Meine Mutter macht mich krank.. Vorsicht LANG

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von eule0879 10.05.10 - 15:01 Uhr

Hallo ihr Lieben,

ich weis gar nicht wo ich anfangen soll. Wird sicher ein langer Text, also jetzt schonmal ein Dank an alle, die bis zum Ende durchhalten...

Die Beziehung zu meiner Mutter war schon immer sehr schwierig. Nicht nur für mich, sondern auch für meine vier Geschwister, von denen inzwischen übrigens keiner mehr Kontakt zu ihr hat. Aus mir völlig verständlichen und nachvollziehbaren Gründen!

Meine Mutter hatte ganz sicher kein einfaches Leben. Sie ist jetzt fast 72, war 3x verheiratet und hat sehr viel mitmachen müssen. Was im Einzelenen möchte ich hier gar nicht schreiben. Ich denke es reicht zu erwähnen, dass es schlimm genug war, dass meine Mutter psychisch einige Wunden zurückbehalten hat. Panikattacken, egozentrisches Verhalten, Verlustängste und meiner Meinung nach ein recht realitätsfremdes Weltbild, immer im Mittelpunkt stehen wollen, Aufmerksamkeit auf sich ziehen egal wie etc...

Schon als junges Mädchen hat sie mir gezeigt, wie sehr emotional abhängig sie von mir ist und hat mich damit emotional erpresst. Ich war 13 und im Ferienlager, als sie mir einen Brief schrieb in dem stand, dass sie sich wie amputiert von mir fühle weil ich so weit weg sei (war das erste mal alleine längere Zeit von zu Hause fort) und das es ganz schrecklich für sie sei, dass ich mich noch gar nicht bei ihr gemeldet hätte etc... Da schrieb sie mir auch von den schlimmen Erlebnissen ihrer zweiten Ehe. Hallo? Ich war 13 und musste Dinge lesen, die man heute in schlechten Krimis zu sehen bekommt. Vielen Dank Mama! Ich wusste nicht wohin mit mir, meinen Gefühlen, meinen Schuldgefühlen weil ich jetzt soweit weg von ihr war... Zum Glück hatte ich eine nette Gruppenleiterin, die sich stundenlang mit mir darüber unterhielt und bei der ich meine Ängste und Sorgen loswerden konnte.

So zog es sich durch mein ganzes Leben. Wie oft wollte sie sich umbringen wenn sie im Streit mit meinem Vater nicht weiter wusste mit Argumenten. Sie schloss sich im Gäste-WC ein wo der Medizinschrank war und es war ihr egal, dass ihre kleine Tochter (ich) schreiend und gegen die Tür hämmernd draussen stand und Angst hatte, ihre Mutter würde sich etwas antun. Wie oft ist sie einfach im Streit weggelaufen und mein Vater ist los um sie zu suchen. Ich saß oft weinend auf der Treppe und hoffte, Papa würde meine Mama ganz schnell finden.

Später als mein Vater starb erpresse sie meine Aufmerksamkeit auch häuffiger damit, dass sie Suizid androhte. Ich war nach dem Tot meines Vaters ständig für sie da. Ich war damals gerade 20. Irgendwann übermannte mich der ganze Stress (hab meine eigene Trauer verdrängt um für Mutter da zu sein) und es kam bei mir zur ersten Panikattacke. Hatte das dann eine ganze Weile sehr sehr schlimm, dass ich nichtmal mehr alleine einkaufen gehen konnte, geschweigedenn alleine eine Nacht in meiner Wohnung verbringen etc.. In dieser Phase hatte meine Mutter einen neuen Partner und sie hat mich hängen lassen. Ich seih doch nocht totkrank hat sie gesagt! Sie bereut das inzwischen, vergessen kann ich es dennoch nicht.

Irgendwann hatte ich dann auch ein halbes Jahr keinen Kontakt mehr zu ihr, weil ich nicht mehr konnte. Sie bombadierte mich mit Briefen, in denen sie mir immer wieder durch's Hintertürchen vorwarf, dass ich zu wenig Zeit für sie hätte.

Sie ist seit dem Tot meines Vaters sehr einsam. Meiner Meinung nach.. selber SChuld! Sorry.. sie hat nie gelernt sich einen Freundeskreis aufzubauen, da sie immer einen Partner hatte. Ich habe ihr schon so oft Möglichkeiten aufgezeigt, die sie in Angriff nehmen könnte. Von der Gemeinde im Ort gibt es viele Aktivitäten. Aber sie meint, da geht eh niemand hin und das will eh keiner. Das ist nur ein Beispiel von ganz ganz vielen. Meiner Meinung nach ist sie die Einzige, die das nicht will! Sie schafft es selbst nicht, sich einen Freundeskreis aufzubauen (bis auf einige Brieffreundinnen und eine Freundin zu der sie ab und zu zum Kaffee geht) und jammert mir ständig die Ohren voll, wie einsam sie doch wäre und das sie oft betet am nächsten morgen nicht mehr aufzuwachen, damit sie endlich Ruhe und Frieden hat.

