wohnort entfernt ist. aber dieser aufwand ist es wert. von lehrern des hiesigen gymnasiums wurde immer wieder gesagt, dass kinder, die von unserer schule kommen, wesentlich weiter sind in entwicklung und auch im lernstoff.

ich würde sagen, gehe in jede schule. mache dort einen termin und lass dir das konzept offenlegen. und schau mal, wie lange das da schon praktiziert wird.

lg
anja

Beitrag von yamyam74 09.05.10 - 12:21 Uhr

Ich kenne nur die ganz normale Grundschule und das mit den Klassen 1 und 2 mit dem zusammen unterrichten. Das wurde hier an einer Grundschule wieder abgeschafft, weil es wohl nicht funktionierte.

Das in einer Grundschule wie vor 100 Jahren alle Jahrgänge unterrichtet werden, kenne ich gar nicht. Das soll gut gehen? Na, ich weiß nicht so recht.

Beitrag von nico13.8.03 10.05.10 - 08:35 Uhr

Hallo

In berlin ist es mitlerweile gang u gebe 1-3Klasse zusammen nennt man hier Flex-Klassen.
Nico wurde letztes Jahr Eingeschult-ich denke auch es gibt vor und Nachteile.
Es sind insgesammt 20Schüler in der Klasse davon 6Kinder aus der 1Klasse der rest 2 u 3.Klasse.
Bis jetzt klabt es eigendlich sehr gut.Nico geht dazu noch in eine Montessoriklasse da er auch schon in einen Montessorikindergarten ging u die Schule auch gleich daneben ist-hat sich das super angeboten.Gibt natürlich in der Schule auch normale Klassen.
Es kommt auch auf das Kind drauf an-vieleicht Hilft euch ja ein Gespräch mit der Erzieherin von der Kita wo euer Sohn gerade geht-vieleicht hat sie ja noch ein Tip was besser für euren Sohn ist.

LG niki+ben inside(31+6ssw)+nico

Beitrag von schwarzbaer 10.05.10 - 10:59 Uhr

bei uns gibt es Regelklassen (Kinder eines Jahrgangs in einer Klasse, also ganz normal) und Flex (1. + 2. Klasse gemischt, halbe halbe)

Wir haben uns für Mara für die Regelklasse entschieden. Das läuft sehr gut und wir sind sehr zufrieden. Ist eine kleine Klasse (21 Schüler) mit einem relativ ausgeglichenen, hohen Leistungsniveau und nur einem klassischen "Störenfried" dabei.

Ich halte das Konzept der Flexklassen zwar prinzipiell für gut, aber nur wenn es auch regelgerecht umgesetzt wird, und dazu gehören 10 sogenannte Teilungsstunden pro Woche, wo eine zweite Kraft in der Klasse ist, damit jahrgangsgetrennt neuer Stoff eingeführt werden kann. Meine Erfahrung aus unserer Grundschule: im Herbst/Winter, wenn Krankheiten grassieren, sind Teilungsstunden die ersten, die wegfallen. Und dann funktioniert das Konzept nicht mehr.