Freche Göre? Habt ihr Tipps?

Archiv des urbia-Forums Erziehung.

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von jillrips 09.05.10 - 21:27 Uhr

Hallo #klee

Wie macht ihr das?

Meine Tochter (fast 6) hört nicht auf mich, egal was ich ihr sage, es wird ignoriert. Ob es beim Essen ist, draußen, in Geschäften... sie hält sich kaum länger an eine Regel als 1 Minute.

Das Thema Essen ist besonders schwierig. Sie isst kaum Gemüse oder Fleisch. Am Liebsten würde sie morgens schon Schokolade essen und nichts anderes. Sie braucht für jede Mahlzeit sehr lange, 1 Stunde ist gar nichts. Ich frage mich, wie wir das machen, wenn sie in die Schule kommt. Ich kann sie schließlich nicht ohne Frühstück aus dem Haus schicken oder sie um 5 Uhr wecken.
Auch wenn ich das Essen zeitlich begrenze, wird sie nicht eher fertig. Ich sage dann z.B. wenn der große Zeiger auf der 9 ist, musst du fertig sein. Meistens hat sie 30 Minuten Zeit, ich will sie ja nicht zum Schlingen erziehen.

Wenn sie aber mal ein Nutella-Brot bekommt, dann ist sie damit in 5 Minuten fertig... Wie macht ihr das? Langsam bin ich nur noch genervt davon... :-(

Das nächste Problem: Besuche. Sie benimmt sich manchmal wie ein vollkommen unerzogenes Kind. Furzt rum und lacht, versteckt sich während des Essens unter dem Tisch... Motzt rum dass sie lieber Fernsehen will...

Allein Beschäftigen geht auch gar nicht zurzeit. Ich frage mich immer, ob es ihr zu langweilig ist oder ob sie das einfach nicht kann. Ist das vielleicht eine normale Phase vor der Schule? Unterfordert in der KiTa und gelangweilt zu Hause?

Das Blöde ist, dass wir sonst immer sehr gut zurecht kamen und ich nie annähernd Probleme mit ihr hatte. Das ist ungefähr seit 6 Monaten so.

Ich hoffe, ihr habt ein paar Tipps für mich. Ich seh den Wald vor lauter Bäumen kaum noch und möchte nicht, dass wir ein dauerhaftes Problem bekommen.

#sonne

Beitrag von anyca 09.05.10 - 21:48 Uhr

Faustregel: Du entscheidest, was wann auf den Tisch kommt, sie entscheidet, was sie davon ißt.

"Ich kann sie schließlich nicht ohne Frühstück aus dem Haus schicken "

Tust Du ja nicht, wenn Du ihr a) Frühstück angeboten hast und b) ihr ne Stulle mitgibst.

Beitrag von connie36 10.05.10 - 08:01 Uhr

hi
bei mir hatten die kinder auch nicht wirklich viel mitspracherecht was essen angeht.
klar, die dinge die sie gar nciht mögen (teilweise die gleichen die ich ncht mag, obwohl ich sie ihnen als baby zu essen gegeben habe, also daran liegt es nicht;-))koche ich nicht, wie zb. pilze.
dafür essen sie dann auch gerne dinge die ich gar nicht esse, wie zb. gekochte karotten, rote beete und kohlrabi, das macht oma dann immer für sie (wohnt ca 2.5 m von unserem haus weg).
aber meine bekommen morgens nach belieben, (ausser nutella, das dürfen sie nur am sonntag) sie essen normalerweise marmeladenbrote.
mein mann und ich essen meist wurst morgens.
mittags gibt es das was ich koche, ich weiss, die kleine mag kein blumenkohl oder broccoli(die grosse liebt beides) und sie muss davon essen. keine riesenportion aber gegessen wird.
ich koche dann in der woche abwechselnd. zweimal die woche, was die kleine absolut isst, zb. eierkuchen, oder milchreis(mögen meine grosse und ich nicht sonderlich) und der rest ist mit gerichten abgedeckt die ok für alle sind.
als sie jünger war, hat sie mittags, gerade wenn dieses besondere gemüse dabei war, auch eineinhalb stunden gesessen. es war dann kalt, und wir alle schon fertig....war mir egal. wenn sie so rumtrödelt kann niemand was dafür. (bei eierkuchen isst sie 2-3 mehr als ich, in wesentlich kürzerer zeit) mittlerweile ist es besser, sie braucht zwar immer noch länger als der rest, aber das ist in min. anzugeben.
ich würde mir nicht so auf der nase rumtanzen lassen, auch das sonstige benehmen...ich finde es auch nicht sonderlich lecker, wenn die tochter von freunden permanent ihre gase abgibt, und die ist 8.
lg conny