Seit 3 Monaten habe ich einen neuen Partner. Vorher bin ich ab und zu am Wochenende mal zum Essen zu ihr gefahren. Das habe ich jetzt die letzten 3 Monate nicht mehr gemacht, da ich meinen Partner nur am Wochenende sehe. Bin dafür dann halt mal unter der Woche hin. Aber natürlich weniger. Denn.. als ich ihr erzählte, dass ich einen neuen Partner habe (hab auch grad ne ziemliche Sch...... hinter mir, lebe in Scheidung etc...) war ihr erster Kommentar: "Na toll, dann habe ich ja jetzt gar nichts mehr von dir!" (in weinerlicher Stimme)

Statt sich mal zu freuen für mich, geht es wieder einmal nur um sie und ihre Bedürfnisse. Da war ich schon wieder so wütend (Stichwort emotionale Erpressung), dass ich schon kaum mehr Lust hatte zu ihr zu fahren. Seitdem bombadiert sie mich ständig mit Briefen in denen sie mir vorhält, dass andere Töchter und Söhne ihre Mütter auch öfter mal abholen und sich um sie kümmern, obwohl sie berufstätig sind etc.. Und sie wäre ja auch immer Arbeiten gewesen und hätte trotzdem Zeit gehabt für ihre Eltert und ihre Kinder und und und ... Was das mit anderen Worten heissen soll, muss ich hier glaube ich nicht schreiben. Aber wenn ich sie drauf anspreche verstehe ich das natürlich alles total falsch und das sind keine Vorwürfe. Ich sei nur einafch nicht so belastbar und sie wüsste ja gar nicht woher ich das habe, sie hätte schliesslich auch gelernt zu kämpfen und wenn das nicht so gewesen wäre, wäre sie heute nicht mehr am Leben. Grrrrrrrrrrr

Gestern schrieb sie mir, dass ich für andere Leute viel mehr Zeit hätte als für sie und wieder der indirekte Vorwurf, dass andere Töchter und Söhne sich mehr kümmern. Sie müsse sogar schon draussen lügen wenn sie gefragt würde, wo sie über die Feiertage (Weihnachten, Ostern) gewesen sei, damit sie sich nicht schlecht fühlen müsse den anderen gegenüber. Denn die würden ja schliesslich öfter als nur einen Tag (wie ich das immer mache) geholt oder besucht.

Heute schreibt sie mir dann, dass sie seit Monaten nicht geduscht oder gebadet habe, weil sie nicht mehr aus der Wanne kommt. Aber weil ich ja soo im Stress sei, würde sie mich damit nicht belasten wollen.

Ja ne is klar... Was tut sie denn damit bitte? Sie wirft mir indirekt vor, dass ich mich nicht um sie kümmere. Aber sorry, selbst wenn ich die Zeit hätte, ich würde sie dennoch nicht pflegen. Könnte ich gar nicht. Da muss sie sich bitte einen Pflegedienst suchen.

Und klar, ich bin viel unterwegs, arbeite lange und muss nach der Arbeit immer erstmal Heim, weil ich meinen Hund versorgen muss etc... Da bleibt wenig Zeit, aber ich könnte es nat. öfter einrichten zu ihr zu fahren. Aber ich will nicht. Weil sie mich wütend macht, mir ständig ein schlechtes Gewissen einredet und ich doch zu ihr fahren möchte, weil ich es WILL und nicht weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Hab schon wieder Ohrensausen und häufiger Panikattacken, weil mich das alles ziemlich unter Druck setzt. Am liebsten würde ich den Kontakt abbrechen, weil es mir einfach überhaupt nicht gut tut. Aber ich kann nicht.. Ich bin die letzte ihrer Kinder die noch Kontakt zu ihr hat und kann sie doch nicht im Stich lassen? Andererseits macht sie mich krank. Ernsthaft! Das was ich hier geschrieben habe ist nur ein klitzekleiner Ausschnitt aus einem großen Ganzen, ich könnte ewig so weiter machen. Ich kann langsam nicht mehr.. Kennt das einer von euch? Was würdet ihr tun?

Ihr zu sagen, dass ich nur noch zu den Feiertagen komme und wir z. B. einmal die Woche telefonieren und ansonsten nichts.. funktioniert nicht. Habe ich auch schon versucht. Sie hält sich nicht dran. Dann werde ich wöchentlich mit Jammerbriefen bombadiert.....


Ich hatte mir nach alldem vorgenommen den Kontakt zu meiner Mutter erstmal zu unterbrechen und zu schauen, dass ich wieder in die Reihe komme.. Ich hatte mir eingeräumt, viell. irgendwann noch einmal mit mir in Ruhe über alles zu sprechen, aber erstmal sollte dafür etwas Zeit vergehen und sie sollte auch merken, dass es so einfach nicht mehr weitergehen kann.

Sie rief mich eines Tages an (mit unterdrückter Nummer während meiner Arbeitszeit) und fragte, ob ich mich überhaupt noch mal melden würde. Ich antworte: "Nein, ehrlich gesagt habe ich im Moment die Nase gestrichen voll....." weiter kam ich nicht. Sie legte auf. Ich wollte ihr noch erklären warum, wieso und dass ich ihr das in einem Brief schreiben werde. Aber dazu kam ich wie gesagt nicht. Das war kurz vor Ostern. Ich WUSSTE!!! da kommt irgendwas!

Einen Tag vor Ostern kam auch was. Eine Postkarte!!! (Der Briefträger der die gelesen hat, hat sich sicher gefreut......). Sie fragte mich, ob ich jetzt besser und ruhiger schlafen könne? Ihre Tür würde immer für mich offen stehen, aber sie würde sich künftig hüten auch nur ein falsches Wort zu sagen. Die Vorwürfe die ich mir einbilde würde ich mir doch schon immer selbst machen, weil ich wüsste, dass ich mich ihr gegenüber falsch verhalten würde. Ich hätte zwei Gesichter, von ihr und Papa hätte ich das nicht und ich hätte auch schon andere Leute verprellt. Sie hofft, dass mal jemand für mich da ist wenn ich mal alt würde. Seit ich meinen neuen Freund hätte, würde ich sie abschieben, weil sie mir jetzt lästig wäre. (so ein SCHWACHSINN!!!!!!) Und der schlimmste Satz für mich war: "Dein neues Leben wird dir kein Glück bringen, dass war brutal was du getan hast!"

Das stand also auf einer Postkarte.. Es stand noch mehr drauf, aber das war so der Kern...

Ich war völlig fassungslos und das Wochenende bei der Familie meines Freundes (Ostern) war für mich die Hölle. Heile Familienwelt, auch wenn alle noch so lieb zu mir waren, war irgendwie das Letzte was ich brauchte.

