Ich hatte eine Eileiterschwangerschaft...

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von lauranie 10.05.10 - 17:25 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Ich möchte mich gerne bei euch ausweinen, denn ich hab das Gefühl, dass ich gerade sehr alleine bin. Ich hab meinen Mann und meine Tochter (2 Jahre) und das ist mir ein großer Trost, doch vorige Woche ist mir der Boden unter den Füßen genommen worden.
Hab in der 7. SSW erfahren, dass ich eine Eileiter-SS habe, das war letzten Donnerstag.
Wir haben uns den ersten Ultraschall so schön ausgemalt, wir gehen zu dritt da hin und freuen uns über unser Baby im Bauch...aber die Gebärmutter war leer. Mir wurde Blut abgenommen und mein HCG-Wert noch am gleichen Abend mitgeteilt (war bei 4300 - der 7. SSW entsprechend).
Musste direkt am FR Früh ins KH und wurde operiert. Erst sollte die Entfernung des "Schwangerschaftsgewebes" (so liebevoll nannte mein FA mein Baby) nur minimalinvasiv entfernt werden, doch man kam wohl nicht an die Stelle ran und so entschieden sich die Ärzt meinen Kaiserschnitt zu eröffnen (das sind etwa 15cm Bauchschnitt!!!
Das Schlimme für mich im KH war, dass ich gezwungen war die gücklichen, frisch gebackenen Mamas auf dem Flur zu begegnen, die Kinder nachts weinen zu hören und zu wissen, dass ich meines für immer verloren habe.
Mein Kind gibt mir niemals jemand zurück und ich weiß noch nicht, wie ich das verkraften soll...
Dazu kommen noch viele doofe Leute, die mir dumme Sprüche gerissen haben, so von wegen, ich solle mich doch nicht so anstellen...

Das Herzchen hat geschlagen, mein Kind wäre gesund gewesen...aber es ist tot.

Ich würde mir wünschen, dass jemand von euch antwortet, um mich etwas aufzubauen oder einfach um die Gedanken auszutauschen...einfach weil jemand von euch ähnliches erlebt hat...
Ich wollte mich einfach mal bei euch auslassen.

Danke fürs Lesen.
lauranie mit Alina (2) an der Hand und #stern



Beitrag von supermarion 10.05.10 - 17:37 Uhr

Liebe Lauranie, es tut mir sehr leid, dass Du das mitmachen musstest!! Ich verstehe Dich vollkommen! Ich hatte zwar etwas völlig anderes, aber ein Kind zu verlieren ist immer dasselbe! Ich finde es schade, dass im Krankenhaus nicht darauf geachtet wird, Mütter und eben Nicht-mehr-Mütter voneinander zu trennen. Bei mir war das gottseidank so. Der Schmerz wird zwar nicht kleiner, aber fremdes Babygeschrei in solch einer Situation hören zu müssen ist einfach unerträglich!! Ich verstehe Dich sehr gut und wünsche Dir, dass es bald wieder bergauf geht! Es wird eine Zeit dauern, aber es wird irgendwann erträglicher! Ich hoffe, Du hast einen starken Mann an Deiner Seite, der mit Dir über ALLES reden kann und viel Verständnis zeigt! Und red offen drüber, mit allen, die Dir nahe stehen. Auch wenn Dir vorkommt, sie wollen nicht: sie haben einfach Hemmungen, weil sie mit solch einer Situation evtl. noch nie konfrontiert wurden.
Alles Gute für die nächste schwere Zeit, und lass alles aus Dir heraus - Trauer, Wut, Enttäuschung... friss nichts in Dich hinein!
Marion.
PS: Ein guter Buchtipp: Gute Hoffnung- Jähes Ende.

Beitrag von elcheveri 10.05.10 - 19:28 Uhr

Hallo
ich kann Dich gut verstehen...ich hatte im Sep 2009 meine zweite Eileiterss...man freut sich so sehr und BUMM wird man in die Realität zurückgerissen.
Ich habe einen gesunden 2 Jährigen Sohn für den ich umso dankbarer bin...und der wohl leider ein Einzelkind bleiben wird da ich jeweils re und li eine hatte und die Wahrscheinlichkeit einer dritten zu hoch ist.....
Alles gute für Dich/Euch......Eva

Beitrag von cloud09 10.05.10 - 20:12 Uhr

Hallo,

es tut mir wirklich sehr leid. Ich weiß wie Du Dich fühlst. Habe im November letzten Jahres auch eine ELSS gehabt.

