Partnerschaftsprobleme

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Forum: Partnerschaft

Eine dauerhafte Partnerschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Lust und Frust liegen da oft nah beieinander. Hier könnt ihr offen ausdrücken, was euch innerlich bewegt.

Beitrag von lieberunerkannt 10.05.10 - 10:49 Uhr

Hallo, ich schreibe mir hier einfach mal was von meiner Seele.

Ich bin 36, verheiratet seit 13 Jahren, 2 Kinder.
Mein Mann und ich sind in vielen Dingen ziemlich gegensätzlich, wir sind beide zickig, und haben uns von Anfang an wegen vielen Kleinigkeiten angezickt / gestritten. Wir haben es fast nie geschafft, einen Konflikt zufriedenstellend zu beenden, also Probleme konstruktiv zu lösen. Über die Jahre sind die Streits auch wenig geworden, in den großen, wichtigen Dingen waren wir uns immer einig. Wir hatten uns nie viel zu sagen, jeder ist vom Charakter her so, dass er Probleme mit sich selber ausmacht. Gemeinsame Zeit verbringen wir nebeneinander (Buch lesend, PC tippend, getrennt mit Freunden oder gemeinsam mit Freunden, TV schauend...). Wenn er beruflich weg ist, ruft er nur selten an, was mich auch nicht stört, also er fehlt mir nicht, mich stört daran nur, dass ich das Gefühl habe, dass er kein Interesse hat. Das Interesse an mir fehlt mir auch nicht, eher dass er kein Interesse an den Kindern zeigt. Wenn er von der Arbeit heimkommt, dann gibts ein kurzer Hallo, evtl. noch einen oberflächlichen Austausch von Alltagsneuigkeiten, danach geht jeder wieder seine Wege. Wir haben schon hier und da mal probiert, das zu ändern, aber so richtig bereit sind wir beide nicht, unsere Freiräume aufzugeben oder einzuschränken.

Im Bett läuft auch nicht wirklich viel, mal 1 - 2 mal im Monat, mal 1 - 2 Monate aber auch gar nicht, teilweise sogar noch länger nichts. Mir fehlt es nicht, daher merke ich auch immer nicht, wie lange das letzte Mal her ist. Ihm fehlt es schon, er hat inzwischen aufgegeben, sich von mir eine Abfuhr zu holen, die Sexflaute ist nämlich von meiner Seite ausgehend.

Zu meiner sexuellen Unlust kommt hinzu, dass ich mich immer mehr von ihm abgestossen fühle. Nicht von ihm als Person, sondern eher vor ihm als Mann. Wenn er mich umarmt und wir so nah beieinander stehen, dass ich etwas hinter seinem Hosenreissverschluss regt, dann versuche ich, ein paar Millimeter abzurücken, damit ich das nicht spüren muss. Oder zB. kam er letztens nachts an mich rangekuschelt und fing an, mich anzukuscheln, mir den Bauch zu streicheln und ich liege dann steiff wie ein Brett da, halte die Luft an und versuche mich durch wegdrehen aus der Affäre zu erziehen. Dieses Gefühl, dass er heiss auf mich ist, löst bei mir ein inneres Ekelgefühl aus. Wenn ich das überwinde, wir dann also auch Sex haben, dann wars ok oder sogar schön. Trotzdem mag ich diese Nähe von ihm gar nicht und will sie auch nicht.

Ich habe schon oft drüber nachgedacht, ob ich ihn liebe. Ich glaube, dass ich ihn nicht liebe. Er ist mir aber auch nicht egal, wir hatte auch viel schöne Zeiten miteinander, wir hassen uns nicht und streiten auch nicht permanent. Ich habe über eine Trennung nachgedacht, die erscheint mir jedoch mit 2 Kindern auch nicht verlockend, auch allein der Kinder wegen möchte ich das nicht.

Tja, das ist alles so umfassend. Ich sehe so viele Baustellen, die wir nicht lösen können, die wir teilweise auch nicht lösen wollen. Irgendwie warte ich innerlich immer darauf, dass was passiert, der große Knall kommt, mir irgendwie die Entscheidung abgenommen wird.

So, das waren mal meine Gedanken, die mir die ganze Zeit schon im Kopf rumschwirren.

Danke fürs lese!