Ich reagierte auf die Karte nicht und nahm mir vor, ab jetzt einfach alles zu ignorieren, was von meiner Mutter kam. Ich konnte einfach nicht mehr, es war zuviel!

Irgendwann kam dann eine typische SMS von ihr, dass jetzt der Fall eingetretetn sei den sie nie wollte, aber das sie laut Arzt jetzt viel Ruhe halten solle und an's Bett gefesselt wäre. Na super.. das war mal wieder so eine typische SMS, in der sie um Hilfe bat, ohne dies wirklich auszusprechen. Ich hab hin und her überlegt ob ich das ruhigen Gewissens ignorieren kann. Nein, konnte ich nicht. Ich informierte mich bei ihrem Hausarzt über ihren Gesundheitstzustand (alles zum Glück nicht gar so tragisch schlimm) und bot ihr per SMS an für sie einzukaufen und ihr die Sachen vor die Tür zu stellen. Mehr könne ich nicht für sie tun.

Sie bedankte sich per SMS auch noch ganz freundlich für mein Angebot, meinte aber sie brauche derzeit nichts. Sie brauchte auch die Wochen danach offensichtlich nichts.

Irgendwann fragte sie mich (wieder per SMS), ob ich ihr 10 € leihen könne, sie hätte soviele Medikamente gebraucht, dass sie jetzt kein Geld mehr habe. Ich schrieb ihr, dass ich ihr das Geld schicken würde. Konnte sie doch nicht so ganz hängen lassen...

Ich schaffte es am Wochenende nicht noch Briefmarken zu kaufen, also fuhr ich Montags nach der Arbeit bei ihr vorbei, legte 10 € in einen Kuvert und warf ihn kommentarlos in ihren Briefkasten. Sorry, aber nach der netten Osterkarte war ich zu mehr auch nicht bereit.

Ein paar Tage später sendete sie mir das Geld zurück mit einem Zettel auf dem in etwas folgendes stand: " Nur einem Hund wirft man einen Knochen for die Füsse, so wie du mir "sinnbildlich" das Geld vor die Füsse geworfen hast. Ich bin schlisslich kein Stück Dreck, sondern immer noch eine Mutter die dich liebt. Du hast mir (sinnbildlich) das Herz aus der Brust gerissen!"

Ich habe ihr daraufhin folgendes geschrieben (wollte nur noch meine Ruhe!!!): "Danke für das Geld, es ist angekommen. Nach deiner "netten" Osterkarte kannst du froh sein, dass ich überhaupt bereit war noch irgendetwas für dich zu tun. Von nun an hast du gar nichts mehr von mir zu erwarten! Vielleicht reden wir irgendwann einmal darüber, aber dass muss dann von dir ausgehen!"

Es kam erst einmal nichts und dann, ein paar Tage später schrieb sie mir, dass sie erstmal einiges verdauen müsse und über einiges nachdenken müsse, dann könnten wir gerne reden. Oh, ich dachte wirklich man könne sich nochmal an einen Tisch setzen und war bereit, dies auch in Ruhe zu tun wenn etwas von ihr käme.

Ein paar Tage später kam wieder, dass sie noch etwas Zeit bräuchte, sie mich dann aber bei sich zum Essen oder Kaffe einladen würde und sie hofft, dass ich ihre Einladung dann annehmen würde. Ich antwortete nicht, denn ich wusste ganz genau, dass meine Mutter dann wieder die Schiene fahren würde, die sie ihr ganzes Leben gefahren ist. Man streitet sich und 2 Stunden später tut man so, als wäre NICHTS gewesen und redet wieder ganz normal miteinander. Das wäre hier auch passiert. Wir hätten vielleicht (wenn ICH das Thema angeschnitten hätte) nochmal kurz drüber geredet, aber sie hätte das wieder alles als nicht so schlimm abgetan und damit wäre der Käse für sie gegessen. Ich wollte weiter auf ihre "Einladung" zum Gespräch warten. Schliesslich war ja sie es, die um Zeit gebeten hatte um nachzudenken.

Tja.. dann kam gestern aber wieder eine SMS, die das Fass für mich jetzt endgültig zum Überlaufen brachte: "Ich bedanke mich für den schönen Muttertag. Du bist genau so stur und nachtragend wie deine verstorbene Oma und genau so schnell beleidigt wie meine Mutter. Über deinen Schatten springen kannst du nicht. Von Papa und mir hast du das nicht. Wir konnten über unseren Schatten springen und auch verzeihen. Ausserdem läd man an dem Tag nicht ein, man kommt. Hoffe, du hattest einen schönen Tag."

Damit ist das Thema jetzt für mich echt durch. Die lässt keine Gelegenheit aus um mir Vorwürfe zu machen und mich nieder zu machen! Keine einzige! Und keine einzige Sekunde kommt von ihr auch nur der kleinste Ansatz einer Entschuldigung, oder ein Satz der mich daran glauben lassen könnte, dass sie auch mal ihre eigenen Fehler reflektiert und diese nicht ständig bei mir, ihrer bösen Tochter, sucht... Ich kann das nicht mehr... Es REICHT!


LG EULE

Beitrag von eule0879 10.05.10 - 15:07 Uhr

Oh es ist glaube ich etwas unverständlich wegen der Zeitangaben.. Einen Teil (den ersten) habe ich vor einer ganzen Weile geschrieben, den Rest heute. Das macht es verständlicher .....

Beitrag von xyz74 10.05.10 - 15:29 Uhr

Sehr langer Text.
Stellenweise musste ich an meine Mutter denken.
Die hat das mit der emotionalen Erpressung auch gut drauf (gehabt).
Hat sich erst gelegt, seit ich ihr klipp und klar gesagt haben, dass sie eine Tochter verliert wenn sie sich weiterhin so benimmt.
Da sie mich kennt und weiß, dass ich nie leere Drohungen ausspreche, ist es besser geworden. Nicht perfekt aber für ihre Verhältnisse ok.
Wenn es sie doch ansatzweise mal wieder reitet, muss ich zum Glück nur noch eine Augenbraue hochziehen, dann weiß sie was die Uhr geschlagen hat.

