Zwischenstand! Wir sind aus der Autismustherapie geflogen!

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von jeani1504 10.05.10 - 11:34 Uhr

Hallöchen,

entschuldigt das ich extra einen neuen Theard eröffne, aber ich denke dieser kann anderen Betroffenden vllt. weiterhelfen?!

Wir haben nun in unserem Zuständigen Autismuszentrum "Kleine Wege" angerufen und endlich mal die Chefin erreicht. Wir haben ihr dann erklärt, worum es uns geht, wo die Problematik liegt usw. richtig zu Wort ist man wieder nicht gekommen! Sie wusste auch davon dass wir seit 1 Jahr das Gespräch mit ihr suchen, aber zurück melden wollte sie sich nicht, kein Bedarf! Ich bin von dem Gespräch total geschockt, sie war total pampig und meinte " Gut, dann ist die Therapie hiermit beendet und ein anderes Kind bekommt den Platz ihres Sohnes!" #schock

Im übrigen Therapieren die gar nicht, es wird nur per TEACCH-Methode gefördert! Wie kann das sein, bei so vielen verschiedenen Formen und Schweregraden? Und dann sind die, das einzigste Autismuszentrum was für das Eichsfeld zuständig ist! Kann ja nicht sein!

Wir wenden uns nun an einen Kinderpsychologen, mit der festen Überzeugung das wir dort besser aufgehoben sind!

Vielen Dank nochmal für eure Unterstützung! #blume

Beitrag von nanoukaladar 10.05.10 - 12:47 Uhr

Sei dankbar.
Naja, auch wütend sein ist okay, aber letztendlich ist es für euch und besonders deinen Sohn nur positiv.

Eine mit mir befreundete Autistin hat mal gesagt: jeder Therapieversuch an Autisten, vorgenommen von Nicht-Autisten, sollte ein Offizialdelikt sein und mit Zuchthaus bestraft werden.

Zugegeben, etwas krass ausgedrückt, aber letztendlich massen sich gerade im Bereich "Autismus" viele Leute seeehhr viel an.
Autisten sind keine minderwertigen, kranken Dödel, es sind Menschen mit anderer Wahrnehmung, anderen Bedürfnissen, anderen Talenten und Begabungen, sie sind gleichwertig (naja, für mich als "Autismusfreund" gilt das nur vom Verstand her, vom Herz her ziehe ich Autisten vor ;-))

Beitrag von jeani1504 10.05.10 - 13:59 Uhr

Irgendwie sind wir auch total erleichertet. Unser Sohn wurde ja auch als "dumm" hingestellt und das ist er wirklich nicht! Er ist auf seinen interessengebieten total begeistert und war vom TEACCH Programm der Autismustherapeutin gelangweilt (durften ja einmal zugucken!) Ich denke da wie du, und leider scheinen die Therapeuten, Autisten in eine Schiene zu drücken, was ich auch für verkehrt halte, wie du ja auch selber weißt, gibt es so viele verschiedene Formen, Schweregrade ect. deshalb wundert es mich, das sich ein Autismuszentrum uns gegenüber so unprofessionell verhalten hat.

Wir schauen nun nach vorne. :-)

Beitrag von nanoukaladar 10.05.10 - 15:09 Uhr

Unser Sohn hat als einzige Therapie eine Sozialverhaltenstherapie beim Psychologen. Ist zwar eine Farce, aber da er sehr gerne hingeht macht das ja nichts.
Die eigentliche "Therapie" machen wir Eltern und er selber, in Form des ständigen Übens des Perspektivenwechsels, des immerwiederkehrenden Analysierens von Alltagssituationen.
Die benötigte "Lernstruktur für die Schule" erarbeiten mit ihm zwei 18jährige Gymnasiasten, je zwei Stunden pro Woche....

Manchmal könnte ich Kreischen, weil es einfach keine adäquate Hilfe gibt, niemand ist zuständig, niemand hilft bei der Finanzierung (wir leben in der Schweiz), den gesamten Mehraufwand, und der ist immens, tragen wir alleine.

Ich hatte soeben mit meinem 13jährigen Sohn (hochbegabter Aspereger-Autist) eine Diskussion.
Er fragte mal wieder, warum er behindert sein solle.

Ich habs ihm dann so erklärt, er solle sich beim Fussmarsch an den Bahnhof mal überlegen, wie es wäre, wenn er im Rollstuhl sässe. Obschon es geniale Rollstühle gibt und äusserst talentierte Rollstuhlfahrer wäre die Strecke wegen den vielen Schwellen und Stufen äusserst mühsam und anstrengend.
Ähnlich verhält es sich halt mit den Bedürfnissen und Wahrnehmungen des Autisten im Kontext zur ihn umgebenden Realität "der neurotypischen Menschen".

Beitrag von skbochum 10.05.10 - 15:05 Uhr

Hallo,

das hört sich wirklich alles sehr anstrengend an. Scheint also wirklich nicht zu passen.

Den Teil den ich noch nicht nachvollziehen kann ist die Uneinigkeit der Therapie. Das Autismuszentrum bietet die TEACCH-Methode an und du möchtest eine Verhaltenstherapie, hab ich das richtig verstanden?
Aus welchem Grund seid ihr dann seit einem Jahr dort, wenn das Zentrum doch klar vorher sagt, welche Therapieform sie anbieten?

Vielleicht solltest du nach einer Therapieform suchen, die du als Mutter akzeptieren kannst #liebdrueck ansonsten wird es meiner Meinung nach auch nicht viel bringen, wenn sich Therapeuten, Erzieher und Eltern nicht einig werden können.

Was ich natürlich als Mama gut nachvollziehen kann ist die Wut, nicht die Hilfe zu bekommen, die man möchte.
Wenn du allerdings die Arbeit vom KiGa nicht gut finden kannst und auch die Kompetenz anzweifelst macht es dort meiner Meinung nach keinen Sinn.

GrussGruss und guten Entscheidungen wünsch ich dir!