1 Jähriger Witzbold - welche Taktik macht Sinn??? (harmloses Problem)

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von nane29 09.05.10 - 20:20 Uhr

Hi,

Karlchen ist vor 2 Wochen 1 geworden und macht gerade die ersten freien Schritte.

Er schläft normalerweise toll alleine ein, nur momentan ist das mit dem Laufen so aufregend, dass er sich noch 3-20 Mal im Bett hinstellen muss, bevor er liegen bleibt.

Ich halte nichts vom Ferbern, Schreienlassen, Druck ausüben - schon gar nicht beim Schlafen. Ich verstehe, warum das momentan so ist und finde es nicht wild.

Ich mache es also so, dass ich - wenn er sich hinstellt und das Plappern in Quaken übergeht - ohne viel Tammtamm hingehe, ihn kurz wortlos knuddel oder streichel, wieder hinlege, wieder rausgehe. Klappt ganz gut, meistens ist nach 3x Ruhe.

Heute fand er es aber witzig, sich hinzustellen, den Schnulli rauszuschmeißen und dann nach mir zu quaken, damit ich ihn wieder aufhebe.
Immer wieder und ich bin etwas unsicher, wie ich damit umgehen soll.

"Logische Konsequenz" wäre natürlich: Schnulli weg, Pech gehabt.

Aber bei einem so kleinen Spaßvogel finde ich das ein bisschen hart - er braucht den Schnulli zum Einschlafen.

Was würdet ihr machen?

Genau so weitermachen wie vorher und das Schnulli-aufheben mitspielen, in der Hoffnung, dass der Spaß daran mit der Zeit verfliegt?

Ihn etwas zappeln lassen, also nicht gleich reingehen - damit das Spiel für ihn eine unangenehme Komponente (Warten auf Mama) bekommt?

Oder würdet ihr ihn knallhart ohne Schnulli hinlegen, damit er lernt: Wenn ich den rausschmeiße, ist er weg. Aber ist das dafür nicht etwas zu früh?#schmoll

Liebe Grüße
Jana mit Lena (fast 4) und Karl (1)

Beitrag von scura 09.05.10 - 20:45 Uhr

Hallo,
er macht das seit einer Woche? Glückwunsch!
Meine Tochter macht das seit 14 Monaten!!!! Ich glaube das war das erste was sie sicher wusste: Mami kommt wenn der Schnulli weg ist!

Mittlerweile schmeisst sie sie in die Ritze zwischen Wand und Bett, dann brauche ich ein bisschen länger um sie wieder raus zu kriegen.

Irgendwie ist das unser Spiel. Nervt nur ein bisschen#schwitz Ich habe mit Sicherheit 20 Schnullis. Die sammle ich am Putztag dann unterm Bett hervor, wenn ich sie nicht rauskriege.
Naja, Krötchen findets lustig. Sie macht es aber nur wenn das Müdigkeitslevel noch nicht erreicht ist. Ich lass sie manchmal ein bisschen quaken, dann weiss sie ich komme noch einmal zum Bringen und dann ist Schluss. Versteht sie mittlerweile.

Beitrag von nane29 09.05.10 - 22:06 Uhr

#rofl

Irgendwie auch süß, oder?

Ich meine, genau genommen machen sie das ja nur, weil sie uns so lieb haben und unsere Gesellschaft wollen, ich bin deshalb auch nicht sauer.

Wenn Karlchen immer wieder aufsteht, weil er noch so aufgedreht ist und nicht runterkommt, hilft es manchmal auch, wenn ich ihn hinlege (auf den Bauch) und ihm noch eine Weile den Rücken und die Beine massiere und dabei leise singe.

Ich würde nie auf die Idee kommen, ihn nach mir weinen oder gar schreien zu lassen, damit er einschläft.

Das mit dem Schnulli hat er gestern zum ersten (bestimmt nicht zum letzten) Mal gemacht und es ist echt witzig, wie er dann da steht und kackfrech auf den Schnulli zeigt - "Guck mal da, heb' den mal auf!"#schein.

Nicht sofort reingehen ist glaube ich nicht so doof. Eine andere Möglichkeit wäre, gleich im Raum zu bleiben und ihn immer wieder hinzulegen / knuddeln / massieren, bevor er wirft.

Mal gucken, wie es weiter läuft. Euch weiterhin viel Spaß bei dem Ritual;-)

LG Jana

Beitrag von thyme 09.05.10 - 21:51 Uhr

Das kommt davon, wenn man zu viele Ratgeber liest! :-p Du merkst selber, dass diese Art von "logischer Konsequenz" bei einem Einjährigen zu null Einsicht führen wird.
Entweder es gibt sich von selber in ein paar Tagen. Oder aber er ist abends noch nicht müde genug um zu schlafen. Vielleicht kannst du das Einschlafritual ausdehnen, wenn er noch so wach ist, dass er spielt statt zu schlafen. Oder ihn eine halbe Stunde später schlafen legen, etc.

