Papa gestorben, Erinnerungen sind wie ausgelöscht

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von claudia0023 10.05.10 - 10:51 Uhr

Hallo,

am 24.04.10 ist plötzlich mein Papa gestorben. Er hatte 3-4 Wochen schon Wasser, aber keiner der 3 Ärzte hielten es für notwendig ihn ins Kh zu überweisen. Blut, Herz usw. waren alles ok. An dem Samstag sah ich ihn noch Kaffee trinken als ich zur Arbeit fuhr. Mein Sohn sah noch fern mit ihm. Und dann ging alles ganz schnell.....Denke er hat es selber nicht geahnt wie ernst es ist. Um 10.35 bekam ich noch ne Sms von meinem Mann. Er fährt ihn ins Kh, Wasser in der Lunge. Will kein Risiko eingehen.Um elf rief ich zuhause an. Soll mich beeilen....weiter nichts mehr gesagt. Da war Notarzt schon informiert. Er erstickte am Wasser und trotz langer Versuche kehrte er nicht mehr zurück.
Seh immer noch die Bilder, wie er am Boden liegt. Ganz friedlich der Gesichtsausdruck. Aber nur eine Hülle, in der er leben durfte. Wie machtlos der Mensch dann doch ist. Es vergeht fast kein Tag, wo ich weine. Denke stundenlang an ihm. Aber doch wenn ich Bilder anschaue, kenn ich ihn, kommt er mir aber so fremd vor. Als wäre er auf Kur, schlimmer noch, als wäre er gar nicht da gewesen. Das macht mich so traurig.... Will ihn doch gar nicht so schnell vergessen! Dazu kommen noch die Schuldgefühle. Vor allem bei meinem Mann. Er hätte in der Klinik behandeln werden müssen, vielleicht wäre er dann noch da. Aber freiwillig ging er nicht zum Arzt, vor allem schon nicht in ein Kh. Den Krebs hatte er besiegt, das Wasser leider nicht. Aber so durfte er zuhause sterben und war nicht alleine im Kh an irgendwelchen geräten....

Vermiss Dich,

Beitrag von carolinchen263 10.05.10 - 11:06 Uhr

es tut mir sehr leid, dass dein papa gehen musste, vor allem dass du nun so hilflos dastehst und dir vorwuerfe machst. die aerzte haetten sicherlich etwas erkennen muessen, zumindest weitere untersuchungen veranlassen oder beobachten, aber das ist ein anderes thema...
wegen der erinnerungen denke ich, dass das im moment eher so eine art schock ist, du hast das noch nicht verarbeitet, dass er nicht mehr da ist, deshalb faellt es dir schwer auf kommando schoene erinnerungen aufzurufen, wenn da so viel schlimmes unverarbeitet "im weg steht". wenn etwas zeit vergeht, wird das sicher wieder besser, und auch wenn es dir deinen papa leider nicht wieder geben kann, wird es wieder zeiten geben, in denen du die erinnerungen haben wirst, die dein papa sicher auch wollte, dass du sie dir speicherst.

ich wuensche dir alles gute und ganz viel kraft.