Im Juni davor einen frühen Abgang.

Auch ich lag dort, wo die Neugeborenen mit ihren Muttis waren.

Es tat so weh sie nachts schreien zu hören und sie so glücklich über den Flur spazieren zu sehen.

Das Schlimmste war, als mir eine Mitpatientin (wurde zur OP vorbereitet und in mein Zimmer gefahren) mir zur Geburt gratulierte.

Ich mußte mich so zusammen reißen, um nicht in Tränen auszubrechen.

Es war der Horror!!!

Komm doch hier in den Club: Eileiterschwangerschaft.

Er hat mir sehr geholfen mit der Trauer fertig zu werden.


Ganz liebe Grüße
Cloud+#stern#stern#stern

Beitrag von mardani 11.05.10 - 15:36 Uhr

Hallo Du

Tut mir unendlich leid!!!
Ich habe es am 14.04. bereits das dritte Mal erlebt und fand es auch ganz schrecklich, so nah an der Babystation zu liegen.

Bei mir haben sie den Vorgang nett als "wir kratzen die Schwangerschaft aus dem Eileiter" betitelt. Leider war der EL schon geplatzt und nicht mehr zu retten. Vor vier Wochen wurde mir der zweite EL entfernt.....War nach einer IVF schwanger geworden und der EL hat sich den Krümel trotzdem geholt....

Es war ganz schlimm für mich, da wir den Krümel auf dem US bereits im Eileiter entdeckt hatten......Hätte ihn lieber nicht gesehen.

Ich drücke dich

Daniela mit fünf #stern im Herz

Beitrag von dotti0812 12.05.10 - 12:47 Uhr

Liebe Mitleidenden,
ich hatte selbst eine ELS und wurde erst vor enier Woche aus dem KH entlassen... Mir gehts körperlich wieder gut, aber seelisch wird das ganze wohl noch ewig dauern. es ist furchtbar zu wissen, dass ein baby da war, aebr nicht weiterwachsen und leben durfte... Ich denke mir die ganze zeit wie unfähig mein sch**** körper eigetnilch ist, das er nicht fähig ist, das kleine an den richtigen platz zu setzen...
aber wir müssen stark sein, und es tut "gut" zu wissen, dass man hier verstanden wird, und sich keine sprüche wie ES SOLLTE HALT NICHT SO SEIN oder DA WAR DOCH NOCH NCIHTS zu hören...
ich drücke euch alle ganz fest, wir müssen stark sein und zusammen halten!

Beitrag von lenilou 13.05.10 - 14:48 Uhr

Liebe Lauranie!

du hast mein tiefstes mitgefühl :-(
ich teile leider dein schicksal. auch in habe vor 6 wochen nach ELSS Anfang der 7. Woche mein Baby verloren. not-op, großer blutverlust, allerhöchste eisenbahn und so weiter...
"schwangerschaftsgewebe" - ja, so hat es mein doc auch genannt...

zwar kam ich mit einer Bauchspiegelung davon, aber das ändert ja erstmal nix an den psychischen folgen der ganzen geschichte.

ich hatte ein bißchen mehr glück was das KH anging. die station auf der ich lag war weit genug weg von der geburtshilfe. das hätte ich auch nicht ertragen wollen.

ich kann dir keinen sinnvollen rat geben. tut mir leid, ich würde gern. aber ich kann dir versichern, dass du damit nicht allein bist und besonders hier ganz viel verständnis und mitgefühl findest.

versuche dich nu erstmal körperlich von der OP zu erholen, das ist bestimmt alles nicht so ohne bei einem bauchschnitt.
vielleicht kann deine erste tochter dich ein bißchen trösten? ich wünsche es dir sehr.

alles liebe
lenilou