Katze in der Wohnung halten??

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von hannah696 08.05.10 - 20:33 Uhr

Hallo ihr,
muss euch mal was fragen. Der Einrichtung, in der ich arbeite, ist eine junge Katze zugelaufen. Sie ist nun schon seit einer Woche hier, wir können sie aber aufgrund von Bewohnern mit Tierhaarallergien nicht langfristig behalten. Ins Haus darf sie nicht, aber wir haben ihr einen Karton mit Decken, Futter, ect. auf die Terasse gestellt. Wir haben schon beim Tierheim und beim Katzenhaus angerufen, sowie Zettel im Stadtteil aufgehangen und Anwohner gefragt. Niemand hat sich bisjetzt gemeldet.

Die letzte Alternative wäre nun, die Katze ins Tierheim/Katzenhaus zu bringen. Die meinten aber schon am Telefon, dass sie heillos überfüllt sind.
Nun habe ich überlegt, ob ich die Katze mit zu mir nehme. Ich wohne mit meiner Tochter in einer 62 qm Wohnung im 2. OG. Bin mir nicht sicher, ob das nicht Tierquälerei ist, so ein Tier so zu halten. Ok, ich könnte sie raus lassen und wieder mit rein nehmen, aber weiß ja auch nicht...!
Oder meint ihr, dass es besser ist, als sie in ein überfülltes Tierheim zu geben?

Wäre wirklich froh über Meinungen.

Liebe Grüße, Yvonne

Beitrag von pechawa 08.05.10 - 22:30 Uhr

Meine Meinung: Zwar keine optimale Haltung, aber immer noch besser, als sie in ein überfülltes Tierheim zu geben, wo sie wahrscheinlich keine Chance haben wird! Aber überlege trotzdem gut die finanzielle Seite und ob bei euch keine Tierhaarallergie vorliegt!

LG Pechawa

Beitrag von k_a_t_z_z 08.05.10 - 23:24 Uhr



Lies' mal den Thread etwas weiter unter Deinem - Katzen sollte man nicht allein in eine Wohnung sperren.

Übergangsweise ist das sicher besser als das TH, aber auf Dauer nicht.

Wie ist denn Eure Umgebung und die Nachbarn im Haus?

Ich kenne einen Kater der morgens aus dem 3ten Stock rausgeht und Abends wieder mit rein, aber dafür braucht man eben eine geeignete Umgebung und nette Nachbarn die sie auch mal reinlassen.

LG, katzz

Beitrag von la_flatterie 09.05.10 - 18:31 Uhr

Hallo Yvonne,

Schön, dass du dir Gedanken um die Katze machst. :-) Wie alt ist sie denn ungefähr?

Wenn es dir ernst mit der Katze ist, kann ich dir das Buch "Miez Miez - na komm" von der Tierärztin und Tierverhaltensforscherin Sabine Schroll sehr empfehlen. Der Titel ist mE etwas unpassend gewählt, aber der Inhalt ist unschlagbar. Darin setzt sich Frau Schroll ausführlich mit Katzenhaltung in der Wohnung auseinander und erklärt wie man artgerechte Haltung ohne oder nur mit gesichertem Freigang gestalten kann.
Ansonsten ist es aber auch möglich einer Katze aus dem 2.Stock Freigang zu gewähren, wie sieht denn die nächste Umgebung deiner Wohnung aus?
Und: Hast du einen Balkon? Dann wäre es wichtig ein Katzennetz anzuschaffen.

Du hast da schon ein wichtiges Problem erkannt. Es gibt derart viele ungewollte Tierschutzkatzen, wenn nur jene Menschen Katzen halten würden, die auch Freigang garantieren können, wäre das Leid ungewollter Katzen noch viel viel ärger.

Katzen in Wohnungshaltung können wahrscheinlich niemals so ausgelastet sein wie freilebende Artgenossen. Geschenkt. Das dürfte auf 90% der Katzen zutreffen - anzumerken ist an dieser Stelle auch, dass es durchaus Katzen gibt, die Wohnungshaltung ganz klar bevorzugen und drinnen bleiben, obwohl sie rausgehen könnten.
Aber wenn man den Menschen einredet, Wohnungshaltung von Katzen sei ein Graus, dann macht man sich mitverantwortlich für die unglaubliche Anzahl ungewollter Tierheimkatzen, die da in ihren winzigen Kerkern hocken und nach Zuwendung und einem sicheren Heim gieren.

Leider beschneidet der Mensch die Natur immer mehr, planiert und bebaut (schon 2005 lebten 85% der Deutschen in Städten) und verhindert so, dass eine natürliche Lebensweise möglich ist. Da leiden alle Tiere und wahrscheinlich auch die meisten Menschen drunter, nicht nur unsere domestizierte Hauskatzen, denen der Freigang verwehrt werden muss weil die umliegende Umgebung aus vielbefahrenen Straßen, Giftködern, Baustellenlärm und Beton besteht.
Würden nur noch die Menschen, die einen ansprechenden Garten und Natur um sich herum haben Katzen halten, wäre das Elend heimatloser Katzen unermesslich.

Hingegen ist es sinnvoll, potentielle oder langjährige Katzenhalter darauf hinzuweisen, dass es Möglichkeiten gibt, wie man Wohnungen ansprechend und artgerecht für Katzen herrichten kann. Da kann man sich als Privattierhalter durchaus als professioneller Tierpfleger verstehen. Denn ebenso wie die Tierpfleger im Zoo, sollte man dafür sorgen, das begrenzte Areal möglichst artgerecht zu gestalten. Mit Phantasie und Empathie kann man auch Tieren, die leider ohne Freigang auskommen müssen, durchaus ein schönes, aktives Leben ermöglichen. (Übrigens geht das auch ohne, dass die eigene Wohnungen hinterher aussieht wie ein Tiergehege :-p)

Gleichzeitig möchte ich auch noch anmerken, dass Freigang nicht automatisch ein schönes Katzenleben bedeutet. Man denke nur an das Leid der unkastierten Katzenheerscharen, die auch heute noch von vielen Bauern umgebracht werden oder die, wenn sie gnädigerweise am Leben gelassen werden, an Krankheiten sterben, die durch Impfungen oder tierärztliche Behandlung zu verhindern gewesen wären.

Letztlich entscheidet sich, wie glücklich ein Katzenleben ist, daran ob die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Tieres respektiert werden. Und da kann eine Katze mit Freigang, die aber von ihren Menschen kaum beachtet wird durchaus das Nachsehen haben, gegenüber einer Katze aus reiner Wohnungshaltung, die von ihrem Menschen mit all ihren Eigenheiten und Vorlieben an- und wahrgenommen wird.

Viele Grüße,
F.