lg carolin

Beitrag von twins-08 10.05.10 - 12:38 Uhr

#liebdrueck

#kerze

Beitrag von schullek 10.05.10 - 15:00 Uhr

hallo,
#ich kann mir vorstellen, dass du noch unter schock stehst und deshalb das gefühl hast, deine erinnerungen wären weg. du musst zulassen, das du trauerst und darüber wirst du lernen mit dem schmerz und verlust umzugehen.
so etwas und vor allem, wie es bei euch passiert ist, steckt man nicht mal so eben weg, schon gar nicht nach nur 3 wochen.
mein vater ist genau heute seit 16 jahren tot. das ist 2 jahre länger als ich ihn kannte. und ich habe noch sehr viele erinnerungen. alle. was aber am wichtigsten ist: das gefühl bleibt und das lässt sich auch nicht auslöschen. dir liebe die wir füreinander hatten, er zu mir und ich zu ihm. die in unserer familie herrschte, die geht nicht weg. die bleibt für immer.
glaub mir, die erinnerungen kommen udn weden dich in den verschiedensten momentan überraschen. manchmal werden sie dich traurig machen aber mit der zeit wirst du diese momente mehr und mehr zu schätzen wissen.
ich habe sehr viele jahre sehr viel geträumt. nach kurzer zeit schon habe ich auf diese träume gehofft, auch wenn sie vom inhalt her oft anstrengend waren. im traum habe ich seine stimme gehört, sah ihn gehen udn laufen, wie er es getan hat.
und du hast doch noch den großen vorteil, dass du erwachsen bist. du hast so viel zeit mit ihm verbracht, das vegeht nicht einfach so.

lass euch allen zeit zu trauern und dann freu dich über das leben deines vaters, eure liebe zueinander, die immer bestehen bleibt.

lg

Beitrag von ninikuh 10.05.10 - 21:43 Uhr

hallo mein herzliches beileid
#kerze#kerze eine für deinen vater einen für meinen, er ist am donnerstag plötzlich verstorben ganz unerwartet ist er aus unseren leben gerissen worden
und ich komme gar nicht klar, denke nur an ihn uns vergesse auch nicht als ich ihn dort tot liegen sehen habe, kann nachts nicht schlafen und habe angst vor dunkelheit
ich wünsche dir ganz viel kraft wenn du lust hast melde dich bei mir habe gelesen das du auch erst 31 bist ich bin 29
würde mich freuen jemanden zu haben mit dem ich mein leid teilen kann
lg und alles erdenklich gute

Beitrag von alegrastach 11.05.10 - 13:28 Uhr

Hallo, mein Papa ist am 23.04.2010 plötzlich verstorben, er war erst 61. Bei mir ist es umgekehrt. Ich sehe sein Gesicht vor mir in jeder Stunde des Tages, höre seine Stimme und habe wahnsinnige Angst es zu verlieren. Sicher wird das Bild mit der Zeit verblaßen, muß wohl auch, denn zur Zeit fehlt er mir so sehr, dass ich das Gefühl habe ich werde wahnsinnig.

Liebe Grüße Alegra

Beitrag von julimond28 11.05.10 - 22:45 Uhr

Hallo ihr Lieben,

mein papa ist am 26.04.2010 gestorben! Er hatte Krebs (darmkrebs mit Lebermetastasen), aber daran ist er nicht gestorben!

Er hatte eine ganz gemeine Lungenentzündung und er hat so gekämpft!
Mein Papa hat mir ALLES bedeutet! Er war einfach nur ein wahnsinnig toller papa, er wusste alles, hat immer zugehört und, und, und....
Ich habe ihn einfach über alles geliebt!

Eine Woche vorher, sein Allgemeinzustand hatte sich schon einige wochen vorher sehr verschlechtert, wollte er ins krankenhaus! Von da an ging es einfach täglich bergab! Wir sind durch die hölle gegangen! Aber das schlimmste ist, er auch!
Ich hätte alles gegeben um ihm etwas von dem leid abnehmen zu können!
Die letzte Nacht als er sich noch einigermaßen verständigen konnte habe ich an seinem Bett gesessen und er hat gesagt er hätte langeweile! Ich habe ihm daraufhin den fernseher eingeschaltet und ihm den kopfhörer neben den kopf gelegt!
Am morgen bin ich kurz nach hause gefahren, als ich das Zimmer verlassen hab, hat er mir zugezwinkert!

Ich würde alles geben ihn nochmal zu berühren, zu riechen, zu küssen!!
Ich habe wahnsinnige angst ihn zu vergessen, wie er aussah, den klang seiner Stimme usw.
Ich kann mir nicht vorstellen ihn niemals wieder zu sehen!!
Aber das geht euch wahrscheinlich genauso!

Ich wünsche uns ganz viel Kraft irgendwann mit einem lächeln auf dem gesicht an unsere papas zu denken!
eure julimond