In Deinem Fall, muss man leider sagen:
Briefe ungeöffnet zurückgehen lassen.
SMS ungelesen löschen
AB am Telefon vorschalten

Manche Leute brauchen die harte Nummer.

Beitrag von eule0879 10.05.10 - 16:05 Uhr

Mein Verstand sagt mir genau das auch! Wenn ich das nur so durchziehen könnte... Leider habe ich doch immer wieder ein schlechtes Gewissen, weil sie mir leid tut, weil ich das letzte bischen Familie bin, was sie noch hat. Andererseits ist sie genau das selber Schuld. Sie hat noch 4 weitere Kinder (3 eigene, 1 Stiefsohn) und inzwischen 3 Enkelsöhne, die sie alle nicht zu Gesicht kriegt....

Beitrag von ja-wer-schon 10.05.10 - 15:32 Uhr

Liebe Eule,
in meinen Augen ist das einfach "Psychoterror" pur.
Hab mit meiner Mutter auch so einiges durchgemacht (wenn auch bei weitem nicht so heftig wie dein Fall), sie drohte uns als Kindern auch immer mit Selbstmord, wenn wir nicht artig waren, uns stritten oder ihre Anweisungen nicht befolgten.
Noch heute ist es so, daß ich genau aufpassen muß, was ich sage, weil sie sonst sofort beleidigt ist, losheult etc....
Fakt ist, du wirst tun und machen können was du willst, du wirst es ihr nie rechtmachen können, weil SIE nämlich Probleme hat.
Die einzige Überlegung wäre vielleicht, ob du dich mal ihrem Hausarzt (falls sie einen solchen hat, den sie regelmäßig aufsucht und der sie kennt) anvertraust. Vielleicht stößt du da auf offene Ohren und er kann sie irgendwie beeinflussen.
Du wirst sie nicht ändern können, eher dich kaputtmachen. Man ist durch solche Erfahrungen eh geprägt fürs Leben.... Es ist so!
LG
C.

Beitrag von eule0879 10.05.10 - 16:09 Uhr

Liebe C.

Ja Pschoterror trifft den Nagel auf den Kopf. Ich bin auch völlig runter mit den Nerven momentan.. Vorhin rief die Freundin meiner Mutter an und wollte mit mir über alles reden. Ich hab nur geweint, gezittert und gebettelt, sie solle mich damit in Ruhe lassen. Sie hatte zum Glück verständnis und hat selbst schon geblickt, dass das bei meiner Mutter was nicht stimmen kann, wenn alle Kinder sich von ihr abwenden. Mit ihr werde ich vielleicht nochmal in Ruhe über alles reden. Sie kennt meine Mutter und ist ein sehr verständnisvoller Mensch. Viell. gehts mir danach wenigstens was besser...

Bei ihrem Hausarzt habe ich schonmal etwas durchblicken lassen (hab mich ja damals nach ihrem Gesundheitszustand erkundigt).. Irgendwie war der Mann komisch und ich weis nicht, ob ich da arg weit kommen würde. Aber einen Versuch ist es nat. wert...

Alles nicht so leicht. Hab das Gefühl ich hab ein Engelchen und ein Teufelchen auf der Schulter sitzen udn bin hin- und hergerissen.

LG/ K.

Beitrag von eule0879 10.05.10 - 16:37 Uhr

Und eben geht mein Telefon auf der Arbeit.. Ich hab heut Mittag in der ersten Wut versucht sie anzurufen weil ich dachte sie kapiert es eher, wenn ich ihr am Telefon sage, dass sie mich in Ruhe lassen soll. Sie ging aber nicht ran. Im Nachhinein war ich froh darüber. Sie rief eben zurück, ich ging nicht ran als ich ihre Nummer sah. 10 Min. später ging das Telefon mit unbekannter Nummer. Ich ging ran, kann ja auch dienstlich sein. Sie war dran! Ich hab ihr nur mehrfach deutlich gesagt, dass sie mich in Ruhe lassen soll, meine Nummer löschen soll und ich sie nicht mehr kenne! Die Antwort war: "Ja ist ja gut, bleib wo du bist du Arschloch!"

Mach ich jetzt auch, ich Arschloch!!! :°( :°( :°( :°(

Beitrag von yvonnechen72 10.05.10 - 19:17 Uhr

Sag mal, war deine Mutter schon mal in psychologischer oder gar psychiatrischer Behandlung?
Für mich klingt das sehr nach einer behandlungsbedürftigen Störung.

LG Yvonne

Beitrag von eule0879 12.05.10 - 07:50 Uhr

Hallo Yvonne,

ja sie war bereits mehrfach in Behandlung.. Leider wohl nicht an der richtigen Stelle. Habe ihr auch mehrfach angeboten mit ihr einen guten Therapeuten zu suchen, aber sie wollte nicht. Sie würde das schon allein hinkriegen und wäre ja schliesslich nicht krank... hm...

LG/ K

Beitrag von alpenbaby711 10.05.10 - 19:51 Uhr

Also so ein Drama einer krankhaften Mutter kenn ich zu gut. Meine war so ähnlich und hat auch immer Psychobriefe geschrieben wie böse ich doch wäre was sie doch alles für mich getan hätten und und und..... Ich hab irgendwann ne Therapie gemacht, ursprünglich nicht wegen sowas. Dann hab ich das aber mit aufgearbeitet. Heute hab ich keinen Kontakt mehr und mir gehts gut.
Mein Vater ist nämlich leider auch ziemlich gestört .... mehr aber nicht hier wenn du Fragen hast.
Gruß Ela

Beitrag von bibuba1977 10.05.10 - 20:03 Uhr

Hallo Eule,

deiner Mutter ist wohl nicht mehr zu helfen... Hilf dir selber! Wie Ela schon ansprach, kam mir auch der Gedanke, dass DU dich in Therapie begeben solltest. Diese Sache begleitet dich ein Leben lang, wird auch noch Folgen haben, wenn deine Mutter nicht mehr ist. Das musst du aufarbeiten. Nur so wirst du auch Abstand nehmen koennen. Gerade das ist naemlich sehr schwer, wenn man dem Menschen eigentlich emotional so nahe steht.