LG thyme, deren Tochter eben auch wieder erwacht ist

Beitrag von nane29 09.05.10 - 22:24 Uhr

Ach, ich hab' gar nicht so viele Ratgeber gelesen:-) - aber wenn ich unsicher bin, höre oder lese ich mir gerne ein paar Meinungen an. Am Ende entscheidet ja eh das Bauchgefühl, welche Ratschläge man sinnvoll findet und welche nicht und schon ist man wieder beim natürlichen Mutterinstinkt;-)

das mit den logischen Konsequenzen ist ja im Grunde genommen eine gute Sache, aber in diesem Fall wäre es gemein - es ist ja auch das Alter, in dem Runterschmeißen und gucken, was passiert eh total spannend sind.

Ich bin mir sicher, dass er müde genug ist. Mit dem Aufstehen will er sich ja nur noch mal rückversichern. So bald ich reingekommen und ihn geherzt habe, legt er sich fast schon alleine wieder hin. Manchmal reicht 1x, manchmal, wenn er tatsächlich noch aufgedreht ist, dauert es länger.

Das sehe ich aber nicht wirklich als Spiel, er holt sich einfach noch ein bisschen Mama, bevor er einschläft und das darf er auch.

Die Nummer mit dem Schnulli schmeißen geht allerdings in Richtung Spiel.

Du hast Recht, vielleicht gibt es sich in ein paar Tagen.

Wenn nicht, bleibe ich vielleicht einfach im Raum und kuschel /lege ihn wieder hin, bevor der Schnulli rausfliegt.

Oder ich mache es einfach mit, denn mehr als Aufheben kommt ja zu dem üblichen Herzen und Hinlegen nicht dazu#gruebel

Beitrag von sonnec 09.05.10 - 23:01 Uhr

Hallo Jana,

ich hab mir die Antworten bis jetzt durchgelesen und muss feststellen, dass ich etwas strenger bin.

Zum einen ist ja jedes Kind anders und sicherlich ist es auch wichtig das ein Kind müde ist, wenn es ins Bett soll und es ist ja auch immer die Frage "wieviel Nachsicht ist richtig und wieviel Konsequenz wichtig"

Ich war und bin mit unserer Maus 2 1/2 Jahre immer recht konsequent und habe schon früh mit festen Schlafzeiten und einen Abendritual angefangen.
Für unsere Maus war das so richtig, sie war und ist eine super Schläferin.

Ich hätte bei dem andauernden nochmals reingehen und Spielchen mitmachen die Bedenken, dass im Moment mit 1 Jahr das alles ja noch ganz harmlos ist. Aber was wird, wenn der Kleine das Trotzen anfängt, dann wird aus einem Spielchen vielleicht einer wahrer Ins-Bett-geh-Kampf.
Aber vielleicht wäre des Rätsels Lösung wirklich ein verändertes Abendritual.
Vielleicht will der Kleine nur noch etwas mehr Mamazeit. Er ist ja wie ich lese der 2te, somit ist dass ja seine Zeit in der er Dich für sich hat??! Aber das kannst ansich nur Du einschätzen!

Grüße
Conny

Beitrag von nane29 10.05.10 - 09:22 Uhr

Hallo Conny,

ich weiß, was du meinst. Aber ich versuche, in der Erziehung nicht zu sehr vorzugreifen, bzw. aus Angst vor einem späteren "Ausnutzen meiner Güte" schon frühzeitig strenger zu sein.

Es kommt dabei aber sehr auf die Situation und das Thema an.

Aber ich fände es ungerecht, mit seinem Verhalten jetzt schon so umzugehen, als sei er in der Trotzphase. Er ist es ja noch nicht und ich sehe es auch (noch) nicht als Machtkampf. Ich bleibe daher denke ich erst mal milde und guck, was die Zeit weiter bringt.

Meistens spielt die Zeit ja auf unserer Seite, denn die Kleinen verstehen immer mehr und man kann dann entsprechend seine Taktik erweitern oder verschärfen - dann aber vielleicht auch erklären, warum.

Ich werde aber auf jeden Fall an dem Abendritual nochmal schrauben, danke für den Rat!

Lg Jana

Beitrag von sandra.d 10.05.10 - 09:48 Uhr

Wie wärs mit einer Schnullerkette?
So hab ich das Problem vor einem halben Jahr gelöst, klappt super :-)

LG,

Sandra mit Carlotta (die ihren Schnuller mit einer kurzen Schnullerkette immer an den Schlafsack geklemmt kriegt)

Beitrag von nane29 10.05.10 - 10:37 Uhr

Sehr gute Idee :-)

Das Problem ist nur, dass Karl überzeugter Bauchschläfer ist und da finde ich die Kette irgendwie störend, bzw. beim Kopfdrehen ploppt dann der Schnulli raus, weißt du, was ich meine?

Aber wenn das mit dem Schmeißen ausartet, probier ich es auf jeden Fall mal - vielleicht hilft es ja für die Einschlafphase.

