Warum denk ich so schlecht über meine Mutter

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von roccoliano 09.05.10 - 10:54 Uhr

Hallo,

hab da mal ein anliege,welches etwas länger ist.Also sorry schonmal.

Also ich bin ein scheidungskind,meine Eltern haben sich getrennt,da war ich 11Jahre.Meine Mutter hat sich nach der Trennung ziemlich "ausgetobt"zig männer,hat mir die verantwortung für meine damals 3Jahre jüngere schwester überlassen.Sie ist morgens ganz früh weg gewesen und Abends sehr spät wieder gekommen.Da kam es mal vor,das wir sie nur alle 3tage mal kurz gesehen haben.
Naja damals fand ich das toll,ich konnte machen was ich wollte.
Meine Mutter hat jetzt bereits den dritten Mann verlassen und bis zu diesem zeitpunkt,hatte ich ein sehr gutes verhältnis zu ihr.Nur seit sie nun wieder alleine ist,klammert sie so schlimm,das geht mir echt auf die nerven.
Hab ihr das gesagt,das ich etwas abstand möchte,damit ich auch mal wieder zeit für meine Familie habe.Das ging ca.2Woche gut,aber auch nur weil sie mal wieder einen Mann kennengelernt hat,mit dem sie sich die Zeit vertreiben konnte.
In diesen 2 Wochen"Mutterfreien zeit"habe ich viel nachgedacht,und als wenn es jetzt KLICK gemacht hat,möchte ich sowenig Zeit wie möglich mit meiner Mutter verbringen.Denn mir ist jetzt erst klar geworden,das ich immer nur Rücksicht auf sie genommen habe.
Meine Schwester war damals auch sehr schlimm in der Pupertät,sie wollte immer das neueste vom neuesten haben,und das hat sie auch immer bekommen,nur damit meine Mutter nicht mit ihr diskutieren musste.
Damals als ich mit 18 ausgezogen bin,musste ich mir alles selber kaufen,ich habe keinerlei unterstützung von meiner Mutter bekommen,sogar mein kindergeld hat sie behalten(aber das wuste ich damals nicht,mein Papa hat mich dann ein wenig unterstützt).
Meine Schwester hat damals zur bestandenen führerscheinprüfung ein Auto bekommen.
Auch diese ganzen Männergeschichten,habe ich von meiner Schwester fern gehalten.(sie weiß sie bis heute nicht)
Ich bin sauer,enttäuscht und einfach genervt von ihr.
Ich habe mit ihr mal darüber gesprochen und ihr alles an Kopf geworfen,was mich seit damals bedrückt hat.Sie war natürlich im ersten Moment geschockt#schock,aber jetzt tut sie so als wenn nie was war.
Heute ist ja Muttertag,und ich werde sie später besuchen fahren(obwohl ich zugeben muss,das ich nur hinfahre,weil meine Schwester mit kommt)aber eigentlich hab ich garkeine lust drauf.
Ich möchte ja eigentlich nicht so über sie denken,aber ich empfinde nur noch verachtung und hass für meine Mutter.
Sie kümmert sich nicht mal um ihre Enkelkinder.
Ich zerbreche innerlich daran.

Was würdet ihr mir raten?

LG Mary#stern

Beitrag von karna.dalilah 09.05.10 - 12:58 Uhr

Du denkst so über deine Mutter, weil du so über sie denken willst!
Aus deinem Text entnehme ich
deine Mutter hat dich vernachläßigt
deine Schwester dir vorgezogen
du erhälst weder von deiner Mutter noch von deiner Schwester die Dankbarkeit die du gerne hättest, für deine Aufopferungen.

Gut was geschehen ist ist geschehen du kannst es nicht mehr ändern,
ABER du kannst die Bewertung dessen ändern.
Das wird dir den Umgang mit deiner Vergangenheit erleichtern.

Du hattest Freiheiten, die Kinder und Jugendliche oftmals nicht hatten.
Du konntest dich frei entfalten in deiner Entwicklung ohne Einschränkungen und Gängelei durch Eltern.
Du hast früh gelernt für dich und andere Verantwortung zu übernehmen und hast dadurch viel mehr praktische Erfahrungen als andere deines Alters.
Du hast früh und mit wenig Mitteln auf eigenen Füßen gestanden, du hast dadurch gelernt Hilfe zu finden( durch den Vater) und dich durchs Leben "zu beißen"
Dir kann mit Sicherheit so schnell keiner was vormachen.
All diese Fähigkeiten/Eigenschaften hast du erworben, weil sich deine Mutter so verhalten hat.

Höre auf dich damit zu beschäftigen, was du nicht hattest!
Beneide deine Schwester nicht um ihre "einfaches" Leben voller erfüllter Konsumwünsche!
Es kostet dich Kraft und ändert nichts.

Du hast gut angefangen, damit deiner Mutter all das was auf dir lastet sagen.
Was ausgesprochen ist, nagt nicht mehr an einem.
Aber lass deiner Mutter ihr Recht damit umzugehen, wie sie will.

Auch was deine Kinder betrifft. Es ist toll wenn sich Kinder und Eltern gut verstehen und sich das auch fortsetzt wenn die Kinder Kinder bekommen haben. Wenn Großeltern am Leben ihrer Kinder und Enkel teilhaben.
Nicht alle Eltern wollen das!
Nicht toll, aber auch nicht zu ändern.
Wenn du Großeltern für deine Kinder brauchst mußt du in dem Fall nach anderen Alternativen schauen im Bekanntenkreis z.B.

Für die Zukunft:
Bedenke bei allem was du für jemanden tust, es könnte sein du bekommst keinen Orden dafür.
Tue also nur dass was du wirklich gern tun willst, weil es DIR ein Bedürfnis ist und dich zufrieden macht- erwarte keine Dankbarkeit.


Alles Gute für dich
Karna