Such dir Hilfe!

LG
Barbara

Beitrag von fruehchenomi 10.05.10 - 20:13 Uhr

In Kurzform:;-)
Hatte die gleiche Mutter !
Hatte mich über Jahrzehnte quälen lassen, dann RIGOROS den Kontakt abgebrochen, dann gings mir endlich besser.
Konnte nicht mal mehr an ihrem Grab weinen !
Reden ? Zwecklos.
Es gibt nur EINE Entscheidung - und die zieh durch, sonst gehst Du kaputt - und DIE Genugtuung soll sie nicht kriegen.
Alles Gute
LG Moni

Beitrag von king.with.deckchair 10.05.10 - 20:50 Uhr

Ich kenne all' solche Eskapaden (inkl. der boshaften Postkarten) auch von meiner Mutter. Habe gerade aber nicht viel Zeit, daher nur ein Tipp - google mal nach "Kinder von Borderlinern" oder "Borderlineeltern" und überhaupt "Borderline", dir wird vielleicht einiges klar werden. Mir sind zumindest die Augen aufgegangen und ich fand mich in so vielen Texten wieder. Und: Wir sind nicht allein!

Ich habe mir nun ein Buch bestellt, bin nachher nochmal online, dann schicke ich dir den Link.

LG
Ch.
...die ihre Mutter das letzte Mal an ihrer Hochzeit am 20.03.2003 gesehen hat...

Beitrag von limone0507 10.05.10 - 20:52 Uhr

Hallo Eule,
man das tut mir schrecklich leid für Dich, was Du mit Deiner Mutter ertragen musst.#liebdrueck
Ich kann Dir nur den Rat geben, Dir dringend ein/e Psychotherapeut/in zu suchen um diese traumatische Beziehung zu verarbeiten.
Gut finde ich, dass Du einen Schlussstrich ziehen kannst und Du beschlossen hast den Kontakt zu ihr abzubrechen.
Denk jetzt an Dich und an Dein Leben.

Wünsche Dir alles Gute und viel Kraft,#herzlich

lg Limone

Beitrag von eule0879 12.05.10 - 07:56 Uhr

Limone, hab vielen Dank für die lieben Worte. Sowas tut gerade unglaublich gut. Vor allem tut es gut zu sehen, dass nicht nur ich diese Situation als schlimm empfinde, sondern dass auch Aussenstehende offensichtlich nachvollziehen können, dass ich wirklich darunter leide und nicht einfach völlig übertreibe und es doch gar nicht so schlimm ist... Danke.

Beitrag von claerchen81 10.05.10 - 21:14 Uhr

Guten Abend,

ich denke dir ist bewusst, dass deine Mutter krank ist. Sie wird die Situation natürlich vollkommen anders empfinden als du, sie glaubt daran, dass du es bist, der sie schlecht behandelt (wahrscheinlich aufgrund einer psychischen Krankheit/ Störung o.ä.). Du wirst sie nicht ändern können und solange sie sich nicht helfen lässt, wirst du ihr auch nicht helfen können.
Aber, wie von einigen bereits gesagt, du kannst dir selbst helfen, denn die schwierige Beziehung hat wahrscheinlich bereits Spuren bei dir selbst hinterlassen, die dich ebenfalls nicht mehr unbelastet das Leben hinnehmen lassen.
Den Kontakt abbrechen zu lassen wir dir nicht helfen, mit der Beziehung zu deiner Mutter zurecht zu kommen. Deine Enttäuschung, Wut, Schmerz, Schulgefühle (ja, die sind immer da in Eltern-Kind-Beziehungen) werden dich begleiten und zerfressen, wenn du nicht selbst lernst, mit der Situation zurecht zu kommen. Ggf. wird es später sogar möglich sein, Kontakt mit deiner Mutter zu haben und trotzdem nicht mehr verletzt zu werden - weil du den Abstand wahren kannst und deine Mutter als das begreifen kannst, was sie derzeit ist: eine arme, einsame, kranke Frau.

Es gibt sehr viele Therapiemöglichkeiten, Familienaufstellung uvm., die dir helfen können. Nutze deine Chance und suche dir einen entsprechenden Therapeuten. Es wird dir für den Rest deines Lebens helfen. Denn - so scheint es mir, wenn du von deiner gescheiterten Ehe sprichst - gewisse Muster wurden bereits auf dich übertragen. Und genau das ist die größte Gefahr: das Leiden deiner Mutter greift auf dein Leben über.

Dein Ziel sollte es sein, dass die negativen Gefühle deiner Ma gegenüber dein Leben nicht mehr beherrschen. Dann bist du frei.

Ich wünsche dir alles gute, C.

PS: Mein Mann hat mit seinem Vater eine ähnliche Vergangenheit. Mit Hilfe einer Therapie können wir jetzt sogar mehrmals im Jahr dorthin fahren, es geht meinem Mann nun gut damit und sein Leben ist um vieles besser und glücklicher geworden, seitdem er den Wut, Hass und Schmerz ablegen konnte.

Beitrag von kadiya 10.05.10 - 22:38 Uhr

Ich glaube das war heute das erste Mal, dass ich es tatsächlich geschafft habe, ein so langes Posting mit 100 %iger Aufmerksamtkeit zu lesen.

Ich bin ziemlich ergriffen, wenn ich mir vorstelle, wie deine Kindheit gewesen sein muss.