:-)

Beitrag von perserkater 10.05.10 - 10:41 Uhr

Hallo

Die einzige Forderung deines Sohnes die er an dich hat wenn er den Schnuller weg wirft ist die, dass du bei ihm bleiben sollst. Ist es für ihn leichter wenn du dich neben sein Bett setzt und einfach wartest bis er schläft?

Alles andere ist ziemlich Unsinn der da hinein interpretiert wird. Weder will ich dich damit vorführen noch wird er beim "nachgeben" deinerseits dies für immer machen.

LG

Beitrag von nane29 10.05.10 - 11:01 Uhr

Hi,

das Gefühl habe ich auch. Und ich mache mich eh schon lange nicht mehr verrückt mit dem Gedanken, dass meine Kinder ein "Nachgeben" oder einfühlsame Erziehung irgendwann mal ausnutzen - meine Erfahrung ist da eher total gegenteilig. Wenn man zeigt, dass man Ihnen vertraut, kooperieren sie viel besser, als wenn man ihnen das Gefühl gibt, sie seien potentiell kleine, berechnende Tyrannen.

Ich will ihn auch gar nicht bestrafen, sondern finde es süß und total altersgemäß. Ich habe beide Kinder im Zusammenhang mit Schlafen noch nie weinen oder schreien lassen.

Ich möchte aber auch vermeiden, dass es zum Ritual wird, vorm Einschlafen 30 Mal den Schnulli wegzufeuern:-p

Ich denke, es ist eine Mischung aus "Mama rufen" und "Schwerkraft-Studie", die ja in dem Alter eh schwer angesagt ist:-p

Ich hatte auch schon die Idee, einfach im Zimmer zu bleiben. Das mache ich eh häufig, wenn ich beide Kinder zusammen ins Bett bringe. Dann bleibe ich im Zimmer, bis Karlchen schläft und erzähle Lena noch eine Geschichte / kuschel mit ihr.

So werde ich es machen, falls das Schnulliwerfen weitergeht.

Danke für deine Antwort!

:-)

Beitrag von perserkater 10.05.10 - 11:11 Uhr

Du hast eine gesunde Einstellung zur Erziehung, dass vermisse ich in diesem Forum ganz oft. Und dein Bauchgefühl verrät es dir ja wie du dich am besten verhalten sollst.

Und da du schon ein Kind hast weißt du ja selber am besten, dass derlei Phasen kommen und auch wieder vergehen.;-)

Alles Gute weiterhin.

Beitrag von olivia76 10.05.10 - 10:48 Uhr

Hallo Jana

ich hab es beim Großen genauso wie Du gehandhabt und werde es beim kleinen auch so machen. Bussi - und wieder hinlegen. Ist meiner Meinung nach die beste Methode, auch wenns mal länger dauern kann.

Das Schnulli-Rausschmeißen und Wissen, dass dann Mama wieder kommt ist ja auch ein Entwicklungsschritt, also toll. Du kannst doch einfach noch ein bisschen warten, wie sich das entwickelt. Ich würde nur nicht allzu viele (witzige/spielerische) Reaktionen darauf zeigen, sondern einfach den Schulli aufheben und ihm wiedergeben. Ich hab meinem auch schon mal angedroht, den Schnuller nicht mehr aufzuheben. Aber ohne Schnuller KANN er ja tatsächlich nicht einschlafen. Das geht also garnicht, bzw. ist von mir garnicht durchzuhalten. Also lass ichs.

Ih glaub, wenn das "Spiel" jeden Abend gespielt wird, wird es mit der Zeit auch weniger. Und solange es nicht nervt, lass Karlchen doch noch ein bisschen spielen:-D

LG,
O.

Beitrag von nane29 10.05.10 - 11:04 Uhr

Danke für deine Antwort, das entspricht total meinem Bauchgefühl.

Ich finde es ja ehrlich gesagt total witzig, wie er dann da steht und kackfrech auf den Schnulli zeigt, mit energischem "Guck mal, den kannst du jetzt mal aufheben!" - Geräusch:-p

Ich mache es aber auch so wie du, dass nach dem Ins Bett bringen keine Quatschmacherei mehr kommt. Knuddeln, so viel und so lange sie es brauchen, aber Licht bleibt aus und die Stimmen leise.

Liebe Grüße!

Beitrag von aliciakommt 10.05.10 - 12:42 Uhr

Huhu,

ich bleibe bei Alicia bis sie (seit einer Woche in ihrem eigenen Bettchen) eingeschlafen ist. Dauert aber auch nur 10 Minuten. Wenn sie den Schnuller wegschmeisst, was vielleicht einmal im Monat passiert, hebe ich ihn nicht auf, sondern lasse sie, wenn sie merkt, dass sie schnullerlos ist, ganz kurz quaken und stecke ihr dann den Zweitschnuller, den ich in der anderen Hand halte in den Mund und dann ist sie so froh über den Schnuller und auch ein bißchen perplex über Mamis Zauberkünste, dass sie schnell einschläft :-)
Wir haben immer eine ganze Batterie an Schnullern da herum liegen, weil ich zu faul zum Aufstehen bin #schein
Viel Spaß weiterhin mit deinen Süßen und viele Grüße von Nina