Wo ist das Jahr geblieben?

Archiv des urbia-Forums Trauer & Trost.

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von luje 08.05.10 - 19:25 Uhr

Am Donnerstag war der erste Todestag meines Vaters und obwohl ich dachte, dass ich mittlerweile schon soviele "besondere" Tage (Einschulung vom Zwerg, Weihnachten & Silvester, sein Geb, mein 30. Geb, Mamas Geb)ohne ihn verbracht habe und es nicht mehr so schlimm sein könnte, war es ein schrecklicher Tag.

Mir war, als würde ich den ganzen Tag noch einmal durchleben.

Meine Eltern fuhren zusammen mit meinem Sohn an die Nordsee in den Urlaub. Mein Vater hatte im Feb 2009 einen schweren Arbeitsunfall, den er nur knapp überlebt hatte und im Mai wollten sie das alles in diesem Urlaub hinter sich lassen. Nach dem Urlaub wollte mein Vater wieder arbeiten gehen.

Sonntags mittags kamen sie an der Nordsee an und verbrachten 3 schöne Tage gemeinsam.
Mittwochs morgens, es war 7.30 klingelte mein Handy, am Klingelton erkannte ich, dass es meine Mutter war und dachte schon, meinem Sohn wäre etwas passiert.
Ich rannte zum Handy und meine Mama war dran, die nur sagte: Jessie, der Papa ist tot!

Meine Mutter war morgens wach geworden und mein Papa lag tot neben ihr im Bett.

Wie in Trance sagte ich nur noch "wir fahren sofort los" und legte auf. Schmiss ein paar Sachen in eine Tasche und dann sind wir ins Auto.
Irgendwann fiel mir ein, dass ich einfach aufgelegt hatte und rief Mama wieder an. Sie hat dann erstmal meinen Sohn aus der FeWo zu den Vermietern gebracht und die haben dann einen RTW gerufen.

Als wir endlich an der Nordsee ankamen, war mein Vater schon abgeholt, weil die Polizei ihn beschlagnahmt hatte, um mit einer Obduktion auszuschließen, dass meine Mutter ihn umgebracht hat ( schreckliche Situation, aber wohl bürokratischer Wahnsinn, wenn jemand nicht am Heimatort stirbt.)

Die Obduktion ergab, dass er an einem Herzinfarkt gestorben war, einfach im Schlaf, mit 59.

Ich hoffe, er ist friedlich eingeschlafen und hat nichts gemerkt.
Ich wünsche mir, dass es ihm gut geht, da wo er jetzt ist und das er vielleicht ab und zu mal ein Auge auf uns wirft!

Danke fürs zuhören! J.

Beitrag von steffni0 08.05.10 - 20:14 Uhr

Liebe Luje!

Das ist ja schrecktlich! Wie kann das Schicksal so gemein sein???

Eine #kerze für Deinen Papa und viel Kraft für Dich, Deine Mama und alle, die unter dem Verlust leiden.

Wie hat Dein Sohn es damals verkraftet, dass Ihr ohne seinen Opa zurückgefahren seid?

Viele Grüße
Steffie

Beitrag von diana1101 08.05.10 - 22:51 Uhr

Hallo J,

es tut mir leid, das dein Papa gestorben ist.

Aber .. er ist an einem schönen Ort gestorben. An der Nordsee, dort wo er wunderschöne Tage mit seiner Frau und seinem Enkel verbracht hat.
Und er ist mit ziemlicher Sicherheit friedlich eingeschlafen.

Ausserdem wird er mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ein Auge auf Euch werfen und es geht ihm gut.

Glaube dran.

Lass dich drücken!

LG Diana

Beitrag von hexe12-17 09.05.10 - 15:43 Uhr

Sei ganz#liebdrueck. Ja das Schicksal ist gemein. Im Januar vor 4 Jahren ist meine Mum von heute auf morgen gestorben. Ich hatte es ganze 5 Tage später erst erzählt bekommen vom KH. Auch heute noch komme ich mir wie in einem bösen Film vor.
Der Schmerz ist allgegenwärtig besonders an einem Tag wie heute.
Kann dich daher sehr gut verstehen und wünsche dir viel Kraft.

Beitrag von alegrastach 09.05.10 - 19:46 Uhr

Liebe Jessie,
ich bin so froh, dass ich deinen Beitrag gefunden habe. Mein Papa ist vor 16 Tagen auf dem Weg zur Arbeit plötzlich an einem Herzinfarkt gestorben. Er war 61 Jahre alt. Er hat morgens Zeitungen ausgetragen, ist immer ca. um 3 Uhr mit dem Rad losgefahren. Um 6 Uhr wurde er von einer anderen Austrägerin tod neben dem Rad gefunden, die Zeitungen hatte er noch bei sich. Um 6.30 hat mein Mann mich mit den Worten geweckt. " Schatz, ich habe eine schlechte Nachricht. Wally(meine Mutter) hat angerufen, dein Papa ist tod. ". Auch dort war die Polizei um auszuschließen, ob es sich evtl. um einen Raubüberfall oder so handelt.
Ich kann es noch immer nicht glauben. Mein Papa war nach meinem Sohn der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ich weiß noch nicht, woher ich die Kraft nehmen soll ohne ihn zu leben. Er war ein so zufriedener, lebenslustiger Mensch, er war immer für mich da.. Jeder Tag ist im Moment trostlos. Wie soll es bloß gehen, ein Leben ohne ihn..
Gruß Alegra

Beitrag von luje 10.05.10 - 09:48 Uhr

Danke für Eure Antworten und das ihr teilhabt!!

Manchmal hilft es schon, zu wissen, dass man nicht alleine ist!!

Beitrag von ninikuh 10.05.10 - 21:54 Uhr

schrecklich was auf dieser welt passiert, mein vater ist donnerstag gestorben auch plötzlich an einem herzinfarkt und er war 57 jahre alt
ich bin am ende und habe kaum noch kraft
ich fühle mit dir
lg
#kerze