Deine Mutter ist psychisch krank und bräuchte eigentlich Hilfe (du sagst ja auch, dass sie dafür auch wohl ihre Gründe hat), aber ich glaube nicht, dass sie dies mit 72 Jahren erkennen wird.
Ich glaube, dass es für dich total wichtig ist, den Kontakt abzubrechen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie schwer das sein muss, aber deine Erzählungen zeigen einfach deutlich, dass sie dich immer wieder in die selben Situationen bringen wird. Du wirst weiter an Panikattacken leiden. Wenn du jetzt nicht etwas für dich tust, dann ist die Gefahr groß, dass der Teufelskreis so weiter läuft (vielleicht sogar in deine eigene Familie hinein, wenn du zum Beispiel mal Kinder hast).

Mein Mann steckte in einer ähnlichen Situation wie du. Er wurde 13 Jahre massiv körperlich und seelisch misshandelt, sowohl von seiner Mutter, als auch von seinem Stiefvater. Als ich ihn kennenlernte ging es ihm total schlecht. Ich war damals kurz davor, die Beziehung zu beenden, weil ich selber total darunter gelitten habe, wenn er Flashbacks bekam, in denen er sich nicht mehr unter Kontrolle hatte (er hat nie irgendwas gegen mich gerichtet, aber gegen sich selber). Er ist dann für drei Monate in eine psychiatrische Klinik gegangen, nach 25 Jahren. Heute ist er weiter in ambulanter Therapie und es geht ihm wirklich gut. Wir haben eine Tochter und er ist ein sehr liebevoller und in sich ruhender Vater. Tja und seine Mutter: Die kann das alles nicht verstehen. Er sei schwach und so schlimm war das alles ja wohl nicht. Sie feiert sich als die perfekte Mutter und setzte ihn immer wieder emotional unter Druck (es sind wie bei dir Sätze gefallen wie: Dann kann ich mich ja gleich umbringen).
Die ersten drei Jahre unserer Beziehung habe ich die beiden so oft extrem lautstark streiten hören. Er hat sich emotional immer total reingesteigert. Heute hat er zwar noch Kontakt (sie ist halt die Oma unserer Tochter), allerdings sehr eingeschränkt und er hat komplett die Kontrolle übernommen. Wenn sie beispielsweise etwas unangemessenes sagt, dann legt er auf.

Lange Rede, kurzer Sinn: Für ihn war es unglaublich wichtig, sich zu distanzieren. Hätte er das nicht gemacht, dann wäre er im Genesungsprozess seiner Posttraumatischen Belastungsstörung heute nicht so weit gekommen.
Den Kontakt kann er auch nur deshalb noch halten, weil es ihm irgendwie gelungen ist, seiner Mutter in bestimmten Momenten über den Mund zu fahren. Er sagt selber, wäre ihm das nicht gelungen, dann würde er heute nicht mehr mit ihr sprechen.

Da sich deine Mutter aber offensichtlich nicht beeindrucken lässt, kann ich dir nur dazu raten, die Briefe nicht zu öffnen, nicht ans Telefon zu gehen und dafür zu sorgen, dass du selber die Möglichkeit bekommst, den Aufarbeitungsprozess zu starten.

Ich wünsche dir ehrlich(!!!) alles Gute und ganz viel Kraft!!!!

Deine Geschichte hat mich wirklich berührt, werd wahrscheinlich noch eine Weile an dich denken müssen #liebdrueck!

LG
Kadiya

Beitrag von king.with.deckchair 11.05.10 - 08:15 Uhr

Leider habe ich es gestern nicht mehr geschafft, hier daher jetzt der Link:

http://www.amazon.de/Borderline-M%C3%BCtter-ihre-Kinder-Bew%C3%A4ltigung-schwierigen/dp/3898062562

Ich kenne das Buch selbst noch nicht, denke aber anhand der Beschreibung, dass es mir weiterhlefen kann.

Ach und: Solange du in irgendeiner Form re-agierst, bietest du ihr weiterhin den Spielplatz für ihr Affentheater. Wenn sie demnächst anruft, würde ich gar nichts sagen, sondern schlicht: Auflegen. Ohne große Worte, einfach auflegen.

So habe ich mich seinerzeit "gerettet". Inzwischen weiß sie weder meine Rufnummer noch, wo ich arbeite (da wäre das nächste Affentheater vorprogrammíert, denn a) hat sie in ihrem Klammerwahn oft vor übler Nachrede bei Vorgesetzten und offiziellen Stellen - Jugendamt z.B. - nicht halt gemacht und b) arbeite ich bei einer Institution, die im weiteren Sinn zu ihrem ehemaligen Arbeitgeber gehört. Und der, bzw. dessen Mitarbeiter waren auch immer "Feinde", gehörten zu ihrem System der Menschen, die ihr immer nur Böses wollen).

Wie gesagt, ich kenne diesen Psychoterror seit frühester Kindheit, inkl. der Überforderung, weil ich als Kind schon von den Übergriffen und sexuellen "komischen" Vorlieben meines Vaters berichtet bekam. Auch die boshaften und... hm... ehrverletzenden Postkarten sind mir bestens bekannt. Inhalt oft in dem Tenor, dass man mir das Kind (heute 19) schon als Säugling hätte nehmen sollen, dass ich eine "Drecksau" sei, die ihre Mutter belogen, betrogen und "böswillig verlassen" habe. BTW: "Böswillig verlassen" gebrauchte man früher für Ehepartner, als sie diesen Begriff benutzte, gingen mir verschiedene Lichter auf... Das Affentheater wurde nämlich immer dann massiv, wann immer ich sowas wie ein eigenes Leben hatte, also einen Freund hatte, das Abi bestanden, ein Kind bekam, auszog, heiratete...