Beitrag von sweety03 10.05.10 - 14:00 Uhr

Hallo,

mit dem Essen würde ich mir keinen Stress mehr machen!
Deine Entscheidung: WAS kommt auf den Tisch. Ihre Entscheidung: WIE VIEL sie davon isst.
Ich würde die Mahlzeiten auf maximal 30 Minuten beschränken, das reicht völlig aus, um stressfrei essen zu können.
Wenn es mit Besucherkindern momentan nicht klappt, würde ich mal 1-2 Wochen Pause machen, damit sie sieht, dass das so nicht geht.
Möglicherweise ist sie im KiGa nicht ausgelastet?! Wie sieht denn ihr Nachmittagsprogramm aus? Macht sie Sport oder Musik?
Bei meiner Großen (knapp 7) hilft Bewegung ungemein. Sie ist drinnen oft kaum auszuhalten, aber nach einer Stunde im Garten oder auf dem Spielplatz geht es wieder.

Sweety

Beitrag von marion2 10.05.10 - 19:35 Uhr

Hallo,

kaufe einfach keine Nutella mehr. Am vollen Tisch verhungert kaum ein Kind. Zieh dein Programm durch und räume nach dreißig Minuten ab. Ich kenne eine Mutter, bei der hat das SUPER funktionert. Nach drei Tagen klappte es auf einmal mit dem Essen.

Beim Fernseher würde ich den Stecker ziehen. Sei streng.

Langeweile ist gut fürs Gehirn. Kinder brauchen nicht zwingend ein Fernsehprogramm. Schon nach kurzer Nörgelzeit sind sie in der Lage sich selbst zu bespaßen.

Gruß Marion

Beitrag von kadiya 10.05.10 - 22:01 Uhr

Hallo!

Wenn ich in deiner Situation wäre, dann würde ich zunächst auch mal überlegen, ob ihr Benehmen mit dem künftigen Schulbesuch zusammenhängt. Da sie fast sechs ist, wird man mit ihr ja auch schon gut sprechen können denke ich.

Aber: Ihrem Verhalten würde ich dennoch mit Konsequenz entgegen wirken, denn einige Dinge gehen in meinen Augen zu weit.

Würde meine Tochter furzen (wenn es mit Vorsatz passiert), wenn Besuch da ist, dann würde ich sie zunächst aus dem Zimmer schicken, anschließend müsste sie sich entschuldigen. Ich finde das ist extrem unhöflich. Wenn wir woanders wären, würde ich glaube ich gehen, sollte das öfter vorkommen.

Dann würde ich eine Weile keine Süßigkeiten mehr anbieten. Weder Nutella noch sonst irgendwas, damit sie versteht, dass es sich dabei um Ausnahmen neben Gemüse und Co. handelt und nicht anders herum. Du lässt dein Kind ja nicht hungern, sie hat genug Auswahl. Auch würde ich, wie einige schon geschrieben haben, konsequent die Essenszeit begrenzen (normalerweise halte ich davon nicht viel, aber ich glaube in eurem Fall ist das durchaus sinnvoll, vor allem weil sie süße Sachen ja offensichtlich sehr schnell verputzt, also ist sie nicht generell eine langsame Esserin). Was spricht dagegen, ihr Brot morgens einzupacken, wenn sie nicht fertig wird? Wenn sie Hunger hat, wird sie es in der Schule schon auspacken. Denn Stress würde ich mir am Morgen sparen!

Wie schon jemand schrieb: Gut, dass ihr auch mal langweilig ist, so entwickeln sich die besten Ideen und sie lernt, sich alleine zu beschäftigen.

Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen :-)

LG
Kadiya