LG Sandy

Beitrag von myszka76 10.05.10 - 11:28 Uhr

Hallo Sandy,

hhm schwierige Situation. Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, dass Du Dein Leben evtl. vergeudest? Du scheinst nicht zufrieden zu sein und er auch nicht. Vielleicht solltet Ihr mal in Ruhe darüber reden, wie Ihr Euch Eure gemeinsame Zukunft vorstellt.
Es ist schade, dass Ihr so nebeneinander herlebt. Irgendwie gemeinsam und doch jeder für sich einsam....
Wenn Du Ekel vor ihm empfindest, ist es doch auch nicht schön für Dich. Klar wg. Kindern nimmt man schon einiges auf sich, aber wenn man unzufrieden ist, sollte man was tun. Das Leben ist zu schön.

Wenn ich mir meine Eltern vorstelle - mmmh. Meine Mama hätte sich vor langer Zeit trennen sollen, dann wäre ihr Leben besser verlaufen. Versteh mich nicht falsch - ich liebe meine Eltern. Aber es ist einfach schade, wenn man auch als Kind merkt, dass die Eltern eigentlich ihr eigenes Leben aufopfern nur um als "Familie" zu fungieren.

Deine Kids merken doch auch, dass nicht alles in Ordnung ist...

myszka

Beitrag von asimbonanga 10.05.10 - 16:40 Uhr

Hallo,
klingt Alles doch recht lieblos--------deine körperliche Abneigung finde ich bedenklich.
Abwarten ist ja bei einer langjährigen Beziehung nicht mal das Schlechteste-nur ein Limit würde ich mir setzen.
Natürlich müsstest du mit den Veränderungen anfangen und konkret formulieren was sich ändern soll.Das ist mühsam und anstrengend-vor allem in dieser gefühlsmäßigen Flaute.
Hast du dir schon mal überlegt, wie du dich mit einem zugewandten, liebevollen, zeit fordernden Partner fühlen würdest-hattest du schon mal so eine innige Beziehung??

Ich glaube wenn man nur der Kinder wegen zusammen bleibt rächt sich das irgendwann .
Die Kinder wachsen in einer lieblosen Ehe auf, viele Frauen entwickeln psychosomatische Beschwerden u.s.w.

Wenn ein Leidensdruck vorhanden ist, wirst du handeln.Leider werden einem Entscheidungen nicht abgenommen.

L.G.

Beitrag von auchohnename 10.05.10 - 16:40 Uhr

Hallo Sandy,
Du könntest meine Frau sein :-) Wir sind ebenso lange verheiratet, ebenso viele Kinder, ein ebensolches Sexualleben mit permanenten Verletzungen, Züruckweisungen usw.

Wenn Du Deinen Mann nicht mehr liebst, oder glaubst, ihn nicht mehr zu lieben, sei wenigstens so fair und sag ihm das. Und sprich dann die Trennung aus, geh. Und zwar, bevor er anfängt, Dich zu verletzen, indem er sich eine andere sucht. (Oder willst Du genau das, damit Du nicht "Schuld" bist?)
Oder fang an, an Deinen / Euren Problemen zu arbeiten. Dein Ekelgefühl hat einen oder mehrere Gründe. Finde sie, oder Du wirst sie beim Nächsten wieder haben.
Freiräume braucht jeder - die sind nicht das Problem.

Meine Frau hat gerade eine Beziehungspause verordnet - das wird wohl ebenso auf eine Trennung hinauslaufen. Oder vielleicht nicht, denn sie ist dabei, über sich selber einiges herauszufinden.
Ja, und bei mir sind die Kinder mein ein und alles - wenn die Trennung kommen sollte, bin ich alleinerziehend, die lasse ich mir nicht nehmen.

Viele Grüße und gute Gedanken!
Andi

Beitrag von versteh dich 13.05.10 - 09:15 Uhr

Hallo Sandy!

Ich hab deinen Beitrag gelesen,und hab gedacht ich selbst hab ihn so in etwa geschrieben.
Bei mir kommt nun aber noch dazu,das ich einen anderen Mann kennengelernt habe,der mir ganz schön unter die Haut geht.Also ich hab kein Verhältnis mit ihm,wird auch sicher nicht dazu kommen,aber ich finde ihn toll.Er ist anders als mein Mann.
Ich fühle mich hin und her gerissen.
Wenn ich mich trenne,dann aber nicht wegen einem anderen Mann.Der weiss ja noch nichtmal das ich ihn irgentwie gut finde.
Ach das Leben kann schon manchmal ganz schön schwer sein.
Im Moment fühle ich mich wie auf einer Achterbahn,himmelhoch jauchzend-zu tode betrübt.
Aber ich sag immer wieder Kopf hoch es muss ja weiter gehen.
Und ist der Weg auch noch so steil,a Bissel was geht allerweil.
Ich werde an dich denken und drück dir alle Daumen,das es wieder vorwärts geht.

Versteh dich