Meine Mum war übrigens wegen Psychosen Ende der 80er das erste Mal zwangseingewiesen, ich habe es also "amtlich", dass sie ver-rückt ist. Helfen in meiner Trauer um meine Mutter (denn eine solche habe ich nicht, ob nicht mehr oder eigentlich nie gehabt, weiß ich nicht) tut mir das oft aber auch nicht.

Alles Gute
Ch.

Beitrag von eule0879 12.05.10 - 08:01 Uhr

Liebe Ch.,

das ist doch verblüffend.. bei mir gings auch los, als ich meinen Partner kennenlernte. Bei meinem Mann damals war es genau dasselbe Theater. Sobald ich in meinem Leben mal etwas Glück habe und anfange mir was aufzubauen nimmt das Drama seinen Lauf. Bin ich eh schon am Boden, bemitleidet sie mich und spielt den Engel auf Erden. Wehe, ich "brauche" das nicht mehr.... dann findet sie eben Mittel und Wege mich in den Wahnsinn zu treiben. Sie erträgt es nicht, wenn andere glücklich sind und sie nicht.

Danke für den Link! Habe im Internet viel gelesen.. Ich denke schon lange, dass Borderline die Probleme meiner Mutter gut umschreiben würde. Ich habe ihr das auch einmal vorsichtig gesagt.. Sie ist nicht ausgeflippt oder sowas, aber sie tat natürlich wieder so, als wäre alles in bester Ordnung.

Meine Schwägerin hat Borderline und bekennt sich sehr offen dazu. Ich habe viel mit ihr darüber geredet und sie meint auch, dass sie die Verhaltensweisen meiner Mutter nachvollziehen kann und das schon passen könnte.

Aber ob sie das mit fast 72 Jahren nochmal einsieht??

Fühl dich gedrückt! Ich wünsche dir, dass du eines Tages deine Trauer um deine Mutter verarbeiten kannst. Ich wünschte, es gäbe für speziell sowas Selbsthilfegruppen....

LG K.

Beitrag von king.with.deckchair 13.05.10 - 01:19 Uhr

Sie haben Post. :-)

Beitrag von eule0879 11.05.10 - 11:17 Uhr

WOW, ich bin überwältigt, dass soviele sich diesen ellenlangen Text bis zum Ende durchgelesen haben und möchte mich allein dafür nochmal ganz herzlich bei euch bedanken! Ich werde gleich noch im Einzelnen auf eure Posts eingehen, wollte aber erstmal kurz eine allgemeine Antwort verfassen, da einige von euch ähnliche Vorschläge und Lösungsansätze gepostet haben..

Stichwort Therapie: Ich habe nach dem Tot meines Vaters eine Therapie über 2 Jahre gemacht, weil ich so schlimme Panikattacken hatte, dass ich fast an meine Wohnung gefesselt war und selbst dort allein nicht klar kam. Es kristallisierte sich schnell heraus, dass das eigentliche Problem meine Mutter ist und so haben wir weniger über meine Panik gesprochen, sondern fast ausschliesslich über meine Mutter. Da konnte ich natürlich schon einiges aufarbeiten. Inzwischen denke ich, wäre es wohl wieder an der Zeit nochmal aufzufrischen. Das habe ich vor einem Jahr aus anderen Gründen versucht, habe es zeitlich aber gar nicht auf die Reihe bekommen und die Therapie abgebrochen. Ich weis nicht, ob die Krankenkasse momentan einen weiteren Therapieversuch übernehmen würde. Ich glaube nicht, aber ich werde mich da informieren.

Meine Mutter hat übrigens auch mehrere Therpien hinter sich, aber wirklich gebracht hat's in meinen Augen nichts. Ich weis noch wie sie einmal am Mittagstisch sagte (als wir wieder einmal begannen zu streiten), dass ihr Therapeut gesagt habe ich würde mich ihr gegenüber falsch verhalten und ich solle mich mal mehr zurücknehmen. Damals schon (denke ich war 14 oder 15) schlug ich vor, dass ich mit zur Therapie gehe, um dem Therapeuten 1) meine Sicht der Dinge zu erklären und 2) dann mit meiner Mutter gemeinsam ein paar Sitzungen mache, damit wir besser miteinander klarkommen. Wollte sie nicht.

Eben schreibt sie mir eine lange SMS, dass es ihr leid tut, dass das Leben zu kurz ist um es sich so unnötig schwer zu machen und dass wir uns doch wieder vertragen sollen, schliesslich braucht sie mich und ich sie auch, denn ein Kind braucht eine Mutter. Sie bat darum, sich mit mir zusammen zu setzen und sie würde mir dafür Zeit lassen.
Dann 2 Sek. später eine SMS, dass das Leben zu kurz sei um es sich so schwer zu machen und dass sie auch ihre Probleme hätte und oft weint und traurig sei, sie aber im Gegensatz zu mir niemanden hätte mit dem sie darüber reden kann, ausser viell. einer guten Bekannte.

BOOOOOOOOOAAAAAAAAAHHHHHHH! Und schon tut sie es wieder! Sie sieht ihre Fälle schwimmen und versucht jetzt einzulenken weil sie merkt, dass sie dabei ist mich zu verlieren. Was bitte kann ich dafür, dass sie niemand hat mit dem sie über ihre Sorgen und Nöte reden kann? Sie war doch nie in der Lage sich einen Freundeskreis aufzubauen! Mal davon abgesehen, dass ich sowas wie eine beste Freundin auch nicht habe. Freundinnen ja, einen Partner natürlich auch, aber was kann ich dafür, dass sie sowas nicht hat?????????? Richtig! NICHTS! *GRUMMEL*

Beitrag von tabea33 11.05.10 - 14:56 Uhr

Was bitte kann ich dafür, dass sie niemand hat mit dem sie über ihre Sorgen und Nöte reden kann? Sie war doch nie in der Lage sich einen Freundeskreis aufzubauen!


Das kenne ich nur zu gut. Ich muss mich wie eine Freundin verhalten, damit meine Mutter mir "wohlgesonnen" ist. Tue ich das nicht und lebe einfach mein eigenes Leben, dann hagelt es Vorwürfe und sie ist endlos beleidigt. Das fängt schon bei so einfachen Sachen wie einem Besuch bei den Schwiegereltern an, vom dem ich nichts erzählt habe.

Ich bin nervlich auch ziemlich angespannt und balanciere seit meiner Kindheit auf einem Drahtseil. Das kostet Unmengen meiner Kraft, die ich für anderes dringender bräuchte. Letztes Jahr habe ich meine zweite Tochter in der 20. SSW hergeben müssen. Von ihr kam, dass sie Ängste ausgestanden hätte und seit dem ganz krank sei. Ich bin schuld an allem, weil ich mich nach der Sache nicht gleich gemeldet hatte. Also mit gleich ist gemeint, unmittelbar mit dem Aufwachen aus der Narkose - vier Stunden später (als ich pflichtschuldigst aus dem KH anrief) war ihr zu spät. Nie würde ich an sie denken, sie wär mir nicht wichtig.... Hallo? Ich war in der schwersten Situation meines Lebens und musste noch aufpassen, dass ich mich perfekt gegenüber meiner Mutter verhalte.

Ich schaffe es nicht, den Kontakt abzubrechen. Es läuft zur Zeit auch recht gut, weil ich die Spielregeln einhalte. Meine Tochter hängt sehr an den Großeltern, da muss ich jetzt dann also durch. Ich finde es toll, dass du es geschafft hast.

Den mehrfach hier gelesenen Rat, sich auf keine Diskussionen und Gespräche einzulassen, kann ich nur unterschreiben. Du gibst nur immer wieder neuen Stoff und kommst nicht zur Ruhe. Besorg dir ein neues Handy und genieß dein Leben in RUHE.

LG Tabea



Beitrag von king.with.deckchair 11.05.10 - 19:33 Uhr

"Ich bin nervlich auch ziemlich angespannt und balanciere seit meiner Kindheit auf einem Drahtseil."

Meine Therapeutin sagte mal "Ihre Kindheit war ja ein richtiges Minenfeld...", denn bei mir war es ähnlich: Solange ich nach ihren Regeln spielte, war alles OK. Wobei sich die "Regeln" aber manchmal innerhalb von Stunden ändern konnten.

Ich bin der TE fast dankbar, dass sie diesen Thread eröffnet hat, denn ich stelle fest, es gibt doch noch viel mehr "Kinder" wie mich...

:-(

LG
Ch.

Beitrag von eule0879 12.05.10 - 07:49 Uhr

Liebe Tabea,

ja ich kenne das auch nur zu gut. Als meine Mutter erfuhr, dass ich mit meinem Freund bei seinen Eltern zu Besuch war (da waren wir grad ein paar Wochen zusammen und sein Papa hatte Geburtstag) war die erste Frage: "Sag mal, schämst du dich meiner???" Soch nach dem Motto: "Warum kommst du mit deinem neuen Freund hier nicht vorbei???" Hatte ich ja alles noch vor, aber so furchtbar wie sie sich verhalten hat in den letzten Wochen ist meine Lust dazu nciht größer geworden :-(

Was du da von dem Verlust deiner kleinen Tochter berichtest und der Reaktion deiner Mutter grenzt für mich an seelische Grausamkeit. Fühl dich unbekannter Weise einmal fest gedrückt. Ich habe soetwas noch nicht erlebt, habe aber in einem anderen Forum viel über Sternenkinder gelesen und kann mir in etwa ausmalen, wie schrecklich das für eine Frau sein muss!!! Ich bin ehrlich sprachlos über die Reaktion deiner Mutter.
Wobei ich da viele Parallelen zu meiner Mutter sehe und mich sowas schon gar nicht mehr schocken dürfte, bin ich über die Reaktionen solcher Menschen immer und immer wieder aufs tiefste erschrocken!

Noch habe ich es ja nicht geschafft den Kontakt abzubrechen. Mein Freund, der glaube ich den Ernst der Lage zwar versteht und mich unterstützt egal wie ich mich entscheide, meint immernoch ich solle mir eine lange Auszeit nehmen und mich dann noch einmal mit ihr zusammen setzen. Ich glaube aber, wenn ich es einmal geschafft haben sollte, den Kontakt wirklich abzubrechen, dann sollte ich es auch dabei belassen. Sonst komme ich niemals damit zurecht.

Das deine Tochter sehr an den Großeltern hängt, ist für dich natürlich eine ungünstige Situation. Unter diesen Umständen würde es mir auch sehr schwerfallen. Aber pass gut darauf auf, dass du rechtzeitig die Notbremse zieht, sollte deine Mutter mit deiner Tochter irgendwann genauso umgehen wie mit dir! Du weist selbst welche Narben man davonträgt... schütze deine Kleine-Große davor.

Ich wünsch dir alles Liebe!

K.

Beitrag von elsa345 11.05.10 - 22:34 Uhr

So schlimm es sich anhört, aber Du mußt eine Entscheidung treffen. Sie oder Du! Ihr Leben oder Dein Leben!
Ich habe es längst nicht sooooo furchtbar erlebt, aber emotionale Erpressungen kenne ich auch sehr gut und wie man sich dabei fühlt. Ich wohne jetzt seit 4 Jahren ca. 300km von meiner Familie entfernt und es geht mir entschieden besser. Ich kann eben nicht mehr so oft vorbeikommen, ist ja logisch.
Du trägst Deine Liebe hinterher und das bringt leider nichts ausser Enttäuschung. Verabschiede Dich von Deiner Mutter innerlich, verzeihe ihr und wünsche ihr ein gutes Leben. Das solltest Du bewußt und laut tun. Also in einem Gebet, sprich es aus. Du wirst sehen es hilft und beruhigt Dich.

Ich wünsche Dir Kraft und Mut.
Gruß

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